Zitat von tasja: Habe aber panische Angst vor dem Wochenende und das er da wieder distanziert ist,da weiss ich nicht mit umzugehen ausser dann wieder traurig zu sein und wütend zu sein ,zu weinen usw.
Angstgefühle in einer Beziehung, sofern ihr überhaupt noch eine habt, sind ein sehr schlechtes Zeichen. Denn Angst ist in Dir, weil Du massive Verlustängste hat. Sie ist also sozusagen systemimmanent. Gleichzeitig führt sie auch dazu, dass Du Angst vor seinen Verhaltensweisen hast.
Du schreibst zwar von Abstand, den er Dir zwangsweise "verordnet" hat, aber Du hast auch Angst vor der Distanz, die sich nun eingeschlichen hat.
Das sorgt auch für Unterordnung weil Du Dich zunächst wieder anpasst und "lieb" bist um ihm zu beweisen, dass Du auch anders sein kannst. Unterordnung ist ein Auswuchs der Angst weil Du so bist wie er Dich vermutlich haben will.
Dein gesamter Fokus liegt auf diesem Mann, der sehr mit sich beschäftigt ist. Aber Dein Fokus liegt nicht bei Dir, denn in Dir reagiert die Angst vor Abweisung, vor Distanzierung, vor Trennung. Und dazu ist keine Beziehung da dass ein Partner Angst hat.
Du bist schwer beschädigt. Ich vermute, Du hattest alles andere als eine leichte und unbeschwerte Kindheit. Und da werden die Weichen gestellt für das Erwachsenenleben. Verlustängste beruhen meist auf schlechten Erfahrungen mit Bezugspersonen und sie setzen sich im Unterbewusstsein fest. Und welche Macht sie über Dich haben, hast Du sicher mehrmals erfahren. Angst vor Distanzierung des Partners, Angst vor dem Verlassenwerden, Angst nicht gut genug zu sein.
Die logische Konsequenz ist, dass Du Dir ständig und immer wieder eine gefühlte Sicherheit verschaffen willst. Daher die Kontrolle, das panikartige Klammern an den Partner der Dir immer wieder beweisen muss, dass er Dich nicht verlässt und vergisst.
Und dann noch mangelnde Impulskontrolle die in heftige Gefühlsreaktionen mündet wie Vorwürfe, Klagen, Weinen, Schreien, Schimpfen und Streiten.
Das ist doch keine Beziehung, in der sich beide gegenseitig gut tun und sich stützen. Zwei schwer beschädigte Personen finden zueinander und möchten ihre inneren Blessuren durch den Anderen heilen lassen. Und das geht so nicht, denn Deine Baustellen sind allein Deine. Sie sind Deine Angelegenheit und kein Mensch kann sie Dir nehmen und sie heilen. Das bleibt Dir überlassen, genauso wie auch er seine Blessuren selbst angehen muss. Ich schätze, dass er durch die Therapie an einem Punkt angelangt ist, wo er das begreift, dass er etwas für sich tun muss und nicht für Dich.
Bemühe dich um einen Therapieplatz, Du könntest ihn wahrlich brauchen. Nur eine Therapie ist auch kein Allheilmittel. Sie kann Dir Deine Mechanismen begreiflich machen, sie kann Dir Anleitungen zur Bewältigung geben, aber die eigentliche Arbeit daran liegt bei Dir. Verlustängste sind tief verankert und schwer in den Griff zu bekommen und eine Heilung, sofern überhaupt möglich, ist eine langwierige und auch steinige Angelegenheit. Und viele bleiben doch in den altbekannten Mechanismen hängen, einfach weil sie gewohnt sind und der Mensch immer gerne am Gewohnten klebt.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ihr zusammen eine Chance habt, denn ihr habt Euch wie zwei Ertrinkenden aneinander geklammert. Zwei Ertrinkende suchen Rettung und stehen sich gegenseitig im Weg und das Rettungsboot namens Beziehung ist zu klein für beide.