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Verhalten sich SO Freundinnen?

Sarah28

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Hallo ihr lieben menschen!
Mein Anliegen hat zwar nichts mit Liebe zutun aber mit Freundschaft.
Ich denke gerade viel nach und frage mich ob ich übertreibe oder. Ach ich erzähls euch :
Es geht um 2 eigentlich gute Freundinnen. Beide kenne ich jeweils seit der Krabbelgruppe. Sind immer durch dick und dünn gegangen.
Jedoch sind sie leider zum studieren vor einigen Jahren weggezogen. Wir sehen uns nur noch 2 bis 3 mal im Jahr etwa.
Folgenden Situation zum besseren Verständnis :
Ich hatte einen schlimmen Arbeitsunfall bei dem es zu einer Amputation kam.
Die letzte Zeit war sehr schlimm für mich. Und ehrlich gesagt enttäuschen mich diese beiden Freundinnen momentan total.
Ich habe beiden jeweils vor 18 Tagen eine Nachricht geschrieben. Es ging um alles mögliche. Beide liegen mir sehr am Herzen und natürlich möchte ich wissen wie es ihnen geht.
Naja bis heute hab ich Immernoch keine Antwort erhalten. Und das macht mich traurig. Keiner fragt mal ob wir vielleicht wenigstens mal telefonieren wollen. Ich merke wie oberflächlich der Kontakt doch irgendwie ist im moment.
Und das finde ich allgemein sehr schade.
Und es enttäuscht mich, dass irgendwie keiner von beiden, gerade jetzt wo es mir nicht so gut geht, so richtig da ist.
Ich weiß, dass irgendwann eine Antwort kommt. Aber erfahrungsgemäß dauert es jedes Mal 3 - 4 Wochen.
Irgendwie ist das doch keine richtige freundschaft (mehr) oder?
Stelle ich mich an?
Ich bin immer für meine Freunde da. Zu jeder Tages und Nachtzeit, weil sie mir wichtig sind. Und im Moment hab ich das gefühl, ich bin es ihnen nicht.
Ich habe z. B. In der Nachricht geschrieben, dass ich zeitnah versuche wieder zu arbeiten. Und das ich halt Angst davor habe nach vielen Monaten wieder am Ort des Geschehens zu sein.
Keine Reaktion. Nichts.

28.05.2019 13:30 • x 2 #1


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zuerst einmal wünsche ich Dir gute Besserung und ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Es scheint so, dass aus den guten Freundinnen von damals flüchtige Bekannte geworden sind. Das ist zwar schade, aber viele schaffen es nicht, im Lauf der Zeit die Freundschaft zu halten / vertiefen. Ich finde nicht, dass Du übertreibst, ich finde es traurig, dass keine Reaktion erfolgt ist.

Hast Du denn gute Freunde noch um Dich herum? Also Leute, auf die Du Dich verlassen kannst?

28.05.2019 13:36 • x 7 #2


Sarah28


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Zitat von Kummerkasten007:
Zuerst einmal wünsche ich Dir gute Besserung und ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Es scheint so, dass aus den guten Freundinnen von damals flüchtige Bekannte geworden sind. Das ist zwar schade, aber viele schaffen es nicht, im Lauf der Zeit die Freundschaft zu halten / vertiefen. Ich finde nicht, dass Du übertreibst, ich finde es traurig, dass keine Reaktion erfolgt ist.

Hast Du denn gute Freunde noch um Dich herum? Also Leute, auf die Du Dich verlassen kannst?


Vielen Dank für deine Antwort!
Genau das was du sagt befürchte ich auch schon fast. Ich will es wahrscheinlich einfach nur nicht wahrhaben, dass aus guten Freundinnen plötzlich nur bekannte werden.
Gerade das macht für mich eine gute Freundschaft aus. Das man in schwierigen Zeiten füreinander da ist.
Ich kann von mir behaupten, dass ich immer für besagte Freundinnen da war.
Umso mehr enttäuscht mich das ganze.
Ja, ich habe Menschen auf die ich mich zu 100 % verlassen kann und die mich unterstützen. Ich bin sehr dankbar dafür und weiß das sehr zu schätzen.

28.05.2019 13:45 • x 1 #3


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Du brauchst Dir wenigstens nicht vorzuwerfen, dass Du eine Freundschaft in den Sand gesetzt hast.

