Und schon wieder zieht er es durch

Mimi1979

Hallo liebe Community,

ich habe schon so viel hier gelasen und bin absolut begeistert über eure Beiträge und eure Anteilnahme an dem großen Thema "Liebe"...

Gerne möchte ich euch meinen Fall schildern...um den Thread so kurz wie möglich zu fassen beginne ich mit der Hauptproblematik zwischen mir und meinem Partner (ob wir noch ein Paar sind weiß ich nicht)...

Ich habe massive Probleme damit, dass mein Partner einen tanz aus bedinnungsloser Liebe und eiseskälte aufführt...wir sind seit 3,5 Jahren ein Paar (verlobt seit 2,5 Jahren), wohnen mehr oder weniger zusammen, sehen uns jedoch an Wochenenden kaum (aufgrund seiner Fußballleidenschaft und meines Arbeitens)...

Selbst wenn man keine Kritik an ihm ausüben möchte sondern lediglich eine für mich belanglose Frage stellt verwandelt er sich etwas anderes, etwas was absolut grauenhaft ist..er kann der einfühlsamste, tollste Mensch (für mich) auf Erden sein, jedoch kann er auch in regelmäßigen Abständen die Hölle darbieten...oft dachte ich darüber nach, ob es nicht mein Problem ist, dass ich sein Schweigen, seine eiseskälte, seine Ignoranz mir gegenüber einfach wegdenken sollte, einfach abwarten sollte bis er sich abkühlt...

Er beschimpft oder beleidigt mich nicht, er wird auch nicht laut..er spricht einfach nicht mehr und zwar wann immer ER möchte und wann immer ER denkt es wäre der Zeitpunkt erreicht mich wieder in dieser Form zu erniedrigen....

Ihr könnt euch nicht vorstellen was ich mit ihm durchmache..jeder, der etwas Verstand in seinem Gehirn hat würde mir mit sofortiger Trennung raten..ich kann es nicht, weil ich ihn liebe...ich habe oft alles hingeworfen, meinen Verlobungsring vom Finger genommen, ihn versucht unter Druck zu setzen, jedoch bin ich immer -nachdem auch ich durchgeatmet habe und runtergekommen bin- zu ihm angekrochen gekommen und habe versucht ihn zu einem Gespräch über diese Extremsituationen zu bewegen..er hat es mir dann so beschrieben:

- er wüsste selbst nicht, was dann mit ihm los sei, jedoch kann er dann nicht sprechen
- sein Kopf würde sich wie eine Bombe anfühlen, er kann keine Gedanken ordnen, alles in seinem Kopf wäre ein Karussell
- ein unerträglicher Druck würde in seinem Kopf herrschen (das sehe ich ihm auch jedesmal an, da seine Augen und sein Gesicht wie die eines toten wirken -absolut leer und als hätte man keine Seele)

Freunde sagten mir, dass es ähnlich wie bei einem Posttraumatischem Streßsyndrom wäre..er spaltet sich ab von der Realität um in seiner Welt zuflucht zu gewinnen...

Damals habe ich das alles angenommen und auch oft den anderen Weg gesucht indem ich ihn z. B. in Ruhe gelassen habe...allerdings habe ich mich ständig vergessen, meine Bedürfnisse und Wünsche wegen ihm an die Seite gestellt...nie wurde etwas geklärt aus Angst, dass er gleich wieder in dieses Loch fällt -oder wo immer er sich auch dort befinden mag-...

Aktuell erlebe ich wieder das selbe abweisende, kalte Verhalten meiner Person gegenüber..wegen einer Lapalie, einer simplen Frage die so unwichtig war, dass ich die Kraft nicht mehr erbringen kann mir darüber den Kopf zu zerbrechen...dies ist morgen eine Woche her...das letzte Mal gesehen haben wir uns Montag...ich bin -wie immer- zu ihm hin und habe versucht (weil ich dachte er hätte sich abgekühlt) mit ihm zu sprechen da ich sein Verhalten -wie immer- nicht verstanden habe...

Er ist nicht runtergekommen sondern hat mir das selbe Gesicht, die selbe gleichgültige Art wie auch am Freitag präsentiert...mittlerweile sind 4 Tage vergangen, ohne ein Wort, eine SMS, eine E-Mail..irgendwas von ihm, was mir jedoch nicht unbekannt ist, da es IMMER so wahr..

Immer war ich diejenige die zu IHM gegangen ist um den Kontakt wieder herzustellen...ER niemals!

Was meint ihr? Kennt ihr so ein Problem? Kann man so einem Menschen überhaupt helfen? Warum interessiere ich mich für sein Wohlbefinden er aber nicht für meins? Warum mache ich immer wieder den selben Film mit?

Ich komme mir vor, als hätte ich meine Seele dem Teufel verkauft...

Danke für eure Antworten...

14.03.2013 13:45 • #1


Muse

Muse


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Hallo Mimi,

Ich stelle mir auch laufend die selben Fragen. Dann gibt es wieder Phasen wo man denkt, ach man wieso dränge ich so, ich mache noch mehr Stress als eh schon da ist. Also wartet man wieder bis dann wieder das zweifeln beginnt, weil man dauerhaft darüber nachdenkt was mit ihm los ist. Und man selbst nicht verstehen kann wie man dem anderen so gleichgültig/gefühllos gegenüber sein kann. Ich bin auch immer wieder diejenige die es versucht und abgewiesen wird. Das ist ein Kreislauf mal dreht es sich schneller und mal langsamer doch schlecht geht es einem immer dabei. Leider habe ich auch noch keinen Weg gefunden.

LG

14.03.2013 13:58 • #2


Mimi1979


Liebe Muse,

danke für deine Worte...ich habe ständig das Gefühl alleine auf dieser Welt das Problem zu haben..meine beste Freundin riet mir schon nach einem Jahr ab und sagte mir immer wieder, dass ich ihn in den Wind schiessen soll, dass er mich kaputt machen wird...

Ich kann dir garnicht beschreiben warum er mich so in seinen Bann reißt..er hat 6 Monate vor unserer Beziehung so sehr um mich gekämpft um bloß nur einen Kaffee mit mir trinken gehen zu dürfen, dass kann sich garkein Mensch vorstellen..hat mir 100 Baccara-Rosen zur Arbeit per Taxi geschickt, mich mit sehr vielen Sachen überrascht, sodass ich dachte wenn es sich für einen lohnt, dann für ihn...

Kein Aussenstehender (weder von seinen noch von meinen Freunden) kann sich nur in entferntestem Vorstellen was für ein zweites Gesicht er hat...alle sagen: der macht doch alles für dich, so etwas haben wir noch nie gesehen, dass ein Mann seine Frau so liebt...

Ich muss wirklich sagen, ich liebe seine Ehrlichkeit und das er der Mann ist bei dem ich wirklich nicht Angst haben muss, das er mir fremdgeht...dies haben schon mehrere probiert, jedoch ohne Erfolg..

