Zitat von FragezeichenIch: ch kann nicht nachvollziehen, dass jemand, der einen angeblich so sehr geliebt und angehimmelt hat plötzlich so schnell abschließen kann…
Der Verlassende hat seine Entscheidung getroffen und das sicher nicht innerhalb von Minuten oder aufgrund einer plötzlichen Eingebung. Er beschäftigt sich wahrscheinlich schon länger damit und klärt für sich Fragen:
Was habe ich von der Beziehung? Gibt sie mir das was ich brauche und mir vorstelle? Ist das, was ich davon profitiere höher als wenn ich mich trennen würde?
Wie ist das Zusammensein und Zusammenleben mit der Partnerin? Klappt das noch gut und einvernehmlich oder ergeben sich größere Differenzen? Ist sie anstrengend, fordernd, zickig, neigt sie zu Streit? Und was verbindet uns eigentlich noch?
Ich gehe davon aus, dass kein Verlasser die Trennung ganz spontan ausspricht. Das mag für Dich so aussehen, aber sicher hat er sich schon vorher mit möglichen Szenarien befasst. Er hat somit einen Entscheidungs- und Informationsvorsprung und den muss er Dir irgendwann mitteilen. Seine Bilanz sieht offenbar so aus, dass er ohne Dich ein angenehmeres, freieres, friedlicheres Leben hat. Sonst würde er ja bleiben.
Dass Dir das aufgrund früherer Aussagen von ihm unbegreiflich erscheint, mag sein. Aber was sind schon Worte?
Worte spiegeln eine momentane Befindlichkeit wider. Er spricht, weil er sich gerade wohl fühlt, davon, dass es toll mit Dir ist, weil .... Und momentan heißt eben nicht immer.
Oder aber er will Dich ruhig stellen und beruhigen. Wenn ich was von Liebe und Gefühlen rede, bring ich sie runter. Also mache ich das.
Und manchmal dienen Worte vielleicht sogar dazu, dass er sich selbst einreden möchte, dass ja doch weitgehend alles passt. Dann wären sie eine Art Selbstsuggestion. Obwohl er sich innerlich schon mit einer Trennung befasst hat, schwankt er noch, denn eine Beziehung bringt ja auch manche Annehmlichkeit mit sich. Und dann sagt er, dass er die Beziehung gut findet, er glücklich mit Dir ist, weil er gerne daran glauben möchte, dass es so ist. Aber dann stellt er fest, dass es eben nicht so ist.
Darüber hinaus gibt es auch Männer, die solche Aussagen recht schnell machen, ohne dass sie tatsächlich stimmen müssen. Und manche lügen auch. Ist leicht dahin gesagt, kostet mich nichts, hat aber positive Nebeneffekte und es ist wieder Ruhe im Karton. Und später erinnern sie sich nicht mehr an das Gesagte oder sagen sich: Was interessiert mich mein Geschätz von gestern?
Worte sind Schall und Rauch und Worte sind keine Versicherung. Er kann gestern abend noch sagen, wir passen gut zusammen, obwohl er es innerlich für sich schon in Frage gestellt hat und morgen dann die Beziehung beenden.
Er hat sich getrennt, weil er sich ein besseres Leben als in einer Beziehung mit Dir erhofft und vorstellen kann. Und dann geht er. Ist das so schwer zu begreifen? Er zieht keine Beziehung mit Dir einer Beziehung mit Dir vor. Das ist für Dich zwar traurig, für ihn aber nicht oder jedenfalls viel weniger.
Daher würde ich das an Deiner Stelle jetzt als gegeben hinnehmen, den Abschiedsschmerz durchleiden, was natürlich Schmerzen verursacht, aber ihm auch nicht mehr hinterher laufen.
Er ist weg, weil es für ihn besser so passt.