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Trennung wegen Hausbau - kann nicht mit einziehen

patsche756

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Hey ich muss hier einfach mal meine Geschichte niederschreiben. Heute ist einer dieser Tage an denen es mir garnicht gut geht.

Ich bin männlich und Ende 20. habe mich vor fast genau 14 Tagen von meiner Freundin getrennt. Sie ist 2 Jahre jünger als ich.

Obwohl ich es war der die Beziehung beendet hat, habe ich das Gefühl kaputt zu gehen. Ich habe mich nämlich nicht von ihr getrennt, weil ich sie nicht mehr liebe, sondern weil wir laut meinem Kopf keine Perspektive mehr haben. Da ich eigentlich ein Mensch bin der lieber auf sein Herz als auf den Kopf hört ist das eher nicht mein Ding.

Wir waren fast 4 Jahre lang ein Paar. Haben uns auf der Arbeit kennengelernt. In den 4 Jahren gab es Höhen und tiefen. Wir sind nach 1 1/2 Jahren zusammen gezogen. In meine Wohnung. Diese liegt 50 km von ihrer Heimat entfernt. Sie wohnte vorher noch bei ihren Eltern. Ich lebe schon immer in der Gegend und habe hier viele Freunde. Sie hat in ihrer Heimat keine Freunde mehr. Ihr sind Freunde nicht so wichtig wie mir.

Dann mal zum Grund der Trennung. Sie wollte gerne jetzt ein eigenes Haus bauen. Ich sagte ihr, dass ich das jetzt vom finanziellen noch nicht kann und gerne noch 2 Jahre warten würde. Außerdem hatten wir uns noch nicht auf einen Wohnort geeinigt. Sie wollte gerne in die Nähe ihrer Eltern ziehen und ich wollte in der Nähe meiner Freunde bleiben. Der Weg zur Arbeit wäre von ihrem Ort aus kürzer gewesen. Das war aber etwas das mich nicht interessiert, da ich lieber meinen Freundeskreis vor der Tür habe als meine Arbeit. Zwischen durch sagte sie auch mal, dass sie sich doch vorstellen könnte in meiner Gegend zu bauen, wenn ihre Eltern mit umziehen. Das ganze wurde dann ein kräftezehrendes Thema. Als sie mich irgendwann mal sehr mit dem Thema nervte, dass ich doch jetzt mit ihr bauen könnte sagte ich im Streit, dass ich nicht weiß ob es hällt und ich nicht mit ihr bauen will. Wir hatten uns dann eine Woche lang in den Haaren. Danach war es erst mal wieder gut. Wir hatten uns in dieser Phase gegenseitig gesagt, dass wir uns nicht wegen dem Wohnort trennen würden.

Sie wollte unbedingt jetzt bauen, da die Zinsen niedrig sind. Da haben sich dann ihre Eltern eingemischt und ihr gesagt, dann solle sie doch alleine bauen. Ihre Eltern würden sie mit Geld unterstützen. Naja und so ging es los, dass sie anfing ihr Haus zu planen und auch ein Grundstück in der Nähe ihrer Eltern fand. Ich habe zu ihr gesagt, dass wenn ihr das so wichtig ist, sie alleine bauen kann, ich da aber nicht wohnen werde.

Sie hat ein Haus geplant, dass wir uns zu zweit niemals hätten leisten können. Ich fragte dann mal wo denn das Geld dafür her kommt und wie hoch sie sich dafür Verschulden muss. Da bekam ich gesagt, dass mich das nichts angeht. Mich hätte ja die Planungsphase vom Haus nicht interessiert und dann würde mich das finanzielle auch nichts angehen.

Naja nun hat der Hausbau begonnen und sie sagte jeden Tag zu mir ich solle jetzt endlich sagen, dass ich da mit einziehe. Ich hätte ihr ja gesagt, dass ich mich nicht wegen dem Wohnort trenne. Ich sollte dann in dem Haus in ihrer Gegend zur Miete wohnen. An dem Haus hätte mir nichts gehört obwohl ich 600€ Miete zahlen sollte.

Ich habe mich dann immer mehr von ihr abgekapselt. Habe sie vernachlässigt und immer weniger Zeit für sie gehabt. Das war in ihren Augen vorher schon ein Problem. Ihr wäre es am liebsten gewesen, wenn ich 24 Stunden am Tag für Sie Zeit gehabt hätte.

Lange Rede kurzer Sinn. Als sie mich dann jeden Tag mit dem Einzug in ihr Haus nervte, habe ich einen Schlussstrich gezogen. Ich könnte nicht mehr.

