Zitat von Ortrere:Viel gespannter bin ich, wie und wann diese optische Anziehungskraft nachlässt! Wenn ich die Fotos sehe...fürchterlich, wie sehr ich auf diesen Mann rein visuell stehe!
Die Anziehungskraft lässt nach, wenn du wirklich innerlich bereit bist ihn loszulassen und das auch durchziehst. Das kann durchaus eine längere Zeit dauern und geschieht nicht von heute auf morgen
Dieses intensive Dauerverliebtsein gibt es nur in toxischen Beziehungen und ist im Grunde nur ausgelöst durch deine Hirnchemie - dieses "ich liebe dich, aber", das ewige Hin und Her. Das nicht "Sattwerden" in der Beziehung.
Ich garantiere dir, dass deine Gefühle sich relativ schnell normalisiert hätten wenn ihr beide eine ganz reguläre monogame Beziehung geführt hättet.
Klar kommst du nicht drum herum durch den Liebeskummer durchzugehen - das ist hart, wissen wir alle. Minimum ein halbes Jahr, falls du nicht wieder einknickst. Sonst drehst du eben noch eine Runde.
Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass Frauen, die sich sehr lange in solchen Beziehungen bewegen, sich darin gar nicht so schlecht fühlen. Klar beschweren sie sich über all die Ungeheuerlichkeiten etc. Aber unterm Strich sind diese toxischen Beziehungen eben auch super spannend, sie beschäftigen einen ungemein. Das kann das Leben ausfüllen und auf eine seltsame Weise bereichern. Denn die Alternative scheint nicht unbedingt so interessant. Zunächst ganz üble Gefühle durch den Liebeskummer, sich neue Inhalte für das Leben suchen, Einsamkeit aushalten etc.
Und ich finde es auch vollkommen ok, wenn jemand sagt - trotz all der Probleme, ist es mir das wert.
Ich bin mir nicht sicher, ob du diejenige in diesem Thread warst, die gesagt hat, dass sie nur unglückliche Single kennt.
Ich denke, dass ist eher eine Generationenfrage. Für meine Mutter, die in den 30er Jahren geboren wurde, war Single zu sein die Höchststrafe.. Einfach deswegen weil sie es nicht anders gelernt hat. Eine Frau ohne Partner war irgendwie eine tragische Gestalt in jeder Hinsicht.
Schau ich mir jetzt die aktuelle Generation an sieht das glücklicherweise ganz anders aus, da hat sich einiges getan. Für meine Tochter und meine Nichten ist die Suche nach dem "richtigen" nicht mehr zentrales Lebensthema, da hat sich gesellschaftlich einiges getan.
Die Frage ist wie du dein Leben alleine gestaltest. Klar ist es schön jemanden zu haben und sich gebraucht zu fühlen. Aber wenn der Wunsch nach einer Partnerschaft dermaßen elementar ist, dass du wirklich jeden Quatsch glaubst, dich mies behandeln lässt und tatsächlich noch liebevoll über einen Menschen denken kannst, der dir sogar noch bestätigt, dass er ein Psycho ist - dann läuft was schief.
Wichtig ist zu lernen wie man selbst sein Leben so gestalten kann, dass man es als so schön und interessant findet, dass Menschen, die einen benutzen und runterziehen überhaupt keine Chance mehr haben einen "zu annektieren".
Gibt es außer dem Beziehungsthema denn nichts anderes, das dich erfüllt und begeistert?
Überlege doch mal, was wäre, wenn du wüsstest, dass du nicht mehr lange zu leben hast. Solche Fälle haben sich in meinem Freundes- Bekanntenkreis in den letzten Jahren leider gehäuft.
Würdest du dann dein Leben immer noch an solche Menschen verschwenden? Schau mal - all die Kämpfe, das Warten, die Rachegedanken etc. nehmen dir so viel kostbare Lebenszeit!
Es ist im Grunde ganz einfach: wenn du ihm wirklich so wichtig wärst und er ernsthaft in dich verliebt wäre, dann hätte er sich längst für dich entschieden!
Diese ganze Romantisierung und das Drama kannst den Hasen geben. Das sind Strategien um dich bei der Stange zu halten.
Ich empfehle dir die youtube Videos von Christian Hemschemeier. Der bringt das Thema sehr schön auf den Punkt.
Alles Gute.