Ginny
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Bevor ich von seiner Krankheit wusste, merkte ich dass etwas nicht stimmt. Seine Depression macht ihn ängstlich und antriebslos aber auch gereizt und aggressiv. Auch mir gegenüber ist er oft sehr respektlos und aufbrausend. Dieses Problem hat unsere Beziehung schon immer geprägt. Wir hatten oft Konflikte deshalb. Er hat auch sehr viele tolle Charaktereigenschaften. Er ist sehr liebevoll, sensibel und loyal. Ich liebte ihn sehr.
Das letzte Jahr war extrem kräftezerrend. Seine Depression zieht auch mich mit hinunter und erfordert dass ich eigene Bedürfnisse extrem zurück stelle. Das paradoxe ist dass sein Zustand sich aktuell bessert, die Beziehung aber schlechter wird. Ich ziehe mich immer mehr zurück und merke dass meine Gefühle weg sind. Es ist ein ständiges auf und ab. Oft bemüht er sich sehr um mich, jetzt wo es ihm etwas besser geht.
Letztens ist er wieder im Streit sehr heftig gewesen. Zwar haben wir uns ausgesprochen aber ich merke dass ich sein Verhalten, welches auch von der Krankheit kommt, nicht mehr hinnehmen kann. Wir beide isolieren uns auch sozial immer mehr, da er Aktivitäten mit Freunden meidet. Ich habe auch den Wunsch nach Familie, kann mir das aber irgendwie nicht mehr vorstellen mit ihm.
Ich war in der Vergangenheit schon oft kurz vor der Trennung, aber immer wieder bin ich nach einer Aussprache eingeknickt, auch weil ich überzeugt war, dass wir es schaffen können, dass ich ihn noch Liebe, dass die Probleme gelöst werden können.
Er merkt auch dass etwas nicht stimmt und klammert daher, möchte Nähe und Kontakt und ich fühle mich schlecht weil ich das eben nicht mehr will.
Ich möchte so nicht mehr leben, befürchte aber dass ich mich von ihm nicht lösen kann. Ich habe auch Angst dass ich es bereue, obwohl ich jetzt total unglücklich bin und habe auch Angst, dass er sich etwas antut danach.
Ich weiß nicht weiter