Junge1998
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ich habe lange versucht für mich alleine mit meiner Trennung klarzukommen. und bin gescheitert.
Vielleicht vorab die Vorgeschichte:
Ich bin 24 Jahre alt und es war meine erste Beziehung. Ich bin ein eher introvertierter Mensch und trotz der Sehnsucht nach einer Beziehung, hat sich nie etwas ergeben oder ich habe doch abgeblockt; zum Teil aus Angst verletzt zu werden, größtenteils weil ich erstmal Projekte wie Abitur und Studium meistern wollte. Meine Eltern haben sich früh getrennt und ich hatte immer Probleme mit dem neuen Freund meiner Mutter. Es gab ständig Streit und der Spruch "Für dich werde ich meinen Partner nicht verlassen" war mit eine erste Entscheidung gegen mich. Also bin ich während des Studiums gänzlich zu meinem Vater gezogen. Dieser hat aber mit Depressionen zu kämpfen, weshalb ich viele unschöne Dinge, insbesondere unter Alk., hören musste. Er würde alles für mich tun und ist ein super Vater, nur leider verliert er ab und zu die Kontrolle über sich selbst. Ich fing immer mehr an mich alleine zu fühlen und die Sehnsucht nach einer Partnerschaft und Geborgenheit wuchs. Ein sicherer Hafen, in dem ich auch mal Geborgenheit finde. Ich versuchte über Dating-Plattformen neue Kontakte herzustellen aber letztlich wurde immer nur mit meiner Gutmütigkeit gespielt. Es kam sogar mal so weit, dass ich mein "Date" zu Lerngruppen gefahren habe, die sich als Sextreffen herausstellten. Fazit: Ich hatte immer Pech was das angeht und zweifelte schon sehr früh an der Frauenwelt und mittlerweile sogar an mir selbst, obwohl ich aus meinem Freundeskreis immer höre was für ein guter Mensch ich sei. Am Ende wird man halt zur Summe seiner Erfahrungen.
Das soweit zur Vorgeschichte.
Nun zur aktuellen Situation:
Im Sommer 2021 lernte ich zunächst übers Schreiben meine Freundin, mittlerweile Ex-Freundin, kennen. Nach einigem Schreiben, Videoanrufen etc. kam es dann auch zu mehreren Treffen und letztlich auch zu Dates. Soweit so gut. Sie warnte mich vor besser von ihr fern zu bleiben, doch ich hielt das immer nur für die Summe ihrer schlechten Erfahrungen und ich sah keinen Grund dafür. Sie offenbarte mir frühere psychische Probleme, Aufenthalte in einer Klinik und ihre Angststörung. Alles war für mich kein Hindernis, denn ich hatte mich bereits verliebt und all das war für mich kein Hindernis.
Es lief auch lange Zeit sehr gut. Ich war für sie immer der Held und zu mir wurde aufgesehen; etwas was ich bis dahin nie erlebt habe. Ich habe ihr zwar immer gesagt sie solle sich neben mir nicht schlecht machen aber ich war halt immer der "beste Freund den man sich wünschen kann" usw. Sie hat anfangs ziemlich geklammert und war extrem eifersüchtig, insbesondere wenn ich etwas ohne sie unternehmen wollte, weshalb ich sie letztlich auch immer mitgenommen habe. Klar hat das Klammern ab und zu genervt, aber andererseits war es schön so wichtig für sie zu sein. Sie wurde vor unserer Beziehung betrogen, bzw. war die Affäre eine anderen Kerls, von daher hatte ich da mehr oder weniger Verständnis für. Mit der Zeit ist das Klammern dann auch abgeflacht und abgesehen von der Rücksicht auf die Aspekte der Angststörung (Panik bei zu vielen Menschen usw.), war es eine relativ normale Beziehung, wobei ich immer Rücksicht genommen hatte. Die Monate vergingen wie im Flug, wir haben fast jeden Tag miteinander verbracht, ich habe ihr bei der Suche nach einem neuen Job und einem neuen Auto geholfen und wir waren auf der Suche nach einer Gemeinsamen Wohnung. Während wir das waren, habe ich bereits neue Möbel nach unseren gemeinsamen Vorstellungen gekauft. Doch plötzlich wurde es merkwürdig. Die Nähe wurde immer weniger und Schuld waren angeblich die Umstände auf der Arbeit, Corona und der Krieg in der Ukraine, die sie belasteten. Ich versuchte das angesichts der Angststörung zu verstehen, doch ich merkte wie sie sich immer mehr entfremdete. Sie betonte aber jedes Mal sie würde mich lieben und nicht mit dem Gedanken spielen die Beziehung zu beenden. Nach 9 Monaten Beziehung spielte sie dann plötzlich mit den Gedanken, wir seien zu verschieden. Das sagte sie mir irgendwann in einem Gespräch, nachdem ich bereits mehrmals nachgehakt habe, was denn wirklich los sei. Hintergrund davon war, dass sie sehr gerne feiern und auf hart Festivals ging, was nicht so mein Fall war und während Corona zu der Zeit auch kaum ging. Und es kam immer mehr dazu. Das Verhältnis zu den Eltern des Partners sei in den früheren Beziehungen besser gewesen, sie käme nicht mit meinen Freunden klar und ich sei einfach zu ruhig für sie. In einem sehr kurzen Zeitraum wurde ich vom hero zur zero und alles wurde schlecht geredet und verdreht. Ich hatte geahnt was passiert, habe mich aber völlig verdreht und versucht die Beziehung zu retten. Letztlich kam es dann dazu, dass die Aufgrund der "Verschiedenheit" dann letztlich doch die Beziehung beendet hat, obwohl sie noch bis zu einem Tag vorher mir ihre Liebe zugesichert hat. Das Ganze an unserem ersten gemeinsamen Urlaubstag. Wie der Urlaub für mich war, könnt ihr euch ja denken.
Mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen und ich kam lange Zeit überhaupt nicht klar. Ich kam mir so vor als hätte sie mich nur gebraucht um ihr bisheriges Leben zu reparieren und dann wurde ich weggeworfen. Tagsüber dachte ich nur an sie, nachts träumte ich von ihr. Dann habe ich nach Wochen wieder mit Sport angefangen, meine Ernährung umgestellt und dadurch versucht meine Tage auszufüllen. Das gelang mal besser und mal schlechter. Insgesamt dachte ich, ich sei auf einem guten Weg das alles zu verarbeiten und abzuschließen.
Es ist jetzt genau 3 Monate her und seit kurzem habe ich aber wieder diesen ungeheuren Drang in die Beziehung zurück zu wollen. Es fühlt sich für mich so unfassbar falsch an wie es jetzt ist. Es war doch nicht alles schlecht. Wir waren lange Zeit so glücklich und urplötzlich war das, bzw. ICH nichts mehr wert? Die Suche nach dem Warum macht mich fertig. Gefühlt liebe ich sie immer noch und obwohl ich in der letzten Zeit der Beziehung so manipuliert wurde und sie mich mehr als jeder andere zuvor verletzt hat, vermisse ich die gemeinsame Zeit mit ihr.
Ich weiß mir keinen Rat mehr was ich noch tun soll. Hab ich alles nur verdrängt? Ist so ein "Rückfall" normal? Sollte ich sie nochmal kontaktieren? Der Drang danach ist groß. Ich bin einfach nur noch verzweifelt. Ich möchte einfach nur glücklich sein