LadyLune
Gast
ich habe hier schon viele Geschichten gelesen und habe mich nun entschlossen auch meine aktuelle Situation/Trennung mal niederzuschreiben. Also deshalb mal ganz von vorne:
Ich (30) habe September 2015 meinen jetzigen Ex-Freund (32) in der Arbeit kennen- und lieben gelernt. Wir arbeiteten in der gleichen Abteilung, was am Anfang auch kein Problem darstellte, im Gegenteil, es war sogar sehr spannend, weil keine Kollegen von uns wussten. Wir erlebten eine traumhafte Kennenlernzeit!Hatten viel gemeinsam unternommen und hatten tolle Gemeinsamkeiten entdeckt. Er war von Anfang an sehr direkt, erzählte mir von seinen speziellen s.uellen Vorlieben und seiner extremen Vergangenheit. Ich war zwar am Anfang etwas schockiert, wollte ihn aber nicht verurteilen, sondern offen mit dieser Thematik umgehen. Mit der Zeit hatten wir ein sehr vertrautes Verhältnis, er ist von seiner Person her ein sehr sensibler Mensch, allerdings null kritikfähig und kann auch mit seinen Schwächen selbst nicht umgehen.
Es kam die Zeit, in der er in der Arbeit massive Probleme hatte und immer öfter am Boden lag und richtig fertig war mit den Nerven. So gut ich konnte, stärkte ich sein Selbstwertgefühl und zeigte ihm das ich an seiner Seite war. Es gab viele Stunden in denen er alles hinschmeißen wollte und an sich selbst zweifelte. Dazu muss ich sagen, dass ich selbst in der gleichen Firma einen ganz anderen Stand hatte wie er. Ich wurde für meine Arbeit geschätzt und bekam viel Lob und fühlte mich sehr wohl in der Firma. Das krasse Gegenteil bei Ihm, denn er wurde Tag für Tag niedergemacht und angeschrien, was ich selbst ganz furchtbar fand, da ich ja die Kollegen, die das taten auch kannte und eben nicht SO kannte. Allerdings waren vieler seiner Probleme auch selbstgemacht durch seine Art, da er weder strukturiert noch organisiert in seinem Leben war. Kurz er war das CHAOS in lebender Person.
Dieses Chaos konnte man auch in seinem kompletten alltäglichen Leben wiederfinden. Seine Lebenssituation war und ist nach wie vor die, dass er in einer 2Zimmerwohnung lebt, die absolut unterirdisch ist zum Leben (alles kaputt und heruntergekommen)
Alle seine Möbel sind kaputt oder verdreckt (da er in seiner Wohnung raucht). Er selbst legt wenig Wert auf seine Erscheinung (kaputte Klamotten, mangelnde Hygiene) Um den Text ein wenig zu verkürzen, kann man sagen, dass er alles war, was ich selbst nicht war. Ich lebe in einer schönen, gepflegten Wohnung, bin strukturiert und achte auf mein Äußeres. Zudem merkte ich immer mehr, dass er nicht mit seinem Geld umgehen konnte und über seinen Verhältnissen lebte. Pünktlichkeit und Absprachen wurden auch gerne mal ignoriert.
Und dennoch wollte ich eine Beziehung mit ihm, weil er eben auf eine ganz andere Art meine Seele berührte und ich mich ihm verbunden fühlte. Wir hatten tolle Gespräche und er hat viel Geduld mit mir, da ich oftmals mit psychischen Geschichten zu kämpfen habe und deshalb auch sehr anstrengend sein kann. Ich bin aber aufgrund dessen auch schon mehrere Jahre in Behandlung und diese ist auch erfolgreich. Dennoch für jeden Partner auch eine Herausforderung, das bin ich mir bewusst.
Es kam dann der Zeitpunkt, an dem alles zwischen uns seine Leichtigkeit verloren hatte und die Situation in der Arbeit für ihn nur noch die Hölle war und ich mir richtig Sorgen um ihn machte. Seine nervliche Situation übertrug sich auch auf mich und damit auch auf die Beziehung. Es kam zum Beziehungsaus Nr.1 ,weil er auf einmal aus allem ausbrechen wollte. Im Mai dann kündigte er die Arbeit und trennte sich von mir, da ich mittlerweile auch mit in die negative Schublade gesteckt wurde.
Damals wollte ich die Trennung nicht akzeptieren und kämpfte um Ihn, mit vermeintlichen Erfolg, was mich zur aktuellen Situation bringt. Nachdem er sich im Mai trennte, verbrachten wir beide einen getrennten Sommer, den gemeinsam gebuchten Urlaub, startete ich allein mit meinem besten Freund. Allerdings hatten wir immer Kontakt zueinander. Ich dachte, dass er einfach Zeit brauchte um seine Lebenskrise zu überwinden und sich neu zu ordnen.
Irgendwann verbrachten wir auch wieder ab und zu Zeit miteinander, er hat sich ja nicht von mir getrennt, weil er mich nicht mehr liebte oder attraktiv fand, sondern weil er mit sich und seinem Leben nicht zurechtkam.
