Schuldgefühle87.
Gast
ich wende mich in meiner Not an Euch, da ich diesen inneren Drang nicht mehr loswerde, mich in irgendeiner Form auszuheulen.
Seit knapp 1 Woche ist meine Beziehung nun endgültig vorbei. Mein Ex hat den Schlussstrich gezogen und seit dem plagen mit die schlimmsten Schuldgefühle und Selbstzweifel.
Vorher führten wir schon eine recht komplizierte Beziehung (Fernbeziehung), die schließlich auch in einer On-Off-Beziehung endete. Wir waren nicht mal 1 Jahr zusammen.
Wir konnten nicht miteinander, aber irgendwie auch nicht ohne einander. Einerseits passte vieles echt gut zusammen (gemeinsame Interessen, Hobbys) - aber andererseits auch einiges gar nicht
Ich fühlte mich von ihm als Frau nicht wertgeschätzt, sogar nicht attraktiv genug. Er wollte so gut wie nie Sex haben - er mag es angeblich nicht und legt mehr Wert auf andere Dinge. Nein! gleichgeschlechtlich ist er aber nicht!
Generell war die Kommunikation zwischen uns alles andere als optimal. Während er eher verschlossen ist und eigentlich alles lieber mit sich selbst ausmacht, bin ich eher jemand, der mit anderen drüber sprechen möchte, wenn es mir nicht gut geht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht so richtig Teil seines Lebens bin, ich fühlte mich irgendwie so "außen vor".
Wenn es zwischen uns mal kriselte, konnte ich auch nicht wirklich mit ihm darüber reden. Hatte er eine andere Sichtweise, dann setzte er sich auch nicht mit diesen Problemen auseinander - ganz nach dem Motto "Das sind ja DEINE Probleme, DU siehst das so - warum sollte ich mich dann damit auseinander setzten?" Das hat er so nie zu mir gesagt, aber seine Haltung dem gegenüber lies diesen Schluss zu. Hauptsächlich ging es um seine Art, die Art wie er sich mir gegenüber verhielt - das was er sagte und das was er tat, stimmte oft überhaupt nicht überein. Das verunsicherte mich irgendwann total. Dann schlich sich Misstrauen an seine Ehrlichkeit und Eifersucht ein.
Das frustete mich ungemein, ich fühlte mich so missverstanden, bzw. gar nicht verstanden. Naja und dadurch stritten wir oft. Hauptsächlich fing ich mit dem Streiten an - es waren ja auch MEINE wunden Punkte, nicht seine.
Eine Aussprache nach den Streitereien war auch nur bedingt möglich. Durch die Fernbeziehung konnten auch mal Wochen vergehen, bis wir reden konnten. Telefonieren wollte er so gut wie nie, in solchen Situationen erst Recht nicht. Er saß dann immer vor mir und sagte kaum etwas dazu. Ich hatte anschließend das Gefühl, ich habe jetzt stundenlang mit ihm geredet und bin immer noch genauso schlau wie vorher. Ich hatte nie den Eindruck, dass es was für die Zukunft gebracht hat - auch wenn wir uns in dem Moment erstmal wieder vertragen haben.
Nun kam es vor Ostern zu einem Streit, woraufhin "mal wieder" Schluss war. Er redete dieses Mal aber so, als ob es für ihn klar und ok sei. Als macht ihm das mittlerweile gar nichts mehr aus. Wir sind nicht im Bösen auseinander, der Kontakt war zwar noch vorhanden, aber eher sporadisch. Ich habe ihn dann auch mal gesagt, was er meiner Meinung nach in Zukunft mal tun sollte, bzw. worüber er sich Gedanken machen sollte, BEVOR er eine Beziehung eingeht. Denn dafür, worauf er seine Schwerpunkte legt, braucht er in meinen Augen keine Beziehung. In einer Beziehung geht es um weit mehr, als nur darum zusammen um die Häuser zu ziehen. Aber das waren Dinge, auf die er ganz wenig bis gar keinen Wert gelegt hatte. Deswegen habe ich ihm das ans Herz gelegt.
Daraufhin ging er auf einmal für seine Verhältnisse sehr in die Offensive. Er schrieb wieder mehr als sonst und auch so vertraute Dinge - wie früher. Aber er griff die Tatsache, dass ja eigentlich Schluss ist, nicht nochmal auf. Das war nach wie vor der Stand der Dinge. Immer wenn ich ihn direkt ansprach, warum er so komisch schreibt - also wenn ich ihn quasi "entlarvt" hab - spielte er alles runter. Das sei nicht so, da sei doch nichts dabei was er schreibt. Ich dachte mir, ok ich lass das jetzt mal so stehen. Wenn, dann soll ER sagen, was Sache ist.