Allerdings weiß ich momentan nicht was schlimmer ist..das ich es überhaupt ausgehalten habe, drei Tage weder zu ihm zu fahren noch einen Brief zu schreiben (wo ich damals auch keine Antwort drauf erhielt) oder das ich Angst davor habe ihn immer noch in diesem Zustand entgegenzutreten..

Nach den Tausenden Malen die ich wieder zu ihm kam und ihn einfach in den Arm genommen habe habe ich bei diesem Tausend-und-Einem-Mal Zweifel, ob ich das psychisch überhaupt schaffe -aus Angst vor einer weiteren Ablehnung-...

14.03.2013 14:28 • #3


Chiara2000


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Ja, kenne ich. Oft weiß ich nicht mal, was ich "verbrochen" habe! Ich babe dann angefangen alles zu überdenken, was ich sage und tue, mich immer mehr zurück genommen und so weiter. Ich kam aber irgendwann an den Punkt zu sagen: Wenn er so mit einem anderen umginge, dann könnte ich ihn nicht leiden. Irgendwann starb die Liebe dann und ich wollte ihn nicht mehr... .

14.03.2013 14:54 • #4


minna


ich kenne solche ähnlichen verhaltensweisen auch, allerdings hat mein freund sie damals langsam geändert....wohl auch weil er mich sehr liebte...(ist aber trotzdem jetzt vorbei - aus anderen gründen)

aber ich denke, wenn dein freund wirklich probleme damit hätte, würde er sich hilfe holen...
er hat aber wohl keine probleme dich damit zu quälen und du fängst an dich so zurückzunehmen, dass du dich kleiner und schwächer fühlst...als du bist....
wenn du im dich zurücknehmen zu gut wirst, schadet dir das, deiner natürlichkeit, deinem mut weil du nicht sein kannst, wie du bist....
.
dafür kann er seine dunkle seite ausleben und weiterentwickeln bis zum exzess...damit hilfst du ihm auch nicht....so hat er keinen grund etwas zu ändern....

14.03.2013 22:19 • #5


Menetakel


Hallo Mimi

Ich bin mal ganz vorsichtig mit meiner Meinung. Wie du deine Situation hier schilderst, zeigt dein Partner ein sehr starkes " narzisstisches Durchsetzungsverhalten."

Es gibt hier ein Th. " Suche ex. Partner v. Narzissten und Hochstaplern
z. Austausch."

Möchte dir gerne den Rat geben, da ein bisschen nachzulesen und ggfl. dich
da auszutauschen.

Oft findet man Antworten auf seine Fragen, da wo man sie nicht vermutet.

Wünsche dir viel Kraft u. Stärke, für die Zukunft.

GlG

14.03.2013 23:04 • #6


LottaKarotta


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Hallo Minni,

ich stimme Menetakel zu - das sind präzise die Gedanken, die mir spontan gekommen sind.

Eines ist Dein "Partner" ganz sicher nicht: Ein Partner auf Augenhöhe. Partner haben die Verantwortlichkeit für die psychische Befindlichkeit ihres Pendants. Und Liebesentzug beschreibt Deine Beschreibung des Verhaltens dieses Mannes sehr richtig.

Ich selbst vermag gar nicht nachvollziehen, wieviel Kraft Dich diese langjährigen Machtspiele gekostet haben müssen. Gesund kommt mir so ein Verhalten nicht vor - von keinem von beiden und glücklich scheint es Euch beide nicht zu machen. Warum lebt Ihr so; warum tut Ihr Euch so etwas an, Euch zwingt doch keiner?

Kraft und Stärke wünsche ich Dir auch für Deinen Weg, wie immer der aussehen mag.

15.03.2013 09:50 • #7


Mimi1979


Hey Ihr Lieben,

ich finde eure Statements einfach toll und freue mich riesig über eure Anteilnahme..

@minna..er hat im letzten Jahr eine Psychotherapie angefangen, jedoch dann einfach nach ein paar Monaten damit aufgehört..laut seiner Aussage hat er deswegen aufgehört weil er sich einfach besser gefühlt hat und es nicht mehr notwendig für ihn erschien..allerdings habe ich im Nachhinein herausgefunden, dass er aufgehört hat, weil er einen Termin abgesagt hat und nichts mehr von der Therapeutin gehört hat zwecks neuer Terminabsprache..somit hat er wieder das selbe Verhalten an den Tag gelegt, wie es auch bei mir ständig ist..er hat dies als "Abwertung" angesehen, dass sie sich nicht mehr bei ihm gemeldet hat und somit hat er es auch nicht mehr...ich habe ihn gefragt, warum er denn nicht noch einmal bei ihr angerufen hätte (er hat im Dezember 2012 sehr viel gearbeitet und konnte somit einen Termin nicht wahrnehmen- immer im zwei-Wochen-Rhythmus)..daraufhin antwortete er mir, dass er sich ja abgemeldet hat und enttäuscht darüber ist, dass sie nicht auf ihn bzgl. eines neuen Termins zugekommen ist...diese Therapie hat er wegen mir gemacht, weil er irgendwann selbst gemerkt hat, dass er uns und mich kaputt macht...ganz von selbst ist er diesen Weg gegangen, nachdem wir einmal gemeinsam bei einem Psychologen wegen unserer Beziehungsprobleme waren...

Damals sagte mir der Psychologe, dass er bei ihm (wir waren 2,5 Stunden in der Sitzung) weder Borderline, noch eine andere Persönlichkeitsstörung feststellen könnte..ich dachte immer, dass er sehr viele Züge eines Borderliners hat...er sagte, dass wir in der Verabeitung grundsätzlich verschieden sind (was man in der Sitzung auch sofort als Aussenstehender feststellen konnte)..ich bin total impulsiv und er baut sofort eine Mauer um sich rum..er fühlt sich bei vielen Dingen angegriffen und bestraft mich indirekt mit Schweigen, Ablehnung und Ignoranz..ich dagegen möchte reden, klären, dem Problem auf dem Grund gehen..dazu ist er -in dem Moment- nicht fähig..er zeigt dissoziative Sympthome jedoch nicht so extrem, dass er sich an nichts mehr erinnert oder dies auf eine psychische Störung hindeuten würde...

Der Psychologe hat ihm damals den Tip gegeben, dass er sich vorstellen soll dieses Gedankenchaos in eine Schublade in seinem Gehirn zu verbannen und die Schublade bildlich abzuschliessen...laut ihm wäre dies sehr schwer da ich natürlich weiter rumbohre und einfach eine Klärung -und die so schnell wie möglich - haben möchte...

Es ist ein bischen von allem, ob Narzist, Borderliner oder Persönlichkeitsgestört..meiner Meinung nach tragen wir auch alle Anteile in uns..jedoch ist für mich das hin- und herswitchen zwischen wunderschöner Harmonie und Liebe zu Eiseskälte und Ablehnung (wo es meiner Meinung keinen Auslöser für gibt) unerträglich...auch ich bin manchmal Zickig, jedoch hat er IMMER Zugang zu mir und ich würde niemals die Beziehung in Frage stellen deswegen..

