Axenja
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ich weiß im Moment einfach nicht mehr weiter - für mich hat oder macht es alles keinen Sinn mehr.
Erstmal ein paar Daten zu uns:
- Seit knapp 10 Jahren zusammen
- seit knapp 9 Jahren verheiratet
- Wir haben 4 tolle Kinder + 1 ungeborenes (6.Monat)
- Wir sind beide vom Alter her kurz vor 30
- Leben zusammen im gleichen Haushalt
Und nun unser Problem, vielleicht kann jemand etwas erkennen was ich übersehe oder einfach nur Rat geben.
Unsere Beziehung lief nie einfach, aber wir haben es trotz unserem noch jungen Alter immer und immer wieder geschafft - obwohl es teilweise wirklich schlimme Momente gab die oft von ihm ausgelöst worden sind.
Ich denke das Hauptproblem entstand letztes Jahr ab August.
Wir mussten beruflich wegen mir in ein anderes Bundesland ziehen und wir waren beide damit erstmal zufrieden mit unserer Entscheidung.
Mein neuer Arbeitsvertrag lief ab 1.9. (neue Ausbildung) und wir sind Ende August dann umgezogen - der Umzug lief soweit auch "relativ" gut.
Und dann fing mein Arbeitsverhältnis an und ich musste leider unter der Woche immer wo anders schlafen, weil Theorieteil (Schule) und Praxisteil (Krankenhaus) knapp 100km getrennt waren - unser neues Zuhause war näher an dem Krankenhaus dran und wir haben uns dazu geeinigt das ich, wenn ich Theorie habe, im Wohnheim wohne.
Erst hatte ich das Gefühl das ich es schaffe und dann hat mich nach 2-3 Wochen alles überrollt.
Ich hatte extremes Heimweh zum alten Bundesland hin (entfernt 450km), ich habe meine Familie unter der Woche unheimlich vermisst und konnte mich teilweise nicht mehr richtig konzentrieren.
Mir hat der "Einzug" und das "ankommen" im neuen Haus unheimlich gefehlt obwohl ich am Wochenende im neuen Zuhause war.
Meine Gefühle habe ich meinem Mann immer und immer wieder erzählt, die erste Zeit hat er alles darauf geschoben das alles neu ist und meine Gefühle nochmal sind - "Es wird bald besser" habe ich immer gehört und ich habe gehofft das es auch so wird.
Doch leider wurde es von Woche zu Woche schlimmer und er ist immer weniger darauf eingegangen, verzweifelte Anrufe die nach Hilfe rufen wurden halbherzig angenommen oder ignoriert, weil es ihm zu anstrengend war und ich habe das erste Mal mehr als gezweifelt an unserer Ehe.
Natürlich waren Streit und Hass nie weit entfernt durch diese Situation, aber eher habe ich den Streit angefangen und den Hass aufgebaut weil ich teilweise massiv über Tage ignoriert wurde und hilflos war.
Das alles ging bis Anfang November und dann hatte ich meinen Praxisteil und war dementsprechend jeden Tag zu Hause - die Stimmung und Situation wurde etwas besser, aber meine Enttäuschung war tief in mir drin - er hat mich viel zu oft in der Zeit stehen gelassen.
Ein großes AUF und AB hat uns bis Mitte Dezember begleitet und der nächste Theorieteil hat begonnen - somit hieß es ich muss wieder ins Wohnheim.
Und dann folgte eine Kündigung und mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen, ich war noch mehr überfordert als ich es doch schon war, Selbstbewusstsein angekratzt, große Vorwürfe und Zweifel von mir selbst.
Er hat es versucht zu fangen, Mut zu machen und mir Kraft zu geben - aber es war schon alle alles zu spät, vieles kam einfach nicht mehr bei mir an und ich habe mich schwer verletzt immer wieder zurückgezogen.
Das einzige was ich hatte waren unsere Kinder und zu der Zeit einen Wurf von unserer Hündin um die ich mich gekümmert habe.
Auch in der Zeit lief es mal besser und schlechter, man hat es versucht irgendwie hinzubekommen - obwohl bei mir vieles zerstört war und kaum zu fangen war.
Ab Ende Dezember durften uns die neuen Besitzer der Welpen besuchen und Anfang Dezember kam auf einmal dieser eine Mann in mein Leben.
