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Wann passen 2 Menschen zusammen?

Teardrop_ine

Hallo@all,

wer meinen Treat (Trennung trotz Liebe) gelesen hat, weiß, in welcher Phase ich mich gerade befinde. Zwischen dem "Vermissen", "nicht wissen wie weitermachen" und den ersten Gedanken, "warum"?

Immer öfter stelle ich mir die Frage, ob bestimmte Konstellationen von Beziehungen/Menschen einfach zum Scheitern verurteilt sind. Oder man - wenn man es wirklich gemeinsam schaffen MÖCHTE - doch hinbekommt, solange man ähnliche Werte hat (also sich über die wichtigen Fragen wie Treue, gemeinsamer Lebensmittelpunkt, Kinder -ja/nein etc. einig ist)?

Mir geht es hier also vor allem um Charaktere der Menschen.
Was sind eure Erfahrungen?

Von meiner Seite her ist es also schief gegangen, weil wir einen Charkter hatten, der sich deutlich positioniert und einer nicht (Loyalität), weil ein Charakter Konflikten aus dem Weg geht, während der andere sprechen möchte (Konfliktfähigkeit), weil einer mehr der Herzmensch und einer mehr der Kopfmensch ist... usw.

Freue mich über eure Gedanken zum Thema: Wann passen 2 Menschen zusammen?
Müssen sie dazu ähnlich sozialisiert sein, ähnliche Erfahrungen gemacht haben, um sich in den anderen reinversetzen zu können etc.?

17.11.2015 12:59 • #1


One


ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann, oder auch so eindeutig. Für mich ist es eine Mischung daraus. Mein Liebster ist mir in vielerlei Hinsicht ein Gegenpol gewesen, ich bin eher zurückhaltend, er ist gewohnt zu führen zum Beispiel. Es gibt aber auch Dinge, da sind wir einander ähnlich, die Art Gedanken und Gefühle zu formulieren, da finde ich mich selbst ihm wieder.
Die Gleichheiten erfüllen mich, de Gegensätze vervollständigen mich.

Ich glaube, es sollte einach nicht zu extrem sein, kein Gegensatz, der den anderen abstößt, aber auch kein ineinander aufgehen. Mir selbst geht es auch manchmal so, dass ich eigenschaften die ich selbst habe, an anderen gar nicht mag ...

Ich galube, dass Kopf - und Herzmensch, wenn beide das jeweils sehr ausgeprägt leben, eine ganz schwieirge Konstellation ist, die es auch schwieirg macht verstehend aufeinander einzugehen.
Aber auch Kopf-Kopfmensch, weil da de Leidenschaft fehlt, ebenso Herz-Hermensch, die beide so emotional und verletzlich sind, dass sie aus ihren Dramen nicht herausfinden

17.11.2015 13:16 • #2


GretchenHaase


Hey

also ich persönlich denke das ist eine wirklich schwieriges Thema und man wird auch nie eine genaue Antwort darauf finden.

Mein Ex und ich hatten beispielsweise komplett die gleichen Vorstellungen wie eine Zukunft laufen soll, am Anfang lief auch alles perfekt.
Wir waren das Vorzeigepärchen überhaupt.
Nach und nach kamen die Dinge heraus, die vieles zum Scheitern brachten, davon ab das er anscheinend narzisstische Verhaltensweisen hat.

Aber ich zum Beispiel bin ein totaler Familienmensch.
Ich lebe hier seit ich klein bin und meine Family ist immer drum rum und ein wesentlicher Teil meines Lebens. Weihnachten ist Mein Fest und wir feiern auch immer fleißig alle Geburtstage.
Seine Eltern sind getrennt, nachdem der Vater mit denen nicht mehr klar kam hat er ihn und seine Geschwister in unterschiedliche Internate gesteckt, da war er 12 oder 13.
Seitdem verliefen für ihn Geburtstage oder Weihnachten entweder hier oder dort und nachher war er sogar alleine Zuhause.
Als wir uns vor 2 Jahren kennen lernten, hat er beispielsweise den Heiligabend alleine Zuhause mit seinem Hund verbracht.

Ich wusste das er sich eine richtige Familie wünscht, nur kam er, glaube ich, mit so einem krassen Unterschied wie es bei mir ist einfach nicht zurecht.
Wirklich darüber reden wollte er nie.
Meine Familie hat ihn zwar komplett aufgenommen und er sagte auch immer er fühle sich wohl, vielleicht hat er aber auch so ein wenig gemerkt was ihm fehlte und ich glaube es war ihm doch ein wenig zu viel.

