Angelwings
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ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, ob ich überreagiere oder ob meine Gefühle nachvollziehbar sind. Deshalb hoffe ich auf ein paar ehrliche Meinungen von außen.
Ich (F26) bin jetzt seit knapp drei Monaten mit meinem Freund (M24) „zusammen“, wir kennen uns insgesamt auch erst seit etwa drei Monaten. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass er ein sehr unsicherer Mensch ist. Er hat mir erzählt, dass es deshalb in der Vergangenheit mit Frauen nie wirklich geklappt hat. Ich habe darüber
hinweggesehen, weil ich dachte, dass sich diese Unsicherheit mit der Zeit legt, wenn man in einer festen Beziehung ist.
Ich würde mich selbst als sehr loyal bezeichnen. Ich hatte bisher drei Beziehungen, keine davon ist von mir beendet worden. Rückblickend bin ich zwar froh, dass sie vorbei sind, aber ich war nie diejenige, die aufgegeben hat. Danach war ich über vier Jahre Single.
In dieser Zeit hatte ich zwar auch Kontakte zu Männern, aber ich habe schnell gemerkt, dass die meisten nur das eine wollten. Anfang 2025 habe ich deshalb für mich beschlossen, dass ich solche unverbindlichen Geschichten nicht mehr möchte, weil sie mich einfach nicht glücklich machen. Ich wollte jemanden kennenlernen, mit dem ich wirklich etwas aufbauen kann.
Nach ungefähr einem Monat des Kennenlernens sind mein jetziger Freund und ich dann intim geworden. Für mich war das nach über vier Jahren ein großer Schritt. Er hat auch bei mir übernachtet und ich hatte das Gefühl, dass wir etwas Besonderes aufbauen.
Er hatte vor unserer Beziehung bisher nur eine längere Beziehung, die wohl auch nicht besonders schön geendet ist. Ich weiß, dass solche Erfahrungen Menschen prägen können.
Dann kam allerdings etwas, das mein Vertrauen ziemlich erschüttert hat.
Ich sollte eigentlich mit ihm und seiner Familie in den Urlaub fliegen. Ich habe aber abgesagt, weil ich gerade in den letzten Zügen meines Studiums war und es finanziell einfach nicht drin war.
Nach dem Urlaub habe ich dann erfahren, dass er kurz davor acht Tage lang wieder Kontakt zu einer Frau hatte, die er bereits im Jahr davor kennengelernt hatte. Sie hatte ihn damals wohl abgewiesen und sich jetzt wieder gemeldet. Das Schlimme für mich war: Während dieser acht Tage war er teilweise sogar bei mir. Das heißt, während wir Zeit miteinander verbracht haben, hat er parallel mit ihr geschrieben.
Ich habe die Welt nicht mehr verstanden.
Vor allem deshalb, weil er mir vorher selbst immer wieder gesagt hatte, dass er Angst hat, ich könnte ihn einfach für einen anderen Mann verlassen. Dabei habe ich vom ersten Tag an jedem Mann, der Interesse gezeigt hat, gesagt, dass ich gerade jemanden kennenlerne. Die Aufmerksamkeit anderer Männer war mir völlig egal.
Er dagegen hat Frauen zwar erzählt, dass er momentan keine Zeit oder keine Lust hätte, aber nie erwähnt, dass er gerade jemanden kennenlernt. Im Nachhinein hatte ich das Gefühl, dass er sich einfach alle Türen offenhalten wollte.
Noch schlimmer fand ich, dass die beiden sogar über eine gemeinsame Reise fantasiert haben. Es wurde nichts Konkretes geplant, aber allein diese Vorstellung hat mich verletzt. Er sagt bis heute, dass er sie niemals getroffen hätte. Aber darum geht es mir gar nicht. Mich verletzt der Gedanke, dass er überhaupt das Bedürfnis hatte, diese Unterhaltung mit ihr zu führen, obwohl wir uns bereits ernsthaft kennengelernt haben.
Ich habe ihm das letztendlich verziehen, weil ich unsere Beziehung nicht direkt wegwerfen wollte.
Seitdem merke ich aber, dass mich alles triggert, sobald es um andere Frauen geht.
Hinzu kommt, dass er sich darüber aufgeregt hat, welchen Männern ich auf Social Media folge. Teilweise waren das Männer, mit denen ich nie geschrieben habe oder zu denen es nie irgendeinen Bezug gab. Ich habe sie ihm zuliebe sogar entfernt, obwohl ich das eigentlich schon übertrieben fand.
Gleichzeitig folgt er aber Frauen, die sich halbnackt auf Social Media präsentieren. Grundsätzlich wäre mir das sogar egal gewesen – wenn er nicht vorher selbst so ein großes Thema aus meinen Followern gemacht hätte. Diese Doppelmoral stört mich.
Außerdem möchte er ständig Dinge über meine Vergangenheit wissen, obwohl ich finde, dass sie für unsere Beziehung heute keine Rolle mehr spielen. Manchmal frage ich mich sogar, ob seine ständige Eifersucht daher kommt, dass er selbst weiß, dass er eher Gefahr laufen würde, bei einer anderen Frau schwach zu werden. Vielleicht projiziere ich das aber auch nur aufgrund dessen, was passiert ist.
Ich wollte nie eine Beziehung führen, in der Misstrauen den Alltag bestimmt. Genau das ist aber inzwischen der Fall. Ich merke, dass ich bei jeder Kleinigkeit, die mit anderen Frauen zu tun hat, innerlich sofort hochfahre. Das möchte ich eigentlich gar nicht sein, denn so war ich früher nie.
Deshalb meine Frage an euch:
Kann so ein Vertrauen überhaupt wieder vollständig zurückkommen? Oder ist das Ganze nach so kurzer Zeit schon ein Zeichen dafür, dass wir keine gesunde Basis haben? Bin ich verständlicherweise verletzt oder interpretiere ich zu viel in die Situation hinein?
Ich freue mich über ehrliche Meinungen – auch wenn sie vielleicht nicht das sind, was ich hören möchte.