Genieße die Leute, die wirklich für Dich da sind.

28.05.2019 14:01 • x 2 #4


Candra


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ich finde auch nicht das du übertreibst. 3-4 Wochen auf eine Antwort warten ist schon relativ eindeutig finde ich. Wie lange liegt denn die Amputation zurück? Könnte vll die eigene Hilflosigkeit der beiden eine Rolle spielen?

Ich würde denen das mal genau so sagen das dich das sehr enttäuscht

28.05.2019 14:06 • x 1 #5


Sarah28


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Zitat von Candra:
ich finde auch nicht das du übertreibst. 3-4 Wochen auf eine Antwort warten ist schon relativ eindeutig finde ich. Wie lange liegt denn die Amputation zurück? Könnte vll die eigene Hilflosigkeit der beiden eine Rolle spielen?

Ich würde denen das mal genau so sagen das dich das sehr enttäuscht


Danke für deine Antwort
Ich finde auch, egal wieviel Stress oder was auch immer man hat, hat man immer Zeit 5 minuten für eine Nachricht aufzubringen.
Und jedes mal, wenn dann was kommt steht am Anfang geschrieben "ohhhh sorry ich wollte mich schon längst gemeldet haben aber die Arbeit ist soooo stressig!" wirklich jedes Mal.

Um deine Frage zu beantworten : ich musste 2 mal operiert werden und die letzte OP ist 4 Monate her.
Anfangs unmittelbar nach dem Unfall hat sich zumindest eine von beiden regelmäßig gemeldet und es war auf jeden fall das Interesse da. Aber im laufe der Zeit ist das massiv zurück gegangen. Worums mir ja hier geht.
Es macht mich echt traurig.

28.05.2019 16:06 • #6


Candra


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Kann ich echt gut verstehen. Aber so wie es aussieht ziehen die beiden sich zurück. Oft ist es ja leider so, dass der Zurückzieher sich nicht erklärt. Das ganze also auslaufen lässt. Was ich auch sehr enttäuschend finde. Kenne das ja auch. Habe es aber auch schon mal so getan. Das ist leider üblich würde ich mal sagen.
Bei langjährigen Freundschaften allerdings sehe ich das aber anders. Dort ist es nicht angebracht auf diese Art ausrangiert zu werden. Aber machen kannst du da auch nichts. Wenn sie nicht mehr wollen dann wollen sie nicht mehr. Würde trotzdem das offene Gespräch suchen. Damit du für dich auch abschließen kannst.

28.05.2019 16:10 • x 1 #7


Sarah28


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Das Gespräch werde ich auf jeden Fall suchen. Bei nächster Gelegenheit. Ich habe keine Lust schon wieder hinterher zu rennen. Da kommt man sich irgendwann auch blöd vor.
Ich merke auch selber wie ich mich emotional zurückziehe von den beiden. Wenn auch unbewusst. Aber irgendwie kommt das ganz automatisch.

28.05.2019 16:13 • #8


E-Claire

E-Claire


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Zitat von Sarah28:
Irgendwie ist das doch keine richtige freundschaft (mehr) oder?
Stelle ich mich an?
Ich bin immer für meine Freunde da. Zu jeder Tages und Nachtzeit, weil sie mir wichtig sind. Und im Moment hab ich das gefühl, ich bin es ihnen nicht.


Freundschaft folgt eigenen Regeln und zumeist beurteilen wir diese aus der Retrospektive.

Was wir häufig vergessen, ist, wie sehr wir selbst Freundschaft prägen. Sind wir vor "dem Unfall/einschneidenden Erlebnis" eher auf Larifari aus, deren wir dies wären unsere besten Freunde. Wenn die dann "danach" nicht da sind, fängt das nachdenken an.

Was wir dabei häufig Vergessen ist, wie sehr wie selbst Freundschaft definieren. Durch unsere Bedürfnisse im hier und jetzt.

Jeder, dem ein "und danach ist alles anders" widerfährt, ist total auf sich selbst zurückgeworfen.

Dass Dein Begriff von Freundschaft jetzt gerade nicht mehr funktioniert für Dich, hat etwas damit zu tun, wie du Freundschaft vorher (!) definiert hast.

