Von Großer Liebe verlassen

JulyNow

Hallo liebe Community,

Hier kurz einen Überblick über mich und mein Problem:

Ich heiße Julian, bin 20 Jahre alt und habe mich vor einem Jahr in ein Mädchen verschossen, wie ich es nicht für möglich gehalten habe. Davor war ich lange Zeit nicht an Frauen interessiert bis ich mit gut 18 Jahren damit anfing aktiver auf Frauen zu zugehen und konnte auch einige Erfolge feiern.
Aber im November 2012 ging das Ganze dann sehr schnell und jegliches Interesse für andere Frauen erlosch nahezu und ich fixierte mich voll auf meine "Große Liebe", die ich in diesem Monat kennenlernte. Sie signalisierte mir aber recht schnell, dass sie nicht an mir interessiert ist, was mich damals sehr fertig machte.
Im September 2013, ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch ohne sie ein richtiges Hoch in meinem Leben - war einfach verdammt gut drauf, merkte ich dann aber, dass sie sich in meine Richtung orientierte und sehr meine Nähe suchte. Sie verließ dann ihren Freund für mich als ich ihr meine Liebe gestand. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass mein Leben nicht mehr besser werden könnte: ich hatte die besten Freunde, die ich mir wünschen kann, mit denen man jeden Mist anstellen kann und von denen ich keinen missen will. Meine "Große Liebe" und ich waren nun zusammen und auch beruflich hatte/habe ich die besten Aussichten. Ich hatte eine Trichterbrust, die mir im Juli 2012 operiert wurde und die man jetzt gar nicht mehr sieht. Ich war also auf einem richtigen Höhenflug. Ich merkte jedoch nach gut einem Monat, dass sie sich nicht mehr so sehr von mir angezogen fühlte. Von ihr selbst und ihren Freunden kam aber die Bestätigung, dass alles okay sei. Ich vermeidete jegliches Klammern und habe mich so gut es geht nicht von ihr abhängig gemacht - trotzdem hat sie mir Mitte November gesagt, dass sie keine Gefühle mehr für mich hat. Ich habe damit gerechnet, aber das brachte mich in das Tief, in dem ich jetzt hänge.

Ich weiß, dass das hier sehr auseinandergepflügt werden wird, und das ist vielleicht auch gut so: Aber ich kann mir keine hübschere, attraktivere (sowohl vom Charakter als auch vom Aussehen) und passendere Frau an meiner Seite vorstellen. Wenn ich auch nur ein Bild von ihr sehe habe ich Herzrasen und ich bin so sehr am Boden. Ich will einfach nicht ohne dieses Mädchen, sie ist erst 17, leben. Ich kann und will mir das einfach nicht vorstellen. Selbst wenn ich durch die Großstadt laufe, sehe ich nicht eine Einzige, die mich auch nur im Ansatz so reizt wie sie. Ich liebe sie über alles, und jetzt ist sie weg.

Ich selbst bin nur noch eine Ruine meiner selbst... *beep*, rauche, vernachlässige alles außer meine Freunde, an denen ich mich etwas hochziehe. Ich war in der Psychiatrie, weil ich mit dem Gedanken gespielt habe mich umzubringen, weil ich einfach nicht mehr weiterleben will. Jede Anstrengung mich daraus zu heben erscheint mir auch ohne Sinn, weil ich mir selbst nicht so wichtig bin wie sie es mir war. Ich gehe regelmäßig zur Psychotherapie und nehme (sinnlose) Antidepressiva. Ich weiß, dass ich mich vielleicht zu sehr auf sie fixiere, aber wenn ich es nicht tue belüge ich mich selbst, weil sie mir tatsächlich alles bedeutet. Ich denke den ganzen Tag über sie nach, was sie gerade wohl macht, wie schön die Zeit am Anfang mit ihr war und wie sehr ich sie vermisse...

Wenn ich hier sitze und das schreibe, dann erscheint mir alles grau und düster...

Nennt mich *beep*, das ist mir egal. Vielleicht ist das ja so. Aber bitte, liebe Community, helft mir mit euren Worten und Erfahrungen. Ich bin soweit, dass ich sage: ich kann nicht mehr, so nah bin ich dem Boden. Das klingt vielleicht etwas dramatisch, aber subjektiv ist das so. Was mache ich jetzt?

Bitte, helft mir!

02.01.2014 16:48 • #1


Niemand


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Schwierig, schwierig...

Du sagst, du bist in Psychotherapie. Bist du bei einem richtigen Psychologen oder bei einem Psychiater? Kommst du mit deinem Psychologen gut klar? Eventuell stimmt das Vertrauensverhältnis bei euch nicht und du machst deswegen keine Fortschritte.

Es ist schwierig jemanden zu helfen, bei dem selbst ein jahrelang studierter Psychologe keine Chance hat, aber ich versuch es mal.

Zitat von JulyNow:
Ich weiß, dass ich mich vielleicht zu sehr auf sie fixiere, aber wenn ich es nicht tue belüge ich mich selbst, weil sie mir tatsächlich alles bedeutet.


Du scheinst Angst davor zu haben, sie loszulassen. Warum ist das so? Was denkst du, würde passieren, wenn du dich nicht mehr auf sie fixieren würdest? Auch wenn du dich auf sie fixierst, kannst du trotzdem dabei über dich nachdenken. Warum das so ist, was dir die Sehnsucht gibt, was du sonst nicht hättest. Hält das fixieren deine Hoffnung aufrecht? Was ist es?

Du musst einen Zugang zu dir finden. Deine eigenen Gefühle reflektieren. Versuchen zu verstehen, warum du so bist, wie du bist, um so den Schlüssel zu dir zu finden.

