2

Trennung zu früh - Auf Herz oder Kopf hören?

Kiki010203

Hallo Zusammen, ich weiß ich bin nicht die einzige mit meinem Liebeskummer. aber ich muss mir einfach ein paar Zeilen von der Seele schreiben. Ich habe mich vor rund einer Woche nach 3 1/2 Jahren von meinem Freund getrennt. Ich bin jetzt 22 und er war mein erster richtiger Freund, ich habe auch sehr lange gedacht, dass das länger mit uns geht. wir haben die ersten 2 1/2 Jahre eine Fernbeziehung geführt, vor einem Jahr ist er dann zu mir gezogen. Wir mussten uns erst etwas einspielen, aber dann hat das gut geklappt. Seit Anfang des Jahres wurde es schwierig. Er hat sein Medizinstudium dieses Jahr beendet, hat jetzt etwas Pause gemacht und wollte jetzt dann in München in der Klinik anfangen, aber nur die kürzeste Zeit wie notwendig, um schnell bei seinem Papa in der Praxis einsteigen zu können, welche in Ravensburg ist. Ich habe letztes Jahr mein BWL Studium beendet, und habe zum arbeiten begonnen. Zuerst wollte ich es nur ein Jahr machen, ich habe dann aber auf zwei verlängert, ich möchte nächstes Jahr noch meinen Master machen. Ich liebe meine Arbeit und es macht mir unglaublich viel Spaß, ich habe mich auch persönlich im letzten Jahr sehr weiterentwickelt, ich sitze Montag in der Früh auf dem Rad und freue mich. Alles was ich in der Arbeit erlebt habe, konnte ich nie wirklich mit ihm teilen. Das war im Studium auch schon ähnlich. Ich musste ihm erst mal beibringen, dass er mich nach meinem Tag und Befinden fragt, wenn ich Heim komme. Aber Stück für Stück merkte ich immer mehr, dass sein Interesse an mir nie so richtig von Herzen kam. er hat es probiert, aber es hat mir nicht gereicht. Es ist so viel passiert bei mir Im Job, tolle aufregende Sachen, und ich würde das so gerne mehr mit ihm teilen können. er hat sich immer alles angehört, aber hat keine Fragen gestellt, und ich hatte immer das Gefühl erfragt nur, weil er weiß, dass ich das hören will.