Mit Sicherheit habe ich auch oft sehr impulsiv gehandelt, den Verlobungsring durch die Gegend gefeuert aus Wut, dass er mich stundenlang so behandelt, nicht weil ich die Trennung wirklich wollte..was solche Aktionen bei ihm auslösen weiß ich nicht..es erschüttert ihn warscheinlich auch..jedoch kommt so etwas immer nachdem er mich stundenlang mit seinem totstellen maltretiert hat..somit brauch er sich nicht wundern...

Ich habe sehr guten Kontakt zu seinen Eltern, da wir uns ein Leben lang kennen..mit seiner Mutter habe ich oft über unsere Probleme gesprochen (ohne seines Wissens, er erfährt davon nichts)..dieses umdrehen und gehen und aus den Situationen flüchten kennt auch sie sehr gut...ich habe sie die Tage gefragt, ob sie denn wenn sie sich in mich reinversetzen würde wirklich daran glauben würde, dass er mich liebt..sie antwortete mir, dass sie weiß, dass er mich über alles liebt, jedoch sein Kopf einen eigenen Film abspielt der es ihm verbietet mal anders zu handeln..

Ich habe meinem Verlobten nie in so eine Situation gebracht..ständig wenn so etwas wahr war ich diejenige die Briefe, SMS geschickt hat oder einfach zu ihm hingefahren ist um diesen Krieg zu beenden..

Es kostet mich unheimlich Kraft, diese Kontaktsperre (4 Tage, gab es noch nie bei uns) aufrecht zu erhalten..jedesmal muss ich mein Gehirn dazu zwingen ihn nicht versuchen zu kontaktieren..

Seiner Mutter habe ich das ebenfalls gesagt, dass ich diese Kontaktsperre einfach durchhalten muss..sie ist natürlich davon ausgegangen, dass ich schon wieder längst bei ihm war...

Am Freitag letzter Woche ist das wieder passiert, dass er sich wegen einer Lapalie komplett abgespalten hat..normalerweise bin ich dann immer direkt nach Hause gefahren weil ich den Zustand garnicht ertragen konnte..nachdem ich dann dablieb und dachte: schauen wir doch mal was passiert, hat sich nach 17 Stunden immer noch nichts geändert und er ist in den 17 Stunden 2 x 4 Stunden mit dem Hund unterwegs gewesen, wieder geflüchtet..

Er kann meine Anwesenheit in diesen Situationen einfach nicht ertragen..damals hat mir mal ein Mädel einen Tip gegeben ihn einfach zu umarmen..auch dies habe ich versucht und nur noch mehr meine Würde verloren..meine Hand wurde dann abgeschmettert und wieder abgewiesen..

Manchmal hat es funktioniert, manchmal nicht..in letzter Zeit funtkioniert es garnicht mehr..

Was meint ihr? Es gibt einen Thread hier mit der Aufforderung sämtlichen Kontakt zu der Person abzubrechen, die einen verlassen hat...wenn ich so recht überlege, habe ich den Ring vom Finger genommen und ihm danach noch zwei SMS geschrieben, wo ich ihm sage, dass es das letzte Mal war, dass er überhaupt die Möglichkeit hatte mich wie Dreck zu behandeln, dass ich mit ihm durch bin und er sich eine andere Suchen soll mit der er so etwas abzieht..

Dies allerdings alles aus Schmerz und Wut darüber, dass er indirekt immer wieder die Beziehung beendet..er spricht es nicht aus -hat er noch nie- zeigt mir jedoch wenn er sich abspaltet, dass er kein bischen was für mich empfindet (bzw. in dem Moment nichts empfinden kann) mit seiner Kälte und seiner Flucht...

15.03.2013 09:52 • #8


Patti


So wie ich das lese, würde ich dir auch zu Distanz raten. Auch kein Hintertürchen offenhalten. Das bringt erstmal nichts und du kannst zufrieden mit dir sein, wenn du den "clear cut" geschafft hast.

15.03.2013 12:21 • #9


Mimi1979


Hey Patti,

du hast mit Sicherheit Recht -es hat mir auch jeder in meinem Bekanntenkreis geraten-..

Ich frage mich immer wieder wie es so weit kommen konnte...wie werde ich wieder die selbstbewusste, starke Frau die sieht was ihr gut tut und die nicht nach dem schlechten trachtet?

Er wird keine Probleme mit der Kontaktsperre haben..er wird sich vielleicht wundern warum ich noch nicht aufgetaucht bin, mehr jedoch nicht...

Wie schafft er es und warum fällt es mir so imens schwer? Liebe nur ich aufrichtig?

15.03.2013 12:33 • #10


Menetakel


Hallo Mimi

Wie verzweifelt mußt du sein.Habe gerade gesehen das du einen zweiten Th. eröffnet hast.

Ich bezweifel ganz stark, dass eine KS eure Probleme auf dauer lösen werden. Was wird sich zwischen euch ändern, wenn er jetzt denn Kontakt zu dir sucht?
Die Selbstbestätigung die du dadurch erfährst, ist trügerisch und es ist nur eine Frage von Zeit, bis sich die alten Verhaltensmuster wieder bei euch einschleichen.Möchtest du das wirklich?

Ich möchte dir nicht zu nahe treten, sondern versuchen dir einen anderen Blickwinkel- mit folgenden Post- auf eure Beziehung zu vermitteln.

Es fällt mit nicht leicht, dich damit zu konfrontieren und nach einer längeren Nachdenkungsphase,habe ich mich doch dazu entschlossen, da du auf mich sehr intelligent und aufgeschlossen wirkst.

Natürlich besteht die Eventualität, dass meine Vermutungen bzgl. deines Partners nicht stimmen. Wenn dem so ist, nehme bitte meine Entschuldigung entgegen.

Mir persönlich hat dieser Post in einer sehr schwierigen Zeit, als ich Entscheidungen treffen mußte sehr weitergeholfen.