Zitat von JulyNow:

Nennt mich *beep*, das ist mir egal. Vielleicht ist das ja so.


Du scheinst nicht viel von dir zu halten. Warum sollte dich jemand *beep* nennen? Du hast etwas schreckliches erlebt und befindest dich in einem tiefen Loch. Niemand würde auf die Idee kommen, da auch noch nachzutreten. Deine Gefühle sind echt und für dich (erschreckend) präsent. Das ist alles was in dem Moment wichtig ist. Wenn du aber sowas schreibst, denkst du das manchmal auch von dir selbst? Findest du selbst, dass du schwach bist? Hasst du dich dafür? Oder kannst du dich und deine Gefühle einfach so akzeptieren, wie du bist?

02.01.2014 17:15 • #2



Von Großer Liebe verlassen

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JulyNow


Nein, mein Psychotherapeut passt perfekt - wenn ich bei ihm war, dann bin ich erstmal etwas aufgebaut. Nur kann er mir diese wahnsinnige Liebe zu diesem Mädchen ja auch nicht nehmen. Und diese Liebe macht es ja gerade so schlimm für mich, weil sie inzwischen einseitig ist.
Ich denke schon, dass ich ein recht harter, weil ziemlich emotionaler Fall bin.. aber das denkt vielleicht jeder in dieser Situation, aber eine schlechte Meinung von mir würde ich das nicht nennen.

Nein, losgelassen habe ich sie. Mehr oder weniger, zumindest besteht keine Hoffnung - die ist (leider?) weg. Aber das bedeutet nur, dass mein Schmerz noch heftiger ist.. Die Fixierung habe ich auf jeden Fall noch, aber das finde ich eigentlich recht normal - ich vergleiche sogar jedes Mädchen mit ihr, aber keine kann ihr auch nur im Ansatz das Wasser reichen.

02.01.2014 17:25 • #3


Niemand


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Nicht leider, es ist gut, dass die Hoffnung weg ist. Hoffnung stört den Heilungsprozess. Jede Trennung ist ein psychisches Trauma, dass der Körper verarbeiten muss. Solange man Hoffnung hat, kann man nicht damit abschließen, weil man noch nicht die Tragweite aller Gefühle fühlt. Hoffnung ist quasi die Phase, die vor der Verarbeitung kommt. Erst wenn du Hoffnung weg geht und damit die schlimmsten aller Gefühle kommen, kann eine Psyche überhaupt anfangen, dass Trauma zu verarbeiten.

Dieser Schmerz: Lässt du ihn zu? Setzt du dich hin und weinst dir stundenlang die Augen aus? Fühlst du dich in deinen Schmerz? Oder versuchst du dich nur mit *beep* und co abzulenken, damit dieses Gefühl nicht die Oberhand von dir gewinnt?

02.01.2014 17:29 • #4


JulyNow


Ehrlich gesagt ist das mal so und mal so.

Es gibt Momente, da will ich einfach nicht mehr, heule und kann nicht mehr... Wenn ich jetzt auch nur daran denke, dass ich sie nie wieder sehe und schon gar nicht mehr mit ihr in eine Beziehung kommen werde, dann erdrücken mich meine Gefühle sehr. Solche Momente lasse ich auch zu und verdränge die Situation nicht einfach. Aber hin und wieder muss ich mich einfach mit z.B Freunden ablenken, weil es mir dann zu heftig wird darüber nachzudenken. Wenn ich jetzt an sie denke, dann sehe ich nur wie unglaublich toll ich sie finde und wie niederschmetternd der Gedanke ist, dass ich nicht mit ihr zusammen sein kann. Das ist ein total heftiges Gefühl, ich bekomme dazu Herzrasen und habe auch große Angst, dass ich nie wieder eine Frau finde, die ich so sehr liebe - das erscheint mir gerade einfach nur unmöglich, eben weil ich so unfassbar viel für sie empfinde, die dann auch noch etwas von mir möchte.

Ich bin total verzweifelt... Ich kann zwar weiterleben, ich "brauche" sie ja nicht um meinen Alltag zu erledigen, sehe aber auch keinen Sinn darin weiterzumachen, weil mein Leben ohne sie mir einfach nicht lebenswert erscheint. Ich habe an nichts Freude - meine Gefühle für sie sind einfach erdrückend. Ich weiß doch nicht weiter...

02.01.2014 17:36 • #5


cirkel


Mensch, Häschen, krieg dich wieder ein. Es doch ein grösses Glück für dich, dass du mit ihr zusammen warst.

Du warst mit ihr zusammen,
und dann hat sie mit dir Schluss gemacht
Du hast die Chance gehabt es mit ihr zu versuchen.
Er hat NICHT funktioniert.
Du läufst nicht ins Leere, sondern du weisst, dass sie dich NICHT will.
Sag es dir immer wieder auf, bis es bei dir angekommen ist.
Dann kannst du endlich alle Hoffnungen begraben
und wird es dir Stück für Stück besser gehen.

Vergiss die Hoffnung. Dann bist du einen grossen Schritt weiter.

02.01.2014 17:59 • #6


JulyNow


Ja, die Hoffnung habe ich ja auch gar nicht mehr.
Aber meine Ängste und die Trauer sind so erdrückend präsent, dass ich momentan einfach nicht mehr weiter weiß...

02.01.2014 23:28 • #7


cirkel


Lies die Bibel, immer und immer wieder. Das hilft.

Und geh in die Kirche und zünde Kerzen an. Für dich, für deine Familie, für deine Wünsche, für deine Träume.

02.01.2014 23:38 • #8




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