Wir haben dann nach der Trennung nochmal geredet. Da kann dann raus, dass sie sich an meinem Spruch festgehalten hat, dass ich nicht mit ihr bauen will. Das war so lange her. Da habe ich garnicht mehr dran gedacht und da wir uns vertragen hatten, hatte sich das für mich erledigt. Sie meinte sie hätte das mit dem Bau alleine durchgezogen, weil ich den Spruch nie zurück genommen hätte.

Das Gespräch nach der Trennung war eigentlich ganz gut. Man könnte zumindest den anderen besser verstehen. Auch wenn das an der Situation nichts ändert. Danach ging es per whatsapp weiter. Das Geschreibe war aber ein Fehler. Da ging es dann mit Vorwürfen los und sie meinte dann irgendwann, dass es keinen Sinn mehr hat und man so nie zur Ruhe kommt. Damit hat sie natürlich recht.

Ich habe meine Fehler in der Beziehung gemacht. Stellenweise hatte ich wirklich zu wenig Zeit für sie. Ich habe sie als selbstverständlich erachtet. Naja Fehler hat sie auch gemacht. Ich idealisiere sie nicht. Und durch das Haus das jetzt im Bau ist gibt es halt keine Zukunft mehr für uns, da ich dort definitiv nicht wohnen werde.

Mein Kopf weiß, dass meine Entscheidung richtig war. Aber vom Herzen her bereue ich die Trennung sehr.

Mittwoch hatten wir unser Gespräch. Donnerstag und Freitag haben wir uns auf der Arbeit gesehen. Sagen uns aber nur hallo. Übers Wochenende war ich jetzt mit Freunden weg was mir gut getan hat. Heute und morgen habe ich noch frei. Und heute sitze ich wieder in einem absoluten Loch. Ich denke ständig an Sie.

Am liebsten würde ich ihr schreiben. Tue es aber nicht. Mich ärgert, dass sie sich in den letzten Tagen nicht gemeldet hat. Auch wenn ich weiß, dass es so besser ist. Ich hinterfrage alles was ich von ihr mitbekommen hab. Ich war auf ihrer Facebook Seite. Sie hat 3 Bilder von uns gelöscht. Warum nicht auch die restlichen 10 oder so. Sie trägt auf der Arbeit wieder hohe Schuhe. Das hat sie ewig nicht gemacht. Sucht sie schon einen neuen? Leidet sie? So viele sinnlose Fragen.

Am liebsten würde ich um uns kämpfen. Aber das Haus ist nun mal da. Um meine vorherige Freundin habe ich 1 Jahr lang gekämpft. Da würde ich verlassen und hingehalten. Um sie kann ich nicht kämpfen. Warum kämpft sie nicht um uns?

Ich kenne im Prinzip die Antworten auf die Fragen und trotzdem macht es mich verrückt. Das schreiben hier hat mir jetzt schon geholfen.

Ich weiß das wir keine Zukunft haben. Ich werde nicht in das Haus einziehen und sie kann nicht mehr zurück. Das Haus ist im Bau. Und trotzdem werde ich die Hoffnung in meinem Kopf nicht los.

Manch einer wird mich auch für verrückt halten, dass ich mich von dem Menschen getrennt habe den ich liebe, weil ich nicht in diesem Haus wohnen will. Aber ich wäre in diesem Haus nicht glücklich. Und unglücklich kann man keine gute Beziehung führen.

Es tut mir leid, dass der Text so lang ist. Dabei kommt es mir so vor als hätte ich über die Hälfte weg gelassen.

Ich erwarte auch nicht, dass sich jemand die Mühe macht das alles zu lesen. Es tat einfach gut zu schreiben. Und hier zu schreiben ist sicherlich besser als sich bei ihr zu melden.

15.08.2016 12:00 • x 1 #1


Joschi


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ich kann dich restlos verstehen.
War bei mir ähnlich. Sie hatte ein eigenes Haus und ich eine eigene Wohnung (~24km Entfernung).
Sie hat zusätzlich noch eine Menge Tiere und eine Tochter. Und da ich nun mal Handwerker bin wollte ich sie unterstützen.
Nur irgendetwas tief in mir drin hat mich immer davon abgehalten fest bei ihr einzuziehen.
Zum einen war dass ich mit meiner selbstlosen Art ihr zu helfen und sie zu unterstützen schon einen ganz großen Fehler gemacht habe.
Sie hat halt zuviel um die Ohren und ich war da um ihr einiges abzunehmen. Nur wurde es sehr schnell erwarten und egal was ich getan habe es war immer weniger genug. Ging soweit dass ich mich und meine Zeit für mich und meine Freunde und Dinge die ich gerne getan habe immer weiter hinten angestellt habe.
Und ein weiterer Grund war wohl auch die permanente und unterschwelige Existenz ihres EX und ihres Vaters in unserem Leben.

