KBR
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Hm .. ich bin erschöpft. Meine Mutter ist jetzt in Corona-Zeiten 3 x im Krankenhaus gewesen (ohne Besuchmöglichkeit) und das fordert mich nicht nur in Bezug auf sie und die Sorgen, die ich mir mache, sondern eben auch besonders in Bezug auf die Beziehung zu meinen Vater. Meinen Bruder und mich nervt gleichermaßen, dass SIE im Krankenhaus ist, aber sich eigentlcih alles um IHN dreht.
Die Ärzte-Odyssee geht für sie weiter und leider lässt nun ihre bisherige Unermüdlichkeit der letzten 15 Jahre, seitdem sie mit dem Krebs kämpft, nach. Es ist unfassbar, wie viele Pannen es auf Seiten des Gesundheitssystems geben kann, die dann eben auch noch die Menschen treffen, die kaum noch krauchen können. Ich bin hilflos und das macht mich mitunter irre. Am Freitag hatte ich zum ersten Mal ein Gespräch mit ihr, bei dem ich einfach nicht mehr wusste, was ich zu der ganzen Schaiße sagen soll. Sonst fiel mir ja immer noch etwas ein, aber das konnte ich ich irgendwie alles nur noch zur Kenntnis nehmen, was weder besonders hilfreich noch klug ist.
Der beste Freund bleibt nach wie vor ungewöhnlich anhänglich. Wir hatten all die Jahre eher ein rustikales Verhältnis mit unregelmäßigem Kontakt, das sich dadurch auszeichnete, in den erforderlichen Momenten auch die nötige Tiefe für die gegenseitige Begleitung durch alle Lebenslagen bereit stellen zu können. Manchmal sahen oder sprachen wir uns wochenlang nicht. Seit dem Tod seiner Mutter ist er viel weicher geworden, gentlemanliker und vor allem präsenter. Jetzt will er sich jede Woche mindestens einmal treffen, was mir zu viel ist, und sucht jeden Tag Kontakt. Ich bin gespannl, wie der gemeinsame Urlaub im Spätsommer wird.
Ich kann nicht so recht einschätzen, ob ich ein bisschen in die Rolle seiner Schwester gerutscht bin, zu der das Verhältnis über die Krankheit und den Tod der Mutter letztlich eher distanzierter geworden ist und vorher sehr eng war oder ob er mir inzwischen auf andere Weise zugeneigt ist. Wahrscheinlich weiß er das auch nicht.
Bei der Arbeit treten einige Veränderungen ein und ich muss mir darüber hinaus überlegen, ob ich nochmal meinen Hut in den Ring werfe oder mich - vermutlich bis zur Rente - mit dem zufrieden gebe, was ich habe. Es gibt für beides einige Für und Widers. Ich bin mir vollkommen unklar. Früher war meine Devise, mir uneins zu sein, bedeutet "Nein".
Meine Wohnung benötigt dringend neue Fenster und ich habe keinerlei Energie, um das anzugehen.
Aber es gibt nicht nur Hmmms sondern auch ein Mmmmmhhhhhhh,

