KBR
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Irgendwann gestern Abend, als da wieder das kleine idiotische Fünkchen Hoffnung aufflackerte, Du würdest irgendwann merken, dass Du einen Fehler gemacht hast, wurde mir etwas sehr klar. Auch in diesem unwahrscheinlichen Fall wirst Du niemals versuchen, mich zurück zu gewinnen. Dafür hast Du mich viel zu konsequent ausradiert. Ich muss mich damit abfinden, ein Sprungbrett für Dich gewesen zu sein.
Jetzt nach bald 5 Wochen, in denen sich alles setzt, versuche ich wirklich zu verstehen, was Dich bewogen hat, uns auszulöschen und mich zum Schluss für verschiedene Zwecke - und sei es, Deiner Feigheit nachzugeben - zu missbrauchen.
Ich stelle jetzt nicht mehr diese verzweifelten anklagenden großen Warum-Fragen. Es ist eher eine nachspürende leisere Suche, verbunden mit der Frage, ob ich auf einem sehr hohen Ross sitze und welche Fehler ich gemacht und wo ich womöglich blinde Flecken gehabt habe. Das mit dem Ross ist eher ein Gefühl, denn meinen Anteil, abgesehen davon, das perfekte Opfer gewesen zu sein, finde ich bisher nicht - vielleicht noch nicht ....
Während ich dieses schreibe, fügt sich in einer anderen Windung meines Hirns gerade eines der kleinen Puzzleteile aus Wissen und Annahmen ins große Ganze. Verrückt, wie langsam der Verstand manchmal ist und auf wie vielen Ebenen er gleichzeitig funktioniert.
Ich bin auch bei dieser Form der Suche nicht minder traurig und enttäuscht, aber auf eine leisere Weise.
Zwar, so fürchte ich, werde ich auch jetzt der Lösung nicht auf die Spur kommen, weil es einfach keine andere Antwort geben wird als die, dass Du lieber mit jemand anderem zusammen sein willst. Aber dennoch bin ich froh, dass sich irgendetwas ändert, denn Änderung ist Entwicklung.
Als ich alles auf eine Karte, auf uns, setzte, habe ich Dich ziemlich konsequent in mein Leben gelassen. Es gibt keine Bereiche, keine Interessen, keine Sehnsüchte, die wir nicht miteinander teilen wollten, ohne den anderen darin einzuschränken. Ich habe Dich teilhaben lassen an den Dingen, die mir wichig sind und Spaß machen. Du warst ein unkomplizierter und neugieriger Teilhaber. Du wolltest das alles kennenlernen. Du hast mich schnell mit Deinem Sohn zusammengebracht, was für uns alle etwas Besonderes war. Du warst so glücklich, dass es zwischen ihm und mir klappte. Ich erinnere eine Szene in der U-Bahn, in der Du vor Glück strahltest, weil wir einen harmonischen Tag zusammen verbracht hatten. Ich war überzeugt, mit Dir könnte ich nicht verlieren. Niemals zuvor habe ich so schnell die Maske fallen lassen und jemandem so unvoreingenommen und *beep* gegenüber gestanden. ... und niemals zuvor hatte ich das Gefühl, jemand würde das auf Augenhöhe mir gegenüber ebenso tun.
Ich habe Angst vor dem Rhythmus des laufenden Jahres, vor den anstehenden Veranstaltungen, die ich im letzten Jahr mit Dir besuchte. Ich habe Angst vor den Geburtstagen und Jahrestagen, vor all dem, was für mich in diesem Jahr nicht möglich sein wird, weil es von Erinnerungen geflutet ist, und das ich mir mühsam wieder erobern muss.
Ist es nicht irgendwie paradox? Du hast immer noch Glück mit mir. Du hast Glück, dass ich beherrscht bin, dass ich Dich nicht stalke, nicht konfrontiere, nicht beleidige, nicht anklage, nicht provoziere, dass ich Dich und die andere Frau an Deiner Seite vollkommen in Ruhe lasse ...
Du hast Glück.