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Treue und Vertrauen eine Illusion?

Notperfect

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Hallo, bin ganz neu hier. Und bedingt durch viele unschöne Erfahrungen in den letzten Jahren, frage ich mich, ob Vertrauen und Treue eigentlich eine Illusion ist, um irgendeine "Sicherheit" zu geben?

Was soll das eigentlich bedeuten? Treu bis ans Lebensende? Es gibt ja Ehepartner, die gönnen sich eine Affäre oder mehrere, bleiben aber immer bei ihrem Ehepartner/ Ehepartnerin, werden dafür aber verteufelt, wenn es raus kommt und führen vermutlich eine schöne Ehe, sofern es nicht bemerkt wird. Es gibt die, die sich mit Affäre trennen, die, die sich einfach so trennen, schmerzhaft ist alles, für den, der verlassen wird. Manche merken gar nicht, dass sie betrogen wurden und vertrauen weiter auf die Treue. Andere haben einfach gar keine Gelegenheit und sind nur deshalb treu. Und dann versuche ich das auch noch mit der Liebe in Einklang zu bringen. ich liebe meinen Partner. Aber eine Beziehung läuft ja nicht immer gleich. Mal abgesehen von der Verliebtheitsphase, ist man ja auch empfänglich für die Aufmerksamkeit anderer. Wenn das nun in einer eher schlechteren Phase der Beziehung passiert und man schwach wird und sich drauf einlässt, sollte man dann direkt die Beziehung beenden? Ist das Treue, wenn man sofort geht, wenn es schwierig wird? Worauf sollte man dann noch vertrauen?

Ich weiß es ist etwas wirr, aber vielleicht versteht mich ja jemand und möchte sich an einer Diskussion darüber beteiligen

19.12.2020 09:08 • x 3 #1


Tempi


Ich verstehe nur Bahnhof.


Gelegenheit macht Liiiiiebe; Triebe; Diebe; ...
Hiiiebe!? ... @Flavoured

Zitat von Notperfect:
ich liebe meinen Partner

Hast Du Dich selbst auch gern, bzw. kannst Dich gut leiden?

19.12.2020 09:17 • #2



Treue und Vertrauen eine Illusion?

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Notperfect

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Zitat von Tempi:
Hast Du Dich selbst auch gern, bzw. kannst Dich gut leiden?


Ja, meistens schon

19.12.2020 09:18 • x 1 #3


Tempi


Was kann Dir schon passieren?

Du hast Dich immer bei Dir/dabei.
Irgendjemand hat hier eine schöne Signatur.
Sinngemäß irgendwas mit dem eigenen Spiegelbild und dem besten Freund ... sollte angestrebt werden.
Ich muss erstmal .
Viel Freude am/im Forum und ein verspätetes Willkommen!

19.12.2020 09:22 • x 1 #4


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Stehst Du denn vor einer Affaire? Der berühmte Kollege mit dem Satz "Spürst Du nicht was ich für Dich fühle"? Schau mal in den Affairenbereich, solche Geschichten gehen fast immer destruktiv zu Ende. Und ja, wenn ich merke ich möchte mich neu verlieben und sehe keine Zukunft sollte ich die Beziehung mit Anstand beenden.

19.12.2020 10:01 • x 3 #5


Notperfect

Notperfect


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Nein, ich stehe nicht vor einer Affäre. Ich bezweifele bloß mittlerweile, dass es eine glückliche Ehe bis ans Lebensende mit absoluter Treue geben kann.

Bin eher auf der Suche nach dem großen Sinn des Ganzen.

19.12.2020 11:57 • x 3 #6


Frollo


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Zitat von Notperfect:
Nein, ich stehe nicht vor einer Affäre. Ich bezweifele bloß mittlerweile, dass es eine glückliche Ehe bis ans Lebensende mit absoluter Treue geben kann.

Bin eher auf der Suche nach dem großen Sinn des Ganzen.

