Schokobon
Mitglied
- Beiträge:
- 15
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 13
- Mitglied seit:
ich habe mir meinen Account gerade angelegt, in der Hoffnung mich mit Leuten auszutauschen, denen es ähnlich geht/erging. Viele hier sind/waren verheiratet, da komme ich mir mit meiner 1,5 jährigen Beziehung fast etwas mickrig vor.
Zur Story.
Ich war vorher über 8 Jahre Single, lernte einige Männer kennen (Tinder & Co.), habe mich viel ausprobiert, aber nie wollten sich Männer binden, es endete immer mit einer F+, ich verliebte mich und kurze Zeit später endete es negativ. Ich sehnte mich nach so einer langen Zeit endlich nach einer Beziehung.
2018 lernte ich S. kennen. Er war äußerlich genau mein Typ. Das 1. Date war noch relativ neutral, ab dem 2. Date lief es grandios. Wir verliebten uns, ich noch relativ zurückhaltend, aber er machte mir den Hof. Ich konnte es gar nicht glauben, er erzählte mir auch das er sich mehr vorstellen könnte. Wir kamen zusammen. Es war alles rosarot.
In den ersten 3 Monaten lief es perfekt, endlich mal ein Mann der so aufmerksam war. Ich bin eine relativ weltoffene Person, sehr viel mit Freunden unterwegs, verreise etc. Er eher der ruhige, Zocker, chillt lieber mal mehr auf der Couch. In den ersten 3 Monaten fiel das gar nicht so auf, da er so verliebt in mich war das er alles mitgemacht hat an Aktivitäten. Dann fuhr ich in den Urlaub (3 Wochen Backpacking allein, war vorher schon gebucht und für ihn kein Problem). Als ich wiederkam plante ich unser Wiedersehen. Ich glaube da hat er zum ersten Mal gemerkt das ich Dinge gerne plane und manchmal enttäuscht bin wenn es nicht so läuft. An dem Tag unseres Wiedersehens wollte er sich eine Couch kaufen und es gab eine kleine Diskussion (ich warf ihm vor warum er es genau an diesem Tag tun musste). Wir sahen uns dann halt "danach". 2 Tage später stand er vor meiner Tür und machte Schluss. Ich war aus allen Wolken gerissen. Ich fragte ihn warum er denn nicht das Gespräch suche, wenn ihn etwas stört. Er dachte darüber nach und meldete sich noch am selben Abend das ich wohl recht hatte und wir es langsam angehen sollen, dennoch steht die Trennung. Entweder es passt nochmal oder nicht.
Es dauerte ganze 3 Monate bis wir wieder zusammenkamen. Ich habe richtig um ihn gekämpft. Wir dateten uns mit Aktivitäten, aber ohne Übernachtungen etc. Sehr oft fragte ich ihn nach seinen Gefühlszuständen. Ich solle ihn nicht unter Druck setzen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich, war jedes Mal kurz vor dem Aufgeben. Als er mich dann zu seinem Geburtstag einlud und ich seine Freunde kennenlernte wusste ich immer noch nicht was das jetzt zwischen uns ist. Ich fragte ihn und für ihn war das mittlerweile klar das wir zusammen sind. Fand es nur schade, das er das Gespräch nie gesucht hat, für mich war das wichtig.
Diese frische Pflanze wollte ich natürlich nicht so schnell erneut zerstören. Also blieb ich relativ ruhig. Versuchte ihm alles recht zu machen und nicht so viel zu sagen was mich stört. Dez. 2019 flogen wir für 1 Woche in den Urlaub. Überhaupt alle Aktivitäten habe ich geplant, da wir sonst nur vorwiegend auf der Couch rumsitzen würden. Ich kaufte mir sogar einen Gaming Laptop, um mit ihm im selben Raum zu zocken. Ich plante die nächsten Urlaube für Sommer 2020, er sagte sogar zu.
Dann kam Corona und ab dann lief alles den Bach runter. Für mich war diese Zeit schwer, da ich ja eine unternehmungslustige Person bin. Mein Backpackingurlaub mit meiner Freundin fiel auch flach, wegen den Einreisebeschränkungen. Meine Stimmung war dementsprechend mies. Natürlich bekam diese Stimmung auch mein Freund mit. Für ihn war das alles nicht so schlimm, er hatte ja immernoch seinen PC und so oft weg müsse er ja auch nicht. Er hat mich in diesem Punkt nicht verstanden. Für ihn war ich quengelig. Also bestand unser Alltag aus Fernsehen und spazieren gehen (wir haben uns immer so 1-3x die Woche gesehen). Im Laufe der Beziehung wollte ich auch mal Themen angehen wie man sich die Zukunft vorstellt. Jeder sollte ja eigentlich unabhängig vom Partner eine Vorstellung haben, ob man Kinder möchte etc. Er war 36 und konnte mir nie eine Antwort geben. Ob er Kinder möchte, Heiraten, ob mal zusammenziehen etc. Nichts. Er wechselte immer schnell das Thema. Er setzte sich nie mit diesen Themen auseinander. Dabei war sein ganzer Freundeskreis bereits verheiratet oder schwanger.
