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Vertrauen Ist Vertrauen Naivität?

Faithnomore

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Hallo,

bin neu hier.
Langen Text wird es nicht geben, da mich aktuell nur eine Frage quält:

Lernte Frau kennen, was überwiegend von ihr ausging. Da ich eher scheu und schüchtern bin, schöne Sache.

Ich würde nicht sagen das ich mich komplett doof in sie sofort verliebt habe, aber was auffiel, so wie auch schon bei vorigen Begegnungen mit anderen Frauen war dieses tiefes Vertrauen, das ich ihr entgegenbrachte.
Was aber im weiteren Verlauf alleine dastand, da mir natürlich nie solch ein Vertrauen entgegengebracht wurde.
Sie öffnete sich eher wenig, gab kaum persönliches, Inneres preis.
Ich glaube, dies ist normal, aber mich wirft dies immer wieder dann aus der Anbahnung, Kennenlernphase heraus.
Schon bevor es zu zu Intimität kommt

Ich leide dann unter diesem "Misstrauen".

Wie seht ihr dies hab ich da eventuell die falsche Erwartungen, oder bin zu naiv?

03.10.2020 18:09 • #1


Sacred_Life

Sacred_Life


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Wenn du das öfter so erlebst ... könnte es sein, dass es an deiner Schüchternheit und Scheu liegt? Dass die Frauen gar nicht wissen, dass du so ein tiefes, stilles Wasser bist, dem viel an Vertrauen liegt und der wirkliches Interesse daran hat, was in ihnen vorgeht?
Vielleicht musst du das deutlicher signalisieren, da offener und offensiver sein, aktiver?

03.10.2020 18:13 • x 2 #2



Vertrauen Ist Vertrauen Naivität?

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Faithnomore


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Zitat von Sacred_Life:
Dass die Frauen gar nicht wissen, dass du so ein tiefes, stilles Wasser bist, dem viel an Vertrauen liegt und der wirkliches Interesse daran hat, was in ihnen vorgeht?


Man spürt es aber doch, wenn einem nicht wirklich vertraut wird.
Bin auch dann kein stilles Wasser oder so.
Man erzählt persönliches, ich erzähle eben gleich viel aus meinem Leben und von mir selbst.
Aber oft entsteht auf der Ebene kein Gedankenaustausch. Man bleibt gefühlt "fremd", wenn nicht sogar Distanz.
Das dies an meiner Person grundsätzlich liegt, glaub ich nicht, da ich mit Frauen keine Probleme hab.

Ich habe nur immer den Eindruck, daß mein tiefes Vertrauen etwas naiv und vielleicht auch falsch ist. Denn es setzt immer alles zurück was angefangen hat.

03.10.2020 18:33 • x 1 #3


OxfordGirl

OxfordGirl


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Zitat von Faithnomore:
Man erzählt persönliches, ich erzähle eben gleich viel aus meinem Leben und von mir selbst.

Interessierst du dich auch für dein Gegenüber, oder erzählst du non- stop von dir?
Zitat von Faithnomore:
Sie öffnete sich eher wenig, gab kaum persönliches, Inneres preis.

Vielleicht hat sie ehrliches Interesse an ihrer Person vermisst, stellst du auch Fragen, bist neugierig, was da für ein Mensch vor dir sitzt?
Vielleicht haben sie gewisse Details ( Krankheiten, Ex- Beziehungen) irritiert, oder "exotische" Zukunftspläne (Auswandern, Strassenmusiker werden, whatever) die du hast? Wenn sie merkt, dass das nicht passt, wäre diese Distanziertheit, die du fühlst, evtl. nachvollziehbar.

03.10.2020 18:54 • #4


Sacred_Life

Sacred_Life


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Ja, war auch mein Gedanke.

Und schnell viel Persönliches erzählen, kann auch zu schnell sein und den anderen überfahren.

03.10.2020 19:00 • x 1 #5


Faithnomore


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Zitat von OxfordGirl:
Interessierst du dich auch für dein Gegenüber, oder erzählst du non- stop von dir?