Ja, natürlich kann es sowas geben. Du musst nur entsprechend spät heiraten;-)
Im Ernst, zur Ehe braucht ein Mensch eine gewisse Reife. Sie sollte nur geschlossen werden, wenn man sich vorher gut ausgelebt hat. Der Zeitpunkt ist alles entscheidend.

19.12.2020 12:02 • x 5 #7


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat von Notperfect:
Nein, ich stehe nicht vor einer Affäre. Ich bezweifele bloß mittlerweile, dass es eine glückliche Ehe bis ans Lebensende mit absoluter Treue geben kann.

Bin eher auf der Suche nach dem großen Sinn des Ganzen.

Ich denke damit befindest Du Dich in guter Gesellschaft mit sehr vielen anderen. Meiner Mng nach läuft alles auf die Frage hinaus: Was ist Dir im Leben wichtig und was bist Du bereit, dafür zu geben, zu opfern? Weil, alles haben kannst Du nicht. Und das wäre auch nicht der Weg zum Glück.
Eine mittelmäßige Zufriedenheit, Gesundheit und eine halbwegs stabile innere Mitte wäre doch schon mal was, oder ?
Also, das ist my opinion dazu.
Frag Dich immer, was Du aufgeben würdest und ob Du den Preis dafür zu zahlen, bereit wärst. Wäre die Antwort darauf "nein" oder "ich weiß nicht", lass es.

19.12.2020 12:10 • x 6 #8


Notperfect

Notperfect


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Zitat von Frollo:
Ja, natürlich kann es sowas geben. Du musst nur entsprechend spät heiraten;-)
Im Ernst, zur Ehe braucht ein Mensch eine gewisse Reife. Sie sollte nur geschlossen werden, wenn man sich vorher gut ausgelebt hat. Der Zeitpunkt ist alles entscheidend.


Da hast du sicherlich zu einem großen Stück weit recht. Allerdings gibt es diese Krisen ja auch bei "Spätverheirateten" mit entsprechender Reife. Zumindest geht man ja irgendwann davon aus, dass diese Reife erreicht wurde. Und man fühlt sich ja vielleicht selbst, als hätte man sich ausgetobt, weiß worauf es ankommt und dann wird man trotzdem irgendwann wieder aus der Bahn geworfen.

Für mich scheint das mittlerweile wirklich alles irgendwie dem Zufall geschuldet. Vertrauen, Treue, "große Liebe", "wahre Liebe", "Liebe des Lebens" sind dann manchmal so Themen, die mich einfach ins Grübeln bringen und ich gar nicht mehr weiß, was das noch bedeuten soll.

19.12.2020 13:05 • #9


Notperfect

Notperfect


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Zitat von Plentysweet:
Eine mittelmäßige Zufriedenheit, Gesundheit und eine halbwegs stabile innere Mitte wäre doch schon mal was, oder ?


Auf jeden Fall. Diesen Zustand erreicht man ja zum Glück auch immer mal wieder. Und trotz allem verlaufen Beziehungen ja wellenförmig, das gesamte Leben ja übrigens auch. Und so gewichtet man ja auch mal unterschiedlich, was einem nun besonders wichtig ist.

19.12.2020 13:09 • #10


Frollo


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Zitat von Notperfect:

Da hast du sicherlich zu einem großen Stück weit recht. Allerdings gibt es diese Krisen ja auch bei "Spätverheirateten" mit entsprechender Reife. Zumindest geht man ja irgendwann davon aus, dass diese Reife erreicht wurde. Und man fühlt sich ja vielleicht selbst, als hätte man sich ausgetobt, weiß worauf es ankommt und dann wird man trotzdem irgendwann wieder aus der Bahn geworfen.

Für mich scheint das mittlerweile wirklich alles irgendwie dem Zufall geschuldet. Vertrauen, Treue, "große Liebe", "wahre Liebe", "Liebe des Lebens" sind dann manchmal so Themen, die mich einfach ins Grübeln bringen und ich gar nicht mehr weiß, was das noch bedeuten soll.

