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Trennung von vermuteter Bindungsängstlerin

S-Right

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Hey ihr lieben, ich habe schon sehr viel hier im Forum von Teils ähnlichen Fällen gelesen und will euch nun mal an meinen Gedanken teilhaben lassen und unsere Geschichte erzählen.

Meine Ex-Freundin (28) und ich (32), lernten uns im Dezember 2019 über eine Dating-app kennen, wir beide fanden sofort gefallen an einander, wir haben die gleichen Interessen, den gleichen Humor, sind beide sehr Sport begeistert, haben am gleichen Tag Geburtstag, haben die gleichen Zukunftspläne - sind / waren einfach auf einer Wellenlänge, der Sxx war für uns beide der Beste den wir je hatten, Wohnen beide aber in verschiedenen Städten (40 km Entfernung).

Die ersten Monate waren einfach Perfekt, natürlich muss man Anfangs die Grenzen des anderen Ausloten und schauen wie der Partner so tickt und Bedürfnisse/ Wünsche erfühlen.
Dann kam CORONA, unsere Sportlichen Aktivitäten, Sozialen Kontakte usw.- ihr habt es ja selbst erlebt- kamen Abrupt zu Stillstand. Kurz vor Corona zog sie sich einen Kreuzbandriss beim Fußball zu und verlor zugleich ihre Berufliche Weiterentwicklung/ Perspektive die für 2020/2021 geplant war (Polizei).

Trotz des schlechten Starts 2020 ließen wir uns nicht unterkriegen, wollten es beide gemeinsam durchstehen, die Beziehung dadurch stärken. Im März fragte sie mich ob wir beide uns nicht eine gemeinsame Wohnung in meiner Stadt suchen wollen, ich war natürlich sehr, sehr erfreut über ihren Vorschlag und sie schaute sich keine 30 Minuten später die ersten Anzeigen an.
Ich schlug vor das wir das auf Ende 2020 verschieben, da eine Wohnungssuche teilweise sehr schnell gehen kann und sie erstmal ihren Kreuzbandriss behandeln und auskurieren lassen solle, was sie auch als vernünftig und bedacht ansah. Sie teilte dies ihrem und ich meinem Umfeld (Familie/ Freunde ect.) nach und nach mit. Ihr Umfeld nahm dies nicht so gut auf, freute sich aber natürlich für sie.

Im April stiegen ihre Leberwerte dramatisch in die Höhe, was eine Krankenhausaufenthalt unabdingbar machte. Wie sich 14 Tage später herausstellte lag es an der Pille, die sie natürlich daraufhin absetzte.
Die Tage/ Wochen danach waren sehr schön mit ihr, sie äußerte und zeigte in jeder Art und Weise mir gegenüber das sie froh und sehr glücklich ist mich an ihrer Seite zu haben.

Ende April fing sie wieder für eine kurze Zeit an mit Arbeiten und ihr Verhalten mir gegenüber änderte sich sehr schnell, sie war plötzlich distanzierter, kühler und abweisend und wertete teilweise jede Äußerung von mir ab, egal welcher Art (über ihre Gefühle zu sprechen bzw. zu äußern fiel ihr schon immer schwer). Dies merkte ich an ihrem Verhalten, wenn wir uns sahen, ihren Nachrichten die sie schrieb und der Zeit bzw Priorität die sie der Beziehung einräumte. Ich ließ ihr natürlich den Raum den sie brauchte, das Jahr lief ja nun echt Sch. für sie.
Sie trat irgendwann dem Mannschaftsrat ihres Clubs bei und spielte mit dem Gedanken sich ein kleines Kätzchen zu holen, das sie nach ihrer OP irgendwann zu sich holen wolle, ihre Wohnung stattete sich nach und nach dafür aus. Als wir uns kennen lernten, sagte sie dass sie eigentlich keine Zeit hat für die Verpflichtungen, die ein Haustier mit sich bringt, weil sie viel Unterwegs ist.

Mitte Mai suchte sie das Gespräch und beschuldigte mich- ich ließe mich gehen, vernachlässige meine sozialen Kontakte usw., ist sich über ihre Gefühle mir gegenüber nicht sicher.
Ich rechtfertigte mich, dass ich meinen sportlichen Aktivitäten und sozialen Kontakte, Corona/ Beruflich (Risiko) bedingt, momentan nicht nachgehen könne, was sie so nicht akzeptierte. Angesprochen über ihre Äußerung einige Wochen vorher zusammen zu ziehen, dachte sie wohl nicht richtig nach. Ich schlug geschockt und ziemlich verletzt eine Kontaktsperre für 7 Tage vor, damit wir und vor allem sie sich Gedanken der Beziehung und Gefühle mir gegenüber Gedanken mache könne.

