Zitat von Balu85: Aber für mich, wie gesagt gilt für mich, gibt es 2 Gründe zu heiraten.
Ich stimme dir vollkommen zu, dem gesamten Beitrag.
Nur ein ergänzender Gedanke, persönlich kenne ich von einigen, mit denen ich darüber gesprochen habe, noch einen dritten Grund, zu heiraten -
die Sehnsucht nach dem absoluten Bekenntnis des Partners zur Beziehung. Dass der Andere wirklich aus allertiefster Überzeugung sagt:
"JA, ich will...
= definitiv nur noch dich, weil du etwas ganz Besonderes für mich bist
= aufhören, nach was Besserem Ausschau zu halten/auf etwas Besseres zu warten
= aufhören, nur bis um die nächste Ecke zu planen (denn
für immer ist ja doch ein bisschen langfristiger...) "
Wie du vollkommen richtig sagst sind Scheidungen sehr langwierig und teuer, und einige verbinden genau damit, dass man es sich bewusst nicht so leicht macht, sich wieder zu trennen, ein Stück Sicherheit, dass der Andere es nun
wirklich absolut ernst meint.
Natürlich ist diese "Sicherheit" am Ende auch nur eine Illusion, denn
- wer wirklich gehen will, der geht, ob mit Trauschein oder ohne
- ein Ehegelübde schützt nicht vor Betrug
- ein Ehegelübde schützt nicht vor Fremdverlieben, Auseinanderdriften in der Beziehung etc.
Und trotz aller rationalen Erwägungen geht es machen so, dass sie dieses offizielle Bekenntnis und den damit verbundenen Gedanken an absolute Exklusivität und Sicherheit gerne hätten.
Denn, genau wie du sagst... unverheiratet trennt es sich eben doch so viel leichter und schneller.
Gerade wenn es an die Familie(nplanung) geht gefällt vielen nicht, wenn der Andere sich dieses bequeme Hintertürchen weit offen halten mag.
Das ist nun
nicht exakt meine persönliche Einstellung - ich selbst sehe das gesamte Thema, wie so vieles im Leben, aus einer Vielzahl an Gründen, sehr ambivalent.
Ich weiß nur von recht vielen, dass sie vor der Hochzeit/Eheschließung so oder sehr ähnlich dachten.
Gerade der Gedanke:
"wenigstens
jetzt ist er sich zu 1000% sicher, dass alles richtig ist und ich das Beste bin, was ihm passieren konnte" etc.
Gerade dieses Gefühl/diese Sicherheit ist einigen wichtig.
(Muss an dieser Stelle gestehen dass mir selbst speziell dieser eine Gedanke nach 13 gemeinsamen Jahren Beziehung und vor der Familienplanung auch wichtig war... zur finanziellen Absicherung habe ich meinen Mann niemals gebraucht und gewollt, und das wusste er auch ganz genau.)
Wie du sagst, eine Scheidung ist eine langwierige, super teure Sache, und ich würde grundsätzlich auch niemandem raten, in einer schwierigen Beziehungslage zu heiraten, die Ehe kittet gar nichts.
Was vorher schwierig war,wird wird nachher auch nicht "einfacher", genauso wie mit Kindern, die keine kaputte Beziehung kitten sondern sie eher noch viel mehr belasten.
Gerade wenn vorher schon so vieles in Schieflage ist und nicht passt und man sich nicht so wirklich einig wird, ist es sehr sinnvoll, alles näher anzuschauen - genau wie es hier im Rahmen der Paartherapie passiert - bevor man Entscheidungen mit rechtlich so weitreichenden Konsequenzen trifft.