Naja, es muss schon echt sein. Wenn du wirklich wirklich wirklich mal so richtig die Nase voll hast vom "Lotterleben", dann bist du auch durch damit. Und das kann tatsächlich mit 20 sein oder mit 80 XD

19.12.2020 13:10 • #11


Hola15


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Hallo notperfect,

Meines Erachtens nach entstehen die Probleme aufgrund unseres heutigen illusionären Anspruchs an eine "romantische Liebe" und des Amefi-Wunschdenkens (alles mit einem für immer, Holger Lendt in "Treue ist auch keine Lösung") gepaart mit unserem Wunsch nach höchstmöglicher individueller Entfaltung. Das sind beides Entwicklungen die erst seit wenigen Generationen überhaupt Themen sind. Ich bin Mitte 40 und für meine Großeltern und sogar in Teilen auch meine Eltern stellten sich diese Fragen v.a. bei der Partnerwahl gar nicht. Wir bekommen von überall und aus allen Medien ein Bild von Partnerschaft vermittelt, dessen sie gar nicht standhalten kann. Und dementsprechend gibt es überall Probleme und viele stellen sich die Frage wie das alles zu vereinen ist (Stichwort: Polyamory) während andere oft den einfachen Weg gehen und eine Beziehung beenden sobald sie nicht mehr hundertpro erfüllt, oder sich die Anteile die auch gelebt werden wollen, in ausserhäuslichen Affären suchen, meist mit den bekannten Nebenwirkungen des Lugs und Betrugs.
Eine optimale Lösung wird es nicht geben, vor allem nicht, wenn erwartet wird, dass man keine Abstriche machen muss oder sehr intensiv an Beziehung und vor allem sich selbst arbeitet.
Vor ein paar Tagen hat eine ältere Frau einen threat mit dem Begriff "Mittelmaß" im Titel hier reingestellt. Schau dir das mal an. Sie ist nun dankbar für die Zeit mit ihrem Mann trotz der ganzen Probleme die sie hatten. Du siehst aber an den Antworten auch die anderen Meinungen und Lebensentwürfe hierzu.

Wenn du dich weiter für das Thema interessierst empfehle ich dir das Buch von Holger Lendt das ich oben zitiert habe. Es ist zumindest mal ein Überblick -auch plakativ aber dafür amüsant zu lesen- über die gesellschaftliche Entwicklung von "Liebe" und die Ansprüche an diese. Ob die präsentierte Lösung für jeden das richtige ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.
Ich persönlich versuche (abgesehen davon, dass ich den Monogamie-Anspruch noch nicht aufgegeben habe) mich eher an den Text zu halten:
http://www.polyamorie.de/kurze-texte/46...mmies.html
Auch Erich Fromms "Die Kunst der Liebe" ist zu empfehlen.

19.12.2020 13:11 • x 4 #12


Notperfect

Notperfect


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Danke dafür.
Werde mich da später noch mal ausführlicher mit beschäftigen. Aber die Sonne scheint hier heute so schön, dass ich jetzt erstmal raus muss...

19.12.2020 13:20 • #13


Schlurfi2020


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Treue ist fast immer eine Illusion. Wer es ist, lebt es aus und hinterfragt nicht.

Aber jeder Mensch ist fähig in eine Affäre zu gehen, diese zu starten.

Wer mit dem Vorsatz ewige Treue in eine Beziehung geht, hat im Grunde schon verloren.

19.12.2020 13:24 • x 1 #14


NurBen


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Zitat von Notperfect:
Wenn das nun in einer eher schlechteren Phase der Beziehung passiert und man schwach wird und sich drauf einlässt, sollte man dann direkt die Beziehung beenden? Ist das Treue, wenn man sofort geht, wenn es schwierig wird?

Nein, Treue ist, wenn man schwach wird, aber sich trotzdem nicht drauf einlässt.

19.12.2020 13:27 • x 8 #15



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