@Grace_99
Ich bin mir recht sicher, dass Du es auch bei Deinem Ex schaffen wirst. Denn es in Bezug auf die eigenen Eltern zu schaffen, ist eine sehr schwieriege Entscheidung und Entwicklung, weil - egal was sie getan haben - es eben doch immer die Eltern bleiben und wir alle von unseren Eltern geliebt werden wollen. Wer das schafft, schafft es auch, sich von der Vorstellung von einer Partnerschaft mit einem bestimmten Menschen zu lösen.
Mein Ex symbolisierte alles, was ich so sehr in meiner Herkunftsfamilie gebraucht hätte. Darum war es auch ein so hartes Brot für mich, diese Trennung zu überwinden. Möglicherweise ist es bei Dir ähnlich?
Ich denke, es ist eine Frage der Zeit, bis Du so weit bist, auch im Ablöseprozess von Deinem Ex besser voran zu kommen. Ich wünsche Dir sehr, dass auch bei Dir bald das Gefühl eintritt, diesbezüglich eine andere Stufe erklommen zu haben und dass es danach noch einmal merklich anders ist. Natürlich ist es leicht gesagt, es wäre
nur eine Frage der Zeit, wen man nicht selber im Leiden festsitzt, aber es scheint dann eben, als würde das Leben da seinen eigenen Plan haben und als wäre der richtige Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen. Leider.
@Küstenperle
Ja, Sport macht mir schlechte Laune. Das stimmt. Ich habe schon x-mal und mit jeder neuen Sportart versucht, meine Einstellung dazu zu ändern. Das beste, was ich erreichen kann, ist ein stoisches dorthin Latschen, stoisch Machen und froh, dass es vorbeit ist, wieder weg zu gehen.
Nee, der junge Hüpfer hatte gerade zufällig Schicht als ich dort aufschlug. Aber die Trainer sind irgendwie alle unter 30. Ich hätte also auf jeden Fall einen jungen Folterknecht gehabt. Trainerinnen habe ich dort noch nie gesehen. Aber wenn die auch alle so jung wären, würde ich mich wohl noch deutlicher mit meinem Verfall konfrontiert sehen. Es ist gut so, wie es ist.
@Sonnenblume1981
Es tut mir sehr leid, dass Du ohne geeigenten elterlichen Rückhalt aufwachsen und erwachsen werden musstest. Es wird ja auch nicht leichter in dem Bewusstsein, dass die Lebensgeschichten der Eltern eben auch nicht leicht waren (bei meinem Vater genauso, er schaffte es aber nie, sich von seiner Mutter zu lösen) und dass man bis zu einem gewissen Punkt versteht, warum sie sind, wie sie sind. Da aus den Schuldgefühlnen und der Verantwortung für die Eltern zu gehen, die viele Kinder sich aneignen, wenn sie erkennen, dass ihre Eltern starke Defizite (welcher Art auch immer) haben, dauert lange und ist schwer, weil diese Gefühle eben auch sehr lange gefüttert wurden. Ich finde es sehr beachtlich, dass Du das anscheinend schon relativ früh in Deinem Leben umsetzen konntest.
Seit Einsetzen meines "Flows" habe ich selber auch keinen Groll mehr, aber die Verletzungen sind natürlich immer noch da. Eher habe ich Mitgefühl für meine Eltern. Das hatte ich zwar vorher neben dem Groll auch, aber dieses hat eine andere Qualität. Ich weiß noch nicht, was ich damit mache und wie ich damit umgehen werde. Ich möchte gern, dass sie wissen, dass ich nicht (mehr) wütend bin oder böse und es sich bei meinem Schweigen auch nicht um eine billige Rache handelt. Aber das wird schwer vermittelbar, wenn Menschen in ihrer Trauer festsitzen und nicht die Fähigkeit haben, ihre Glaubensgrundsätze zu hinterfragen.
Vielleicht sehe ich mich mal nach Mediatoren um. Aber ich habe Zweifel, dass meine Eltern die Notwendigkeit der Einbeziehung einer unbeteiligten Person und die Chance, die darin liegen kann, erkennen würden. Vielleicht täusche ich mich aber auch und sie würden inzwischen alles machen.
Naja, Du siehst, es beschäftigt.

Ich vertraue darauf, dass alles, was noch geschieht, genauso geschehen soll. Vielleicht drehen sie und ich noch eine Runde miteinander, vielleicht auch nicht. Ich weiß es noch nicht.