Von Mann mit 3-Monate altem Baby sitzen gelassen

Lovely78

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Hallo ihr Lieben

Nun endlich habe ich die Kraft gefunden, um auch meine Geschichte zu erzählen.
Mein Mann und ich kennen uns seit der Oberstufe, waren beste Freunde und er hat lange um meine Liebe gekämpft. Seit 15 Jahren sind wir (35) nun zusammen, seit 1 Jahr verheiratet. In unserer Beziehung gab es wie überall up's und down's, aber es hat uns alles eher noch zusammengeschweißt. Das sagten wir beide. Wir haben auch viele gemeinsame Interessen, tolle Urlaube erlebt und wollten uns im Ausland eine Zukunft aufbauen (mit eigener Firma).
Letztes Jahr bin ich nach der Hochzeit recht schnell schwanger geworden. Es war ein Wunschkind, wobei mein Kinderwunsch etwas stärker war, als der meines Mannes.
Kaum hielt ich den positiven Test in den Händen, bin ich quasi über Nacht in eine tiefe Depression gefallen. So schnell konnten Hormone gar nicht wirken. Es wurde so schlimm, dass ich Suizidgedanken hatte und immer mehr abnahm (8kg bei zuvor 59 und 1,70m). Ich hatte das Gefühl, jeden Tag etwas mehr zu sterben, wenn die SS weitergeht. Keine Anlaufstelle, Psychologen, Beratung konnte uns helfen. Irgendwann kam der furchtbare Gedanke an einen Abbruch, zumal Ängste aufkamen, dass es das Kind unter den Umständen nicht schafft/krank ist. Mein Mann unterstützte mich in dieser Zeit sehr und hielt zu mir. Auch er war hin- und hergerissen und war mal pro, mal contra Abbruch (meist dagegen-er hat mit 18 schon ein Kind durch Abbruch verloren; war in keiner Beziehung). Wir saßen quasi an 3 Terminen und konnten es - Gott sei Dank - nie übers Herz bringen. Dazwischen sah es auch mal nach einem Abort aus und in der Situation wären wir sogar froh gewesen. Absurd und schlimm. Alles in Allem die psychische Hölle schlechthin. Nach dem 3. Monat wurden die Depressionen besser, die Schwangerschaft jedoch nicht minder einfach: Erbrechen bis zum 7. Monat, Nierenprobleme, Bluthochdruck, starke Hüftprobleme wegen Hüftdysplasie und Arthrose, vorzeitige Wehen mit Spitalaufenthalt. Ich konnte mich als Frau langsam auf das Kind freuen, mein Mann jedoch nicht. Ich war trotz allem eine hübsche Schwangere ohne hässlichen Bauch und Streifen. Mein Mann ist sehr oberflächlich. S. hatten wir aufgrund der Probleme nur am Anfang und ein Mal in der Mitte. Es gab immer weniger körperliche Nähe, obwohl ich signalisierte, dass ich dazu bereit bin. Während der Depressionen konnte ich meinen Mann nicht an mich heranlassen, was mir sehr leid tat. Habe auch immer mit ihm gesprochen und erklärt, dass es nicht an ihm oder meinen Gefühlen zu ihm liegt...Mein Mann wechselte dann noch seinen Job und kam von einer beruflichen Extrembelastung zur nächsten, die ihm jedoch Spass macht (er jedoch weniger Anerkennung bekommt). Als ich ins KH musste und es nach einer Frühgeburt aussah, hielt mein Mann wieder zu mir und unterstützte mich auch sehr, als ich bettlägerig daheim war bis kurz vor der Geburt). Dazwischen war er oft eiskalt zu mir und half mir null, verlangte viel von mir. Trotz 100% Job und Wehen schmiss ich den HH, konnte ihm nichts recht machen und er sagte mir quasi, dass ich hässlich bin, da ich weitere Klamotten anzog. Mich hat das damals sehr mitgenommen, reden war nicht möglich. Er macht oft dicht und ist ein kaltes Ar. (sagte er schon selbst).
Die Geburt ging dann sehr schnell und ohne Komplikationen, Schmerzmittel. Ich war sehr stolz auf mich und dachte, wir hätten es nun geschafft.