7 Tage hatten wir absolut keinen Kontakt, wir vereinbarten ein Treffen bei mir.
Wir beide hatten Gedanken uns zu trennen, sie brachte auch schon meine Gegenstände mit, die ich bei ihr hatte. Wir redeten viel und sie entschuldigte sich für die Worte die äußerte, sie vergleich mich mit ihrem Ex.
Wir kamen zu dem Entschluss das wir beide uns nicht so einfach aufgeben und daran arbeiten wollen, wir wollten es aber beide langsam angehen lassen.

Die Tage und Wochen vergingen, Kontakt hatten wir mittlerweile nur noch 2 bis 3 mal am Tag über Nachrichten, Facetime - sie nannte es mittlerweile "Termine" - hatten wir maximal 2x die Woche und wenn wir miteinander sprachen, war es sehr spürbar das sie keine Lust darauf hatte mich wirklich zu sehen, bzw Zeit dafür zu opfern.

--- bei den wenigen zusammen verbrachten Stunden/Nächte (aller 10-14 Tage) genoss sie trotz anfänglichen Startschwierigkeiten, irgendwann meine Nähe---

Ich ging selber auf Distanz, sie wurde in der Zwischenzeit Operiert und während ihres Krankenhausaufenthaltes suchte sie plötzlich wieder öfters Kontakt zu mir - vermutlich aus Langeweile- den ich aber bewusst kurz hielt.
Nach ihrer Entlassung ging sie wieder verstärkt auf Distanz und ich fühlte mich mittlerweile fast ganz unten ihrer "Prioritätsliste" angekommen und Trennungsgedanken kamen wieder bei mir auf.

Am 30 Juni kam es wieder zum Gespräch (Facetime), sie sagte mir u.a. das sie mir nicht das geben könne was ich brauche, sie mich sehr gern hat, aber es ihr reiche so wie es momentan läuft und das sie sich und ihren Gefühlen selbst im weg stehe, sie nicht weiß was sie will und sie merkt das es mir immer schlechter geht in der Beziehung Sie dankte mir das ich so verständnisvoll und geduldig mit ihr war und ich alles versucht hätte um die Beziehung zu retten - das übliche halt denk ich -.
Ich das wir dann Schluss machen sollten und es dann kein zurück mehr gibt.
- sie weinte, ich behielt die Fassung (noch)-
Sie teilte mir außerdem mit, dass sie sich die Tage zuvor mit Bindungsangst beschäftigt hatte
- ich hatte ihr das Wochen zuvor mal in einem Gespräch ihr gegenüber erwähnt, weil ich mich damit beschäftigte, aber wolle mich nicht anmaßen das zu Diagnostizieren-
Sie erkenne nun mittlerweile auch einige Parallelen und wolle sich vielleicht in Therapie begeben.
Ich wollte das wir uns unsere Gegenstände, die wir noch bei dem anderen hatten, per Post schicken sollen, da ich sie nicht noch einmal sehen möchte, sie willigte ein. Wie verabschiedeten uns Respektvoll (lachten während des Gesprächs sogar noch ein paar mal zusammen wegen Kleinigkeiten) und zügig von einander, da ich merkte ich kann mich nicht mehr lange zurück halten. Das Gespräch endete und es schossen die Tränen.

Am darauf folgendem Tag, nach der Arbeit, packte ich unter Tränen ihre Habseligkeiten zusammen und brachte sie zur Post, die laut Sendungsverfolgung am nächsten Tag bei ihr angekommen sind.
Seit 12 Tagen haben wir keinen Kontakt mehr und ich warte noch auf meine Sachen, wie soll ich ihr verhalten deuten, ich würde gerne wissen ob sie ihr verhalten mit gegenüber bereut, mich vermisst und merkt was sie verloren hat. ? Ich würde gerne die Kontaktsperre aufrecht erhalten aber sie fehlt mir trotzdem unglaublich und ich denke täglich an sie. Ich bereue es sehr oft, gesagt zu haben, dass es kein zurück mehr gibt, es gab keinen Betrug o.ä., das sie jemand anderen kennen gelernt hat, verneinte sie. Trotz all dem was geschehen ist Liebe ich sie, mein Herz sagt "gehe auf sie zu" aber mein Verstand sagt mir das wir nicht mehr glücklich werden können. leider.