Nein,
ich texte nicht zu.
Aber ein Dialog entsteht auch dadurch das man auf gleicher Ebene etwas zu sagen hat.
Fragen stellen kann dann auch mal zum Verhör ausufern.
Wer Vertrauen hat, erzählt von sich aus, und hält nicht inne, um sich die Dinge als Test ob man Interesse hat aus der Nase ziehen zu lassen.
Zitat von OxfordGirl:
Vielleicht haben sie gewisse Details ( Krankheiten, Ex- Beziehungen) irritiert, oder "exotische" Zukunftspläne (Auswandern, Strassenmusiker werden, whatever) die du hast? Wenn sie merkt, dass das nicht passt, wäre diese Distanziertheit, die du fühlst, evtl. nachvollziehbar.


Nein auch das nicht.
So Zeug erzählt man eh nicht anfangs.
Und *beep* bin ich auch nicht, der zum jonglieren auf die Straße will.



Eigentlich bezog sich meine Frage darauf, ob es andere Menschen gibt, die auch schon anfangs tiefes Vertrauen gegenüber empfinden? Ohne schlechtem Gefühl des Misstrauens?

Dies würde mich interessieren.

03.10.2020 19:17 • #6


Hansl

Hansl


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Zitat von Sacred_Life:
Und schnell viel Persönliches erzählen, kann auch zu schnell sein und den anderen überfahren.

Absolut.
Dem ist nichts mehr anzufügen.

03.10.2020 19:23 • x 2 #7


Hansl

Hansl


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2098
Zitat von Faithnomore:
Eigentlich bezog sich meine Frage darauf, ob es andere Menschen gibt, die auch schon anfangs tiefes Vertrauen gegenüber empfinden? Ohne schlechtem Gefühl des Misstrauens?

Dies würde mich interessieren.


Ich gehöre auch zu dieser Spezies. Und denke aufgrund eigener Erfahrungen: Erstmal Klappe halten, und dem Gegenüber Raum geben.

03.10.2020 19:26 • x 2 #8


FrauDrachin


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Ich bin gerade etwas irritiert, weil ich finde, Vertrauen und sich alles erzählen sind zwei verschiedene Dinge?

Also, sich persönliche Dinge erzählen kann ein Zeichen von Vertrauen sein, aber wenig erzählen über persönliches muss kein Zeichen von Misstrauen sein.

Und die Frage, was und wieviel erzählt man wem wann ist ja auch immer eine Gratwanderung.

Hast du den Endruck auch mit anderen Menschen (Kollegen, Freunden...) oder nur mit Frauen, an denen du Interesse hast?

Ansonsten finde ich es erstmal einen schönen Zug, Menschen zu vertrauen, bis sie das Gegenteil bewiesen haben. Allerdings ist blindes Vertrauen ja auch nicht besonders klug. Die nächste Granwanderung.

03.10.2020 19:27 • x 2 #9


OxfordGirl

OxfordGirl


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Zitat von Faithnomore:
So Zeug erzählt man eh nicht anfangs.

Hast du eine Ahnung!

03.10.2020 19:29 • x 1 #10


Sacred_Life

Sacred_Life


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Ich erzähle gern sehr Persönliches, wenn ich weiß, dass es gut aufgehoben ist und das Interesse da ist.
Das ergibt sich bei mir immer schnell, weil ich nicht so ein small talker bin.
Aber das ergibt sich normalerweise, das ist dann eine Aufmerksamkeit und Intensität im Gespräch.

03.10.2020 19:30 • x 1 #11


Faithnomore


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Zitat von OxfordGirl:
Hast du eine Ahnung!


Yeah, und wieeee....

Ich könnte einen Buchband verfassen, was ich in meinem Leben als Schüchterner Mensch schon Müll an Frauen hingeredet habe.
Selbst "George" von "Zurück in die Zukunft" wäre da Anfänger,was Müll labern angeht

03.10.2020 19:41 • #12


Faithnomore


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Aber mich würde interessieren, ob eben dieses Gefühl wirklich existieren kann?
So ein tiefes inneres Vertrauen. Natürlich ist dann auch ein Gefühl der Verliebtheit am Start.
Trotzdem.

03.10.2020 19:45 • #13


tina1955


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Was sind es denn für persönliche Dinge, die Du erzählst?
Du nimmst ja generell an, dass die Frauen sich zurück ziehen, nichts von sich erzählen...

