Zitat:Aber jetzt hast du es realisiert (seit wann?)
Seit ich im Rahmen meiner Weiterbildung (ab 2013) quasi mit sanftem Druck gezwungen wurde, mich mehr mit mir selbst zu beschäftigen. Vorher gab es auch schon Ansätze, aber da habe ich eher an den "Kosten" (Depression, Burnout) herumlaboriert, statt den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Zitat:Schrecklich!
In der Tat nicht besonders angenehm. - Das Problem: Du akzeptierst es lange Zeit als einen ganz natürlichen Teil von Dir. - Motto: Ich habe halt Zeit meines Lebens immer nur mit Idioten zu tun gehabt.
Zitat:Das stimmt sicher, ich kann es nachvollziehen, aber ich weiß nicht, ob es mir Mut macht.
Sorry, ich wollte nur etwas provozieren.
Es gibt evtl. eine Lösung: Auch wenn Du in dem Bewusstsein aufgewachsen und erzogen worden bist, dass Du was Besonderes und Einzigartiges bist, muss Dich dieses Bewusstsein nicht gänzlich daran hindern, Dich auf andere einzulassen. Die Überwindung dieser Problematik ist der Weg der Liebe. Wenn man sich wirklich verliebt, lässt man die erwähnten gesellschaftlichen Konventionen hinter sich. Dann interessieren wir uns wirklich für unser Gegenüber. Dann können wir wieder Mensch sein und kein degeneriertes Produkt unserer Gesellschaft. Wenn Du in so einer Situation den Impuls verspürst, aus Liebe zu jemandem ein besserer Menschen werden zu wollen, dann ist das ein ganz wichtiger Schritt.
Was ähnliches gilt übrigens auch für Liebeskummer: Über gekränkte Eitelkeit hinaus geht es noch um etwas ganz anderes dabei. Indem Du Schmerz, Trauer, Wut, Ärger und Enttäuschung zulässt und aushälst, kannst Du ein reiferer und empathischerer Mensch werden und Demut lernen. Du kannst die Erfahrung machen, dass Du robuster bist, als Du bisher angenommen hast und dass Du das aushalten kannst, auch ohne genau zu wissen, wann der Schmerz nachlässt. Du erlebst eigene Kraft und Stärke und gewinnst dadurch an Sicherheit. Sich von jemand in einem Trauerprozess ablösen zu können, ist ein Zeichen einer gereiften Persönlichkeit.