Schuldgefühle
Gast
Wir sind vor ca. 2,5 Jahren zusammengekommen. Nach ca. einem halben Jahr wurde sie bereits Schwanger weil wir uns beide so sicher waren und eine Schwangerschaft riskiert haben und es beide so wollten.
Sie arbeitete immer am Abend, wenn ich alleine zuhause war. Aus Langeweile habe ich dann irgendwann eine Dating-App die ich seit Ewigkeiten auf dem Handy hatte gefunden habe diese geöffnet und hatte dann Kontakt zu einer anderen Frau. Habe mich aber nie mit ihr getroffen, da ich meine Partnerin liebe. Ich glaube mir war einfach langweilig und es fühlte sich Spannend an. Sie ist dann kurz darauf jedoch drauf gekommen und ihre Enttäuschung war natürlich nachvollziehbar groß. Sie ist dann nur wegen der Schwangerschaft mit mir zusammengeblieben.
Ich habe ihr dann 2 Jahre lang gezeigt wie sehr ich sie liebe und habe alles für die gemeinsame Zukunft getan. Mir war immer bewusst, dass ich nur wegen unserem Kind noch bei ihr bin und habe deshalb auch Rücksicht auf sie genommen und ihre keinen Anlass mehr gegeben um misstrauisch zu sein. Ich dachte, dass es mit der Zeit besser wurde. Sie hat dann sogar ihre eigene kleine Mietwohnung in die ich von ihr aufgenommen wurde aufgegeben um zusammen in eine größere Wohnung zu ziehen um unserem Kind ein eigenes Zimmer und einen Garten zu bieten. Vor ca. einem halben Jahr hat sie sogar mit Freudentränen meinen Heiratsantrag angenommen.
Sie wurde dann aber in letzter Zeit immer abweisender und kontrollsüchtiger. Ich musste nach ihrer Pfeife tanzen und durfte beim Arbeiten nicht einmal mehr mit Arbeitskollegen/innen essen holen, weil sie misstrauisch wurde. Intimität gab es auch so gut wie keine mehr. Aufgrund unserer kleinen die jetzt 1 Jahr alt ist haben wir einfach immer so weitergemacht aber unsere Beziehung nicht gepflegt.
Jetzt hatte sie vor kurzer Zeit ein Gespräch mit einem Vater eines Kleinkindes der vor kurzem die Scheidung hatte. Dabei habe sie dann gemerkt, dass unsere Situation gleich sei wie die von ihm vor der Scheidung. Sie hat mir das gesagt und im Zuge dessen unsere Beziehung mit der Begründung beendet, dass sie mich nicht mehr lieben würde. Sie habe seit dem Vorfall vor 2 Jahren für unsere Familie gekämpft, kann aber nicht mehr und will für unsere Tochter aber wieder glücklich werden. Mit mir sei sie das aber nicht.
Ich habe auch eine Paartherapie vorgeschlagen, weil ich merkte wie es ihr geht und weil ich wusste ich habe einen Fehler gemacht. Dies wurde von ihr aber abgelehnt. Sie hat mir aber immer gesagt, dass sie sich unsere Familie so sehr wünscht und wir das gemeinsam schaffen. Da frage ich mich ob es kämpfen ist, wenn man einfach weitermacht als wäre nichts obwohl sie innerlich offensichtlich ein Problem hatte.
Sie ist eine wundervolle Mutter, jedoch mit dem Kind sehr an ihrer Grenze. Auch finanziell sieht es schlecht bei ihr aus. Wenn wir uns trennen wird Sie wohl in einen Gemeindebau mit unserer Tochter ziehen müssen. Das tut mir für beide so weh und ich habe Angst, dass meine "Partnerin" kaputtgeht, da sie jetzt schon an der Grenze ist. Ich liebe sie nach wie vor und will für beide nur das Beste. Jedoch wenn sie sich so entscheidet muss ich auch an meine Zukunft denken. Klar wollen wir nach wie vor gemeinsame Sachen machen und die besten Eltern sein. Ich will der beste Vater für unser Kind sein, die beiden immer unterstützen, egal wo, aber ich kann mich nicht selbst wegen ihrer Entscheidung opfern und alles aufgeben. Ich habe die letzten 2 Jahre alles gegeben. Sie sagt zwar, dass sie das sieht und sie sagt auch, dass ich ein wundervoller Mensch und Vater bin. Sie könne mit mir aber nicht glücklich sein. Ursprünglich sei ich aber die große Liebe gewesen und sie würde sich auch wünschen dass es noch immer so ist.
Ich bin mit der Situation überfordert und weiß nicht was ich machen kann. Ich habe so große Schuldgefühle und ein Problem mit mir selber und habe jetzt deshalb auch professionelle Hilfe gesucht, sehe aber von ihrer Seite einfach kein "kämpfen" wie ich alles versucht habe.
Ich würde mich einfach über eure Meinungen bzw. Ratschläge freuen.
LG