Ich danke Euch für die Zeit die ihr euch genommen habt meinen Beitrag zu lesen und bin auf eure Meinung gespannt

12.07.2020 17:21 • #1


LostDream


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Hey S-Right,

das schlimmste was Du machen kannst, ist Dir jetzt Schuldgefühle einzureden. Ich habe meines Erachtens auch eine Frau mit Bindungsängsten kennengelernt. Ich erkenne einige Parallelen zu Deiner Geschichte.
Du schreibst einmal: ..."war es sehr spürbar das sie keine Lust darauf hatte mich wirklich zu sehen, bzw Zeit dafür zu opfern" oder "sie mir nicht das geben könne was ich brauche"... Genau das gleiche haben ich auch gesagt bekommen. Auch unter Tränen. Die Prioritäten lagen dann ganz woanders... Man selbst kommt erst an Stelle 10 oder noch weiter unten....
Halte die Kontaktsperre aufrecht, auch wenn es schwer ist. Vielleicht beschäftigt Sie sich wirklich mit dem Thema, denn das ist Voraussetzung, dass sich Sie ändert. Falls wirklich eine Bindungsangst vorhanden sein sollte.

12.07.2020 17:34 • x 2 #2



Trennung von vermuteter Bindungsängstlerin

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S-Right


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Danke @lostdream, für deine zügige Antwort,
es tut gut sich hier mitzuteilen. Du hast natürlich vollkommen recht das sie sich damit beschäftigen sollte und auch wenn sie es nur für sich tut. Ja genau "... Man selbst kommt erst an Stelle 10 oder noch weiter unten...",... sie hatte mir noch vorgeworfen ich würde klammern ect. aber eigtl will ich nur eine Beziehung auf Augenhöhe führen...
Ich werde die Kontaktsperre natürlich aufrecht erhalten, es sind jetzt keine Essentiellen Dinge die bei ihr sind aber um komplett abschließen zu können fehlen sie einfach...

12.07.2020 18:02 • x 1 #3


Tool

Tool


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Falls sie tatsächlich Bindungsangst hat geht sie vermutlich auch gerade durch die Hölle.
Habe selber Bindungsangst und ich leide jedesmal in einer Beziehung, dabei wünsche ich mir eigentlich nichts mehr als mit meinen Partner glücklich zu sein.

12.07.2020 18:23 • x 1 #4


Angi2


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Ich vermute, das nach anfänglicher Euphorie irgendwann der Alltag bei ihr einsetzte.
Die Verletzungen, die OPs und die Krankenhausaufenthalte werden sie in die Wirklichkeit geholt haben.
Dazu noch die erhöhten Leberwerte durch die Pille, was auch nicht gerade zur Lust beiträgt.

Auch dein Verschieben eures Zusammenziehens auf Ende des Jahres, wird sie nicht wirklich beglückt haben.

Als sie davon sprach, sich eine Katze zuzulegen, war eigentlich die Messe bereits gelesen.
Lass sie in Ruhe, bleib auf Abstand, lauf ihr nicht hinterher....das macht extrem unattraktiv. So ein Verhalten treibt den anderen garantiert davon.

12.07.2020 18:33 • x 4 #5


0815Typ


Hey, ich kann deine Beziehungsgeschichte komplett nachvollziehen, ich bin wohl in einer ähnlichen Situation. Auf einmal kam die Distanz, die für mich am Anfang sehr schwer nachzuvollziehen war... wäre zuviel das jetzt ausführlich zu beschreiben. Daraus wurde eine On/Off Beziehung, dabei habe ich das ganze nach extremer Zurückweisung von ihrer Seite auch beendet gehabt... Ich habe exakt die gleichen Sätze zu hören bekommen.
2 Wochen danach haben wir uns nochmal getroffen, ich habe sehr viel über die Beziehung nachgedacht und war bereit Kompromisse einzugehen. Sie war dafür scheinbar nur wenige Tage bereit... Ich bin ihr entgegen gekommen mit der geforderten Distanz, und habe den Kontakt weitestgehend beschränkt, genutzt hat es am Ende leider nichts. Seit 2 Wochen ist (mal wieder) Schluss, diesmal entgültig. Was der Grund am Ende war, kann ich immer noch nicht nachvollziehen...
Ich wünsche dir viel Glück und Pass auf dich auf. Bindungsangst und "zu wenig Gefühle" bzw. Zweifel/Unsicherheit sind leicht zu verwechseln.
Ich kann dir keine Tipps geben, weil ich es ja selber nicht geschafft habe, aber geh deinen Weg und deinen Dingen nach, ob sie mit dir zusammen sein will oder nicht, liegt an Ende nur bedingt in deiner Hand. Du bist gut so wie du bist und vermutlich haben wir beide dafür nicht die geeigneten Partner. Grüße!