Was dass Haus betrifft kann ich dir absolut recht geben.
Und die Tatsache dass ihr Eltern sich eingemischt haben macht es nicht besser. Du würdest doch wohl allerhöchstens geduldet sein, aber dürftest dich da nicht entfalten.

15.08.2016 12:14 • #2


DerDrops


Ja, das Mädel hat es richtig gemacht. Hat alle Chancen ergriffen und tut etwas für IHRE Zukunft.
Warum soll sie sich nach nem Typen richten, der konsequent ablehnt was er von der Partnerin durchaus verlangt?
Ganz ehrlich, deine Freunde werden in 5 Jahren genau an deiner Stelle stehen, Frau, Haus, Kind und sich nicht um Freundschaften scheren.

Was dich beschäftigt, ist das angekratzte Ego. Sie wird in Kürze ein Haus haben, lernt vielleicht nen tollen Kerl kennen, der sich nicht ziert und Miete zu ihrer Erleichterung zahlt.

Ihr beide hättet einen Kompromiss eingehen können. Nämlich mittig zu ziehen, aber da das scheinbar keine Option war, ist auch die Ego-Sehnsucht keine.

15.08.2016 12:22 • x 1 #3


patsche756


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@derdrops
Klar hat sie für sich auf der einen Seite vielleicht alles richtig gemacht. Sie hat ja jetzt schließlich ein Haus.

Das ich mich allerdings gegen alles geweigert habe ist nicht richtig. Bis auf den Spruch im Streit an dem sie sich festgehalten hat, habe ich immer gesagt, dass ich mit ihr zusammen bauen möchte. Nur noch nicht jetzt. Was hätte ich denn tuen sollen, wenn ich jetzt noch eine andere finanzielle Belastung habe und das Geld für einen Hausbau eben erst in 2 Jahren da ist?

Ich wollte mit ihr eine Zukunft aufbauen. Habe auch oft genug darüber nachgedacht, ob ich nicht in ihre Gegend ziehen kann. Ich weiß nicht ob ich mich je dazu durchgerungen hätte. Aber unter den jetzigen Voraussetzungen definitiv nicht. Ich wollte was mit ihr zusammen und eben nicht bei ihr als Gast wohnen.

Wenn ich jemanden kennenlerne der bereits ein eigenes Haus hat weiß ich worauf ich mich einlasse. Aber wenn das eben nicht der Fall ist, baut man sich eigentlich in einer Beziehung gemeinsam was auf.

Ich war sicherlich mit der wohnortfrage egoistisch. Genauso wie sie auch.
Und wenn da nicht die Hintertür mit dem Geld durch ihre Eltern gekommen wäre, hätte man darüber nochmal als paar sprechen müssen. Es hätte sein können, dass man sich auch an dem Punkt getrennt hätte. Aber genauso hätte es sein können, dass man eine Lösung findet. Und wenn das Geld eben jetzt nicht da gewesen wäre hätte man die zwei Jahre noch warten müssen.

Und zum Thema Miete. Mir ist durchaus bewusst, dass wenn ich dort eingezogen wäre, dass ich hätte was zahlen müssen. Und das das ein Betrag ist der einen nicht berechtigt das einem was am Haus gehört ist mir auch bewusst. Es ist einfach nicht das was ich wollte. Ich wollte gemeinsam mit ihr etwas aufbauen.

Ich finde es halt einfach schade wie es gelaufen ist. Meine Gefühle für sie sind nicht weg. Deshalb die Sehnsucht. Ich glaube nicht, dass es mein ego ist.

15.08.2016 12:44 • #4


Hannes2


Hallo patsche,
aus meiner Sicht hast du alles richtig gemacht, Das Verhalten deiner Freundin kann ich gar nicht nachvollziehen. Wenn man jemanden liebt und mit diesem Menschen eine Zukunft plant, dann baut nicht allein das Haus.
Warum konnte sie nicht warten bis deine finanzielle Situation besser ist?
Welche Rolle spielst du beim Einzug in diesem Haus?
Aus meiner Sicht wärst du nur noch ein besser gestellter zahlender Hausmeister, bei jedem Streit müsstest du deine Tasche packen. Frage dich mal wo deine Rechte, sowie deine Absicherung für die Zukunft bleibt.
Du zahlst immerhin 600 Euro, wo du am Ende, sollte es sogar zu einer Trennung kommen gar nichts mehr von hast.
Ganz ehrlich ob das richtig war was deine Freundin da gemacht hat, glaube ich wirklich nicht.
Das hat mit Liebe überhaupt nichts zu tun und auch gar nicht mit gemeinsamer Zukunft.
Sie erwartet, sucht lediglich einen Dummen, der ihr hilft das Haus zu finanzieren.
Gruß Hannes

15.08.2016 20:15 • #5




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