Ich hatte früher auch mal ein Date und beim 3. Treffen ging garnichts mehr.
Wenn mein Gegenüber keine Fragen stellt, dann gehe ich davon aus, er hat wenig Interesse.
Und wenn er dann auch nur von sich erzählt, es vielleicht unschöne Dinge aus der Vergangenheit sind, denkt Frau vielleicht, sie ist Dein Kummerkasten?
Wenn Du von Deiner "Ach so tollen Wohnung, Deinem tollen, aber unterbezahlten Job redest, oder zum Ausdruck bringst, dass alle Anderen immer alles falsch machen, nur Du bist der kluge Kopf...
Diese Art von Selbstverherrlichung seiner Person, seine ständige Erzählerei von Erlebnissen mit Exen, bis hin zum Nettoverdienst, das dann noch beim 1. und 2. Treffen hat mich total verunsichert. Ich hatte nicht mal Lust von mir zu erzählen.
Sympathie zu Anfang ist sehr schön, jedoch Vertrauen, sodass man sich alles erzählt, muss doch wachsen.

In meinem Fall war es so, ich fühlte mich zu gelabert, dachte mitunter oh Gott was für ein Naivling... und stimmte einem 2. Treffen trotzdem zu, denn Sympathie meinerseits war vorhanden.
Beim 3. Treffen jedoch bemerkte ich, dass er meine Einwände zu bestimmten Themen zerredet hat, obwohl ich nach meiner Meinung dazu gefragt wurde, wie ich gehandelt hätte. Für mich stand fest, wir kommen auf keinen einheitlichen Nenner.

Es kam zu keinen weiteren Treffen meinerseits.

Vielleicht solltest Du mal überdenken, was Du erzählst?

06.10.2020 05:37 • x 1 #14


FrauDrachin


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Hallo Faithnomore,

das Problem hier ist, dass dir auf der Sachebene niemand wirklich antworten kann.
Es kann sein, dass du Pech hattest, und Frauen getroffen hast, die sich nicht öffnen konnten oder wollten.
Es kann sein, dass es kein Pech ist, sondern du aus irgendeinem Grund Frauen anziehst, die sich nicht öffnen können.
Es kann sein, dass du Frauen mit "Vertrauensbeweisen" in die Flucht schlägst
Es kann sein, dass dieses gefühlt einseitige Gefühl von Vertrauen ein Zeichen von einem seelischen Problem oder Konflikt in dir ist.
Ist jetzt ohne Details schwer bis gar nicht zu beurteilen.

Was auffällt, ist, dass du ein ganz genaues Bild davon zu haben scheinst, dass Frauen dieses Vertrauen erwiedern sollten, und wie es sich zeigen würde, wenn Frauen dieses Vertrauen erwiedern. Das stezt mE eine sehr enge Erwartungshaltung, die du vielleicht verbal, aber ganz sicher nobverbal kommunizierst. Ich glaube, kein Mensch möchte bei den ersten Dates mit einer engen Erwartungshaltung konfrontiert werden.

Ganz abgesehen davon ist Vertrauen ja einer dieser schrecklich unscharfen Begriffe. Du weißt, wie sich Vertrauen für dich anfühlt, und du weißt wie es sich für dich zeigt. Aber du kannst gar nicht wissen, ob es in einem Gegenüber da ist, wenn ja, ob es sich für ihn genauso anfühlt, und wie er es zeigt. Vielleicht ist es ein bischen wie die ganz vielen "Liebe ist..." Comics. Könnte man wahrscheinlich ganz genauso mit "Vertrauen ist..." machen.

Und schließlich fällt auf, dass du mit diesem "vertrau mir dings" ein bischen widersprüchliche Botschaften sendest.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist das Gefühl ungefähr folgendes: Vertrauen ist das Gefühl, dass meine privaten/intimen Gedanken und Geschichten beim Gegenüber gut aufgehoben sind.
Klingt erstmal logisch, bleibt aber sehr oberflächlich. Eine Ebene tiefer würde die Aussage für mich lauten: Vertrauen ist, wenn man sich beim anderen so zeigen kann, wie man ist, wenn man zumindest viele von den Alltagsmasken ablegen kann. Würde bedeuten, dein Gegenüber darf genauso offen, verschlossen, vertrauensvoll, misstrauisch sein, spontan, zurückhaltend... sein, wie er eben ist.

Oder: bei dem was du unter Vertrauen verstehst, fehlt mir ganz viel Vertrauen: nämlich das Vertrauen, dass der andere in Ordnung ist, genau so wie er sich zeigt, auch wenn er sich ganz anders zeigt wie du.

Sorry, ich krieg es gerade wieder mal nicht besser formuliert.

06.10.2020 07:19 • x 1 #15



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