GlG



Narzissmus ist etwas, das im Verhalten von Menschen, vor allen in der westlichen Kultur, nicht selten zu beobachten ist. Ja unsere Gesellschaft fördert bis zu einem gewissen Grad narzisstische Bestrebungen, denn ohne sie ist ein Fortkommen kaum möglich. Was passiert aber, wenn der Narzissmus die gesamte Persönlichkeit bestimmt, wenn es daneben nichts anderes mehr gibt und die Person ein echter Narzisst geworden ist? Dann spricht man von der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung – davon handelt dieser Artikel.
Was versteht man unter einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung? Die von der WHO herausgegebene Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) fordert für die Klassifizierung der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung (neben den allgemeinen Voraussetzungen für Persönlichkeitsstörungen) mindestens fünf der folgenden Punkte:

• Sich selbst für grandios halten, die eigene Wichtigkeit enorm übersteigern
• Ist von starken Phantasien (Macht, Geld, Erfolg, Schönheit etc.) beherrscht
• Glaubt an die eigene Einzigartigkeit, die weit über das Normalmenschliche hinausreicht
• Hängt exzessiv von der Bewunderung anderer ab.
• Extrem hohe Ansprüche stellen, verlangt Sonderbehandlungen
• Ausbeuterisch in zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere Menschen sind Quellen, um zu überleben, um die anderen selbst geht es überhaupt nicht.
• Eklatanter Mangel an Empathie (im Extremfall gar nicht vorhanden)
• Empfindung von sehr großem Neid oder der Glaube andere seien neidig auf einen
• Arroganz, Hochmut