Der Kleine wollte anfangs wenig trinken und hatte kleinere Problemchen, aber nach 4 Tagen kamen wir Heim. Mein Mann hatte 2 Wochen frei und unterstützte mich ganz gut und hatte Freude am Kleinen. Dann setzten nach 2 Monaten die 3-Monats-Koliken ein und waren sehr schlimm. Von morgens bis abends weinte das Kind, ich konnte mit ihm nicht raus (Kiwa und Tragetuch gingen nicht). Ich hatte null Unterstützung von Familie. Mein Mann war nur noch genervt vom Schreien, der Situation und half nichts mehr. Er sah aber auch nicht, was für eine erneute Ausnahmesituation es ist und meckerte nur an mir rum. Aussehen (ich war dünner als vor der SS, Essen, bügelte noch nachts für ihn). Alles war schlecht. Ich hörte seine Probleme bei der Arbeit an-er wollte von meinen nichts hören und meinte, ich sitze nur rum.
Dann gab es einen Knall, als er mich bei den Eltern abholte, das Kind (nach mehreren Tagen, die er es nicht gesehen hatte) ignorierte und nur genervt war vom Einkaufen, Kind transportieren etc. Er beleidigte mich zutiefst uns sagte auch, er empfinde nichts fürs Kind. Fühle sich vom Leben verarscht, alles ist blöd, nur Probleme, dachte sogar schon an Trennung. Liebt mich aber noch. Beratung wäre ok.
Wir redeten, gingen mit Kind spazieren, er kümmerte sich wieder mehr. Die Koliken waren quasi weg. Schmiedeten Pläne, kamen uns körperlich wieder näher. Richtiger S. war es aber noch nicht. Durfte/konnte noch nicht.
Dann war ich kurz bei den Eltern, er nahm sich 1 Woche für Projekte (unseren Webshop) Zeit. Dann wollte er mich abholen, wollte etwas Zeit mit mir. Ich freute mich.
Dann machte er im Auto Schluss und sagte, ich und das Kind sollen nicht zurück in die Wohnung. Er hätte nachgedacht, die Liebe ist völlig erloschen. Den Kleinen jedoch liebt und vermisst er enorm. Beratung lehnte er völlig ab. Sprach von Scheidung.
Für mich brach eine Welt zusammen. Lebendig begraben trifft es am ehesten. Nie hätte ich diese Reaktion für möglich gehalten. Gerade, als es besser wurde, die eigene Familie fallenlassen...ich kann es bis heute nicht verstehen.
Als Grund nannte er eine Summe aus kleineren Macken. Er will nicht reden, muss sich selbst schützen.
An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass er sehr stur ist und sich ALLES einreden kann und dann aus Prinzip nicht zurückrudert. Fast nie. Redet es sich schön und lebt eine Weile damit. Zum Schluss machen kam er um
Anzug mit Hemd und Manschettenknöpfen und lebt seitdem nach außen dass die Altlast nun weg ist und wie gut es ihm geht. Er macht mich quasi für alles Schlechte der letzen Jahre verantwortlich. Er möchte richtig was erreichen im Leben. Ist immer unzufrieden mit dem, was er hat. Mit dem normalen Alltag ist er jedoch oft überfordert.
Wie mies es mir geht und wieviel Kraft es jetzt kostet, gut für den Kleinen zu sorgen, kann ich nicht annähernd in Worte fassen. Es bringt mich fast um.
Wohne nun nicht kindgerecht im Elternhaus (teilweise Umbau, Eltern krank usw).
Zwischenzeitlich war ich in der alten Wohnung (60km entfernt im Nachbarland). Wir konnten etwas reden, aber nach wenigen Tagen musste ich wieder gehen. Wir haben auch schon eine Art Rosenkrieg-er will alle Rechte am Kind, alles ohne Anwalt klären, da es ja sonst das Kind belastet usw. Ich bin im Mutterschutz (letzter Monat mit Einkommen). Bekomme nichts mehr im Ausland. Job war gekündigt (man hat dort nur 3 Monate Anspruch auf die Stelle). Bin nun quasi mittellos mit wenig Rücklagen. Er könnte gem. dem geltenden Recht gerade so den Unterhalt plus etwaige Alimente zahlen. Er hat einen guten Job, jedoch viel Altschulden (Kredittilgung).
Neulich könnten wir nachts gut smsn und er erklärte Manches etwas und zeigte sich beratungsfreudiger. Ich soll/gehe nächste Woche in die Wohnung zurück. Grosse Hoffnungen soll ich mir aber keine machen. Null Körperkontakt. Er möchte ja herausfinden, ob da noch etwas ist...
Er fragt jeden Tag nach dem Kind, gab nu zu, dass er mich öfters unfair behandelt, aber dann ist er wieder das größte A.
Ach ja: alleine ein Kind aufzuziehen, ist seiner Meinung nach kein Problem und das Kind leider auch nicht, wenn es Papa und Mama lieben und fair miteinander umgehen.
In welcher Welt lebt dieser Mensch bitte?

