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Von der Zeit und ihrem Konzept

RedStone

Was mehr ist Zeit, was mehr als der Versuch die ungreifbare und unbegreifliche Gesamtheit unseres Lebens greifbar und begreiflich zu machen? Was mehr als ein Versuch, Kontrolle über etwas zu erlangen, das wir nicht kontrollieren können?

Das Konzept an sich ist logisch: 12 Monate, 365 Tage, 24 Stunden am Tag und 60 Minuten die Stunde.
Doch alles, was es bewirkt ist, dass wir der Illusion erliegen, das Unkontrollierbare zu kontrollieren.
Es ist nichts anderes als ein Anker, an den wir uns klammern, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind.
Warum sonst versuchen wir Entwicklungen zeitlich zu begrenzen? "Nach 3 Wochen nicht rauchen hast du es geschafft.", "Nach X Tagen, Wochen, Monaten, Kartoffeln bist du über Ex hinweg. "

So schön es klingen mag, aber so funktioniert es nicht. Der Grund für das Alles ist, dass wir Lebewesen sind, denen es schwer fällt, wenig oder keine Kontrolle zu haben. Aber wir zäumen das Pferd von der falschen Seite auf.
Jeder hier, der im tiefsten Sumpf des Kummers steckt, möchte die Zeit gern vordrehen bis es uns wieder gut geht, oder zurück, um die Situation zu verhindern, die uns hierher gebracht hat.

Aber was ist mit dem dazwischen? Den schönen Erinnerungen?
Und den Erfahrungen, die wir seit Tag X gesammelt haben?
Was ist mit dem Weg? Der Zeit, die wir brauchen, uns zu entwickeln?

Der wohl abgedroschenste Spruch, für das was wir durchleben, ist wohl: "Die Zeit heilt alle Wunden."
Schön, gut zu wissen, aber welche Zeit? Tage, Wochen, Monate?!
Und genau hier liegt das Problem. Wir versuchen eine Entwicklung, voller wichtiger Momente und Phasen, zu begrenzen. Und das ist in Wahrheit ganz genau so blöd, wie es sich anhört.

Nicht die vergangene Zeit seit Tag X ist es, die heilt. Es ist das, was du in dieser tust.
Ich habe aufgehört, dem Konzept der Zeit hierbei Bedeutung beizumessen. Sie ist ein sinnvolles Hilfsmittel unseren Tag zu strukturieren, aber mehr auch nicht.

Was zählt sind die Momente, die guten und schlechten. Jede schlaflose Nacht, jeder tränenreiche Versuch zu schlafen, jedes Mal wenn eine Erinnerung dich in die Knie treibt bringt dich näher an den wichtigen Moment. Den Moment, an dem es vorbei ist.
Doch du musst etwas dafür tun.
Mit jedem Mal, an dem du dich aus dem Bett quälst und unter Leute gehst, joggen gehst oder einfach nur aufstehst weil du dir alles wundgelegen hast, bringt dich einen Schritt näher ans Ziel. Denn du tust etwas. Du verlässt dich nicht auf die Zeit, um alles zu richten, sondern du tust etwas dafür.

Und das Beste daran? Damit hilfst du der Zeit, alles zu richten.
Deswegen, stehe jetzt auf aus deinem Bett, geh raus aus deiner Bude, und mach was! Es muss nicht viel sein, ein kleiner Spaziergang reicht schon. Oder auch nur kurz etwas einkaufen, Hauptsache ist, du tust etwas, und gibst dich und dein Glück nicht in die Hände der Zeit, die du sowieso nicht kontrollieren kannst, denn sie vergeht, ob du willst oder nicht.

Was du aber sehr wohl kontrollieren kannst, ist was du tust.

04.05.2017 12:00 • x 11 #1


OttoM

OttoM


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Vielen Dank für für diese Zeilen ich weiß sie kommt nicht wieder daher Lebe ich jetzt eben anders,aber ich Lebe.Das ein Mensch der mir mal gesagt hat er liebt mich ,nicht den Mut hat mir Zusagen das ich nicht mehr geliebt werde zeigt mir was ich für sie für eine Bedeutung habe.Daher muss ich lernen mein Herz diesem Menschen wieder zuentziehen !Ich schaffe das

04.05.2017 12:14 • x 1 #2


Thomas69

Thomas69


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Unabhängig von der zeit...
Konzentriere nicht
all Deine ganze Kraft
auf das Bekämpfen des Alten,
sondern darauf, das Neue
zu formen.
Sokrates
Finde ich persönlich ein gutes Motto...

12.05.2017 22:06 • x 4 #3


weingummi


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@RedStone
Zitat:
Der wohl abgedroschenste Spruch, für das was wir durchleben, ist wohl: "Die Zeit heilt alle Wunden." ...Wir versuchen eine Entwicklung, voller wichtiger Momente und Phasen, zu begrenzen. Und das ist in Wahrheit ganz genau so blöd, wie es sich anhört.


das stimmt voll und ganz. das machen wir mit allen dingen. zeitliche ziele setzen... bis dahin habe ich das geschafft, bzw erreicht...

regt zum nachdenken an, red. danke.

12.05.2017 23:56 • #4


LonelyXmas

LonelyXmas


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13.05.2017 08:13 • x 3 #5


Yonda


Zitat von LonelyXmas:
https://youtu.be/MXcJaNS9Xjg


Danke! Kannte ich ihr noch gar nicht.

Ich liebe solche Gedankenspielchen.

Zeit heilt Wunden, wenn in dieser Spanne die Aufmerksamkeit auf die Versorgung gelegt wird. Lebt man einfach so über den Schmerz der seelischen Wunden hinweg, erreicht man nichts.

Zeit = Aufmerksamkeit

13.05.2017 09:01 • x 2 #6




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