Ende September 2016 kamen wir dann wieder als Paar zusammen, aber er hatte dafür nichts tun müssen, da ich ja immer bereit war auf ihn zu warten. Unsere bisherigen Probleme wollten wir zusammen in den Griff bekommen, wobei ich sagen muss, das der Hauptteil bei ihm lag sein Leben aufzuräumen und in den Griff zu bekommen. Sprich er wollte eine neue Wohnung, das Rauchen einschränken, Geld sparen, weniger exessiv feiern und im allgemeinen mal anfangen seinem Alter entsprechend sich zu Verhalten.
Ich muss dazu sagen, dass unsere Beziehung für mich viel Belastung bedeutete, da er hauptsächlich seine Zeit bei mir verbrachte und ich diejenige war, die gekocht, geputzt und sonstige Alltagsthemen erledigt hatte. Und mich auch um die Suche SEINER Wohnung kümmerte, da er sich nicht darum bemühte oder es nicht schaffte, wie auch immer. Allgemein war ich nicht die ,,Prinzessin,, in der Beziehung, da selten etwas von ihm in dieser Richtung jemals kam, auch nicht in der Kennenlernphase ganz zu Beginn. Und ich merkte immer mehr, dass mir das aber sehr fehlte, also habe ich es auch immer wieder thematisiert, mit dem Ergebnis, das es immer mehr Streit und Stress gab. Er fühlte sich kritisiert in seiner Person und sagte mir auch, dass er so nicht sei und Blumen, Karten oder Kleinigkeiten schenken würde. Nach fast einem Jahr mit ihm, war mir das leider auch immer mehr klar.
Da wir wieder immer mehr Probleme bekamen, ich aber auch beruflich sehr gestresst war und dachte mein eigenes Stresslevel würde der Beziehung auch zusetzen, wollte ich mit ihm zusammen ein entspanntes Wochenende in einer Therme verbringen. Er war sofort begeistert und wollte das auch unbedingt. Also vereinbarten wir, das wir uns Samstag um 10Uhr auf den Weg machen wollten und da ich in einer anderen Stadt wohnte wie er und ich Freitags immer noch einen Minijob ausübte und wir uns nicht sahen, schrieb ich ihm noch wie sehr ich mich auf die Zeit mit ihm morgen freuen würde und das er bitte pünktlich seinen sollte (war ja nicht seine Stärke). Er schrieb mir daraufhin zurück, dass er ,,nur kurz noch ein Bierchen trinken gehen würde,, und er auf jeden Fall morgen früh pünktlich bei mir sein würde. Und drei Mal dürft ihr raten, er kam nicht!
Um es abzukürzen, er war, wie so oft, versackt und lag bei sich im Koma und meldete sich bei mir erst um 13Uhr. Ich war zutiefst verletzt und traurig, da ich mich so darauf gefreut hatte. Für mich war es nur wieder einmal der Beweis, dass ich mich nicht auf ihn verlassen konnte. Von da an ging es nur noch bergab, mein Vertrauen zu ihm war völlig gestört, weil es solche Situationen schon mehrfach und schlimmer noch gegeben hatte. Bisher hatte ich ihm aus Liebe immer wieder verziehen, obwohl es oft sehr grenzwertige Ereignisse waren. Aber ich liebte ihn. Leider waren seine Entschuldigungen auch oft nicht das was es einem leichter machte. In einem Satz sagte er wie sehr es im leid täte, das er mich verletzt hatte und wenn ich ihm nicht sofort verzeihen konnte, dann hieß es sofort ,,aber denk dran du machst auch Fehler und bist nicht perfekt,, Natürlich bin ich auch nicht perfekt!Aber wenn ich schei. baue, dann stehe ich auch dazu und sage dem anderen nicht das er auch schon Mist gebaut hat.
Dann kam Weihnachten 2016 und ich erinnerte mich an das vergangene Weihnachten, was unglaublich toll mit ihm gewesen war und hoffte, dass wir es schaffen würden unsere Probleme in den Griff zu bekommen. Ich hatte mir im Vorfeld viele Gedanken, um sein Geschenk gemacht und wollte ihm seinen Wunsch, den er hatte erfüllen. Inständig hoffte ich, dass er sich auch ein schönes Geschenk für mich ausdachte und mich vielleicht wenigstens an Weihnachten ,,eine Prinzessin,, sein ließ, da er aber schon sagte, dass er kein Geld mehr für Geschenke hatte, hatte ich da schon ein schlechtes Gefühl. Tja und auch hier war mein Gefühl richtig. Während ich alle seine Geschenke liebevoll eingepackt hatte und mich freute sie ihm in einer ruhigen Minute zu übergeben, bekam ich zwei Karten in die Hand gedrückt mit dem Satz ,,hier dein Weihnachtsgeschenk,, Die Karten waren weder in einem Umschlag, noch hatte er sich die Mühe gemacht sich ein paar liebe Worte dazu zu überlegen. Ich war am Boden zerstört und meine Reaktion war, dass ich in Tränen ausgebrochen bin.
Von seiner Seite aus kam wenig, bis gar kein Verständnis, da er mir ja immerhin etwas geschenkt hatte!Danach wollte ich kein Weihnachten mehr feiern, sondern nur noch heulen! Es dauerte 2h bis ich mich überwinden konnte mit zu seiner Familie zu fahren.
Fortsetzung folgt…