Danke für euer Feedback. Freue mich über alle Beiträge.

15.05.2014 13:05 • #1


minna


lass dich mal in den arm nehmen und herzlich willkommen hier....
ich weiß ja nicht in welchem land du jetzt lebst oder vorher lebtest.....

aber ich bin sicher es gibt überall beratungsstellen....pro familia...jugendämter....etc...
die dich erstmal über deine rechte und möglichkeiten beraten können....

ich glaube du musst das ganze erst mal systematisch angehen,
um sicherheit für dich und dein kind zu finden...
damit ihr auch finanziell über die runden kommt....
und zur ruhe kommt....

was dein mann für ein mensch ist...keine ahnung...
besonders hilfreich in schlechten zeiten scheint er jedenfalls nicht zu sein....

du kennst ihn wohl besser...aber ob ein partner zum familienleben taugt...erkennt man oft erst wenn es zu spät ist....
schulden, kredite und wenig stressresistenz klingen schonmal nicht nach jemandem der einen aufjauchzen lässt....

und ob dir dieser mann auf dauer ein partner wäre oder eher eine last...musst du selbst herausfinden.....

bis dahin schreib einfach hier...hol dir rat und anregung....
dann schaffst du das schon ....

15.05.2014 14:15 • #2



Von Mann mit 3-Monate altem Baby sitzen gelassen

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Sahsii


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Liebe Lovley,

das tut mir leid für dich, dass eure Ehe in diese Richtung gelaufen ist. Mir scheint es fast so, als ob dein Mann Angst vor der Verantwortung hat und dass er sich wie im Käfig fühlt. Ganz ehrlich, ich finde die Nummer die er gerade mit dir abzieht..ist wirklich sowas von daneben. Sorry..aber er ist ja kein Kleinkind mehr und ich denke in dem Alter sollte man wissen, dass ein Kind auch Zeit benötigt. Ich würde nicht zu ihm in die Wohung gehen...mit diesen Bedingungen die er jetzt schon stellt und die Aussage... Mach dir aber nicht zu große Hoffnungen sagt eingentlich schon alles.

Hast du eine Freundin oder Geschwister..die dich vielleicht jetzt etwas unterstützen können, damit du mal wieder ein bisschen Kraft sammeln kannst?

Liebe Grüße Sahsii

15.05.2014 14:18 • #3


Alena-52


Zitat von Lovely78:
Ach ja: alleine ein Kind aufzuziehen, ist seiner Meinung nach kein Problem und das Kind leider auch nicht, wenn es Papa und Mama lieben und fair miteinander umgehen.
In welcher Welt lebt dieser Mensch bitte?
hallo lovely

ich bin der ansicht das es auch für euer kind besser ist in einem ruhigeren umfeld aufzuwachsen als diese spannungen, die von anfang an da waren mitzuerleben, es reagiert darauf mit befindlichkeitsstörungen.

was ist in dir mit der schwangerschaft aufgetaucht, dass du so extrem darauf reagiertest ? die angst vor verantwortung, überforderung, alleingelassen zu werden ?
das alles und auch die anspannungen im job hat mit dazu beigetragen, dass es sich so bei euch entwickelt hat. du schreibst, dass du mehr den kinderwunsch hattest als dein mann, vielleicht war er nur halbherzig dabei und hat allen stress auf das kind geschoben und du möglicherweise unbewusst auch.

überlege dir gut was jetzt für euch besser ist, vielleicht ist es ganz gut wenn du jetzt eine zeit mit dem kind lebst und ihr etwas mehr distanz zueinander habt, damit ihr die situation aus einem anderen blickwinkel betrachten könnt und gemeinsam lösungen findet.

alles gute und viel kraft!

15.05.2014 14:24 • #4


Guest 123


Hallo,
das hört sich wirklich nach enormen stress an:(
Ja auf keinen fall würde ich da für eine woche in die wohnung fahren.und schade das du niemanden gefunden hast in der schwangerschaftder dir mit den depris geholfen hat.aber gut das ist vorbei.

ich finde den rat auch gut dir hilfe zu holen unabhängig von deinem mann.damit du mal wieder klarer sehen kannst und das mit deinem mann in ruhe klären.

momentan ist es so das er entscheidet das du nicht in der ehewohnung wohnen kannst,also wäre das zuerst dran.sonst bist du zu dem ganzen emotionalen stress auch noch mit der wohnung im stress.
sind ein bischen viel baustellen.
nimm es so wie er es sagt-es ist vorbei und nun ordne deine sachen.sollte es dennoch einen weg für eure ehe geben wird er sich finden...
lg viel glück und kraft für den kleinen wurm!

15.05.2014 14:40 • #5


MannmitBekannte.


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Hmmmm?

Die Geschichte macht einen Eindruck von schon in die Ehe gezogener Bindungsschwäche

Das übliche Verdrängungsgerede

Zitat:
wie überall up's und down's


ist eine satte Vorlage auf das jetzige Trennungsresultat.