12.07.2020 22:53 • x 2 #6


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey lieber TE, da passt einiges nicht bei Euch. Und ich denke mal die Trennung ist richtig jetzt so wie sie kam. Wirklich stabil wirkt sie auf mich nicht und ich denke das hätte den Zusammenzug massiv verhindert bzw. sehr schnell zum Auszug von ihr geführt. Sei froh das Du Dein zu Hause noch hast und halte die Kontaktsperre aufrecht.

13.07.2020 04:19 • x 1 #7


Revell


Servus S-Right,

gut dass es vorbei ist, bevor womöglich Verbindlichkeiten wie ein gemeinsamer Haushalt Form angenommen hätten.

Möglich , dass sie sich ihre nicht entwickelten tieferen Gefühle selbst mit Bindungsangst erklärt, das lese ich zwischen den Zeilen.
Nun ist es aber egal, aus welchem Grund die Beziehung nicht funktionierte.

Das ging allerdings ja auch alles im Rekordtempo bei Euch, da steckt man , wenn man mehrmals falsch abbiegt schnell in der Situation , dass man sich dann fragt Ist das das richtige?, während man bereits frisch zusammen gezogen ist.

Wenn du jetzt die richtigen Schlüsse aus dieser Erfahrung ziehst kannst du zukünftig ein besseres Gefühl für Tempo und Wahrhaftigkeit in einer Beziehungsanbahnung entwickeln.

Ich wünsche Dir alles Gute!

13.07.2020 05:32 • x 1 #8


Chrisi

Chrisi


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@S-Right
Ich kann ihr Verhalten nachvollziehen. Ich war selber so und dann kam eine 40 jährige Ehe zustande.

Frauen werden durch ihre Väter manchmal sehr geprägt. Sie spielt Fußball, arbeitet bei der Polizei. Ich war Bauleiter. Ich habe mich durch Leistung sichtbar gemacht. Wohl auch definiert. Sie auch?

Nun kam es für sie gesundheitlich heftig. Wenn sie älter wäre, würde sie dies als überdenkenswerten Hinweis des Schicksals werten. So ist es einfach Schwäche. Leistungseinbruch. Ärgerlich.

Ein Kätzchen muss her. Klein, niedlich, dem man nichts beweisen muss. Aber man kann Verantwortung wieder übernehmen.
Die Sache mit dir war toll. Aber es könnte einschränken. Einen degradieren. Du hast dich ja auch gehen lassen während Covid19.
Liebe im Herzen macht schwach. Es kommt zu Zugeständnissen. Kritische Stimmen im Hintergrund bei ihr, bezüglich gemeinsamer Wohnung, kontraproduktiv. Verläuft dann das Leben wie bei den Eltern? Man hatte doch soviel vor! Die Welt steht einem doch offen.

Das waren natürlich meine Gedanken (damals). Aber vielleicht geht es ihr ebenso. Ich habe diese Bedenken meinem Freund so gesagt. Er war eigentlich darüber froh. Denn eine Ehe wie seine Eltern wollte auch er nicht. Das war der Beginn zusammen zu ziehen und 40 Jahre zusammen zu bleiben. Wir beide haben tatsächlich zusammen die Welt gerockt.

Also, ich weiß nicht ob das mit der Bindungsangst wirklich einer Therapie bedarf. Man hat als Frau einfach Angst am Herd zu versauern. Man möchte auch lieber das Leben eines Mannes leben.

Schau also mal auf ihre Bindung zum Vater. Auf ihre Träume bezüglich ihrer Zukunft. Sie scheint eine leistungsbezogene Frau zu sein.

Also, nur mal so als weiterer Denkanstoß.

13.07.2020 08:12 • x 1 #9


Hansl

Hansl


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Zitat von S-Right:
aber mein Verstand sagt mir das wir nicht mehr glücklich werden können. leider.



Ja.
Wer diesen Weg gehen muß, als Partner eines Menschen mit Bindungsangst, weiß um Schmerz und Leiden.

Zitat von S-Right:
. Ich bereue es sehr oft, gesagt zu haben, dass es kein zurück mehr gibt,


Das war genau richtig.
Es ist das Zeichen für sie, nachdenken zu müssen.
Es sind nur Worte, ein zurück ist immer möglich.

Zitat von S-Right:
und ich fühlte mich mittlerweile fast ganz unten ihrer "Prioritätsliste"



Dank, wirklich vielen Dank.
Manchmal fehlen mir einfach die Worte, um gefühlsmäßige Situationen mittels eines Wortes auf den Punkt zu bringen.

Ja, ich bin auch der Mensch der seine liebt, mit ihr alles teilen mag, Nähe zu ihr macht mich glücklich und zufrieden.
Nicht wahnhaft aber meine Welt ist in Ordnung wenn sie mir nah ist.