Dann kam das Thema mit dem Master, den ich im Ausland machen möchte, London ist mein Plan, es wäre nur ein Jahr gewesen. Er hat sich damit ziemlich schwer getan, und meinte wir werden uns deswegen trennen. Ich kann ihn verstehen, weil er für mich nach München gekommen ist, aber ich habe das nie von ihm verlangt, ich habe ihm immer gesagt, er muss das machen muss, was ihn glücklich macht. Nach einem Jahr hat es ihm nicht wirklich in München gefallen. Und er meinte eben, dass es hart für ihn wäre, er kommt für mich nach München, obwohl er lieber woanders hin wäre, und zwei Jahre später gehe ich weg, ins Ausland. Aber es ist nicht nur ein Fluse in meinem Kopf, es ist mein Traum ins Ausland zu gehen, ich kann das einfach nicht aufgeben. Ich bin nicht der Typ, der Zuhause sitzt und das Nesthäckchen spielt, ich möchte was erleben, ich will Reisen, ich will ins Ausland, ich möchte Karriere machen. Und ich hatte auch nie das Gefühl so wirklich wertgeschätzt zu sein. Ich sage ja nicht, dass er mir jeden Tag sagen soll, dass ich toll bin, aber Interesse an den Dingen, die ich mache. ich habe dann halt irgendwann auch gemerkt, dass ich ihm gar nichts mehr erzählen möchte. Ich musste mich immer für vieles rechtfertigen, und irgendwann kam es mir so vor als ob ich nur noch alleine kämpfen muss.
Er war dagegen sehr gut im leiden, war sehr Ich-Bezogen und man musste ihn immer sehr viel aufbauen. Auf der anderen Seite wenn ich jemand gebraucht habe, hat er mir nie die Unterstützung gegeben, die ich gebraucht hätte, eben auch nicht in meinen Träume. Auch was beispielsweise Hobbies anbelangt, bin ich ihm viel mehr entgegen gekommen als er mir. Ich weiß, dass er vieles für mich verändert hat und es immer versucht hat, aber es hat trotzdem nicht gereicht. Ich habe nur einfach gemerkt wie ich mehr und mehr enttäuscht war.
Der erste Dominostein ist gefallen, als das mit dem Ausland los ging, es trifft mich immer noch . Im April war ich drei Wochen ohne ihn im Urlaub, und ich habe ihn gar nicht vermisst, was sonst immer ganz anders war. Den Gedanken des Schluss machens hatte ich auch das erste mal im April, aber nicht so richtig ernsthaft, das erst so seit zwei Monaten. Ich habe lange darüber nachgedacht, weil eben auch so viel dran hing mit Wohnung und Job und allem, hatten auch noch einen Urlaub gebucht. Wir haben uns in den letzten Monaten auch wenig gesehen, weil er viel unterwegs war. Vor vier Wochen wollte ich schon mal Schluss machen, aber es ging dann irgendwie nicht. Ich habe mich in den letzten Wochen, bis ich vor einer Woche Schluss gemacht habe, ihm gegenüber total verschlossen und ihn überhaupt nicht mehr an mich ran gelassen. Ich habe ihn nicht vermisst, es ging mir gut ohne ihn, mir ist nicht mal aufgefallen, dass wir uns kaum sehen (er macht viel Urlaub gerade). Ich dachte ich bin im Kopf mit der Beziehung fertig, auch wenn ich ihn immer noch liebe, ich wusste es geht so nicht mehr und wenn ich ehrlich zu mir selber bin wollte ich es auch nicht mehr hinkriegen. Er kam dann eine Woche früher aus dem Urlaub (nachdem wir uns 3 1/2 Wochen nicht gesehen hatten) zurück als erwartet, er hatte bis da seinen Arbeitsvertrag noch nicht unterschrieben, und dann dachte ich mir jetzt ist es wohl noch am besten. beim Schluss machen selber hat er nicht viel gesagt. ich dachte ich muss "nur noch" Schluss machen, und dann ist gut. Und dann hat es mir voll die Füße weg gezogen, die ersten Tage waren wie ein Schock, dann kam Trauer und Enttäuschung. Ich weiß, es ist gerade mal eine Woche her und es ist meine erste große Trennung, aber ich frage mich wie das jemals wieder besser werden soll. Es wird einfach nicht besser, Es ist fast schon unerträglich, er fehlt mir unglaublich. Ich will mich zwar nicht unbedingt bei ihm melden, aber trotzdem vermisse ich ihn sehr. Ich stelle meine Entscheidung in Frage, jeden Tag. Es ist wie als ob Kopf und Herz gegeneinander arbeiten, mein Kopf weiß, dass es so besser ist, aber mein Herz ist gebrochen und will ihn zurück. Ich bin vollkommen überfordert damit, ich will nicht in der Wohnung sein, Ablenkung hilft, aber ich bin so antriebslos wie in meinem ganzen Leben noch nicht. Es scheint alles ausweglos, dabei war ich mir doch so sicher und jetzt bin ich kurz vorm zusammen brechen, manchmal kann ich gar nicht aufhören zu weinen. Wird das wieder besser, habe ich das überstürzt? Ich kann einfach nicht damit umgehen.

03.09.2017 16:25 • x 1 #1


juliet

juliet


1816
4
3790
hallo, Kiki,
was du durchmachst, passiert leider vielen Paaren: man entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen. Und irgendwann fragt sich Der eine oder beide Partner dann: passt das noch so?

so, wie es sich liest, hast du die Gedanken über mehrere Monate mit dir herumgetragen und praktisch mit dir selbst ausgemacht, ohne ihn daran teilhaben zu lassen.
Idealiter sollten Partner einander aber einbeziehen, wenn Trennungsgedanken aufkommen bzw Zweifel, die an die Substanz der Beziehung gehen. Das scheint selten zu funktionieren, so dass am Ende einer den anderen vor vollendete Tatsachen stellt.

