Peggyblack911
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Wir waren soweit ich es sagen kann glücklich und es ging uns gut. Wir hatten keine Finanziellen Probleme etc. Es ist auch keiner von uns fremd gegangen hatte eine andere Affäre oder so.
Aber auf einmal, naja fast auf einmal hat er sich verändert, und zwar als der Ukraine Krieg angefangen hat.
Mein Freund ist in Kasachstan geboren und mit 12 Jahren nach Deutschland gekommen, seine Mutter ist Ukrainerin und hatte viel Verwandtschaft dort.
Im Februar ist mein Freund an die Polnische Grenze gefahren um mit einem anderen Fahrer zusammen einige Frauen und Kinder aus der Ukraine nach Deutschland zu bringen. 1 Woche später fuhr er ein 2. Mal um noch mehr Frauen und Kinder von der Grenze abzuholen. Wir haben zusammen im Vorfeld geklärt wo diese Leute dann leben werden, haben Spenden Aktionen gestartet, und das Haus liebevoll eingerichtet mit den Mitteln die wir eben hatten um diesen Menschen ein zu Hause geben zu können.
Nachdem alle hier angekommen sind, haben wir uns auch weiterhin sehr regelmäßig gesehen. (Sie wohnen ein Dorf weiter). Wir haben weiterhin geholfen und feierten auch Geburtstage zusammen.
Ich habe mich nach einigen Wochen von denen "distanziert". Sie haben viel Hilfe bekommen und alle bekamen mittlerweile Gelder, gingen in die Schule/Sprachkurs etc. so daß für mich klar war das ich nicht mehr helfen musste.
Mein Partner hat sich nicht so distanziert. Klar denkt Ihr jetzt wahrscheinlich der hat sich in eine von denen verliebt, aber das glaube ich tatsächlich nicht.
Es fing an das das die (3) Kinder hier sehr oft übernachteten an den Wochenenden. Dann das er nach der Arbeit direkt zu denen gefahren ist um irgendwas zu helfen oder zu besprechen. Immer mehr wollte er und immer öfter hatte er das Gefühl Ihnen Helfen zu müssen. Ich hab irgendwann angefangen genervt zu sein. Bitte versteht das nicht Falsch, ich habe auch Mitleid mit den Menschen die aus der Ukraine flüchten mussten, aber über mehrere Monate war das bei uns ein ständig presentes Thema. Andauernd wurde er angerufen um irgendwas zu helfen oder zu erklären, ich wurde langsam immer mehr auf das Abstellgleis geparkt. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl das er sich distanziert hat, allerdings nicht von denen sondern von mir. Ich nahm meinen Mut zusammen und sprach Ihn darauf an. Er hat gesagt er überdenkt sein ganzes Leben, aber er weiß das er mich noch liebt. Danach folgten ein paar Wochen in denen ich mich nicht geliebt gefühlt hab. Er ging mir immer mehr aus dem weg, distanzierte sich aber auch von den Menschen einen Ort weiter. Er vergrub sich in seiner Arbeit, kam spät Heim ging mir weiter aus dem weg.
Ich hab erneut das Gespräch mit Ihm gesucht, in dem er mir sagte, er weiß nicht was mit Ihm los ist, er weiß nicht ob er mich noch liebt, er ist gerade einfach Machtlos irgendwas zu sagen oder mir eine Antwort auf meine vielen Fragen geben zu können. Er hat nur immer wieder gesagt, dass er allein sein will.
Ich hab ihm gesagt das ich das seit Wochen höre und das nicht mehr kann, ich suche mir eine neue Wohnung.
Mittlerweile schlafen wir natürlich getrennt und halten uns auch nur auf den jeweiligen Etagen auf ( er unten, ich oben). Wir geben alles damit wir uns nicht über den Weg laufen müssen. Wenn wir uns doch sehen, reden wir ganz normal miteinander, also ohne Streit oder Beleidigungen.
Ich bin seit die Situation so ist fast ununterbrochen am Weinen. Ich bin deswegen auch Krank geschrieben. Die Wohnung gehört ihm, also muss ich ausziehen was gerade bei dem momentanen Wohnungsmarkt nicht so einfach ist. Er macht mir aber 0 Stress deswegen, er sagt ich kann so lange bleiben wie es eben dauert. Ich bin zwei Wochen bei meiner Schwester gewesen, was mir gut getan hat, da ich nicht in "unserer Wohnung" sein musste und ihn nicht jeden Tag gesehen habe.
Seit gestern bin ich nun aber wieder hier, und es fühlt sich noch genauso beschissen an wie vorher. Ich sehe Ihn und das was mal unser zu Hause war und ich kann das alles kaum ertragen 😢 Wenn er mir gesagt hätte das er mich nicht mehr liebt, dann würde das zwar auch weh tun, aber es wäre ein Grund.