Er kam mit seiner Partnerin wegen einem Welpen und eigentlich fanden wir uns beide auch nicht gerade sympathisch, aber ich habe mich dazu entschieden ihnen einen Welpen von uns zugeben und so fing der Kontakt als mehr an und es wurde als intensiver. (Dazu muss ich sagen das er am Anfang sehr stark der aktive Teil von uns beiden war.)
Relativ schnell entwickelten sich Gefühle
(bei beiden) obwohl ich meinen Mann trotzdem sehr geliebt habe, aber der Schmerz über die Wochen davor war zu hoch.
Und dann kam wieder ein ziemlich großer Streit bei mir und meinem Mann und mit jedem Streit seine Ignoranz meinen Gefühlen, Ängsten und Nöten gegenüber - und ich habe ihm bitterlich unter Tränen gefragt "Was ist wenn ich dich verlasse und gehen würde." seine Antwort "Reisende hält man nicht und dich würde ich erst recht nicht mehr halten. " und diese Worte haben nach der ganzen Zeit noch viel mehr Schaden angerichtet.
Der andere Mann hat mir in der Zeit das gegeben was ich gebraucht habe - nämlich Liebe und Zuneigung, er hat mir zugehört und mich angehört was mein Mann seit Wochen nicht mehr gemacht hat- ich hatte wieder das Gefühl wichtig zu sein und gebraucht zu werden.
Also wurde es in ziemlich kurzen Zeit sehr ernst bei ihm und mir, er hat mir klar gezeigt das ich an seiner Seite leben soll und meinen Mann - der mich so oder so nur noch verletzt verlassen soll und kurz darauf habe ich diesen Schritt getan, obwohl ich eigentlich für meinen Mann noch Gefühle hatte, aber bei dem anderen habe ich mich wohler gefühlt.
Ich hatte mich für den Mann entschieden der mir in diesem Moment gut tut und gegen den Mann der mich irgendwie zerstört hat und nicht ernst nahm.
Mein Mann kam dahin und ich habe ihm dann gesagt das ich mich trennen werde weil es so die bessere Entscheidung war.
Und auf einmal ist alles eskaliert.
Kurzfassung:
Er hat den Anderen aufgesucht - es gab großen Ärger, dieser Mann konnte mit mir nicht mehr zusammen sein obwohl er es wollte und ich auch.
Und auf einmal hat mein Mann mich wieder wahrgenommen und trotz das ich ihn mehr als schwer verletzt habe hat er all seine Kraft genommen und um mich gekämpft, er hat alles gegeben obwohl ich immer noch sehr auf Distanz war und im Kontakt mit dem anderen Mann war.
Täglich hat mein Mann mir seine Liebe bewiesen und es hat sich angefühlt wie ob er erst jetzt verstanden hat was er die ganzen Wochen mit mir gemacht hat, wie groß der Schmerz war, hat mich verstanden und ganz wichtig - er hat verstanden das ich eigentlich wichtig für ihn war.
Nach ein paar Wochen kamen wir uns wieder näher, weil ich gemerkt habe das er es wirklich ernst meint und es diesmal keine Lügen waren die er mir wieder präsentiert hat - ich habe irgendwo wieder Gefühle gemerkt und wir haben gemeinsam unsere Ehe gerettet.
Ich muss sagen das ich selbst weiß wie schwer der Schaden war den ich meinem Mann angetan habe und das ich mich heutzutage ziemlich schäme dafür, weil ich gemerkt habe das die Sache mit dem anderen aus reiner Verzweiflung, Existenzsängste, Selbsthass und das Gefühl "Nicht geliebt und gebraucht zu werden" entstanden ist.
Es war eine Flucht in etwas was nie Hand und Fuß hatte, aber in diesem Moment der Hilflosigkeit war es mein Licht am Tunnel.
(Es soll auch keine Rechtfertigung sein, ich weiß das sowas ein Unding ist was ich gemacht habe und ich habe mehr als aus meinen Fehlern gelernt - es tut mir bis heute noch unheimlich Leid das ich ihm das angetan habe, aber dafür gebe ich ihm alles was ich kann um ihm immer wieder zu zeigen was er mir bedeutet und das es ein schlimmer fehler war)
Und jetzt mit der Zeit läuft es eigentlich relativ gut bei uns, mein Mann liebt mich glaube ich unheimlich - ich kann von mir behaupten das ich mich "neu verliebt" habe ihn ihn.