An Ostern kam es mal wieder zum Streit, immer wieder die "alten Wunden". Er fängt immer wieder an diese roten Tücher auf den Tisch zu packen - keine Ahnung, ob das mittlerweile Absicht ist, oder nicht. Ich habe ihn übelst angemault, da ich mittlerweile durch diese immer ins Leere laufenden Gespräche total empfindlich darüber geworden bin. Das war sicher nicht ok, aber ich hab die Fassung in dem Moment einfach verloren. Hatte mich dann auch noch an dem Tag bei ihm dafür entschuldigt. Aber das wollte er schon gar nicht mehr hören. Er wollte stattdessen mit mir unter 4 Augen reden, in einer Woche, also letzten Samstag
Bis dahin wollte er nichts mehr von mir hören, hat mich bei Whatsapp sogar blockiert, reagierte auch auf nichts mehr. Schickte mir aber 2 Tage später eine Freundschaftsanfrage bei Facebook. Ich dachte, das war ein Versehen, hab mich aber nicht getraut ihn zu fragen. Habe die dann einfach weggeklickt. Es kam auch keine neue mehr.
Am besagten Samstag hat er mich jedoch abserviert. Wir haben uns gesehen, erst sagte er noch ja wir reden - dann überlegte er es sich auf einmal anders und lies mich stehen. Ich ging hinter ihm her, wollte wissen, was jetzt los sei - er sprach nicht mal mehr mit mir. Er warf mir dann noch etwas vor die Füße, er wollte mich mit einer 4-tägigen Reise überraschen. Zum Glück war noch nichts gebucht, es war nur ein Flyer. Was sollte denn diese Logik? dachte ich mir - erst tut er so, als sei Schluss und für ihn auch völlig ok - dann will er mich aber DAMIT überraschen? Das hab ich nicht verstanden. Er stellte mich als undankbar hin, er würde sich den A. aufreißen, sich ständig zum Deppen machen und ich gebe ihm nur A. tritte.
Ich war einerseits total sauer und fühlte mich echt ungerecht behandelt, andererseits hatte ich da schon voll das schlechte Gewissen, weil man gemerkt hat, wie sehr ihn das mit der geplatzten Überraschung verletzt hat. Hätte es den Streit die Woche davor nicht gegeben, hätte er mir seine Idee präsentiert. Der Streit ist jetzt das riesen Problem - von denen es vorher schon unzählige andere gab.
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll
Ich hatte von jemanden, der mir sagt es ist Schluss, nicht erwartet, dass der 4 Tage mit mir irgendwo hinfahren will. Vielleicht sollte das eine Neuanfang-Reise werden. Aber der Streit davor hatte doch damit gar nichts zu tun
Ich hab versucht ihm zu erklären, dass wir doch so viele andere Sorgen hatten, um die wir uns dringend hätten kümmern müssen. Und wieso er dann sagte es sei Schluss usw. Aber darauf antwortete er nicht mal mehr
Jetzt mache ich mir die ganze Zeit diese quälenden Gedanken, ob ich hier die schlimmeren Fehler begangen hab
Hätte ich meinen Frust an Ostern einfach runter schlucken sollen? Aber ich wäre doch trotzdem nicht einfach mit ihm weggefahren in dieser Situation. Am Ende hätten wir uns noch während der Tour gezofft. So wie ich ihn kenne, wäre er dann auch sauer/enttäuscht gewesen - so oder so hätte ich wahrscheinlich nur verlieren können Hätte ich diese On-Off-Geschichte viel früher beenden müssen? Aber dafür fehlte mir das nötige Rückrad, weil ich ihn dennoch nicht verlieren wollte. Ich hätte ihn einfach so akzeptieren müssen, wie er ist und meinen Mund halten sollen. Das habe ich immer wieder versucht, aber es nie lange durchgehalten. Zu vieles entsprach nicht meinen Vorstellungen einer erfüllenden Beziehung. Er machte mir immer wieder Hoffnung, aber hielt am Ende auch nicht das, was er mir versprochen hat.
Ich kann es jetzt eh nicht mehr ändern, aber ich fühle mich so mies und schlecht. Aber ich bin doch auch nur ein Mensch
Ich hatte nicht den Mumm, mich früher von ihm zu trennen. Er anscheinend genauso wenig, denn auch er hat das ja die ganze Zeit mitgemacht. Trotzdem fühle ich mich wegen dieser Überraschung so sch., das ich sie ihm sozusagen durchtrieben hab
Das war überhaupt nicht meine Absicht. Aber wir wollten eigentlich über unseren Streit reden, da hab ich doch nicht mit sowas gerechnet Er meinte, die Redereien bringen gar nichts - da hat er nicht ganz unrecht, das sagte ich ja weiter oben schon. Aber das liegt doch auch nicht nur an mir alleine
Was kann ich nur machen, dass ich mir nicht ständig diese Vorwürfe machen muss?
Bin ich denn da wirklich alleine dran Schuld?
Bin seit dem komischer Weise aber auch nicht mehr blockiert und er macht verdächtig viele Whatsapp-Satusmeldungen. Über alles mögliche. Sonst macht er sowas eigentlich nie!
Bin so tot traurig, fühle mich einfach nur kacke