Dann noch die Lebensumstände geändert, Kind und Berufssituation in spe... teils benennbare Altlasten von oben in Krediten und Schieflagen in Kommunikation und Wahrnehmung

Richtig finde ich die Depression, da stimmte was vorher nicht und die Abtauchreaktion ist eine in der Logik angemessene Antwort.

Als ob es die gemeinsame Zukunft im Ausland im Mannkopf nie gegeben hat, es ein Ausweichfabulantentum vor heimischen Aufgaben war. Wie Fata Morgana verkaufen um die Aufmerksamkeit von dem was im eigenen Kopf stresst weg zu bekommen.

Die Lösung liegt in der Zuordnung der Depression, denke ich. Die passt als normal auf eine verdeckte Wahrheit von ihm, intuitiv wird die Situation erfasst und doch steht Frau für dumm verkauft mit Unverständnis und ohne Kraft vor einem Berg.

Mann weg, Depression weg, Teile werden sich klären, Leben geht weiter.

Du machst das mögen die von ihm erzeugten Nebel auch noch so grau sein, es kommt immer mehr Sonne auf.

15.05.2014 14:43 • #6


Lovely78


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Erst einmal ganz herzlichen Dank für euren Beistand. Das hilft wenigstens etwas! Ich komme derzeit leider kaum zur Ruhe, da er täglich nach dem Kleinen fragt und ihn 1x pro Woche sehen will. Einmal antwortete ich nicht gleich und er schrieb meiner Schwester, was los sei. Ab und zu kommt es zu einer vernünftigen Konversation, in der er sich auch schon für manches entschuldigt hat. Immerhin?!
Für mich ist die Beratung schon sehr wichtig, um entweder den letzten Funken Hoffnung zu zerstören und/oder verstehen zu können, wie es soweit kommen konnte. Natürlich macht jeder Fehler in einer Beziehung: ich würde jedoch meinen Partner mit Baby niemals auf solche Weise sitzen lassen. Niemals und schon gar nicht nach all dem, was wir zusammen erlebt haben und wie nahe wir uns standen. Oder war alles nur eine Illusion? Kann es auch schon eine Art midlife crisis oder Burn out sein?
Zu mir noch kurz: ich hatte früher einige Jahre Bullimie, bin aber geheilt, sofern das geht und habe familiär das ein-oder andere Päckchen mitbekommen. Dachte aber, dass ich auf einem guten Weg bin und war auch glücklich, meinen Mann an meiner Seite zu haben. Dass es nun vorbei sein soll und er es wirklich ernst meint (und es sich nicht nur einredet - wer weiß warum), kann ich nicht glauben. Aber das kennt ihr sicherlich alle?
Inzwischen denke ich sogar, dass ich die Depressionen quasi als Vorahnung auf dessen was jetzt passiert ist, bekommen habe. Und die schwere Zeit schon alleine durchgemacht habe, damit ich jetzt für den Kleinen stärker sein kann. Puhhh.
Natürlich ist sein Wohlbefinden das Allerwichtigste! Egal, ob oder mit wem ich eine Beziehung habe. Ich kann das Ideal unsere kleinen Familie jedoch nicht so leicht aufgeben (
Wir wohnen eigentlich in CH, kommen beide aus D. Ich habe mich schon bei zig Stellen erkundigt. Mir stehen nur Gelder zu, wenn wir uns quasi vor Gericht in einem Schnellverfahren auf eine Art Trennung einigen. Daher bin ich auch auf seine Gunst angewiesen. Rosenkrieg verkrafte ich nicht auch noch. Und Anwälte können wir uns beide nicht leisten. Es ist alles so komplex. Es könnte auch sein, dass er jetzt etwas einlenkt, um später zahlen zu müssen. Auch wenn er so etwas total abstreitet (logisch). Würde aber gut in seine finanzielle Situation passen.
Kennt ihr das? Dass man einen geliebten Menschen nicht wiedererkennt?

16.05.2014 10:22 • #7


minna


ja...das liegt oft daran....daß man einen gewaltigen teil des charakters des liebsten einfach ausgeblendet oder geschönt hat......
das merkt man dann plötzlich....

16.05.2014 10:48 • #8


BlaueKoralle


Hallo Lovely,

Bist du noch hier im Forum?
Wie geht es dir nach einem Jahr nun?
Ich habe deine Geschichte mit solchem Erschrecken gelesen, da ich eine fast identische Geschichte erlebt habe - jetzt gerade im Februar.
Würde ich Dir gern schreiben, wenn du magst.
Wenn Du also noch hier bist, werd ich mich registrieren.

Lieben Gruß, ich hoffe, Du bist wieder ganz aufrecht

Loulou

23.06.2015 07:18 • #9



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