HouseOnFire
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Ich hab mir deine ersten Posts hier durchgelesen und ich muss dem Rest zustimmen.
Ich erkenne mich in deien Aussagen in vielem wieder, allerdings auf der anderen Seite. Deine Aussagen ähneln sehr denen von meinem Ex, weshalb ich dir gerne von meiner Seite aus berichten möchte. Vielleicht hilft es dir.
Zitat von AndreaKat:Ich hab versucht an mir zu arbeiten ich hatte vorher das Problem eifersüchtig zu sein und mich schnell einsam zu fühlen und viel zeit zu brauchen mit ihm. Ich hab ihm seit wochen wirklich ernsthaft versucht seine freiheit zu geben. Er hat freunde getroffen und hat sich für ein Studium eingeschrieben was er neben der arbeit machen will.
Ich hatte ihm gesagt dass ich einfach angst habe dass er keine zeit mehr hat für mich und mich vergisst über all die sachen die er machen will und darauf hin war er dann so verzweifelt dass er gestern zu mir kam und sagte dass es nicht weitergeht. Dass er mir nicht geben kann was ich brauche.
1 zu 1 die Worte meines Exes. Du meintest es gut und liebevoll, allerdings hast du damit das Gegenteil ausgelöst. Denn dein Gegenüber merkt, dass du diese "Freiheit" nicht von Herzen gibst. Man spürt deutlich, dass man es nur macht, um Streit vorzubeugen und meist kommen dann noch kleine Spitzen oder ein Verhalten, das du selbst nicht mitbekommst. Dein Partner merkt sowas aber schon und damit vergeht ihm die Lust, die Freiheit zu genießen. Es schürt miese Stimmung und es schaukelt sch unbewusst auf. Es ist ein Kreislauf.
Zitat von AndreaKat:Und oft hatten wir auch gesunden abstand mit dem ich zufrieden war
Dass du mit diesem Abstand zufrieden warst, heißt nicht, dass es er auch war.
z.B. eigenes Beispiel. Wenn ich dachte es läuft gut und wir haben endlich ein Maß gefunden, das beiden passt, hat es keine zwei weitere Tage gedauert bis es wieder zum Streit kam. Seine Aussage: Ich sei distanziert und kühl und würde mich nicht interessieren etc. Für mich war es aber ein Maß, mit dem ich mich gut gefühlt habe, aufatmen konnte und wieder Liebe gespürt habe, weil er mich nicht mehr erdrückt hat. Normalerweise wäre meine Liebe und Laune daraufhin gestiegen und er hätte die kommenden Tage immer mehr bekommen, was auch von Herzen gekommen wäre. Es ging ihm aber nie "schnell" genug, was daher rührte, dass er sich eben vernachlässigt gefühlt hatte. Also ging es wieder los.
Zitat von AndreaKat:Symbiotisch will ich eigentlich auch nicht sein. Ich war zufrieden eigentlich damit nur er war so schnell überfordert?
Ist es denn problematisch jemandem zu sagen dass man sich einsam fühlt oder schlecht wenn man arbeitslos ist?
Vielleicht hätte ich nichts sagen sollen..
Nein, es ist dein gutes Recht, deine Gefühle zu äußern. Das sollst du auch. Es kommt aber immer auf den Ton an und ja, auch auf die Häufigkeit. Wenn ein Partner sich täglich anhören muss, dass es einem schlecht geht, ,weil man zu wenig bekommt, geht das sehr an die Substanz. Und vor allem lässt es dem Partner keinen Raum, auszuprobieren was ein richtiges Maß ist. Egal wie man es anstellt, man bekommt ja eh täglich aufs Brot geschmiert, dass es dem Partner nicht gut geht.
Da sinkt eben auch die Bereitschaft, auf dich zuzugehen.
Zitat von AndreaKat:Am anfang war er genau so sehr anhänglich hat alles für mich getan alles stehn und liegen lassen
Rosarote Brille und Wolke 7 der Anfangszeit einer Beziehung. Völlig normal. Irgendwann schleichen sich die eigenen Baustellen sein, welche für beide sehr belastend sein können.
Zitat von AndreaKat:Wie soll ich nur diese Abhängigkeit ablegen?
In deiner Therapie. Indem du dein(e) Trama(ta) aufarbeitest. Und ja, das tut leider extrem weh und ist anstrengend. Aber es hilft.
Du scheinst auch negative Glaubenssätze vermittelt bekommen zu haben. Welche diese sind, gilt es für dich rauszufinden.
Bei meinem Ex waren es z.B. extreme Verlustängste, welche in überlster Eifersucht endeten.
Zitat von AndreaKat:Ich dachte wenn ich ihm etwas Freiheit gebe dann fühlt er sich besser.
s. meinen Punkt oben. Du meinstest es gut, an der Umsetzung hat es aber gehapert.
Versteh mich in dem allem bitte nicht falsch. Dein Ex trägt mit Sicherheit auch einen Teil dazu bei. z.B. bin ich der vermeidende Beziehungstyp. Heißt z.B. ich suche Abstand, wenn mir was zu viel wird. Mein Ex war das Gegenteil, was absolut keine gute Kombination ist. Für mich gilt es genauso diesen Teil aufzuarbeiten.
Was ich dir damit sagen will: versteife dich bitte nicht zu sehr darauf, was ER gedacht, gesagt, gefühlt, gehandelt hat. Es sind DEINE Anteile, die du verstehen und aufarbeiten musst. DU musst die Trigger finden, welche dich so fühlen lassen, wie sie es tun.
Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute.
EDIT:
Eine Beziehung sollte in deinem Leben die Kirsche auf der Sahnehaube sein und eine Voraussetzung, um glücklich zu sein. Und nein, das ist keien "kranke" Einstellung, sondern die Wahrheit. Wie schon so oft erwähnt: Wer nicht glücklich mit sich selbst ist, wird keine glückliche und gesunde Beziehung führen können.