Klar ist diese Beziehung noch an vielen anderen Faktoren gescheitert, aber ich denke das hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen bzw. sollte nun nur als kleines Beispiel dienen.

Mein Fazit: es kommt nicht darauf an ob man einfach nur gemeinsame Wünsche oder Vorstellungen hat, sondern auch darauf wie man aufgewachsen ist, welche Werte man vermittelt bekommen hat und wie man sich mit dem Leben des anderen arrangieren kann.
Ich denke wenn beide Seiten bereit dazu sind Kompromisse einzugehen und offen und ehrlich über alles reden, hat fast jede Beziehung eine Chance.
Nur manche können das halt nicht, bzw. haben es vielleicht auch nicht so gelernt wie der Partner es braucht oder sich wünscht.

Ich hoffe das ist irgendwie klar was ich meine

17.11.2015 13:21 • x 1 #3


Sandro P


Grundsätzlich ist eine jede Beziehung zum scheitern verurteilt!

Die Frage ist nur wann ?!?!?

Gutes Krisenmanagement und Beziehungserfahrung helfen diesen Zeitpunkt nach hinten zu datieren!
Aber jede Liebe nimmt sich am Ende das, was das Verliebtsein am Anfang gegeben hat!

17.11.2015 15:04 • #4


SilentOne78

SilentOne78


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Dazu ein paar Gedanken aus "Die Psychologie der Intimität" von Tobias Ruland:

Zitat:
Es geht eben genau nicht darum, den »passenden« Partner fürs Leben zu finden, es geht nicht darum, die (vergängliche) romantische Liebe oder Verliebtheit zu idealisieren, und es geht auch nicht darum, sich vermittels Resignation eines unschönen Tages mit der traurigen Realität abzufinden, nur weil man es nicht besser hinbekommen hat. Um zu einer guten Partnerschaft zu gelangen, gilt es in erster Linie, teamfähig zu werden. [...]

Die Teamfähigkeit eines Menschen zeigt sich an seiner Problemlösungskompetenz im Konfliktfall und nicht daran, dass er eine ihm implizit oder explizit zugewiesene Rolle bzw. Aufgabe (z. B. Köchin, braver Schwiegersohn, Mutter, Ernährer) bereitwillig ausfüllt. Ein Team beweist sich nicht in ruhiger See. »Teamfähigkeit« heißt, sich konstruktiv mit dem auseinanderzusetzen, was schwierig ist. »Teamfähig« bedeutet, sich im Ernstfall zu beruhigen, einen klaren Gedanken fassen zu können, sich auf das zu besinnen, was das Team zum Funktionieren braucht, und die Erkenntnis ohne Wenn und Aber in die Tat umzusetzen.

Dazu muss man wissen, welche Art von Leben man leben möchte, welche wichtigen Ziele das Team (die Partnerschaft) besitzt, wie man seine eigenen Emotionen reguliert (destruktive Muster aus dem System verbannen, konstruktive Muster pflegen) und wie man das Team immer wieder rekonstituiert, da Störungen unvermeidlich sind. Bis ein Mensch diese Teamfähigkeit erlernt hat, muss er eine ganze Menge Unbehagen ertragen, dieses Unbehagen immer wieder in den Griff bekommen, sich an den besagten Zielen orientieren und beharrlich weitergehen, wohl wissend, dass das nächste Problem und das nächste Unbehagen bereits hinter der nächsten Straßenecke lauern. [...]

Wer sich diesem Unbehagen stellt, hat zumindest die Chance, etwas zu bekommen, was auf dem locker-leichten Weg vielleicht zufällig einmal aufblitzt, nur um anschließend wieder zu zergehen: einen Partner, der mit einem gemeinsam durch dick und dünn geht und der auch dann noch aufrecht steht, wenn man selbst ins Straucheln geraten ist; eine Partnerschaft, in der es normal ist, sich über alle seine innersten Gedanken und Gefühle, seine Ziele und Träume, seine Ängste und Unzulänglichkeiten, Sorgen, Nöte und Freuden auszutauschen; eine Seele, mit der man ein Leben teilt und mit der man das Privileg hat, intimste Momente auf Augenhöhe zu erleben, indem sie sich gegenseitig zeigen, erkennen, schätzen und lieben, trotz all der unvermeidlichen Verletzungen und Probleme, die ein realer Alltag mit Kindern, Job, Krankheit und Haushalt eben mit sich bringt.