Ich merkte zunehmendst das er sich zurückzog. Ich merkte mehrmals an er müsse sich mehr in die Beziehung einbringen. Es lief richtig kacke und ich wusste nicht was ich noch tun sollte. Dann gab es mehrmals Streit über banale Dinge. Ich weinte nachts oft alleine in meinem Bett, weil es so kacke lief, aber Schlussmachen kam für mich nicht infrage. Ende Juni konfrontierte ich ihn dann eines morgens nochmal (ich wollte einen Annäherungsversuch starten, man muss wissen das Sex bei uns relativ selten war, er brauchte das einfach nicht, alle 4 Wochen war so der Schnitt). Er reagierte Null. Ich sprach es an ob wir nur noch wie Bruder & Schwester leben und er sich mehr Mühe geben müsse. Er erfasste es klar und sah es auch ein, aber es blieb erstmal so stehen. Er fuhr nach Hause.
Nachmittags machte er dann Schluss. Er weinte viel bei dem Gespräch, meinte auch er weiß er muss offener werden. Ich war geschockt. Ich kontaktierte seine beste Freundin über Instagram. Zur Coronazeit hatte er auch nicht so viel mit seinem Freundeskreis zu tun. Sie redete mit ihm. Ihr Feedback war das sie selbst bei ihm keine klare Linie sehen kann und er wohl Zeit braucht. Und er sich oft an den kleinen Dingen festhalt und sie so groß werden lässt. 3 Tage später kontaktierte er mich, da er mir wohl noch ein paar Erklärungen schuldete, wie er meint. Wir trafen uns. Seine Trennungsgründe offerierte er mir mit ich sei zu unordentlich und mein Bett sei zu unbequem. Ich war geschockt. Das soll es gewesen sein? Jeder sollte jetzt erstmal in den Urlaub gehen und danach könne man ja nochmal reden.
Nach dem Urlaub kontaktierte ich ihn und fragte ihn via Whats App wie es ihm ginge. Er meinte es gehe ihm richtig gut und er hat immernoch keine klare Linie im Kopf. Ich fragte dann nochmal ob da noch irgendein Gefühl wäre. Er sagte Nein. Das war wie ein Stich ins Herz. Es folgten lange Whats App Nachrichten aus denen hervorging, dass ihn meine Quengelei zu Coronazeiten auf den Keks gingen. Er meinte wir können etwas Zeit vergehen lassen und uns FREUDSCHAFTLICH (wie er betont) auf einen Kaffee treffen.
Ich ließ ihn in Ruhe. Ich fiel in ein großes Loch. Ich kontaktierte Beziehungsratgeber, las E-Books mit Ex-Freund-zurück, hatte ein Telefon-Coaching. Ich nahm 7kg ab. Es führte soweit, dass ich mich in therapeutische Hilfe begab. Nichts hilft. Die Trennung liegt jetzt 3 Monate zurück. Ich habe mitterweile Probleme auf der Arbeit (Motivation), meine Wohnung habe ich vernachlässigt. War seit 3 Monaten nicht beim Sport und habe seit 3 Monaten nichts mehr gekocht (was ich früher total gern gemacht habe). Habe Schlafstörungen. Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Klar Trauer etc, aber so intensiv, so lang. ?! Ich stalke täglich sein Instagram-Profil, sein Whats-App. Sehe ihn auf Tinder. Das alles tut so unendlich weh
Diese Woche kontaktierte ich ihn nach der Kontaktsperre. Er reagierte und fragte zurück. Ich wollte einen kleinen Small-Talk aufbauen, aber auf meine zweite Nachricht kam schon keine Antwort mehr. Ich verstehe es nicht. Nicht mal mehr eine Antwort bin ich ihm wert. Als wäre ich Luft.
Sorry für die langen Zeilen, ich weiß mittlwerweile keinen Ausweg mehr. Es ist schon eine richtige Depression geworden. Ich weiß ich muss abschließen, aber ich weiß nicht wie. Ich weine immernoch fast jeden Tag. Nichts macht mir mehr Spaß. Ich kenne mich so gar nicht.