Und dann immer wieder zu erkennen, man ist nur eine Nummer in der Prioritätsliste, das tut so weh.

13.07.2020 09:58 • x 1 #10


S-Right


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Also erstmal vielen, vielen Dank für eure Zeit und teils sehr verschiedenen Antworten. Euer Feedback rational, unbefangen und aus Abstand betrachtet hat mir schon sehr geholfen.

Kurzes Update: Kontaktsperre besteht weiterhin. Meine Sachen sind immer noch nicht angekommen. Werde nach dem Wochenende mal nachhaken wo denn das Problem liegt. Fehlen tut sie mir in ruhigen Minuten sehr und ich würde gerne Wissen wie es ihr geht.

@Tool
Zitat:
Falls sie tatsächlich Bindungsangst hat geht sie vermutlich auch gerade durch die Hölle.
Habe selber Bindungsangst und ich leide jedesmal in einer Beziehung, dabei wünsche ich mir eigentlich nichts mehr als mit meinen Partner glücklich zu sein.[/quote

mhmm, möglich, ich würde auch sehr gerne Wissen wie es ihr geht. Unternimmst du denn irgend etwas gegen deine Bindungsangst ? Ist sie denn Diagnostiziert ? Erkennst du den parallelen ?

@Angi2


Aber ist es denn da gerade und unter diesen Umständen nicht schön jemanden zu haben an dem man sich anlehnen kann und der einem Stärke und Halt gibt ? Durch absetzten der Pille wurde uns Sxxleben nicht beeinträchtigt, vielleicht die erste male aber danach war es wieder wie vorher. Mit dem verschieben des zusammen ziehens war sie auch komplett einverstanden, ich denke aber auch das das anfängliche, teils negative Feedback ihres Umfeldes sie beeinflusst hat. Familie, Freunde ect. zu verlassen ist schon ein sehr schwerer Schritt den man tätigt. Mit der Katze haben ihr auch andere von abgeraten, da sie im Normalfall einfach keine Zeit hat für diese Verpflichtung. Ich renne keiner Frau hinterher, mein Opa sagt immer: "2 Dingen sollte man(n) nicht hinterher rennen, der Straßenbahn und Frauen, in 15 min. kommt die nächste" und daran halte ich mich schon immer.

@Gorch_Fock


Ja lieber jetzt als wenn ein gemeinsamer Haushalt existiert, auch denke ich das dies sehr schnell zum Auszug geführt hätte bzw. Abbruch. Die Kontaktsperre bleibt definitiv aufrecht bis Anfang nächster Woche.

@Revell
Servus S-Right,

gut dass es vorbei ist, bevor womöglich Verbindlichkeiten wie ein gemeinsamer Haushalt Form angenommen hätten.

Möglich , dass sie sich ihre nicht entwickelten tieferen Gefühle selbst mit Bindungsangst erklärt, das lese ich zwischen den Zeilen.
Nun ist es aber egal, aus welchem Grund die Beziehung nicht funktionierte.

Das ging allerdings ja auch alles im Rekordtempo bei Euch, da steckt man , wenn man mehrmals falsch abbiegt schnell in der Situation , dass man sich dann fragt Ist das das richtige?, während man bereits frisch zusammen gezogen ist.

Wenn du jetzt die richtigen Schlüsse aus dieser Erfahrung ziehst kannst du zukünftig ein besseres Gefühl für Tempo und Wahrhaftigkeit in einer Beziehungsanbahnung entwickeln.

Ich wünsche Dir alles Gute![/quote]

Ja es ging schon alles sehr schnell, weil aber auch alles so passend aussah zwischen uns. Ich denke schon das ich ein gutes Gespür habe was das Tempo angeht, sonst hätte ich keinen Einwand gegeben bzgl. Wohnungssuche.

@Chrisi
Zitat:
@S-Right
Ich kann ihr Verhalten nachvollziehen. Ich war selber so und dann kam eine 40 jährige Ehe zustande.

Frauen werden durch ihre Väter manchmal sehr geprägt. Sie spielt Fußball, arbeitet bei der Polizei. Ich war Bauleiter. Ich habe mich durch Leistung sichtbar gemacht. Wohl auch definiert. Sie auch?

Nun kam es für sie gesundheitlich heftig. Wenn sie älter wäre, würde sie dies als überdenkenswerten Hinweis des Schicksals werten. So ist es einfach Schwäche. Leistungseinbruch. Ärgerlich.

