Lilamej
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Seit 3 Jahren bin ich in einer glücklichen Fernbeziehung (Deutschland/Kanada). Es ist alles sehr kompliziert: mein Freund war vor mir bereits verheiratet, war aber bereits getrennt als er mich kennen lernte. Allerdings wurde die Scheidung zu seiner Ex nie vollzogen, da sie beide kein Geld hatten und seine Ex ein Problem mit ihrem Aufenthaltsstatus bekommen hätte (Sie ist nicht Kanadierin). Mich hat es nie gestört, dass er technisch noch verheiratet ist. Wir haben uns sehr verliebt und begonnen Pläne zu schmieden. Ich bin ca 5-6 mal Pro Jahr nach Kanada geflogen, habe versucht dort Arbeit zu finden, habe seine Familie und Freunde kennen gelernt. Wir haben zusammen ein Haus gemietet und ein Auto gekauft. Er kam nach Deutschland um meine Familie kennen zu lernen. Wir haben uns Gedanken gemacht, dass wir Kinder wollen, aber erst unser Leben in trockene Tücher bringen wollen. Er sagte mir oft dass er nach seiner zerbrochenen Ehe nicht geglaubt hätte, dass er jemals jemanden so sehr liebe könnte wie mich und dass ich die Liebe seines Lebens sei. Das ist er auch für mich. Wir haben uns versprochen uns niemals im Stich zu lassen, egal was passiert.
Unsere Talfahrt begann letzten Sommer. Seine Exfrau nötigte ihn mit ihr zusammen nach Europa zu fliegen um ihrer Familie zu erklären, dass die Ehe vorbei ist und sie sich scheiden lassen werden. Er fühlte sich verpflichtet und willigte ein. Am Wochenende nach seiner Abreise ist sein bester Freund bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er war aber in Europa und musste sich da mit seiner Exfrau verantworten. das ganze hat ihn in ein tiefes Loch gestürzt. Als wir uns im Herbst wieder gesehen haben, sprach er davon, dass es ihm schlecht geht. Er hatte selbstzweifel, Schuldgefühle mir gegenüber und das Gefühl, mir in Kanada nichts bieten zu können. Er hat seinen Traumjob, verdient damit aber leider nicht sehr viel. Durch das gemeinsame Haus fühlt er sich finanziell abhängig von mir. Er sagte mir oft, dass er sich nicht mehr wie ein richtiger Mann fühlt, im Leben eigentlich nichts erreicht hat und Probleme damit hat, dass immer ich diejenige bin, die zu ihm kommt und ich bereit bin, alles für ihn aufzugeben. Auch unser Sexleben hat angefangen darunter zu leiden. Ich habe mir nicht groß was dabei gedacht, denn Krisen gibt es ja im Leben immer wieder. Stattdessen habe ich versucht mich beruflich mehr eingliedern zu können. Ich bin Künstlerin, daher ist es nicht ganz leicht. Wir verbrachten Silvester zusammen aber es wurde immer schwieriger, die Depression immer größer. Zumal er kurz vor seinem 30 Geburtstag stand und das Gefühl hatte, im Leben nichts erreicht zu haben außer eine gescheiterte Ehe. (Seine ganzen Kollegen sind bereits verheiratet mit Kind Haus etc. ) Ich habe ihn vielleicht nicht ernst genug genommen. Nun der Schock. Vor zwei Wochen war ich bei ihm. Er gestand mir, dass er im Sommer in Europa eine Frau kennen gelernt hatte. Sie verstanden sich super und er hatte sie nach Kanada eingeladen (Kanadier laden immer alle nach Hause ein, die Gastfreundschaft ist leider nicht ganz nachzuvollziehen) Sie kam dann tatsächlich im November um ihren Urlaub dort zu verbringen. Passiert ist damals nichts. (Das glaube ich ihm auch) Trotzdem hat er sich nicht getraut mir damals davon zu erzählen, da ich immer ein bisschen eifersüchtig war. Die Frau hat sich aber total in ihn verliebt. Zu seinem 30 Geburtstag hat sie ihn überrascht. Dann ist es passiert und er ist fremd gegangen. Er gestand mir alles. Sagte mir wie leid es ihm täte, wie sehr er mich liebt und dass er mich niemals verlieren möchte. Ich habe ehrlich noch nie einen Mann so weinen sehen. Ich habe ihm verziehen (ich war eigentlich immer davon ausgegangen, dass er sich ab und zu außer Haus vergnügt, bei einer solchen Distanzbeziehung gibt es für mich wichtigeres als Treue) er hat das aber verneint und mir gesagt dass er mich vorher nie betrogen hätte. Wir sprachen darüber und ich sagte ihm, dass ich mit dem Seitensprung leben könnte. Ich flog also zurück mit der Entscheidung, dass wir uns wieder finden. Inzwischen hat er natürlich der anderen Frau von mir erzählt. Und nun der Supergau. Letzte Woche schrieb sie ihm, dass sie schwanger von ihm ist (8. Woche). Zeitgleich fordert nun seine Exfrau die Scheidung sowie eine Menge Geld. Er ist am Boden. Ich bin es auch. Er sagt mir immernoch wie sehr er mich liebt und mich in seinem Leben braucht und er das alles ohne mich nicht schafft. Aber wenn sie wirklich schwanger ist, wird er zu dem Kind stehen. Er ist selbst ohne Vater aufgewachsen und möchte das seinem eigenen Kind nicht antun. Ich habe ihn gefragt, ob er für die andere Gefühle hätte, er meinte, dass er das nicht wüsste, aber dass er es versuchen müsste, wegen dem Kind. (Sie haben ja insgesamt nur 2 Wochen miteinander verbracht und kennen sich überhaupt nicht) Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe Angst vor der Zukunft. Alle unsere Pläne sind mit einem Mal zerschlagen. Und ich kann doch jetzt nicht zuschauen, wie er unseren Traum mit einer anderen Frau lebt. Ich weiß nicht mehr weiter. Es tut so unendlich weh. Ich muss nun beruflich noch 2x nach Kanada, im April und im Juli. Was soll ich nur tun?