Zitat von Klio: für mich liest sich dein letzter Beitrag drückend härter, teilweise gegen dich selbst gerichtet.
Guten Abend zusammen.
Das kann ich nicht abstreiten lese und auch höre ich nicht zum ersten Mal.
Hier spielt vielleicht auch die Vergangenheit mit rein, wobei ich mal so selbstbewusst war.
Zitat von Klio: Manchmal, öfter auch nicht einfach mit sich selbst mitfühlend zu sein, sich selbst zu erdulden und einem das "es ist okay" was war, was gerade ist zu geben
Ich übe mich darin.
Hatte dazu auch mal eine Art Ritual von einem Therapeuten mit an die Hand bekommen.
Es ist ein Prozess.
Zitat von Klio: Dann schenke ich es dir heute
Es ist okay, natürlich, dass du einen Gesamtumfang -noch- nicht begreifen kannst;
Danke, Klio.
Zitat von Klio: Es ist okay, gut, dass du ein toleranter, verständnisvoller, andere wahrnehmender Mensch bist. Sehr liebenswerte Eigenschaften, finde ich.
Geh da bitte nicht so hart mit dir ins Gericht
Im Grunde mag ich meine Werte, sehr sogar. Ich möchte auch nicht sagen, dass ich da zu hart zu mir bin, aber an der ein oder anderen Stelle darf es gerne etwas weniger sein.
Zitat von Klio: , wie redest du denn mit dir
Wer redet da in dir?
Du bist an nichts schuld
Auch das hier liegt weit zurück.
Mein inneres Kind, mein frühes, kleines Ich.
Ich weiß heute, dass ich nicht für die Handlungen, Fehler, Verhaltensweisen meines Vaters früher verantwortlich bin.
Mein nahezu tägliches Ritual zur akuten Zeit damals lautete vor dem Spiegel immer:
"Ich bin ich und das ist gut so. Ich bin nicht für die Fehler anderer verantwortlich."Zitat von Klio: Ich würde sagen, du hast eine weitere Lebenserfahrung gemacht, die dir hilft dich in einem Inneren zu weiten; die dich u.a noch einmal darin anstupst Worte, Gedanken, Glaubenssätze umzuformulieren.
Vor allem Glaubenssätze.
Verändern, umzuformulieren, die Gedanken und somit auch die Gefühle zu verändern.
Zitat von Klio: Nach der Trennung hatte ich ein Bild von mir als habe ich mich in einen selbstgefädelten Kokon gesetzt, um zu heilen, zu "brüten".
Finde ich eine bemerkenswerte Idee, die Du Dir da geschaffen hast. Die gesamte Geschichte dahinter. Danke fürs teilhaben lassen. Ich mag die Art, wie Du schreibst.
Zitat von Klio: Eine Zeit kommt, kam in dem sich Gefühle, Gedanken für das Jetzt gefunden haben, nicht allumfassend, aber dass es genügend Tage, Stunden, Minuten gibt in denen ich mit meinen neuen Schiffchen schwimmen kann. Und gleite umarmt im Meer so dahin.
Hast Du mal überlegt, ein eigenes Buch zu schreiben?
Danke, liebe Klio.
Zitat von Femira: Es ist Wochenende. Wieder die härteste Phase im Trennungsprozess. Kannst du dir die folgenden 2 Tage entlasten? Was hast du für dich geplant?
Da ich die ganze Woche nebst der Arbeit Unmengen an Haushalt nachgeholt habe, die Bude nun glänzt, würde ich am liebsten einfach mal gar nichts machen. Bin total erschöpft.
Aber ich werde mich dennoch abends mit Freunden treffen, etwas raus kommen. Auch tagsüber raus kommen.
Ich bin ja jemand, der das nicht vom Wetter abhängig macht. Es kann schütten, dann erst recht raus.
Ansonsten werde ich in Ruhe und gemütlich gut Essen und an Achtsamkeitsübungen anknüpfen.
Zitat von Femira: Ich habe hier ein Deja vu
Bei meiner Kurzzeitbeziehung war eine wirklich wichtige Unterstützung und ich erinnere, dass er mir ähnliche Worte schrieb und ich dasselbe dachte wie du
Immer wieder etwas erleichternd zu wissen, nicht alleine zu sein.
Manchmal macht sich einfach nur die pure Verzweiflung breit.
Deswegen nochmal danke Euch allen für die Geduld. Das schätze ich sehr und halte ich nicht für selbstverständlich.
Zitat von Femira: Ich bin zwar nicht in den Heizungsraum gesperrt worden, aber meine Eltern haben mich, wenn ich diese Gefühle hatte, nicht ausgehalten und sind mir mit Wut begegnet.
Das tut mir sehr Leid zu lesen.
Ich drücke Dich und danke Dir für die Offenheit.
Zitat von Femira: Kannst du dir das auch vorstellen? Der kleine Retter, der eine Umarmung, Stabilität und Zuwendung gebracht hätte, wird in den Heizungsraum verbannt? In die Isolation? Bekommst du Mitgefühl mit dir?
Ja, es tut weh.
Und genau hier geht's ja auch wieder darum, mich mit meinem inneren Kind zu beschäftigen, mit ihm zu sprechen, in Kontakt zu treten. Es trösten und für es im heute da sein.
Zitat von Femira: Weißt du, ich darf das auch richtig üben und trotzdem hat mich vor nicht allzulanger Zeit auch darauf hingewiesen, mehr Mitgefühl mit mir zu haben. Sie findet da so Zaubern are Worte, wie sie sagt
Ihr seid alle toll!
Zitat von Femira: Es ist okay, dass du dich so fühlst. Es zeigt, dass du dich mit anderen verbinden kannst, dass du stark bist, dass dein inneres Kind stark ist, weil es sich traut diese Gefühle immernoch zu fühlen, obwohl es dabei nur Gewalt erfahren hat. Schenke ihm eine neue Erfahrung und liebe es in seiner Verzweiflung.
Hier gilt dasselbe, wie oben.
Zitat von Femira: Akzeptierst du deinen Zustand mit allen Gefühlen oder akzeptierst du die Trennung?
Um ehrlich zu sein, muss ich darüber gerade nachdenken.
Letzteres ja.
Ersteres auch, denke ich. Fühlt sich vielleicht noch nicht so an, aber ich möchte es.
Zitat von Femira: Dass Trennungen sich weniger mitnehmen... Würde bedeuten, dass du dich weniger mit einem anderen Menschen verbinden kannst. Ist das erstrebenswert?
Nein natürlich nicht.
Zitat von Femira: Das schreibst du häufiger. Er scheint nochmal eine Schlüsselstelle in deiner Verarbeitung zu sein. Möchtest du es weiter ausführen?
Verlustangst ist die Antwort darauf. Ja, ich habe es frühzeitig beendet, um mich zu schützen, weil ich rational weiß, dass das richtig so ist.
Ich wollte nicht wieder diese Gefühle des verlassen werdens ertragen müssen und habe stattdessen viel ausgeblendet.
Zitat von Femira: Beziehungen sind immer harte Arbeit
Das sehe ich ganz genauso.
Da steckt so viel dahinter bzw gehört so viel dazu.
Kann es nicht oft genug schreiben, danke Euch. Habt ein wundervolles und erholsames Wochenende
🍀