Zurück zu Deiner Frage: mal angenommen, Du warst, wer Du warst, jetzt bist Du eine andere. Gegenfrage, wie wäre es für dich, eine Freundin durch Amputation gehend sehen zu müssen, welchen Weg hättest Du gewählt?

Das ist ein umbeschreibbarer Weg für DICH. es ist ein umbeschreibbarer Weg für, die Dir nahe waren. Manche schaffen das, aber nicht alle.

Ich mag mir nicht ausmalen, wie das jetzt für Dich ist, was brauchst Du?

28.05.2019 16:18 • x 1 #9


Candra


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Ja glaube das ist auch verständlich. Eine Reaktion halt.
Wenn dir die beiden wichtig sind, und eigentlich sind sie das ja auch sonst würdest Du das ja nicht schreiben hier dann würde ich es mal mit einem Brief machen. Telefonisch kommen dann ja sowieso immer nur Verleugnung und ausreden. Sprich dir einfach alles von der Seele und schicke den Brief ab. Erwarte aber keine Reaktion. So nach dem Motto mit diesem Brief schließe ich jetzt ab. Mit Respekt und Würde natürlich. Aber auch jetzt nicht mit den Worten ich schließe jetzt mit dir ab.

28.05.2019 16:21 • x 1 #10


Sarah28


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Zitat von E-Claire:

Freundschaft folgt eigenen Regeln und zumeist beurteilen wir diese aus der Retrospektive.

Was wir häufig vergessen, ist, wie sehr wir selbst Freundschaft prägen. Sind wir vor "dem Unfall/einschneidenden Erlebnis" eher auf Larifari aus, deren wir dies wären unsere besten Freunde. Wenn die dann "danach" nicht da sind, fängt das nachdenken an.

Was wir dabei häufig Vergessen ist, wie sehr wie selbst Freundschaft definieren. Durch unsere Bedürfnisse im hier und jetzt.

Jeder, dem ein "und danach ist alles anders" widerfährt, ist total auf sich selbst zurückgeworfen.

Dass Dein Begriff von Freundschaft jetzt gerade nicht mehr funktioniert für Dich, hat etwas damit zu tun, wie du Freundschaft vorher (!) definiert hast.

Zurück zu Deiner Frage: mal angenommen, Du warst, wer Du warst, jetzt bist Du eine andere. Gegenfrage, wie wäre es für dich, eine Freundin durch Amputation gehend sehen zu müssen, welchen Weg hättest Du gewählt?

Das ist ein umbeschreibbarer Weg für DICH. es ist ein umbeschreibbarer Weg für, die Dir nahe waren. Manche schaffen das, aber nicht alle.

Ich mag mir nicht ausmalen, wie das jetzt für Dich ist, was brauchst Du?


Vielen Dank für deine Worte!
Ich finde nicht, dass die Freundschaften "vorher" larifari waren.
Ich hab sie immer sehr ernst genommen und mich um regelmäßigen Austausch bemüht. Auch habe ich eine Freundin über Monatelang durch ihr referendariat begleitet und stand ihr mit Rat und Tat zur Seite. Und ich hatte eigentlich immer das gefühl, wir sind Immernoch miteinander verbunden. Auch wenn wir uns nicht mehr oft sehen können.
Ich habe heute mit meiner Mutter darüber geredet und sie vermutet auch, dass sie beiden vielleicht nicht wissen wie sie mit der Situation umgehen sollen und vielleicht unsicher sind. Wegen der Amputation eben.
Ich versuche mich mal in ihre Lage zu versetzen. Im ersten Moment wüsste ich wahrscheinlich auch nicht wie ich am besten reagiere. Sowas hat man ja nicht alle Tage. Aber eins kann ich dir sagen, ich würde mich niemals abkapseln und meine Freundin ewig warten lassen.
Wahrscheinlich würde ich meine Unsicherheit ganz offen ansprechen.
Was ich brauche? Menschen die für mich da sind und die mich unterstützen. Und mich mal in den Arm nehmen, wenn es mich mal wieder überkommt.
Aber da bin ich bestens versorgt. Ich habe eine ganz tolle Familie und einen wunderbaren Freund.
Leider fehlt mir aber trotzdem der Austausch mit meinen Freundinnen. Leider habe ich nur noch diese 2. Deshalb liegt mir das Thema ja so am Herzen.