Ein Kätzchen muss her. Klein, niedlich, dem man nichts beweisen muss. Aber man kann Verantwortung wieder übernehmen.
Die Sache mit dir war toll. Aber es könnte einschränken. Einen degradieren. Du hast dich ja auch gehen lassen während Covid19.
Liebe im Herzen macht schwach. Es kommt zu Zugeständnissen. Kritische Stimmen im Hintergrund bei ihr, bezüglich gemeinsamer Wohnung, kontraproduktiv. Verläuft dann das Leben wie bei den Eltern? Man hatte doch soviel vor! Die Welt steht einem doch offen.

Das waren natürlich meine Gedanken (damals). Aber vielleicht geht es ihr ebenso. Ich habe diese Bedenken meinem Freund so gesagt. Er war eigentlich darüber froh. Denn eine Ehe wie seine Eltern wollte auch er nicht. Das war der Beginn zusammen zu ziehen und 40 Jahre zusammen zu bleiben. Wir beide haben tatsächlich zusammen die Welt gerockt.

Also, ich weiß nicht ob das mit der Bindungsangst wirklich einer Therapie bedarf. Man hat als Frau einfach Angst am Herd zu versauern. Man möchte auch lieber das Leben eines Mannes leben.

Schau also mal auf ihre Bindung zum Vater. Auf ihre Träume bezüglich ihrer Zukunft. Sie scheint eine leistungsbezogene Frau zu sein.

Also, nur mal so als weiterer Denkanstoß.


Sie definiert sich nach Leistung, das hast du gut erkannt und ich denke auch das sie ihre eigene Autonomie gefährdet sah und dann abblockte und Angst bekam und Angst stärkt keine Liebe. Noch arbeitet sie nicht bei der Polizei, das wäre ihre berufliche Entwicklung gewesen für 2020. Naja ihre Eltern sind geschieden und leben in glücklichen neuen Beziehungen, haben aber alle einen respektvollen Umgang miteinander, ohne Drama usw.. Die Beziehung zum Vater ist sehr gut, ihr Vater und ich sind uns auch in wenigen Zügen ähnlich, was den Charakter usw. betrifft. Am Herd stehe ich aber ich weis was du meinst mit deiner Aussage, das war ja das tolle an ihr das sie sehr Zielstrebig ist und nicht das Heimchen am sein möchte, sowas möchte ich auch nicht und ich würde jede Partnerin in ihren Zielen und der eigenen Entwicklung unterstützen, bzw. habe das immer getan.
Ich freue mich für dich das ihr das hinbekommen habt, seid ihr denn noch zusammen, kann ich nicht so recht heraus lesen, ich würde es mir aber wünschen.

@Hansl
Man sollte immer voll einsteigen und keine Hintergedanken haben, bedenken sind teilweise natürlich. Hat man Hintergedanken ist man noch befangen von unverarbeiteten Beziehungen und entwickelt Angst und Angst führt einem nicht zum Glück, nur zur Flucht irgendwann. So sehe ich das.

14.07.2020 15:22 • #11


S-Right


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Also erstmal vielen, vielen Dank für eure Zeit und teils sehr verschiedenen Antworten. Euer Feedback rational, unbefangen und aus Abstand betrachtet hat mir schon sehr geholfen.

Kurzes Update: Kontaktsperre besteht weiterhin. Meine Sachen sind immer noch nicht angekommen. Werde nach dem Wochenende mal nachhaken wo denn das Problem liegt. Fehlen tut sie mir in ruhigen Minuten sehr und ich würde gerne Wissen wie es ihr geht.

@Tool
Zitat:
Falls sie tatsächlich Bindungsangst hat geht sie vermutlich auch gerade durch die Hölle.
Habe selber Bindungsangst und ich leide jedesmal in einer Beziehung, dabei wünsche ich mir eigentlich nichts mehr als mit meinen Partner glücklich zu sein.[/quote

mhmm, möglich, ich würde auch sehr gerne Wissen wie es ihr geht. Unternimmst du denn irgend etwas gegen deine Bindungsangst ? Ist sie denn Diagnostiziert ? Erkennst du den parallelen ?

@Angi2


Aber ist es denn da gerade und unter diesen Umständen nicht schön jemanden zu haben an dem man sich anlehnen kann und der einem Stärke und Halt gibt ? Durch absetzten der Pille wurde uns Sxxleben nicht beeinträchtigt, vielleicht die erste male aber danach war es wieder wie vorher. Mit dem verschieben des zusammen ziehens war sie auch komplett einverstanden, ich denke aber auch das das anfängliche, teils negative Feedback ihres Umfeldes sie beeinflusst hat. Familie, Freunde ect. zu verlassen ist schon ein sehr schwerer Schritt den man tätigt. Mit der Katze haben ihr auch andere von abgeraten, da sie im Normalfall einfach keine Zeit hat für diese Verpflichtung. Ich renne keiner Frau hinterher, mein Opa sagt immer: "2 Dingen sollte man(n) nicht hinterher rennen, der Straßenbahn und Frauen, in 15 min. kommt die nächste" und daran halte ich mich schon immer.

