Daniel-84
Mitglied
- Beiträge:
- 9
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 9
- Mitglied seit:
habe mich neu hier angemeldet, weil ich nun meinen Kummer doch ein wenig von der Seele schreiben muss. Im Prinzip durchlaufe ich eine Phase, die hier ja im Prinzip jeder schon durchgemacht hat, aber ich persönlich noch nie so stark wie jetzt.
Aber kurz zur Vorgeschichte. Vor sechs Jahren lernte ich meine jetzige Ex-Freundin kennen. Ich hatte damals bedenken, da zwischen uns ein relativ großer Altersunterschied bestand. Sie war 18 und ich 31. Jedoch waren die Gefühle so stark, dass ich mir sagte, komm lass es uns versuchen. Insgesamt verlief die Beziehung doch sehr gut, der Altersunterschied war kein Thema und man ergänzte sich gut. Wir haben uns größtenteils nur am Wochenende gesehen, da es beruflich nicht anders machbar war. Gestritten haben wir prinzipiell nie.
Jedoch bin ich ein Typ, der leider zu wenig Zuneigung ihr gegenüber gezeigt hat. Sei es sie mal in den Arm nehmen oder ihr sagen, wie toll ich sie finde und sie liebe und all diese Sachen. Warum ich das nicht getan habe, kann ich mir heute selbst nicht erklären.
Einen Tag im Dezember des vergangenen Jahres kam genau diese Problematik ihrerseits zur Sprache, nachdem ich sie gefragt habe, was mir ihr los ist, weil sie etwas komisch drauf war. Schon da hatte sie Zweifel, ob es so weitergehen kann, aber wo der Schuh ganz speziell überall drückt, kam selbst da nicht raus.
Ich war dennoch mit der Situation irgendwie überfordert und hab gar nicht gemerkt, wie ernst es zu sein scheint und sagte dann im Affekt "Ich bin so wie ich bin, wenn du damit nicht klar kommst, musst du gehen". Einfach nur bescheuert.
Sie blieb. .bis Mitte Juni. Dann kam sie vollkommen unverhofft zu mir und sagte, dass es nach knapp sechs Jahren nicht mehr geht. Im letzten halben Jahr lief es dennoch halbwegs normal, vielleicht nicht mehr so harmonisch und man hat sich etwas seltener gesehen, aber dass es ihr so schlecht ging, habe ich leider nicht wahrgenommen.
Dann sagte sie mir hinterher auch, dass sie sich einfach nicht genug wertgeschätzt gefühlt, ihr die Unterstützung von mir gefehlt hat und eben dieses in der Öffentlichkeit zu ihr stehen. Wir haben uns dann noch zwei Mal getroffen, um zu reden, wo dann eben noch mehr Kleinigkeiten oder Aussagen, die ich getätigt haben soll, zur Sprache kamem, woran sie sich offenbar gestört hat. Leider hat sie mich vorher nie darauf angesprochen. Vielleicht war es die fehlende Erfahrung oder sonst was, denn es ist ihre erste Beziehung gewesen.
Sie ist eine Person, die nur heile Welt möchte. Alles muss harmonisch sein, es darf keinen Streit geben. Ich muss mich natürlich auch nicht zwingend streiten, bin aber der Meinung, wenn der Schuh irgendwo drückt, sollte es angesprochen werden. Gerade, wenn einen die Situation so sehr belastet. Nur sie hat alles in sich hineingefressen, bis es irgendwann aus ihr raus kam. Mit etwas Abstand kann ich sagen, dass ich ihre Gründe für die Trennung nachvollziehen kann, aber trotzdem nicht verstehe, weshalb sie mir das nie klar und deutlich gesagt hat.
Wie dem auch sei, die Zeit am Anfang war für mich die Hölle. Ich konnte nichts essen, auf Arbeit keine Konzentration mehr, ich habe in den ersten sechs Wochen so viel geweint, wie in meinem ganzen Leben nicht. Na ja, ihr kennt es ja alle, aber für mich persönlich doch eher Neuland, weil ich jemand bin, der sonst immer recht gut drauf ist.
Mit der Zeit wurde es dann etwas besser, aber jetzt, nach nicht ganz fünf Monaten, habe ich das Gefühl wieder total am Anfang zu stehen. Die Tränen sind teilweise zurück und trotz Ablenkung, kommen die Gedanken immer wieder.
Es ist aktuell so, dass wir sporadisch Kontakt haben, zudem im selben Verein aktiv Sport betreiben und uns daher gelegentlich sehen. Wir reden dann ab und an miteinander, aber es fühlt sich halt alles sehr verkrampft an.
Wie ich schon erwähnte, ich dachte, ich sei etwas mehr drüber hinweg, aber anscheinend mache ich mir was vor, denn ich vermisse sie wirklich immer noch sehr. Der Spruch, dass man erst merkt, was man hatte, wenn man es verloren hat, ist hier wirklich mehr als zutreffend.
Ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht so richtig weiter weiß. Meine Lebensfreude ist irgendwie weg und ich frage mich nach wie vor wozu überhaupt aufstehen. Eigentlich dämlich so zu denken, aber es lässt sich nicht steuern.
Ein Geheimrezept, wie es mal wieder vorwärts gehen kann, wird es nicht geben, aber vielleicht gibt es ja doch noch irgendwelche Tipps, die helfen könnten.
Wenn es nach mir geht, würde ich natürlich gern versuchen um sie zu kämpfen, obwohl mir natürlich klar ist, dass man um Gefühle nicht kämpfen kann, aber der Punkt der Aufgabe ist bei mir zumindest noch nicht komplett erreicht.