Wie sieht nun konkret das Verhalten eines Narzissten (im pathologischen Sinne) aus? Narzissten haben ein Selbstbild, das auf eigene Grandiosität und Unbesiegbarkeit, Allmacht oder Allwissenheit aufbaut. Sie vermeiden es aber diese von ihnen behaupteten Qualitäten unter Beweis zu stellen. Der Narzisst ist darüber erhaben, Beweise liefern zu müssen. Er vermeidet den Wettbewerb und stellt sich als über solche Dinge erhaben dar. Der Narzisst betrachtet andere als Quellen für sein Leben, die er nach Belieben ausbeuten kann, da diese ihm eine Art „Tribut“ schulden, ohne, dass er dafür in irgendeiner Weise eine Gegenleistung zu erbringen hätte. Er ist oft sadistisch veranlagt, verwendet den Sadismus aber mehr dazu andere willfährig zu machen, nicht, weil er Freude am Schmerz des anderen empfindet, so wie der reine Sadist. Andere Menschen sind Objekte, keine Subjekte, haben sie ihre Aufgabe erfüllt, werden sie „entsorgt“ und durch andere Quellen ersetzt. Der Narzisst hat keine echte Bindung zu anderen Menschen und trauert auch nicht um andere, selbst wenn sie sterben sollten. Die Körpersprache des Narzissten ist dominant, arrogant, erhaben, er versucht sich überlegen darzustellen, vermeidet echten Körperkontakt, kann aber oft sehr lange Augenkontakt halten, dabei behält er aber immer eine Distanz zu anderen, er ist nie verbindlich. Er spielt soziale Verbundenheit vor, ist aber zu Teamarbeit unfähig und spielt den Intellektuellen, den Professor, derjenige in der Gruppe, der niemals emotional eingebunden ist, sondern alles aus einer überlegenen Position heraus analysiert. Das gibt ihm das Gefühl über anderen zu stehen. Darauf angesprochen gibt der Narzisst vor über großen Gleichmut zu verfügen, ein kühler Kopf zu sein und dergleichen. In Wahrheit jedoch ist ein Narzisst ein sozialer Idiot, dem Empathie völlig fehlt, auch wenn er oft charmant sein kann und anderen Mitgefühl und Anteilnahme vorspielen kann. Der Narzisst ist ein Opportunist, er investiert Gefühle immer nur, um von anderen etwas zu bekommen, nie weil ihm am Wohl der anderen etwas liegt.
Narzissten verlangen meist eine Sonderbehandlung, bessere Konditionen als andere, bessere Plätze im Restaurant, bevorzugte Behandlung und wollen meist mit Chefs, nicht mit Angestellten reden, das wäre unter ihrer Würde, so glauben sie. Der Narzisst übernimmt keine Verantwortung für sein Leben, sein Unwohlsein führt er auf das Verhalten der anderen, der Welt, auf die unguten Umstände und Zeiten in denen er lebt zurück. Er gibt sich als der „einsame Wolf“, dessen Idee irgendwann von der Geschichte anerkannt werden würden. Er gibt vor eine Art Genie zu sein, aber die Welt sei zu „dumm“ dies zu erkennen. Gewöhnliche Tätigkeiten sind ihm verhasst, Routine lehnt er ab, er braucht Unterhaltung. So besitzt er auch kein Durchhaltevermögen und kann keine langfristigen Pläne fassen. Narzissten idealisieren andern und werten sie dann hinterher ab. Sie loben, wen sie brauchen für ihr übergroßes Bedürfnis nach Ansehen und Bewunderung. Haben sie den anderen aber „ausgesaugt“, dann wendet sich der Narzisst brutal ab und lässt den anderen mit seinem Leid alleine.
Narzissten sprechen manchmal von sich selbst in der dritten Person, sie sprechen von ihrem Leben wie vom Leben eines anderen. Sie denken viel, wobei die Gedanken immer nur um sie selbst kreisen, doch fühlen sie nicht, sie sind emotional verkrüppelt. Sie sehen ihr Leben wie in einem Film ablaufen, wobei der Film meist einem Alptraum gleicht, aber der Narzisst fühlt den Schmerz nicht, er ist dissoziiert, lebte fast wie außerhalb von seinem Körper. Seinen Körper empfindet der Narzisst als ein Werkzeug, dass er verwenden kann, aber er hat kein echtes Integrationsgefühl, der eigene Leib ist wie etwas Fremdes für ihn, das wahre Selbst, so meint er, sei viel edler und über solche Dinge, wie Materie erhaben. Der Narzisst hat eine Meinung von sich selbst, die mit der Realität nicht übereinstimmt, er schmückt sich oft mit fremden Lorbeeren und macht die Leistungen anderer herunter, um selbst besser dazustehen. Dabei wertet er nicht unbedingt offensichtlich ab, sondern er kann anderen ein peinlich übertriebenes Lob aussprechen, das im Effekt wie eine Beleidigung wirkt – genau das, was der Narzisst in Wahrheit möchte.
Narzissten leiden an Aufmerksamkeitsdefiziten, sie leben meist nur in ihren eigenen Gedanken und nehmen in der Umwelt nur das wahr, was sie gerade brauchen, um etwas zu erreichen. Andere Menschen an sich sind ihnen gleichgültig. Sie meiden Menschen, die Probleme haben, um nicht um Hilfe gefragt zu werden. Um Hilfe zu bitten ist für den Narzissten erniedrigend. Doch er ist völlig abhängig von anderen, hat viel weniger Selbständigkeit, als normale erwachsene Menschen, deshalb muss er andere in Situationen bringen in denen er berechtigt ist von ihnen etwas zu fordern, ohne dass es so aussieht, als wäre der Narzisst bedürftig. Narzissten rationalisieren und idealisieren ihr Leben, ihre Fehlschläge werden der Umwelt zugeschrieben, sie selbst bleiben perfekt, auch wenn sie nichts leisten. Narzissten haben kaum persönliche Grenzen und können so auch jene anderer Menschen nicht respektieren, für sie ist jeder andere eine potentielle Quelle für ihre narzisstische Versorgung und der Narzisst sieht auch gar keinen Grund, warum nicht jeder andere bereitwillig für ihn (kostenlos) zur Verfügung stehen soll. Er fühlt sich berechtigt von der Welt alles zu fordern, ohne etwas zurückzugeben. Er ist ein Mensch, der nur nimmt und nichts zurückgibt!
Narzissten sind meist sehr reaktiv, sie sind todernst und vertragen keine Scherze über sich. Sie selbst sind oft zynisch und sarkastisch gegenüber anderen, dulden aber nicht den kleinsten Scherz über sie selbst. Sie sind aufbrausend und geraten sehr leicht in Rage über Dinge, die bei einem gesunden Menschen höchstens zu einer kleinen Unstimmigkeit führen würde. Der Narzisst hat auch das Gefühl nicht menschlich zu sein, mehr eine Art höheres Wesen, das auf die Erde gekommen ist, um die einfachen Menschen zu studieren. Er fühlt sich ständig missverstanden. Oft sind sie paranoid, schizoid, antisozial und nicht selten selbstzerstörerisch, Süchte und Perversionen kommen bei ihnen oft vor. Narzissten peinigen aber meist nur den engen Kreis ihrer Familie und ihres sozialen Netzes, eben jene Quellen, aus denen sie ihre Versorgung beziehen. Für die Umwelt sehen solche Menschen meist recht normal aus, vielleicht mit kleinen Abweichungen. So täuscht der Narzisst die ganze Welt, meist sein ganzes Leben lang.
Narzissten sehnen sich oft nach Halt und finden den etwa in einer Religion oder einer strickten Ideologie. Sie unterwerfen sich dann und gehorchen den Regeln einer Institution strickt. Narzissten können nicht wirklich reife Entscheidungen treffen und sind sehr leicht verführbar von totalitären Systemen. So sind der Nationalsozialismus und der Kommunismus für Narzissten sehr attraktiv, denn so brauchen sie nicht zu denken, unterwerfen sich strickten, absoluten Regeln und gelten trotzdem als erwachsene Menschen. Die Welt des Narzissten besteht im Grund nur aus der Phantasie, sie leben nicht in der Realität, diese auszuhalten würde einem kompletten seelischen Zusammenbruch gleichkommen. Die Distanz zwischen sich und der Welt ist überlebenswichtig für sie. Bei Problemen driften diese Menschen in die Phantasiewelt ab. Narzissten sind wie Kinder, sie brauchen andere um ihre Ziele zu erreichen. Typisch ist auch, dass sie bei Frust die Ursache dafür vernichten wollen. Narzissten haben kein privates Selbst. Während die meisten Menschen in der Gesellschaft bestimmte Rollen spielen (Beruf, Alltag, Nachbarschaft, Gemeinde, etc.) gibt es doch einen reservierten exklusiven Bereich für die Familie und Freunde. Narzissten haben so etwas nicht, sie sind immer die gleiche Rolle, ihr Leben spielt sich auf einer Bühne ab und sie stehen ständig unter Beobachtung (meist von ihren Eltern durch das übergroße Über-Ich). Sie glauben die normalen Regeln und Gesetze gälten für sie nicht. Tatsächlich ist „Normal-Sein“ für Narzissten etwas der schlimmsten Dinge, die sie sich vorzustellen vermögen.
Was die S. betrifft, so ist diese bei Narzissten hochgradig gestört. Der Narzisst sehnt sich zwar nach nichts so sehr, wie nach Liebe, doch seine Unfähigkeit zu Intimität verunmöglicht ihm eine gesunde Beziehung. So verwendet der Narzisst andere nur zum eigenen Lustgewinn, der Partner ist ein Objekt und S. nur dazu da sein körperliches Bedürfnis zu befriedigen, egal was er auch sagen mag, mag er noch so charmant und „einfühlsam“ wirken, im Grunde geht es dem Narzissten um nichts anderes, als S. zur Befriedigung seiner narzisstischen Bedürfnisse zu verwenden. Er ist nie demokratisch, kann den Partner nie als Menschen akzeptieren, fordert Bewunderung, Anbetung (manchmal unter Anwendung von *beep*, um den Partner willfährig zu machen). Narzissten sind autoerotisch, nichts turnt sie mehr an, als sie selbst. Auch für inz. sind sie sehr anfällig, denn ihre eigene Familie ist ihnen selbst (genetisch) am ähnlichsten. S. Perversionen und Paraphilien sind häufig.
Der Narzisst ist ein Versager, ein Verlierer, doch dies hindert ihn nicht daran an seine „Mission“ zu glauben, daran, dass er zu Größerem bestimmt ist. Zumindest glaubt er, dass er ein Anrecht auf ein leichtes Leben haben müsse. Zwar ist er kein grundsätzlicher Gegner von harter Arbeit (Narzisst sein ist selbst harte Arbeit), doch er lehnt es ab untergeordnete Tätigkeiten zu verrichten, unter anderen zu „dienen“. Erniedrigung ist für den Narzissten noch viel schwerer auszuhalten, als für andere Menschen, denn der Narzisst bezieht all seine Selbstachtung nur von außen, er hat keine innere Quelle dafür. Erniedrigung kommt für ihn einem Seelenmord gleich und bedroht seine ganze Existenz. Er wird dann oft wie ein Tier in Lebensgefahr reagieren. Aufgrund der mangelnden Selbstkontrolle können Narzissten leicht ausrasten und gewaltige Aggressionen zeigen, die für das Umfeld völlig unverständlich sind. Ist der Narzisst nicht mehr in der Lage seine innere Spannung zu kompensieren, kommt es oft dazu, dass er sich aus dem Leben völlig zurückzieht und keinen Kontakt mehr mit Menschen pflegt, die Welt ist für ihn ein gefährlicher Ort und scheinbar hat sich alles gegen ihn verschworen. Verschwörungstheorien sind recht häufig unter Narzissten anzutreffen. Manche werden schizoid arbeiten in abgeschlossenen, abgedunkelten Räumen mit Computer und Büchern und pflegen keine Sozialkontakte mehr. Der Narzisst kann trotz Fehlschlägen nicht mit seinem Verhalten aufhören, da aus seiner Sicht sein ganzes Dasein an seinem Verhalten hängt. Auch wenn er leidet, so hat er es sich doch gemütlich eingerichtet in seiner Misere und Veränderung ängstigt ihn noch viel mehr als das bekannte Leid.
Die Arroganz, die Abneigung gegen Routine und die Vorstellung zu allem berechtig zu sein, verhindern, dass der Narzisst Erfolg haben kann, er ist gesellschaftlich ein Idiot, selbst wenn er einen hohen IQ haben sollte. Dennoch sind Narzissten im Grunde dumme Menschen und recht gut vorhersehbar. Sie sind leicht zu manipulieren und werden oft Opfer von Betrug und Missbrauch. Auf der einen Seite fühlt sich der Narzisst allen anderen überlegen, übermächtig und bewundernswert, auf der anderen Seite aber spürt er seine Ohnmacht, seine Hilflosigkeit anderen und der Welt gegenüber.
Der Narzisst ist kein erwachsener Menschen, sondern ein kleines Kind, er ist niemals reif geworden er ist ein puer aeternus (Peter Pan, Dorian Grey). Die Seele wurde in der Kindheit durch Traumata in einen Schockzustand versetzt, so dass sie nicht mehr weiter wachsen konnte. Gleichzeit hat sich ein falsches Selbst aufgebaut, das von nun an das Leben dominierte und allmählich zur ganzen Persönlichkeit wurde.
Das Verhältnis zu anderen Menschen gestaltet sich für den Narzissten sehr problematisch. Ein besonderes ist jenes zu den Eltern. Meist sind die Eltern die Verursacher des Kindheitstraumas und nicht selten sind sie selbst Narzissten oder Co-Narzissten (Narzissten, die von einem Narzissten abhängig, co-abhänig, sind). Die Eltern sind die Quelle der Frustration, der Narzisst weiß das und hasst seine Eltern oft aus ganzem Herzen, selbst wenn er sich um sie kümmert und mit ihnen zusammenlebt. Sie sind ja die Ursache seines Traumas, seiner Störung, seines verpfuschten Lebens. Aber Narzissten sind nicht frei von ihren Eltern, sie sind an sie gebunden. Etwas Besonderes passiert, wenn die Eltern sterben. Der Narzisst braucht lebende Eltern, um sie hassen zu können, um ihnen Vorwürfe machen zu können, doch wenn sie sterben, verlassen sie ihn, was soviel heißt wie, dass er eine Quelle seiner narzisstischen Versorgung verliert. Für den Narzissten sterben seine Eltern nie, ihre Stimmen sind in seinen Geist eingebrannt und verfolgen und kontrollieren ihn auch noch nach ihrem Tod, meist bis zum Tod des Narzissten selbst. Sterben die Eltern, dann wird der Narzisst selbst wieder zum Kind, er fühlt sich wie eine Waise, wieder wurde er von den Eltern verraten.
Häufig kommt es vor, dass Narzissten nie von Zuhause ausziehen, sondern ewig bei den Eltern bleiben (bis diese sterben), sie weigern sich erwachsen zu werden und übernehmen keine Erwachsenenaufgaben (Beruf, Beziehung, Familie, etc.).
Das Verhältnis zu Kindern ist ebenso problematisch. Kinder verhalten sich wie Narzissten und das ist ein ganz normaler Teil der Entwicklung. Sie kokettieren um Aufmerksamkeit, halten sich für charmant und unbesiegbar, prahlen, tricksen und kommen damit durch, man verzeiht ihnen, ja oft werden sie noch ermutigt, um ein gesundes Selbstwertgefühl zu bekommen. Der Narzisst ist im Grunde ein solches Kind, nur er ist erwachsen, bei ihm wird dieses Verhalten nicht mehr geduldet, er bekommt Probleme mit der Umwelt. Er hasst Kinder, er ist neidig auf sie, weil er sich selbst in ihnen sieht. Sie dürfen, was er nicht darf, sie bekommen, was ihm versagt wird. Neue Familienmitglieder werden von vielen Narzissten abgelehnt oder sie versuchen diese zu manipulieren, um von ihnen bewundert zu werden. In den ersten Lebensjahren darf ein Kind fordern, doch je älter es wird, desto mehr erwartet auch die Umwelt als Gegenleistung von ihm. Der Narzisst sieht dies niemals ein und bleibt ein Kind und hält sich auch berechtigt dazu, sein Leben lang fordern zu dürfen, ohne dass jemals etwas von ihm gefordert werden darf.
Der Narzisst hat keine echten Freunde. Er mag Bekanntschaften haben, doch Freundschaft erfordert Empathie und eine solche ist bei einem echten Narzissten kaum oder gar nicht vorhanden. Er nutzt Menschen aus, erkennt ihre Schwächen, übervorteilt, ist unzuverlässig, hält sein Wort nicht – keine Freundschaft kann so bestehen bleiben. Narzissten erkennen nie den Wert und die Fähigkeit anderer Menschen, für sie sind sie immer nur Objekte, die verwendet werden können, ganz nach belieben, ohne echten Wert.
In späteren Jahren werden viele Narzissten Geisteskrank oder begehen unter bestimmten Umständen Selbstmord. Es ist für sie die einzige Art zu überleben, die Realität kann nicht mehr ausgehalten werden. Ohne falsches Selbst ist der Narzisst einem derartigen Übermaß an Schmerzen ausgesetzt, dass er sich nicht mehr integrieren kann, er bricht psychisch völlig zusammen. Gewöhnlich beendet der Narzisst sein Leben einsam, alleine und tief verbittert.