@Gorch_Fock


Ja lieber jetzt als wenn ein gemeinsamer Haushalt existiert, auch denke ich das dies sehr schnell zum Auszug geführt hätte bzw. Abbruch. Die Kontaktsperre bleibt definitiv aufrecht bis Anfang nächster Woche.

@Revell
Servus S-Right,

gut dass es vorbei ist, bevor womöglich Verbindlichkeiten wie ein gemeinsamer Haushalt Form angenommen hätten.

Möglich , dass sie sich ihre nicht entwickelten tieferen Gefühle selbst mit Bindungsangst erklärt, das lese ich zwischen den Zeilen.
Nun ist es aber egal, aus welchem Grund die Beziehung nicht funktionierte.

Das ging allerdings ja auch alles im Rekordtempo bei Euch, da steckt man , wenn man mehrmals falsch abbiegt schnell in der Situation , dass man sich dann fragt Ist das das richtige?, während man bereits frisch zusammen gezogen ist.

Wenn du jetzt die richtigen Schlüsse aus dieser Erfahrung ziehst kannst du zukünftig ein besseres Gefühl für Tempo und Wahrhaftigkeit in einer Beziehungsanbahnung entwickeln.

Ich wünsche Dir alles Gute![/quote]

Ja es ging schon alles sehr schnell, weil aber auch alles so passend aussah zwischen uns. Ich denke schon das ich ein gutes Gespür habe was das Tempo angeht, sonst hätte ich keinen Einwand gegeben bzgl. Wohnungssuche.

@Chrisi
Zitat:
@S-Right
Ich kann ihr Verhalten nachvollziehen. Ich war selber so und dann kam eine 40 jährige Ehe zustande.

Frauen werden durch ihre Väter manchmal sehr geprägt. Sie spielt Fußball, arbeitet bei der Polizei. Ich war Bauleiter. Ich habe mich durch Leistung sichtbar gemacht. Wohl auch definiert. Sie auch?

Nun kam es für sie gesundheitlich heftig. Wenn sie älter wäre, würde sie dies als überdenkenswerten Hinweis des Schicksals werten. So ist es einfach Schwäche. Leistungseinbruch. Ärgerlich.

Ein Kätzchen muss her. Klein, niedlich, dem man nichts beweisen muss. Aber man kann Verantwortung wieder übernehmen.
Die Sache mit dir war toll. Aber es könnte einschränken. Einen degradieren. Du hast dich ja auch gehen lassen während Covid19.
Liebe im Herzen macht schwach. Es kommt zu Zugeständnissen. Kritische Stimmen im Hintergrund bei ihr, bezüglich gemeinsamer Wohnung, kontraproduktiv. Verläuft dann das Leben wie bei den Eltern? Man hatte doch soviel vor! Die Welt steht einem doch offen.

Das waren natürlich meine Gedanken (damals). Aber vielleicht geht es ihr ebenso. Ich habe diese Bedenken meinem Freund so gesagt. Er war eigentlich darüber froh. Denn eine Ehe wie seine Eltern wollte auch er nicht. Das war der Beginn zusammen zu ziehen und 40 Jahre zusammen zu bleiben. Wir beide haben tatsächlich zusammen die Welt gerockt.

Also, ich weiß nicht ob das mit der Bindungsangst wirklich einer Therapie bedarf. Man hat als Frau einfach Angst am Herd zu versauern. Man möchte auch lieber das Leben eines Mannes leben.

Schau also mal auf ihre Bindung zum Vater. Auf ihre Träume bezüglich ihrer Zukunft. Sie scheint eine leistungsbezogene Frau zu sein.

Also, nur mal so als weiterer Denkanstoß.


Sie definiert sich nach Leistung, das hast du gut erkannt und ich denke auch das sie ihre eigene Autonomie gefährdet sah und dann abblockte und Angst bekam und Angst stärkt keine Liebe. Noch arbeitet sie nicht bei der Polizei, das wäre ihre berufliche Entwicklung gewesen für 2020. Naja ihre Eltern sind geschieden und leben in glücklichen neuen Beziehungen, haben aber alle einen respektvollen Umgang miteinander, ohne Drama usw.. Die Beziehung zum Vater ist sehr gut, ihr Vater und ich sind uns auch in wenigen Zügen ähnlich, was den Charakter usw. betrifft. Am Herd stehe ich aber ich weis was du meinst mit deiner Aussage, das war ja das tolle an ihr das sie sehr Zielstrebig ist und nicht das Heimchen am sein möchte, sowas möchte ich auch nicht und ich würde jede Partnerin in ihren Zielen und der eigenen Entwicklung unterstützen, bzw. habe das immer getan.
Ich freue mich für dich das ihr das hinbekommen habt, seid ihr denn noch zusammen, kann ich nicht so recht heraus lesen, ich würde es mir aber wünschen.

