Zitat von tasja: die Kinder mögen ihn sehr. Soviel kann ich sagen.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Alki mit einem gewissen Pegel sehr charmant, witzig und zugewandt sein kann. Das kippt halt dann, wenn der Pegel überschritten wird.
Zitat von tasja: Für mich aber ist es keine emotionale Erpressung wenn ich weine weil ich traurig bin.
Weinen, weil Du traurig bist, ist eine Form der Hilflosigkeit, in der Du Dich in diesem Moment (sorry, ich meine das wirklich nicht böse!) suhlst. „Sei nicht mehr so gemein zu mir, dann muss ich auch nicht mehr weinen!“ Doch, das ist eine - sicher von Dir nicht so gewollte

- emotionale Erpressung.
Zitat von tasja: Ich weiss gerade wieder mal nicht weiter und habe immer noch Angst vor morgen wenn er kommt.
Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber. Was Du machen könntest (aber sicher nicht machen wirst) ist, ihm zu sagen, dass er besser nicht kommen soll. Weil DU grade Zeit brauchst, um Dich auf die veränderte Situation einzustellen.
Zitat von tasja: Ich befürchte er trennt sich endgültig oder ist distanziert weil er aktuell nur noch ein eisblock ist
Er ist sicher kein Eisblock, aber er ist das erste Mal seit langem nüchtern. Das ist für ihn auch eine völlig neue Situation. Die momentan für ihn noch sehr fragil ist - er muss sich ja selber auch erst mal nüchtern wieder kennenlernen und vor allem sich selber aushalten.
Zitat von tasja: Es tut mir leid,noch habe ich keine Therapie und weiss einfach nicht wie ich meine Gefühle deuten soll oder sonstiges. Also bitte no hate.
Ich habe hier wenig von „Hate“ gelesen, sondern vor allem Erfahrungsberichte von Menschen, die einen Suchterkranken begleitet haben. Ich gehöre auch dazu.
Distanz zu schaffen zu einem Menschen, der sich plötzlich verändert, ist eine Königsdisziplin. Ich kenne einige Co-Abhängige, die es irgendwie ein wenig bedauert haben, wenn der Partner/die Partnerin nicht mehr suchtgetrieben (und damit im gewissen Rahmen berechenbar) agiert hat. Damit meine ich NICHT, dass sie ihm/ihr weiter die Abhängigkeit gewünscht haben - sie sollten nur so bleiben, wie man sie immer kannte. Nur eben ohne Suchtdruck.
Das funktioniert nicht, weil Sucht immer eine Ursache hat. Wenn die ernsthaft angegangen wird, verändern sich die Menschen. Etliche kommen gut zurück in ihr Umfeld, andere entscheiden für sich, dass genau das ihnen nicht gut getan hat. Bei Dir wird es die Zeit zeigen, wenn Du sie ihm denn ohne Druck geben möchtest. Deine Entscheidung (und es ist keine einfache!

)
Es kommt halt bei Euch noch hinzu, dass Du ihn aus wirklich nüchternen Zeiten überhaupt nicht kennst.
Zitat von tasja: Ich habe halt das Gefühl ich spreche mit nicht mit ihm sondern das er wie manipuliert ist.
S. oben. Er kommt Dir manipuliert vor. Ein wenig hat eine Entzugstherapie auch was von Gehirnwäsche, das stimmt. Die Zeit wird zeigen, ob es trotzdem auch später für eine Beziehung reicht. Für ihn, aber auch vor allem für Dich. Solange Du für Dich selber da noch nicht klar bist, nicht klar sein kannst: Erwarte nichts.
Zitat von tasja: Ich hätte mir wirklich gewünscht das wäre uns ,meinen Kindern und mir erspart geblieben. Ich habe sie nur schützen können indem ich ihn rausgeworfen habe wenn er blau war. Zumindest das habe ich immer wie eine Löwin getan.
Du hast Deine Kinder nicht geschützt, weil Du ihn immer wieder aufgenommen hast.
Zitat von tasja: Aber das zählt jetzt nicht,auch laut ihm ,denn man soll ja nicht über vergangenes sprechen da er ja nicht mehr trinkt.
Aus meiner Erfahrung interpretiere ich das so, dass er noch ganz am Anfang ist. Denn natürlich spielt die Vergangenheit (nicht nur mit Dir) eine Rolle.
Zitat von tasja: aber keiner kann doch in die Zukunft schauen?
Nein. Hier können deshalb auch nur Wahrscheinlichkeitstipps abgegeben und aus eigenen Erfahrungen berichtet werden.
Zitat von tasja: Vielleicht schafft er es ja doch ,und vielleicht will er mich nicht mehr genau aus dem Grund weil ich Macken habe die ihn zum trinken verleiten könnten.
Nun mach Dich mal nicht größer, als Du bist
Er hat auch ohne Dich gesoffen.