StillRising
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Ich bin noch recht neu im Forum, habe aber schon die letzten 2-3 Wochen mit gelesen und dachte mir, auch mal meine Situation zu schildern.
Ich bin vor kurzem 51 Jahre geworden, seit 25 Jahren in einer Beziehung und seit fast24 Jahren verheiratet.
Wir haben ein Haus gekauft und drei Kinder bekommen, die inzwischen im Teenager-beziehungsweise jungen Erwachsenenalter sind.
Von Anfang an verbanden uns immer sehr starke Gefühle, und für uns war sehr schnell klar, dass wir für immer zusammen bleiben wollten heiraten wollten und das ganze Programm.
Natürlich hatten wir auch Tiefen und Krisen, die wir aber bisher immer gemeinsam lösen und gestärkt zusammen hervorgingen.
Jetzt ist es aber so, dass ich inzwischen im fünften Jahr chronisch erkrankt bin , EM Rente beziehe und seit circa zwei Jahren sogar Pflegegrad 3 habe ( und mein Mann meine Pflegeperson, ist).
Zu Beginn meiner Erkrankung hatten wir noch sehr große Hoffnungen, dass es irgendwann wieder besser wird oder weggeht, doch es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer und vor 1,5 Jahren war dann der absolute Tiefpunkt, wo ich weder laufen noch sprechen noch für sonst irgendwas Energie hatte ( Ich leide an ME/CFS).
Zu dieser Zeit hat mein Mann und ich auch dann auch die ganze Hoffnung verloren.
Dazu kam, dass ich krankheitsbedingt in den ersten ein bis zwei Jahren keinerlei Zugang mehr zu meinen Gefühlen und Emotionen hatte, die dann aber vor circa anderthalb Jahren plötzlich und mit voller Wucht wieder da waren und mit denen ich dann nicht mehr umgehen konnte,
Dennoch müssen die anderthalb Jahre etwas in mir und meine Mann ausgelöst haben, mein Mann war sehr unglücklich darüber, und ich habe außerdem seitdem Emotionsregulierungs Störung entwickelt, mit der ich seit dem auch in Behandlung bin.
Kurz vor dem Krankheitsausbruch gab es schon ein, zwei kleine Themen, mit denen mein Mann unzufrieden war, die er aber leider damals nicht angesprochen hatte,
Wahrscheinlich hätte er diese Themen irgendwann angesprochen, nur dann kam die Krankheit dazwischen, wo wir dann jahrelang gar nicht mehr fast sprechen können und er nur noch gepflegt hat und und versucht hat, die Familie aufrecht zu erhalten, meine Emotionsregulierungstörung war dann eindeutig zu viel für ihn.
Er sagt, er hat in diese Zeit seine ganze Energie hineingesteckt, was jetzt dazu geführt hat, dass er jetzt keine Energie mehr hat, sich völlig ausgebrannt fühlt, keinen Zugang mehr zu seinen Gefühlen hat, sich selbst verloren hat und nicht mehr weiß, ob er mich noch liebt, beziehungsweise ob er an der Beziehung festhalten möchte.
Das ganze war vor vier Wochen, als er mir das mitteilte, dass er eine Pause machen möchte und nicht weiß, ob er noch Gefühle für mich hat.
Mir hat das Ganze den Boden unter den Füßen weg gehauen, seit vier Wochen versuche ich nur noch irgendwie über den Tag zu kommen und bin wirklich sehr, sehr traurig darüber,
Wir letzte Woche eine Woche im Urlaub, es sollte eigentlich ein sehr schöner Urlaub werden, wo wir uns nach der ganzen Krankheit und so weiter, wieder annähern können, aber der war überschattet von den Gefühlen meines Mannes, der sehr stark schwankt zwischen Verbindung und Abbruch. Ich hatte das Gefühl, dass sein Herz zwar die Verbindung zwischen uns sucht, aber sein Kopf und Verstand sagt ihm nein und dass er ständig zwischen den zwei Gefühlen hin und her schwankt.
