Zitat von 6rama9:nicht mal die Chance einer Paartherapie
Zitat von 6rama9:eine Beziehung und gar Ehe eingeht, hat man sicher auch die Pflicht, gemeinsam mit dem Partner zu versuchen den Karren aus dem Dreck zu ziehen
Fast alle Paartherapeuten stimmen geschlossen überein, dass die Basis, auf der eine Paartherapie funktionieren kann zumindest Restgefühle von LIEBE sein muss.
Liebe. Nicht Freundschaft. Nicht Abhängigkeit. Nicht Sicherheitsdenken.
Was würde die TE mit einer Paartherapie suggerieren? Doch wohl, dass da lediglich was in Schieflage ist, sie ihren Mann aber noch liebt und DESWEGEN versucht, die Beziehung zu retten.
Das ist so ja wohl auch nicht ganz fair.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Hoffnung, über eine Paartherapie innige Gefühle füreinander herbeireden oder erzeugen zu können, wohl eher vergeblich ist.
Liebe TE , ich spreche nun von meiner persönlichen Erfahrung,:
Auch ich habe aus eher rationalen Überlegungen heraus geheiratet.
Die erste Paartherapie brachte keinen Erfolg.
Für mich scheiterte es persönlich schon daran, dass es darum ging, gemeinsame Erinnerungen zu schaffen - ich hatte aber gar kein wirkliches Interesse mehr an gemeinsamen Unternehmungen. Ebenso wie die Gespräche: das Gefühl, den anderen WIRKLICH verstehen zu wollen, wieder neu entdecken zu wollen, sich selbst öffnen zu wollen und sich zu zeigen, neue gemeinsame Ziele/Träume zu entwerfen - das war nicht da.
Das ist auch keine Entscheidung, die man einfach treffen kann, ebenso wenig wie ich mich entscheiden kann, mich nun für Zwölftonmusik zu interessieren.
Wenn dieses Gefühl fehlt, ist alles, was man in so einer Paartherapie machen kann, Makulatur.
Das gibt vielleicht noch mal einen Impuls oder Hoffnung auf Veränderung, was dann nochmal ein zwei Jahre weiterhilft: eine dauerhafte Lösung ist es m.E. nicht.
Du wirst nicht plötzlich morgens aufwachen und denken: Wow, MEIN Mann, den würde ich wieder heiraten. Ich hab Lust, den zu küssen.
Wenn das Basisgefühl nicht da ist - und vielleicht auch nie in einer stabilen Form da war - ist das, meiner Meinung nach, sinnlos.
Dass man in bestimmten Situationen die eigene Lage mal mehr mal weniger hinterfragt, ist normal. Das kann eine neue Bekanntschaft sein, Kinder, ein Umzug, ein Jobwechsel, eine Krankheit oder was weiß ich...in solchen Momenten fällt einem vielleicht auf, was einem fehlt, man hinterfragt, definiert neu.
Ich halte das sowohl für normal als auch für gesund - auch wenn es für den Partner schade ist.
Dennoch eröffnet sich ihm eine Chance auf eine Beziehung mit einer Frau, die ihn liebt.