Der Kern des Narzissmus
All diese Betrachtung führen zur Fragen, was denn im Grunde im Zentrum der Narzissmus steht. Welche Grundhaltung besteht im Kern der Persönlichkeit eines Narzissten? Der Narzisst ist ein Mensch, der keine Ahnung hat, wer er wirklich ist. Er kennt sein eigenes Wesen nicht. Das Selbst des Narzissten ist ein großes dunkles Loch! Ein falsches Selbst ist so übermächtig (durch das Über-Ich) geworden, dass es nicht einmal mehr einen Kampf mit dem echten Ich gibt, denn dieses wurde in der Kindheit verkrüppelt und das falsche Ich hat die Persönlichkeit eingenommen und vergewaltigt den Menschen nun permanent von innen heraus. Dies wird aber vom Narzissten nicht erkannt, denn er ist mit dem falschen Ich so vertraut, es ist ja sein Herr und Meister, dass er es für seine wahre Persönlichkeit hält. Er kann die Falschheit nicht erkennen. Der Narzisst ist ein Skla., ein Skla. des falschen Ichs! Der Narzisst hat seine Selbstverwirklichung und sein Erwachsensein zugunsten eines Skla. (des falschen Selbst) aufgegeben. Depression, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht, die der Narzisst immer wieder spürt, durch seine Unfähigkeit erwachsen zu sein. Er empfindet große Scham, vor allem, wenn er sich mit Gleichaltrigen vergleicht, die es zu etwas gebracht haben.
Der Ursprung von pathologischem Narzissmus liegt in Kindheitstraumata. Die Dissoziation ergibt sich als Reaktion auf das Kindheitstraumas. Tief in inneren hasst der Narzisst sich selbst und zweifelt zutiefst an sich. Das ist auch der Kern der ganzen Persönlichkeitsstörung! Der Narzissmus ist eine Abwehr gegen diesen tief liegenden Selbsthass! Narzissmus ist eine Form von Posttraumatischer Belastungsstörung. Der Narzisst besitzt nicht seine eigene Seele oder seinen eigenen Körper, diese sind ihm durch das falsche Selbst genommen, dessen Skla. der Narzisst ist. Er hat keine Kontrolle über sich, deshalb ist er auch verwundert, wenn er für etwas zur Verantwortung gezogen wird, was er getan hat. Der Narzisst verliert sein Leben, mitsamt Vergangenheit und Zukunft an das falsche Selbst. Der Narzisst ist voller Minderwertigkeitsgefühle. Er weiß, dass er als erwachsener Mensch etwas leisten sollte und kann es doch nicht, er ist ein Kind in Körper eines Mannes oder einer Frau. Die Scham darüber ist grenzenlos. Der Narzisst findet zuweilen heraus, dass er ein Sonderling ist und er bekommt es mit der Angst zu tun: Angst davor, wie andere auf ihn reagieren und Angst davor, wie er selbst reagiert (nachdem er ja nicht Herr über sich selbst ist).
Der Missbrauch von Kindern kann auf dreierlei Arten zustande kommen. 1.) Verhätschelung des Kindes (das Kind wird süchtig danach) 2.) Vernachlässigung des Kindes 3.) eigentlicher Missbraucht (s.uelle, oder nicht s.uelle, emotional, physisch). S. Missbrauch ist nicht typisch für das, was einem Narzissten in der Kindheit angetan wurde, sehr häufig jedoch ist der emotionale Missbrauch. Missbrauchte Kinder internalisieren die Stimmen des Missbrauchers. Ihr Leben verbringen sie damit Gegenstimmen dafür zu finden. Eltern sind Vorbilder und Kinder lernen von ihnen im positiven wie im negativen Sinne. Liebe lernen die Kinder von ihnen, sind die Eltern dazu nicht in der Lage, hat das Kind wahrscheinlich die allergrößten Schwierigkeiten mit Liebe und Intimität. Die Ursache für eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung liegt fast nie in einem einzigen traumatischen Akt begründet, sondern in einer längeren Serie von Missbräuchen (Süchtige Eltern, körperliche Züchtigungen, Erniedrigungen etc.). Wenn Eltern Kinder missbrauchen, dann werden sie selbst wieder zu Kindern, die versuchen mit ihrem eigenen Missbrauch umzugehen.




