KBR
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Das habe ich nicht herausgelesen. Es tut mir leid und ich hoffe, Du hast Deinen Weg zu einem guten Umgang damit gefunden. Da ich nicht weiß, wie lange Deine Erfahrung her ist, hole ich eine Beileidsbekundung nicht nach, aber ich fühle mich Dir in der Erfahrung damit verbunden. Es tut mir leid, dass Du jemanden verloren hast. Tatsächlich aber muss ich sagen, dass dieser Weg für mich ein sehr bereichernder war, was den Verlust nicht schmälert, aber eben doch auch etwas Gutes birgt. Ich wünsche Dir dass Du das ähnlich empfinden kannst.
Gerade eben habe ich mit einer meiner besten Freundinnen über die unzähligen Gesprächsangebote aus dem RL (also andere Erfahrung als bei Dir offenbar) geredet, die ich zu schätzen aber nicht an- und manchmal auch eher als Floskel zu nehmen weiß. Sie sagte, das ging ihr auch so, als Ende letzten Jahres ihr Vater starb.
In meinem Umfeld ist der Tod sehr präsent. Inkl. mir haben seit März fünf Bekannte und Freunde ihre Mütter verloren. Dazu verlor eine Freundin eine wiederum sehr gute Freundin von ihr.
Es geht mir hier auch nicht so sehr um den Tod. Es geht um Schmerzen, um Leid und um Zuspruch. Um "Hey, ich habe Dich gelesen und wahrgenommen, was bei Dir los ist. Ich weiß, dass ich nichts tun kann, aber fühle mit Dir." Man muss sich nicht mit dem Tod oder dem Sterbeprozess auseinandersetzen, um Mitgefühl zu haben oder zu zeigen. Aber wer das nicht hat, der hat es halt nicht.
Mir also sagt es mehr über die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und zum Mitgefühl, das dem größten Teil der Gesellschaft offebar fehlt (es sei denn, es geht um den wirklich ausgesprochen bedauernswerten Trennungshamster), als über die Fähigkeit zum Umgang mit dem Sterben aus. Es sagt etwas aus über die Neigung zum Konsumieren für lau.
Tatsächlich aber teile ich Deine Erfahrung, was das Umfeld angeht, insofern doch auch, als dass ich auf gruselige Weise fasziniert davon bin, wie sehr manche Menschen sich in Szene setzen mit ihrer vermeintlichen Trauer und in uns anscheinend so eine Art Event-Agentur sehen, während uns nahen Hinterbliebenen gar keine Zeit für eine Rückschau und das Fühlen der Gegenwart bleibt. Dagegen gibt es die anderen, die mich positiv überraschen und die wie ich - das wird kein Zufall sein - eher die aus der Art geschlagenen innerhalb meiner sehr speziellen Familie sind.