@Hansl
Man sollte immer voll einsteigen und keine Hintergedanken haben, bedenken sind teilweise natürlich. Hat man Hintergedanken ist man noch befangen von unverarbeiteten Beziehungen und entwickelt Angst und Angst führt einem nicht zum Glück, nur zur Flucht irgendwann. So sehe ich das.

14.07.2020 15:25 • #12


Ex-Mitglied


Ich denke Ihr habt viel zu früh an ein Zusammenziehen gedacht, @S-Right
Das hat sie wahrscheinlich doch mehr erschreckt als selbst von ihr erwartet, hing vllt. auch mit dem Bänderriss, dadurch veränderte Lebensplanung etc zusammen? Auch der plötzliche Wunsch nach einem Haustier ist möglicherweise Ausdruck ihres Wunsches nach Veränderung.

Leider habt Ihr Euch aus meiner Sicht beide in die Abwährtsspirale begeben, Du bist auch auf Abstand gegangen weil Du nicht "klammern" wolltest, sie hat sich vllt. gerade während des KH-Aufenthaltes doch mehr Kontakt zu Dir gewünscht, sich aber nicht getraut das auszusprechen.
Die Quittung hast Du dann bekommen, obwohl es von Dir nur gut gemeint war.
Auch die 7 tägige Kontaktsperre war vernünftig gedacht, hat aber am End mehr kaputt gemacht als gebracht.

Da ich immmer ein Freund davon bin, nicht so schnell aufzugeben, würde ich an Deiner Stelle nochmal auf sie zugehen. Erst wenn Du es versuchst nochmal zu retten, wirst Du Dir ganz sicher sein können ob oder ob nicht...

14.07.2020 15:59 • #13


Angi2


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Zitat von S-Right:
Durch absetzten der Pille wurde uns Sxxleben nicht beeinträchtigt, vielleicht die erste male aber danach war es wieder wie vorher. Mit dem verschieben des zusammen ziehens war sie auch komplett einverstanden

Reaktionen können sich ändern...vielmehr das Denken über Dinge, die einem zuerst als gut erscheinen, können irgendwann - wenn es zu Problemen kommt - in einem anderen Licht erscheinen.

Will sagen, die Meinung, die man sich bildet, ist nicht unumstößlich...sie ändert sich mit jedem neuen Ereignis, sonst käme es nie zu einer Trennung. Zur Trennung kommt es immer dann, wenn sich etwas ändert.
Bei ihr hat sich etwas geändert, deswegen hilft es nicht, zu sagen, dass sie mit dem Aufschieben eures Zusammenziehens einverstanden war, oder dass das Absetzen der Pille euer Sleben nicht beeinträchtigt hat. Sie kann Angst bekommen haben, schwanger zu werden, ohne darüber zu sprechen...oder sie kann dein Aufschieben irgendwann so gesehen haben, dass du dir deiner Gefühle für sie nicht sicher bist.

Diese negativen Gedanken kommen aber meistens nur, wenn man selber sich nicht mehr sicher ist.

14.07.2020 16:50 • #14


Hansl

Hansl


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Zitat von Tool:
Falls sie tatsächlich Bindungsangst hat geht sie vermutlich auch gerade durch die Hölle.
Habe selber Bindungsangst und ich leide jedesmal in einer Beziehung, dabei wünsche ich mir eigentlich nichts mehr als mit meinen Partner glücklich zu sein.


Ich bin leider auch jemand, der mit den Folgen der Bindungsangst einer Frau zu leben hat.

Ich weiß vieles darüber, aber fühlen kann ich es nicht.
Nur den immer wiederkehrenden Schmerz durch Abweisung, Ausgrenzung und Entwertung fühle ich.
Obwohl ich um ihre Angst weiß, leide ich darunter, unter dieser Ambivalenz.

Ich wäre gerne mit Dir 10 Stunden in einen Raum gesperrt, um das Wesen dieser Phobie durch Erfragen etc besser zu verstehen.

Was mich wirklich interessiert: Kann ein bindungsängstlicher Mensch, der die ganze Palette gegenüber seinem Partner oder potentiellen Partner auslebt verstehen irgendwie, was er dem anderen antut?

15.07.2020 02:21 • #15



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