trennungtutweh
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Ich habe vergangenen Sommer meiner besten Freundin gestanden, dass ich auf sie stehe (war so nicht geplant, ich war angetrunken), jedenfalls hatte ich zu dem Zeitpunkt emotional schon einiges mitgemacht wegen ihr (jedes Mal wenn ich mit ihr - im Beisein des Freundeskreises - was unternommen hatte, beschäftigte sie mich so sehr, dass ich 1-2 Tage danach nicht richtig schlafen konnte usw.). Ich kennen sie seit der Kindheit und sie war viele Jahre die beste Freundin meiner Schwester. Ich hatte immer wieder mal im Laufe meines Lebens romantische Gefühle für sie gehegt. Es geht hier also nicht um eine vorübergehende Schwärmerei. Ich wollte eigentlich von ihr weg und habe mich deshalb auf einer Dating-App angemeldet, habe das dann aber wieder bleiben lassen, es hat sich nicht richtig angefühlt, weil SIE ja da ist.
Nach einem anfänglichen Schock bei ihr ist SIE Wochen später auf mich zugekommen und hat nochmal angesprochen, ob ich wirklich Gefühle für sie habe und so (ich hatte die Sache schon abgehakt). Dann hat alles angefangen, wir sahen uns anfangs ca. 2-3x wöchentlich, nach ein paar Wochen sahen wir einander täglich. Also ja, wir hatten tatsächlich was miteinander und es hat zwischenzeitlich richtig, richtig gut ausgesehen!
Alles war und ist bis heute geheim, niemand aus dem Freundeskreis weiß davon (und das soll auch so bleiben), weshalb ich das mit niemandem besprechen kann. Auch nicht mit meiner Schwester, die voreingenommen ist über sie usw. Auch meine Eltern kennen sie gut .
Folgendes hat SIE von sich aus immer zuerst angesprochen:
verliebt zu sein, das Wort Liebe, zusammen zu sein, ein gemeinsames Haus, Kinder; dass sie mich so sehr vermisst, dass sie mich – wenn ich sie fragen würde – wohl heiraten würde, obwohl sie grundsätzlich gar nie heiraten wollte – aber mit mir wäre das was anderes … - später hat sie mir gesagt, dass sie sich damit selbst unter Druck gesetzt hat, weil sie mir solche Dinge so früh gesagt hat (aber wenn man sich so gut kennt, sagt man solche Dinge vl. etwas schneller . )
Nach ca. 2,5 Monaten - als es gerade am Schönsten war und alles gepasst hat und vl. aus ihrer Sicht etwas verbindlicher wurde - dann von heute auf morgen alles anders: Sie bekam – ich war gerade bei ihr – eine Panikattacke. Wegen mir. Auf einmal sah sie alles nur mehr negativ. Sie redete sich ein: Wenn es öffentlich würde und die Leute von uns erfahren, könne sie nicht mehr zurück usw. In mir sah sie ab diesem Zeitpunkt nur mehr meine Makel/Fehler (die sie ja alle kennt), all meine „schlechten“ Eigenschaften und kritisierte mich immer öfter wegen Banalitäten. (Davor sah sie es nur als Vorteil, dass wir einander so gut kennen.) Bei ihr waren jedenfalls all ihre Gefühle mir gegenüber einfach weg. Von jetzt auf gleich. Sie setzte sich ab diesem Zeitpunkt selbst massiv unter Druck, damit ihre Gefühle wieder kommen (was unter Druck natürlich nicht passieren wird), sie konnte nicht mehr richtig essen oder schlafen, war ständig nervös und voller Panik. Nach ca. 2 Wochen ging es ihr so schlecht, dass sie mir verkündete, wir müssen damit aufhören, dass wir uns sehen/hören.
Ab diesem Zeitpunkt durfte ich ihr nicht mehr schreiben, sie nicht mehr anrufen – sondern darauf warten, dass sie das von sich aus tut. Nach ein paar Tagen Funkstille fing sie wieder an, mich zu kontaktieren – und wir sahen uns danach wieder – mehr oder weniger regelmäßig. Nach ein paar Wochen wurden wir auch wieder intim, küssten uns immer wieder, umarmten uns usw. und sahen uns wieder fast täglich oder telefonierten. Aber es war nicht mehr wie vorher. Ich durfte keine Unternehmungen vorschlagen, sie nicht anrufen usw. - weil ihr das enormen Druck mache, hat sie gemeint.
Weil SIE es ist, habe ich da mitgemacht. Habe deswegen meine (Toleranz)Grenzen erweitert, was ich sonst nicht zulassen würde - in der Hoffnung, dass es wieder wird. Gut gegangen ist es mir in der Zeit nicht.
Sie hat mir immer wieder mal gesagt, ich solle das nicht überbewerten, wenn sie mich küsst / wir umarmt vorm Fernseher liegen - sie will es wieder probieren, überwindet sich aber teilweise dazu, weil ICH es bin. Weil sie selbst unbedingt möchte, dass es wieder wird wie vorher.