Wir streiten weniger, räumen Missverständnisse schneller aus dem Weg und irgendwie hat es sich einfach geändert und eigentlich empfinde ich puren Stolz uns beiden gegenüber, weil wir den Kampf gewonnen haben.
Doch jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder von zu Hause weg durch beruflichen Gründen und mache ein Seminar 500km von zu Hause weg.
(Das Seminar geht bis Ende November)
Ausgemacht war das ich am Wochenende immer zu Hause bin, gleiches Konzept wie letztes Jahr.
Ich habe fest gehofft das er daraus gelernt hat und bestimmte Fehler nicht mehr machen wird, Zweifel ihm gegenüber waren in der Sache nie da - weil eigentlich war doch alles ziemlich harmonisch.
Doch das gleiche Bild zeichnet sich wieder ab.
- Kaum Interesse
- Keine lieben Worte
- Wenn wir uns sehen kaum Nähe
- Ignoranz meinen Gefühlen gegenüber
- Kaum Kontakt
- usw.
(Er meint er würde mir das alles geben nur leider sind wir mehr als weit davon entfernt!)
Ich sitze hier und bin wieder komplett überfordert und kann es nicht verstehen.
Letzte Woche durfte ich mir, angeblich aus Spaß, anhören "Ohne dich ist es schöner. "
Nur leider fasse ich es so keinen Meter auf, für mich war es wie "Reisende hält man nicht und dich würde ich erst recht nicht mehr halten. " auch wenn der Wortlaut nicht passt, aber die Bedeutung ist für mich ziemlich nah durch die fast gleiche Situation.
Ich rufe ihn an weil ich hier sitze und nur noch weine und er geht nicht ans Telefon, auf meine Sorgen wird nicht eingegangen, ich werde oft ignoriert und meine Traurigkeit das ich ihn und die Kinder unheimlich vermisse ist für ihn anscheinend nicht wichtig.
Dazu muss ich sagen das im Moment viel Frust in mir steckt, er wollte mich am Samstag abholen - das Seminar geht erst Morgen wieder weiter. (Jede Woche von Dienstag - Samstag 12 Uhr)
Ich habe extra die "Schicht" getauscht um früher fertig zu sein, weil ich wusste das er mich abholt und dann Samstag in der Früh sagt er mir einfach das er mich nicht holen wird weil es nicht klappt und somit war die Sache für ihn erledigt.
Ich hab die Welt nicht mehr verstanden und verstehe sie bis jetzt noch nicht.
Gestern (Sonntag) waren wir eigentlich verabredet mit Freunden und das wusste er, heute hatte ich eigentlich Schwangerschaftsvorsorge und auch das wusste er.
Aber er ignoriert es komplett, ich habe das Gefühl das ihn im Moment nichts interessiert was mit mir zu tun hat.
Also habe ich ihm nun gesagt das ich es so nicht aushalte und ertragen will und habe mich getrennt obwohl ich ihn eigentlich unheimlich liebe.
Die Angst es wieder wie letztes Jahr zu haben sich nutzlos, sinnlos und egal zu fühlen ertrage ich einfach nicht - es macht mich fertig und schadet massiv unserem ungeborenen Kind.
Auf die Trennung hat er nicht wirklich reagiert, weil er es auch nicht versteht - für ihn ist doch alles super.
Er versteht nicht wieso ich so reagiere obwohl ich es ihm vollständig erklärt und begründet habe - für ihn stimmen meine Erklärungen und Gründe aber nicht und er nimmt mich, als Person die Angst hat, nicht ernst.
Den Schmerz kann ich im Moment kaum tragen und habe das Gefühl daran zu zerbrechen, die Situation ist einfach ziemlich ähnlich wie wir sie hatten und deswegen bin ich jetzt frühzeitig in die Flucht gegangen.
Im Moment frage ich mich ob diese Ehe noch Sinn macht oder ob wir uns fast das ganze Jahr einfach etwas vor machen und sich jetzt wirklich zeigt was ist!?
Er hat mir nicht einmal gesagt das er mich auch vermisst.
Und nach dem Satz "Ohne dich ist es schöner" wurde Realität und er hat mich nicht abgeholt.
Wie würdet ihr euch fühlen, wie würdet ihr handeln?