Wir hatten wirklich schöne Momente zusammen, aber auch sehr viele Momente, wo er in sich gekehrt war, abweisend und ständig gesagt hat, er weiß nicht, ob er noch Gefühle für mich hat,
Zusätzlich war es sehr belastend für mich, da wir ausgerechnet in diesem Urlaub unseren 25 Jahre Kennenlerntag und unseren Hochzeitstag hatten,
Gerade an diesem Tagen, die für mich eindeutig die schönsten Tage in meinem Leben waren, war es besonders schwer für mich, diese Schwankungen auszuhalten, so dass ich das erste Mal an unseren Kennenlernen Tag eine Panikattacke hatte.
Als dann im Urlaub auch noch herauskam, dass er mich in den ein, zwei Wochen vor unserem Urlaub angelogen hat, um mit einer anderen Frau eine lange Fahrradtour zu machen, mit ihr dann irgendeine Verbindung an diesem Tag gespürt hat, die er mit mir nicht mehr spürt, ihr ein Foto von einem Steinbild geschickt hat (ausgerechnet an unserem Kennenlernen Tag) und auch noch ein zwei romantische Nachrichten ist die Situation völlig eskaliert und wir wollten eigentlich an diesem Tag sofort den Urlaub beenden. Wir sind dann aber doch noch geblieben,aber an diesem Tag hat er beschlossen, dass er sich eine Wohnung vorübergehend nehmen möchte, unter anderem, weil er denkt, dass das der einzige Weg ist, um eventuell unsere Ehe zu retten, bevor irgendeiner von uns beiden einen Fehler macht, der nicht mehr zu verzeihen wäre,, um Zeit für sich zu haben, sich selbst wieder zu spüren, zu sich selbst zu finden und um hoffentlich bald zu wissen, was mit seinen Gefühlen los ist.
Aufgrund der Wohnungspreise haben wir dann beschlossen, dass meine Tochter zu mir zieht, um mich auch zu unterstützen, und er in die Wohnung unserer Tochter zieht.
Das war jetzt vor einer Woche.
Seitdem schwanke ich zwischen Hoffnung, absoluter Angst und Traurigkeit.
Ich weiß einerseits, dass ich ihm den Raum geben muss, damit er wieder zu sich selbst findet, andererseits bereitet mir das gerade so große Schwierigkeiten, so dass ich sogar angefangen hab, Panikattacken und Verlustangst extrem zu entwickeln.
Meine Gedanken kreisen ständig in meinem Kopf, und ich schaffe einfach nicht, das Gedankenkarussell abzustellen, zumal meine Möglichkeiten, mich abzulenken und eventuell Sport oder Ähnliches zu machen, ja auch durch meine Erkrankung sehr ,begrenzt sind.
Ich versuche ständig, irgendwelche Zeichen zu sehen, die mir so einen gewissen Halt und Hoffnunggeben, und ich finde sie auch. Aber diese werden dann durch irgendwelche Äußerungen oder Verhaltensweisen meines Mannes wieder zunichte gemacht, und ich schwanke ständig zwischen Hoffnung und Angst,
An meinem Geburtstag hat mir mein Mann eine liebe Karte geschrieben , wir haben einen wirklich schönen Tag innerhalb der Familie gehabt und er hat mir einen Abend zu zweit geschenkt, aber so sehr ich mich darüber freue, umso große Angst habe ich jetzt, dass ich anschließend wieder enttäuscht bin, weil ich befürchte, dass er mir wieder sagt, dass er immer noch keine Gefühle hat.
Eigentlich weiß ich, dass auch er unsere Ehe und Beziehung retten möchte, wir haben uns auch für übernächste Woche einen Termin bei der Eheberatung geholt aber dennoch habe ich wahnsinnig große Angst, dass er seine Gefühle nicht mehr findet, dass sie irgendwie verschüttet sind und er nicht ran kommt beziehungsweise weiß ich überhaupt nicht, wie ich die nächsten Wochen beziehungsweise Monate aushalten soll und es immer zwischen Hoffnung und großer Angst s schwankt
Ich hoffe, ich konnte eigenermaßen verständlich unsere Situation schildern (meine MEC FS Erkrankung schränkt mich auch beim Schreiben und Lesen sehr stark ein) und ich würde mich sehr über Meinungen, Tipps oder Ideen freuen.