Therapie
Die Narzisstische Persönlichkeitsstörung gehört zu den psychischen Störungen, die am schwierigsten zu behandeln sind. Dies liegt vor allem daran, dass der Patient süchtig von seiner Störung ist, er liebt sie im Grunde sogar. In die Therapie kommt er nicht, um geheilt zu werden, sondern um mit den Lebensschwierigkeiten besser umgehen zu können – kurz: um ein besserer und erfolgreicherer Narzisst zu sein. Viele Therapeuten lehnen es ab Narzissten zu behandeln aufgrund der schlechten Erfolge und der Unwilligkeit der Patienten, zudem wird der Patient auch den Therapeuten erniedrigen, denn in seinen Augen ist er ja selbst eine Art „Kollege“ und verfügt mindestens über dieselben Fähigkeiten und dasselbe Wissen. Die meisten Narzissten lehnen eine Psychotherapie vehement ab. Nicht selten kann nur die Intervention von außen, zum Beispiel durch einen Gerichtsbeschluss, dazu führen, dass ein Narzisst überhaupt an einen Therapeuten gerät. Narzissten geben ihre Krankheit meist nur in großen Lebenskrisen zu und selbst dann fallen sie bald wieder in ihr altes Verhaltensmuster zurück, auch wenn sie bereits einiges an Therapie hinter sich haben.
Um an das wahre Selbst des Narzissten heran zu kommen ist sehr viel Anstrengung nötig. Viele Therapeuten haben es völlig aufgegeben dieses verkrüppelte Etwas hervorzukramen und dann damit zu arbeiten (das wahre Selbst ist meist nicht älter als fünf Jahre). Sie versuchen viel mehr ein völlig neues Selbst aufzubauen, ein neues wahres Selbst, mit dem der Patient besser in der Welt leben kann. In der Therapie muss der Narzisst einem anderen Menschen vertrauen, etwas, das er in der Regeln nicht kann. Er muss sich auch „unterordnen“ und anerkennen, dass der Therapeut mehr weiß und besser in der Lage ist ihm zu helfen, als er es selbst könnte. Er muss also die Überlegenheit eines anderen anerkennen – wie schwer dies für den Narzissten ist, ist aus diesem Text bisher bereits deutlich geworden. Der Narzisst wird von einem enormen Über-Ich beherrscht, das seine gesamte Persönlichkeit durchdrungen hat, ja im Bewusstsein des Narzissten seine Persönlichkeit ist.
Auch muss der Narzisst erkennen, dass er, wenn er gesund werden will, sich mit der „Normalität“ des menschlichen Daseins anfreunden muss. Normal zu sein ist für den Narzissten eine Erniedrigung, denn es heißt er muss so sein, wie die anderen, denen er sich bisher immer überlegen gefühlt hat. Bei der Therapie geht es darum, dass sich das wahre Selbst zeigen und entfalten darf und dass das Über-Ich eingebremst und wenn möglich ersetzt wird, damit das wahre Ich Kontrolle über die Persönlichkeit erlangen kann.
Am Anfang muss der Narzisst sich seiner selbst bewusst werden. Die typischen Rationalisierungen müssen aufgeben werden, der Patient erkennt die (erschreckende) Realität seines Leben. Dann beginnt der Narzisst sich selbst realistischer zu sehen. Dies geschieht durch die Hilfe von anderen Menschen, in dem diese ihm schonungslos und offen mitteilen, wie das Leben des Patienten aussieht (Freunde, Bekannte, etc.). Der Narzisst gibt nun die Quellen seiner Sucht (narzisstische Versorgung) auf. Dann ist der Patient so weit, dass er sich auf die eigentliche Therapie einlassen kann, und zwar mit der Absicht wirklich geheilt zu werden und nicht nur um ein „besser funktionierender Kranker“ zu sein.
Die Gefühle des Narzissten sind „eingefroren“, in Wahrheit ist er nur in einer Linie gebunden: an die Krankheit selbst, in sie investiert er all seine emotionale Energie. Vorsicht ist auch dort gebunden, wo der Narzisst zwar seine Störung zugibt, aber keine Verantwortung übernimmt, sondern nur die Störung selbst für sein Leben verantwortlich macht. Der Narzisst auf dem Weg der Besserung muss zugeben, dass die Krankheit durch ihn selbst verursacht wurde und dass er auch dafür völlig gerade stehen muss. Das Verständnis der Störung bringt noch keine Besserung. Es genügt nicht, dass der Patient über sie Bescheid weiß. Echte Heilung kann nur dort geschehen, wo der Narzisst beginnt wirklich zu fühlen, den Schmerz in sich zu spüren und auszudrücken und nicht mit Worten zu „bewältigt“. Am Ende der Therapie ist der Narzisst im besten Fall kein Narzisst mehr, sondern ein Mensch, der viele Jahre seines Lebens verloren (geopfert) hat auf dem Altar eines Götzen (falsches Selbst). Er kann nun trauern, erkennt, seine Unreife und kann in der Folge konstruktiv daran arbeiten wirklich erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Er erkennt dann seine Verwundbarkeit, aber er ist frei, frei sich selbst zu verwirklichen und sein Schicksal zu erfüllen.
Als wirksame Therapieformen haben sich 12-Stufenprogramme, EMDR (Eye Movement Desentizitation and Reprocession) und auch manchmal NLP herausgestellt. Man darf nicht vergessen, dass der Störung Traumata zugrunde liegen, deshalb sind gerade jene Methoden am ehesten Erfolg versprechend, die sich mit posttraumatischen Stress und ebensolchen Störungen beschäftigen.
Eingestellt von Musashi um 13:41
Labels: Charakter, Psychologie
Kommentare:

Anonym11. Februar 2011 11:31

15.03.2013 13:30 • #11


Mimi1979


Hallo Menetakel,

wow, das sind mal informationen! Danke dir hierfür erst einmal!