Das ging noch ein paar Wochen so weiter, alles drehte sich meistens nur um Negatives (dass ihre Gefühle noch nicht wieder da sind, wie das alles wieder werden soll, . ). Ich machte ihr keinen Druck – SIE meldete sie sich immer bei mir. Trotzdem ging es ihr immer schlechter und schlechter. Bis sie vor ca. 5 Wochen zu mir gesagt hat, sie könne nicht mehr, sonst zerbricht sie daran. Es hat sie alles zu sehr unter Druck gesetzt, dass ICH es bin, den sie schon so lange kennt, der im selben Ort wohnt, denselben Freundeskreis hat, dessen vermeintliche Fehler sie so sehr stören, . Hätte sie mich neu kennengelernt, würde die Sache ganz anders aussehen, hat sie gemeint.
Ich verstehe sie. Kann es nachvollziehen. Sie stand von Anfang an auf der Bremse. Weil ich es war. Sie wäre daran wirklich zerbrochen. Ich hätte es wohl selbst schon vorher einsehen sollen und selbst die Sache beenden sollen. Aber man hofft halt, dass es wieder wird. Ich bin ihr nicht böse oder so. Gar nicht. Aber unendlich traurig .
Sie macht inzwischen eine Therapie. Dort hat sie rausgefunden, dass sie eine Bindungsangst und somit ein Problem mit Nähe hat. Eine Beziehung mit ihr hätte sicher nicht so ausgesehen, wie ich mir das vorstelle. Wer möchte schon, dass die Partnerin von einem eigenen Haus spricht, von einem Urlaub mit getrennten Zimmern und solchen Dingen .
Ich hab sie vor 5 Wochen das letzte Mal gesehen, dazwischen haben wir 2-3x telefoniert – das letzte mal vor 2 Wochen. Ihr geht es jetzt gut bzw. viel, viel besser. Mir dafür schlechter …
Wir sind so verblieben, dass es wohl das beste wäre, wenn zwischen uns jetzt mal Funkstille ist … mal für mindestens einen Monat. - Das hat allerdings sie vorgeschlagen. Für mich ist das verdammt hart. Sehe aber ein, dass es wohl notwendig ist.
Sie glaubt, dass auch die Freundschaft nicht mehr wird wie vorher … Das macht mich alles fertig .
Sie hat mir geraten, ich solle mich schleunigst auf einer Dating-Seite anmelden und mir jemand neuen suchen, damit ich schneller von ihr wegkomme … Aber dazu hab ich jetzt mal überhaupt keine Lust. Meine Meinung ist, das sowas nicht funktioniert. Ich muss das vorher verarbeiten.
Ich vermisse sie sehr, die Zeit mit ihr, ihre Nähe, mit ihr intim zu werden, mit ihr einen Film zu schauen, … weiß aber, dass das wohl nicht gut wäre für mich.
Ich bin grad ziemlich down … es geht mir grad echt nicht gut … kann mit niemandem darüber reden, weil die ganze Sache mit uns geheim bleiben soll.
Jetzt kommt hinzu, dass wir eben zum Teil denselben Freundeskreis haben – fast immer war sie diejenige, die sich bei mir gemeldet hat am Wochenende, wenn wir mit den Freunden was unternommen haben (weil das ursprünglich ihre Freunde zuerst waren). Das ist jetzt nicht mehr. Generell ist mein Freundeskreis relativ klein. Viele haben Kinder, sind verheiratet usw. Es ist halt nicht mehr wie mit 28 …
Ich fühle mich furchtbar einsam, die Wochenenden sind aktuell die Hölle, an Urlaubszeit will ich nicht mal denken. Ich hab am WE aktuell oft nichts geplant, hab aktuell kein soziales Netzwerk, auf das ich zurückgreifen könnte … leider … die momentanen Freunde zum Fortgehen liefen wie erwähnt über sie, was jetzt aktuell eben wegbricht .
Gibt’s hier jemanden, der Ähnliches erlebt und Tipps für mich hat, wie ich ich aus diesem Tief wieder rauskomme? Ich kann mich aktuell nur schwer ablenken, meine Gedanken kreisen die ganze Zeit um diese eine Sache.
Wir waren nie richtig zusammen und doch trifft mich das ganze so, als hätten wir eine langjährige Beziehung gehabt.
Ich hatte bisher 2 Beziehungen, die 4 bzw. 6 Jahre lang gehalten haben. Seit 2 Jahren bin ich wieder Single.
Ich fühle mich, als hätte ich ein Verbrechen begangen, das ich jetzt schwer abzubüßen habe. Dabei habe ich nur jemandem mein Herz geschenkt … das jetzt gebrochen ist.
Danke fürs Durchhalten bis zum Schluss!