Dummda2
Gast
Und dann habe ich an die Berichte der anderen Frauen hier im Netz gedacht. Ja, da stellt ein Mann alles in Frage und will ausbrechen, ein neues Leben mit der neuen Frau. Und dann bleibt er doch. Vielleicht nicht weil er feige ist, sondern weil die Krise vorbei ist.
Der Zustand der Beziehung, vor allem bei langjährigen Beziehungen, ist doch von beiden geprägt, d.h. Wenn die Beziehung so langweilig und kalt ist, dann haben beide ihren Anteil daran, dann ist es letztlich von beiden gewollt. Dementsprechend logisch, dass er zurück geht in sein Leben.
Ist es Zufall, dass hier viele der Altersklasse 40+ sind? Ich glaube nicht. Ich musste auch deshalb daran denken, weil nach all den großen Emotionen, bei uns jetzt so eine große Ruhe ist. Leidenschaft, Emotionen sind spannend und wollen wir alle. Aber doch nicht die ganze Zeit.
Unter der Annahme, es sei eine MLK gewesen, wie habe ich das jahr erlebt? Mein Mann fing im Jahr zuvor endlich an an seinem Äußeren zu arbeiten und das sehr erfolgreich. Er war sehr unzufrieden, was bei ihm jedoch ehe rnormal war. Er fragte oft nach dem Sinn seines Lebens. Mein Leben war dann eher eine Provokation, denn ich kann das machen, was ich für mich für wichtig halte. Ende dieses Jahres kaufte er sich einen Sportwagen. Dieser war schon immer sein "Traum" gewesen, wie wohl auch von vielen anderen großen Jungs
das bemerkenswerte war jedoch, dass er es tat, ohne mich in die Entscheidung miteinzubeziehen. Nicht dass ich irgendwelche Mutter-Ansprüche stellen würde, aber natürlich kostet so ein Auto. Er wußte, dass ich eher dagegen bin. Letztlich fand ich es aber gut, dass er eine eigenständige Entscheidung getroffen hatte, denn ich wollte ja, dass er sich von mir emanzipiert. Das habe ich ihm auch gesagt und darin bestärkt. Dennoch gab es wegen des Autos Ärger. Ich habe ihn nicht genug "gewertschätzt", war auch nicht bereit meine "Karre" wegzugeben, weil wir nun in Familienauto brauchten (meine Karre reichte mir), außerdem hatten wir deshalb Parkplatzprobleme die auf meine Kosten gingen, was mich genervt hat. Wenn er sich so einen Sportwagen kauft und mich nicht miteinbeziehen, dann muss er diese Dinge halt auch vernünftig regeln.
das ist eigentlich dann auch das Thema gewesen, er hat sich von mir emanzipiert. Auch wenn es jetzt etwas schräg klingt, es ist nicht abwertend gemeint, er hat sich benommen wie ein pubertierender Junge, der sich von seinen eltern lösen will mit aller Gewalt und Schmerz. Schon in den Wochen vor der Affäre war er sehr distanziert und wollte gleichzeitig mit mir eine gemeinsame berufliche Zusammenarbeit aufbauen. Wie absurd, da suchten wir ein Monat vorher noch ein gemeinsames Büro und dann ist plötzlich nicht genug Nähe da?
Gerade die zeit während der Affäre war er sehr agressiv und abweisend. Ich hatte auch im Nachhinein immer das Gefühl, dass er mir weh tun wollte. Nicht dass er bösartig war oder ist. Aber ich hatte den Eindruck, dass er mir Schmerz zufügen wollte. Halt wie ein Jugendlicher der seine Eltern verletzen will, um sich abzustoßen. Einmal Papas Auto zu Schrott fahren und dann noch die Eltern beschimpfen wegen mangelndem Verständnis.
Ich konnte ihn auch gar nicht erreichen. Obwohl ich die Frau bin, bin ich doch eher die rationale. Ich bin zwar durchaus impulsiv, aber nicht blöd. Aber es war schier unmöglich mit ihm zu reden und dinge zu klären. Unmittelbar bevor er die Affäre hatte, hatten wir noch einen großen Streit. Und er hat wirklich alles falsch verstanden, was ich gesagt hatte. Ich will mich nicht frei sprechen. Auf keinem fall. Aber ich kann ja durchaus Vergleiche ziehen. Er war auch nicht zugänglich. Eine Distanz wie nie zuvor.
Als die Affäre beendet war, wurde er wieder wie früher. Immer noch etwas zurückhaltend und in sich gekehrt, aber friedlich. In der Beziehung hatte sich nicht wirklich was geändert. Nach wie vor war ich mit meinen Themen beschäftigt und dies unmittelbar nach der Affäre mehr denn je. Und doch führte er sie nicht weiter. Wieviel Einfluss hatte ich? Letztlich wohl keinen.
Kurz nach Beendigung schrieb er mir eine SMS, dass egal was passieren würde, er würde immer zu mir stehen. Da habe ich mir nichts bei gedacht.
Seine Sinnfrage ging danach noch weiter und das auf vielen verschiedenen esoterischen Wege. 6 Monate später gestand er mir die Affäre und den rest habe ich ja schon gepostet.
Heute, nach MLK, Affäre und Ehekrise, ist mein Mann die Ruhe in Person. Er trifft Aussagen z.B. Über seinen Job, die hätte er früher nie von sich gegeben. Jetzt kann er sich auch ganz anders auf unsere Kinder (vor allem Sohn) einlassen.
Ist so ein Unwetter einfach über uns hereingebrochen und hat uns keine Wahl gelassen, außer den Versuch das ganze am Ende einfach wieder aufzuräumen? Natürlich hat dieser Ansatz einen gewissen Charm. Ich war schon mal überhaupt nicht "Schuld", konnte gar nichts dafür. Und mein Mann konnte eigentlich auch nichts dafür. prima, dann ist ja nichts passiert und wir können einfach weiter machen. Das wäre wohl eine ungünstige Interpretation, denn es würde uns die Möglichkeit nehme, aus dem Ganzen zu lernen. Aber wir haben ja vieles gelernt. Er hat die Handgr. geworfen, ich habe den Rest unseres Lebens eingerissen. Zusammen haben wir in einem sehr schmerzhaften Prozess uns als Paar wiede neu aufgebaut.
In jeder Krise steckt dann auch eine Chance.
Im Internet steht natürlich einiges zu dem Thema.
Die die hier im forum landen, haben natürlich schon ihren GAU erlebt, der Mann/ Frau ist fremd gegangen. Aber vielleicht gibt es hier Impulse, um das Ganze etwas besser zu verstehen. Gerade die Frage, warum konnte er mich so ausblenden? Warum will er wieder zurück, obwohl die Neue gerade noch die große Liebe war? gewiss jeder Fall ist anders und ich will keinem unterstellen, dass es nur eine "Erwachsenen-Pubertät" ist. Die Kritik meines Mannes an unserem Leben, an mir, war ja auch nicht unberechtigt. Und seine Not, war real. Es ist nur ein zusätzlicher möglicher Baustein.
Ich wünsch Euch noch einen schönen Tag.