28.05.2019 19:56 • x 2 #11


Sarah28


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Zitat von Candra:
Ja glaube das ist auch verständlich. Eine Reaktion halt.
Wenn dir die beiden wichtig sind, und eigentlich sind sie das ja auch sonst würdest Du das ja nicht schreiben hier dann würde ich es mal mit einem Brief machen. Telefonisch kommen dann ja sowieso immer nur Verleugnung und ausreden. Sprich dir einfach alles von der Seele und schicke den Brief ab. Erwarte aber keine Reaktion. So nach dem Motto mit diesem Brief schließe ich jetzt ab. Mit Respekt und Würde natürlich. Aber auch jetzt nicht mit den Worten ich schließe jetzt mit dir ab.


Die beiden sind mir sehr wichtig! Wir sind 27/28/29 Jahre alt und kennen uns auch so lange. Du kannst dir ja sicher vorstellen wie ich also an der Freundschaft hänge
Das mit dem Brief ist eine gute Idee von dir. Danke für den Vorschlag!
Ich werde mich in einer ruhigen Minute hinsetzen und versuchen ein paar Zeilen niederzuschreiben.

28.05.2019 19:59 • #12


tina1955

tina1955


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Jetzt ist fast 1 Jahr vergangen...
Konntet ihr 3 Freundinnen wieder zu einander finden?

03.02.2020 19:46 • x 2 #13


Entlein


Zitat von Sarah28:
Hallo ihr lieben menschen! Mein Anliegen hat zwar nichts mit Liebe zutun aber mit Freundschaft. Ich denke gerade viel nach und frage mich ob ich übertreibe oder. Ach ich erzähls euch : Es geht um 2 eigentlich gute Freundinnen. Beide kenne ich jeweils seit der Krabbelgruppe. Sind immer durch dick und dünn gegangen. Jedoch sind sie leider zum studieren vor einigen Jahren weggezogen. Wir sehen uns nur noch 2 bis 3 mal im Jahr etwa. Folgenden Situation zum besseren Verständnis : Ich hatte einen schlimmen Arbeitsunfall bei dem es zu einer Amputation kam. Die letzte Zeit war sehr schlimm für ...


In solchen Schicksals-Situationen zeigt sich dann immer, wer richtige Freunde sind. Das ist immer so!

Für Dich ist das momentan brutal, aber in 1 Jahr wirst Du froh sein.

Du verlierst falsche Freunde und findest dafür richtige. Zweifel gar nicht erst groß an Dir, Du kennst die Antwort...

Fühl Dich auf die Schulter geklopft, Du bist in Ordnung!

03.02.2020 21:31 • x 2 #14


Cora_


Oft ist es in Freundschaften leider so, dass die Gegenseite schaut, welchen Gewinn sie davon hat.
Entweder zusammen weggehen, um jemanden kennen zu lernen oder sich aussprechen können.
Da beide noch kleine Kinder haben, besteht nun die Angst, dass eine Belastung entsteht.
Ihr Leben dreht sich nicht mehr nur um sich, sondern um ihre kleinen Kinder, die im Vordergrund stehen.
Das kann sehr viel Energie und Zeit einnehmen. Es kann eine Art Tunnelblick entstehen.
Was bringt mir die Situation für das Kind? Sie werden als Freundin angehalten zu investieren, sich kümmern, Aufmerksamkeit zu schenken oder Hilfe. Eigentlich ist es in Freundschaften selbstverständlich. Hier wären wir wieder bei der besonderen Situation. Aber ganz ehrlich, wirkliche Freundinnen sind es wohl nicht. In einer Freundschaft sollte es normal sein, sich gegenseitig zu unterstützen. Wirkliche Freundinnen zu finden ist genau so schwierig wie die große Liebe. Beides zu verwirklichen ist eher ein Glücksfall. Ich habe oft erlebt, wie ich ausgenutzt wurde. Die andere Seite war immer am schöpfen und ich eher uneigennützig am investieren. In besonderen Situationen wurde ich nicht selten im Stich gelassen. Glück, wenn man eine gute Freundin gefunden hat. Nicht selten wurde ich eines Besseren belehrt.

04.02.2020 10:46 • #15




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