Zu den wichtigsten Punkten kann ich folgendes sagen:

• Sich selbst für grandios halten, die eigene Wichtigkeit enorm übersteigern / eher das Gegenteil ist der Fall...er versinkt in Selbsthass und projeziert diesen auf mich, nachdem er eingesehen hat, dass sein Verhalten wohl nicht korrekt war
• Ist von starken Phantasien (Macht
, Geld, Erfolg, Schönheit etc.) beherrscht / trifft komplett nicht zu...Otto-Normal-Verdiener, bescheidene Persönlichkeit, hat mich jedoch mit viel zu überteuerten Geschenken beschenkt (zu Jahrestagen, Valentinstag, Geburtstag, usw..)• Glaubt an die eigene Einzigartigkeit, die weit über das Normalmenschliche hinausreicht
• Hängt exzessiv von der Bewunderung anderer ab. / stimmt zum Teil..er ist Fußballtechnisch sehr angagiert und in seinem Verein der "Anführer", ist jedoch auch sehr gesellig und fühlt sich in dieser Rolle sehr wohl• Extrem hohe Ansprüche stellen, verlangt Sonderbehandlungen / den einzigen Anspruch den er immer wieder stellt ist, dass er erwartet, dass ich seine Abspaltungen locker hinnehme, kann ich aber nicht• Ausbeuterisch in zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere Menschen sind Quellen, um zu überleben, um die anderen selbst geht es überhaupt nicht.
• Eklatanter Mangel an Empathie (im Extremfall gar nicht vorhanden) / trifft nicht zu, da er extrem empathisch ist, in seiner Partnerschaft, in seinem Hobby, alles mit sehr viel Leidenschaft verbunden• Empfindung von sehr großem Neid oder der Glaube andere seien neidig auf einen / trifft nicht zu, spricht nicht von anderen, die vielleicht mehr haben oder warum das so ist...zufrieden mit dem was er verdient und er hat, das reicht ihm• Arroganz, Hochmut / trifft gegenüber seiner Erscheinung MIR gegenüber zu, wenn er sich abspaltet (weil er sich angegriffen fühlt obwohl dem nicht so ist) und vor allem: er kommt nicht runter, es kann sich Stunden, Tage, Wochen hinziehen, bis er wieder "normal" ist..fällt er einmal in diese Abspaltung ist es für ihn sehr mühevoll wieder rauszukommen...

15.03.2013 14:42 • #12


Menetakel


Hallo Mimi

Abspaltung - Meinst du damit nicht vorhandene" emotionale Kompetenz"?

Emotionale Kompetenz ist eine Fähigkeit, eigene Gefühle wahrzunehmen und sie in ihrem Wesen und ihrer Komplexität identifizieren und verstehen zu können. Dazu gehört auch die Fähigkeit, sie mit anderen Menschen befriedigent auszutauschen und die Gefühle im Bedarfsfall auch kontrollieren zu können.(Wenn z.B. nicht der richtige Zeitpukt o. die Gelegenheit dafür da ist.)

Emotional kompetentes Verhalten beinhaltet gewünschtes, nicht manipulatives Geben u. Nehmen von Anerkennung und Zuwendung jeder Art. Dadurch wird unser Herz in der Beziehung zum anderen geöffnet und ein wesentliches - empirisch belegtes- Grundbedürfnis befriedigt.

Wenn wir uns emotional kompetent verhalten, machen wir uns der emo. Auswirkungen unseres Verhalten auf andere Menschen bewußt und übernehmen dafür die Verantwortung.
Dazu gehört, dass wir Fehler eingestehen und uns dafür entschuldigen, aber auch unser Verhalten ändern, wenn wir dadurch Druck ausgeübt haben.

Wir sind in der Lage - je nach emo. Entwicklungsstand o. momentaner Verfassung - uns zwischen verschiedene Stadien zu bewegen.
0% = Starrheit/Betäubung :In diesen Zustand ist für den Betreffenden kein Grad an Gefühl spürbar. Emotional schwerst gestörte Menschen, die Gefühle abspalten o. in ihrer Entstehung ignorieren können, gehören dazu.

Es kann aber auch sein, dass selbst, wenn die Person unter einem starken Einfluß von Emotionen steht, auf Befragen nach ihrer Befindlichkeit nur Verwirrtheit oder Gefühle von Kälte oder Taubheit angibt.Dieses Level bezeichnet man als " gefriergetrocknet " entwickelt und dem Bewußtsein nicht zugänglich.

Die Gefühle sind bewußt, aber sie werden als hochgradige innere Energie erfahren, die nicht in Worte gefasst werden können und sich deshalb wie eine undifferenzierte, unergründliche Masse anfühlen.
Dieser Zustand ist besonders lästig, weil der Betreffende sehr verletzlich ist und auf seine Gefühle reagiert. Gleichzeitig ist er aber unfähig, sie auszudrücken, zu modulieren oder kontrollieren.


Leider muß ich hier abbrechen, die Pflicht ruft.
Wenn du an einer Ergänzung interessiert bist, lass es mich wissen.

LG

15.03.2013 17:25 • #13


Mimi1979


Hey Menetakel,


Hallo Mimi

Abspaltung - Meinst du damit nicht vorhandene" emotionale Kompetenz"?
Ich meine damit Dissoziationen Störungen ( ist auch vom Psychologen bestätigt)


Es kann aber auch sein, dass selbst, wenn die Person unter einem starken Einfluß von Emotionen steht, auf Befragen nach ihrer Befindlichkeit nur Verwirrtheit oder Gefühle von Kälte oder Taubheit angibt.Dieses Level bezeichnet man als " gefriergetrocknet " entwickelt und dem Bewußtsein nicht zugänglich.

Genau darum geht es...er "freezt" ein, zieht in dem Moment ein Gesicht wie wenn er tot wäre und seine Augen sehen ebenfalls tot aus ( oder nicht in dieser Welt)..die Dinge bzw. Wörter die ihn zum " einfreezen" bringen sind genau so unterschiedlich wie unabsehbar...

15.03.2013 17:35 • #14


gucks_du


Hey dann geh doch mal direkt ins Forum für narzissmus.. Vllt kannst du dich dann eher vor so einem a.. Retten als wir anderen ;o)

15.03.2013 19:00 • #15




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