Amasia
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Das Schwierige ist, dass zwischen uns offensichtlich weiterhin sehr starke Gefühle vorhanden sind.
Seit der Trennung hatten wir weiterhin Kontakt. Teilweise ging es nur um organisatorische Dinge, aber es gab auch sehr persönliche Momente. Sie hat mir gesagt, dass sie mich vermisst, dass sie mich immer lieben wird und dass es ihr mit der Trennung ebenfalls nicht gut geht. Wenn ich ihr gesagt habe, dass ich sie vermisse, kam von ihr beispielsweise: „Ich vermisse dich doch auch, aber da müssen wir jetzt durch. Du leidest nicht alleine.“
Wir haben uns mehrfach getroffen und hatten auch nach der Trennung noch Sex. Wenn wir zusammen sind, fühlt es sich für mich häufig fast so an, als wäre diese Verbindung zwischen uns immer noch da. Teilweise sucht sie von selbst meine körperliche Nähe, schickt mir Fotos oder Videos aus ihrem Alltag oder meldet sich wegen Kleinigkeiten.
Genau das macht die Situation für mich so schwer verständlich.
Denn gleichzeitig sagt sie sehr deutlich, dass sie Abstand braucht.
Sie möchte sich deutlich weniger mit mir treffen und irgendwann gar keinen Kontakt mehr haben – zumindest für eine gewisse Zeit. Sie sagt, dass sie sich in einer Beziehung mit mir zu sehr auf mich konzentriert und dabei sich selbst verliert. Sie möchte lernen, sich wieder auf ihr eigenes Leben zu konzentrieren, unabhängig zu sein und herauszufinden, was sie selbst möchte.
Auf meine Frage, wie lange sie diesen Abstand braucht, konnte sie mir keine Antwort geben.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist ihr Vertrauen. Sie hat mir gesagt, dass sie von Männern kennt, dass sie nach Fehlern plötzlich besonders liebevoll und aufmerksam werden, bis sie die Frau zurückgewonnen haben. Sobald die Beziehung wieder sicher ist, würden die alten Verhaltensweisen zurückkommen. Sie hat Angst, dass es bei mir genauso sein könnte.
Ich kann ihr natürlich sagen, dass ich mich ändern möchte, aber ich verstehe inzwischen auch, dass Worte dafür wahrscheinlich nicht reichen. Sie müsste über längere Zeit erleben, dass sich tatsächlich etwas verändert.
Zwischendurch gab es aber immer wieder Situationen, die mir Hoffnung gemacht haben. Einmal sprach sie sogar davon, dass wir möglicherweise gemeinsam nach Thailand gehen könnten, wenn „mit uns alles gut läuft“. Sie hatte bereits darüber gesprochen, Geld dafür zu sparen und nach Angeboten zu schauen. Einige Tage später zog sie diesen Gedanken wieder zurück und sagte, dass sie lieber alleine reisen möchte.
Auch sonst passiert dieses Hin und Her ständig: Sie möchte weniger Kontakt, schickt mir dann aber von sich aus wieder etwas. Sie möchte Abstand, sucht bei einem Treffen aber körperliche Nähe. Sie sagt, wir sollten uns nicht so häufig sehen, lädt mich dann aber zum Essen ein. Sie sagt, sie liebt und vermisst mich, möchte aber trotzdem keine Beziehung.
Deshalb weiß ich manchmal nicht, ob sie einfach selbst völlig ambivalent ist, ob sie mich langsam loslassen möchte oder ob sie mich unbewusst in ihrem Leben hält, weil sie selbst noch nicht loslassen kann.
Sie hat mir erklärt, dass der Kontakt mit mir sie davon abhält, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Deshalb haben wir mittlerweile darüber gesprochen, für eine Zeit wirklich keinen Kontakt zu haben.
Ich plane ohnehin, in einigen Wochen für ein bis zwei Monate nach Thailand zu gehen. Diesen Wunsch hatte ich bereits unabhängig von der Trennung. Ursprünglich habe ich mein weiteres Leben teilweise davon abhängig gemacht, ob wir wieder zusammenkommen. Mittlerweile versuche ich aber, meine Zukunft so zu planen, als würden wir nicht wieder zusammenfinden.
Sie hat mir sogar vorgeschlagen, nach meiner Rückkehr eine eigene Wohnung zu nehmen. Das scheint zu ihrem Wunsch zu passen, dass wir beide wieder eigenständiger werden.
Für mich ist das Ganze emotional allerdings extrem belastend.
Ich denke sehr viel an sie und kann mich teilweise kaum auf andere Dinge konzentrieren. Ich habe häufig Albträume, in denen sie einen anderen Mann kennenlernt oder mit jemand anderem zusammen ist. Selbst nach Tagen, an denen wir uns nahe waren, träume ich nachts davon, sie zu verlieren.
Mein Schlaf hat darunter stark gelitten. Obwohl ich genug Zeit zum Schlafen hätte, schlafe ich meistens nur ungefähr fünf bis sechs Stunden und wache häufig emotional völlig erschöpft auf. Teilweise fühlt sich sogar mein Körper morgens erschöpft an.
Ich merke inzwischen, dass mich besonders dieses ständige Wechselspiel aus Nähe und Distanz fertig macht:
Wir sehen uns es ist wunderschön wir sind uns körperlich und emotional nahe ich bekomme Hoffnung danach sagt sie wieder, dass sie Abstand braucht ich habe wieder Angst, sie endgültig zu verlieren.
Deshalb überlege ich inzwischen, ob ein wirklicher Kontaktabbruch nicht auch für mich das Beste wäre.
Nicht als Manipulation und nicht nach dem Motto „Dann wird sie mich vermissen und zurückkommen“, sondern weil ich selbst wieder lernen muss, ohne sie klarzukommen.
Ich habe für mich mittlerweile den Gedanken entwickelt:
Ich möchte erstmal versuchen, sie loszulassen und mein Leben unabhängig von ihr aufzubauen. Wenn wir wirklich füreinander bestimmt sind und irgendwann beide wieder zueinander wollen, dann werden wir zu diesem Zeitpunkt neu entscheiden können.
Ich möchte nicht mehr monatelang mein Leben pausieren und darauf warten, dass sie irgendwann eine Entscheidung trifft.
Trotzdem fällt mir dieser Schritt unglaublich schwer, weil unsere gemeinsame Zeit für mich immer noch sehr schön ist und ich starke Gefühle für sie habe.
Meine größte Angst ist momentan, dass der Abstand genau dazu führt, dass sie sich komplett von mir löst und irgendwann jemand anderen kennenlernt. Gleichzeitig verstehe ich rational, dass ich sie nicht durch ständigen Kontakt bei mir halten kann.
Ich frage mich deshalb:
Ist echter Abstand bzw. No Contact in so einer Situation wirklich der sinnvollste Weg?
Und wie würdet ihr dieses Verhalten einordnen – wenn jemand sagt, dass er einen liebt und vermisst, weiterhin Nähe sucht und gleichzeitig überzeugt davon ist, Abstand zu brauchen?
Ich möchte sie nicht manipulieren oder zu einer Beziehung überreden. Ich möchte eigentlich nur wieder emotional stabil werden und irgendwann entweder eine gesunde neue Beziehung mit ihr aufbauen können oder wirklich in der Lage sein, weiterzugehen.