18.11.2015 21:24 • x 5 #5


Teardrop_ine


Danke für eure Antworten.

Das was One schreibt:

Zitat:
Ich galube, dass Kopf - und Herzmensch, wenn beide das jeweils sehr ausgeprägt leben, eine ganz schwieirge Konstellation ist, die es auch schwieirg macht verstehend aufeinander einzugehen.
Aber auch Kopf-Kopfmensch, weil da de Leidenschaft fehlt, ebenso Herz-Hermensch, die beide so emotional und verletzlich sind, dass sie aus ihren Dramen nicht herausfinden

kann ich aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen. Auch, dass sich Partner gut ergänzen können, trotz ihrer Gegensätze. Muss aber nicht sein.

Das was Gretchen schreibt:

Zitat:
Es kommt nicht darauf an ob man einfach nur gemeinsame Wünsche oder Vorstellungen hat, sondern auch darauf wie man aufgewachsen ist, welche Werte man vermittelt bekommen hat und wie man sich mit dem Leben des anderen arrangieren kann.
Ich denke wenn beide Seiten bereit dazu sind Kompromisse einzugehen und offen und ehrlich über alles reden, hat fast jede Beziehung eine Chance.
Nur manche können das halt nicht, bzw. haben es vielleicht auch nicht so gelernt wie der Partner es braucht oder sich wünscht.


ist m.E. nach ebenfalls nicht zu unterschätzen. Jemand der es nicht gelernt hat, Kompromisse einzugehen und vor allem Konfliktfähigkeit in der Kindheit nicht gelernt hat, wird sich mit dem Führen einer Beziehung schwer tun.

Wahrscheinlich sind neben den Charaktereigenschaften tatsächlich auch die ausgebildeten sozialen Kompetenzen extrem entscheidend für das Gelingen einer Partnerschaft. Sowie die Kommunikation über Bedürfnisse...

Danke auch für deinen Beitrag SilentOne78.

Zitat:
»Teamfähig« bedeutet, sich im Ernstfall zu beruhigen, einen klaren Gedanken fassen zu können, sich auf das zu besinnen, was das Team zum Funktionieren braucht, und die Erkenntnis ohne Wenn und Aber in die Tat umzusetzen.


Dieses Zitat beschreibt mal wieder ganz gut die Bedeutsamkeit von Problemlösekompetenz für das zwischenmenschliche Funktionieren.

Doch kann man Problemlösekompetenz und Teamfähigkeit tatsächlich lernen und wenn ja wie?
Ich denke, dass dies ziemlich schwer ist, wenn es nicht in der Anlage eines Menschen ist, konstruktiv und vor allem handelnd (und nicht flüchtend) mit Konflikten umzugehen.

Was wir alle noch nicht erwähnt haben ist, dass es neben der Konstellation Herz-Kopf (welche sich nicht in den extremen Polen befinden sollte und auch nicht extrem gleich sein sollte), neben dem Charakter und den sozialen Kompetenzen (Problemlösekompetenz, Konfliktfähigkeit, Perspektivenübernahme, Kommunikation v.a. über Bedürfnisse) auch auf die Umstände ankommt, unter denen eine Beziehung entsteht und unter welchen sie bestehen bleibt.

Schicksalsschläge, Verluste, persönliche Krisen können auch zwei Menschen, welche sich lieben und die o.g. Fähigkeiten haben bzw. bereit sind an der Ausbildung dieser zu arbeiten, total aus der Bahn bringen.

Ich denke, dass in Extremsituationen die meisten Belastungen für eine Beziehung entstehen und die größten Verletzungen. Weil hier dann auch Loyalität und Priorität verstärkt gefragt sind.

Das waren soweit meine Gedanken dazu.

Freue mich über weitere Anmerkungen...

19.11.2015 22:39 • #6


neverending


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hm im Threads zu Narzissten und den Auszügen aus "die Masken der Niedertracht" steht sowas wie die Perversion sein Einfühlungsvermögen dazu zu entarten um extra weh zu tun und fertig zu machen, das Leid eines anderen ihm noch zu zusätzlichem Schaden zu gereichen, also auch provozieren etc....

So in etwa.

Naja wenn die verblienen Reste an Einfühlungsvermögen nicht auch noch gegen den Partner verwendet werden besteht die Chance einer heilen Herzensbindung... und diese darf man nicht treten.... sonst funktioniert es nicht.

21.11.2015 01:43 • #7




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