Nun hast du selbst schon viele Monate darüber nachgedacht und bist selbst Von den Emotionen übermannt, die im Rahmen einer Trennung hochkommen können.
mein Rat wäre: warte ein bisschen ab, ob sich deine Emotionen in Kürze wieder legen. es kann einfach sein, dass durch die Trennung so viel Unruhe in dein emotionales Gleichgewicht gekommen ist, die Entscheidung für dich aber grundsätzlich die richtige ist. Dann ist es sicher gut und richtig, erst einmal Ruhe einkehren zu lassen, bevor weitere Schritte unternommen werden.

Wenn du feststellst, dass er dir weiterhin sehr fehlt und du irgendwann für dich den Eindruck hast, dass du nicht die richtige Entscheidung getroffen hast im Hier und Jetzt, kannst du - solltest du - auf ihn zugehen und dies ehrlich ansprechen.
einige der Probleme, die du geschildert hast, werden sich gemeinsam lösen lassen - wenn BEIDE dies wollen.

irgendwie habe ich so das Bild vor Augen, dass du dir diesen Partner sozusagen wie ein Organ amputiert hast. Ganz allein und ohne "Gegenwehr".
es fehlt der Dialog mit ihm, zumindest in deiner Darstellung. Eventuell brauchst du einfach auch "nur" ein Feedback von ihm, um dich zu versichern, das ist der richtige Weg war.

dass man nach einer Trennung trauert, auch wenn man sie selbst initiiert hat, das kenne ich selbst auch.

ich wünsche dir viel Glück auf deinem Weg !

03.09.2017 17:23 • x 1 #2


Killian

Killian


2097
1561
Hm denke Dein Partner spielt hier auch nur eine untergeordnete Rolle in Deinem lustigen Reigen und dient eher der Bespaßung und achtest seinen Aufwand und seinen Einsatz auch nicht wirklich.

Und warum nimmst Deinen Partner nicht so wie er ist ?

Du hast es ihm doch abgetrotzt das er sich verbiegt und zb. Dir immer den Ball zuspielt um von Deinem Leben und Erleben erzählen zu können. Hast Du ihn eigentlich mal gefragt wie es ihm geht und hast so mitgefiebert bei ihm wie Du es von ihm bei Dir verlangst ?

Und komisch das Du Dich über die unehrliche Zuhörbereitschaft beschwerst aber diese ja vorher eingefordert hast, ja antrainiert um Dir zu gefallen und nu ist Dir das auch nicht recht.

Klingst sehr egoistisch, bist da auf Deinem Trip gerade und er eher Beiwerk und richtig achten und zu schätzen weisst ihn auch nicht. Was verbindet Euch da eigentlich,Konkurrenzdenken, Standesdünkel und Wettbewerb, der mögliche Verdienst, die ähnlichen beruflichen Wege ? Wo bleibt das Herz hier in der Geschichte auf das Du hören willst ? Sehe da nix ausser Funktion oder musst ein bisschen anders schreiben.

Sehr seltsam Alles.

Und warum wertest Du seine Umzugsaktion so ab ? Bist Du umgezogen oder bewegst Dich nur bequem mit dem eigenen Hintern durch Gefilde die einen beglücken wie Prinzessin verdient hat ? Eigentlich wurst was er tut, tut er nix ist es falsch, tut er es dann ist es auch falsch. Was das für ein Käse ?

Heirate Deine Arbeit, bleib weiter bei einem Ich wo eigentlich Teamplay gefragt ist und hol Dir auch Bestätigung da und fertig.

Ganz klar ist hier Kopf gefragt und angesagt weil Herz ist hier nicht zu spüren, geh Deinen Weg und er geht seinen und findet Euch da erstmal beruflich und gut ist. Kein Grund für nen Drama.

04.09.2017 07:10 • #3




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag