Einraumwohnung
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als meist stille Mitleserin habe ich heute ein Thema, dass weniger mit Trennungsschmerz zu tun hat, sondern um den Umgang mit Ex-Partnern.
Vorgeschichte in Kürze: Über zehn Jahre langjährige Partnerschaft mit Ex, die ich im Jahr 2021 aus vielerlei Gründen beendet habe. Wir haben auch zusammen in seiner Eigentumswohnung gelebt und in diesen Jahren auch einen gemeinsamen Freundeskreis gepflegt, der bis heute besteht. Ich bin dann bald nach Trennung ausgezogen.
Mitte 2021 kam ich mit meinem Forengrund zusammen, nach einer kurzen Trennung ein Jahr später bin ich etwa schon wieder über ein Jahr mit ihm in einer Partnerschaft zusammen. Es läuft gut und es gibt keinen Grund, zu klagen. Ich bin glücklich mit meinem Partner und - ich sage das mal so - möchte das jetzt langsam auch zeigen, auch innerhalb des vormals gemeinsamen Freundeskreises. Diese Freunde wissen alle (und kennen ihn schon), dass ich einen Partner habe, mein Ex auch. Mein Freund ist auch nicht „neu“.
Zu meinem Ex habe ich lose Kontakt. Bzw. meldet er sich immer mal wieder, wenn eine Partnerschaft bei ihm zu Brüche geht oder wenn bei gemeinsamen Freunden Geburtstage etc anstehen, da laufen wir uns übern Weg. Auch sonst kommt Ex nicht auf die Füße, finanziell läuft es nicht so gut (ich hatte seine Eigentumswohnung mitfinanziert Bzw damals Miete gezahlt) und bis auf 2-monatige Tinderflammen tut sich bei ihm nicht viel. Ich wünsche ihm eine stabile Partnerschaft, aber er findet irgendwie keine.
Und jetzt kommt das Problem. Trotz drei Jahren getrennt, macht Ex das immer noch zum Thema. Ich bin schuld, dass sein Leben nicht so läuft, dass er seine Wohnung nicht finanzieren kann, dass sein Job nicht gut läuft und und und…eigentlich spricht er bis heute mit mir, als wäre ich noch mit ihm zusammen. Bis heute macht er mir ein schlechtes Gewissen und tut im Freundeskreis kund, dass er der beste, tollste Partner überhaupt war und er Opfer meiner „Selbstverwirklichung“ wurde.
Seit Trennung hat Ex mich noch nie mit meinem neuem Partner zusammen gesehen. Ich nehme „Rücksicht“. Ständig. Wenn Ex dort ist, gehe ich gar nicht hin oder alleine, um Ex nicht zu verletzen. Wenn gemeinsame Treffen anstehen, will Ex jedesmal getrennte Tische (verlangt er von den Freunden) oder schafft „unangenehme“ Situationen, in denen er die Trennung wieder und wieder thematisiert.
Aber kurzum: Ich hab die Schnauze voll. Seit Trennung sind drei Jahre vergangen. „Freunde bleiben“ klappt nicht. Und nach drei Jahren hab ich auch keine Lust mehr. Ich habe mich vor drei Jahren getrennt und das nie bereut. Im Gegenteil: Ich war selten so erleichtert, diesen Menschen als Partner los zu sein.
Aber ich werde ihn nicht los. Ich bin es leid, dass ich mir die ständigen Vorwürfe anhören muss, gepaart mit, was für ein schlechter Mensch ich bin (weil ich es gewagt habe, ihn zu verlassen).
Und warum schreibe ich akut? Heute Abend feiert ein Freund runden Geburtstag. Dieser schrieb mir grad, dass Ex Theater macht, weil er keine Begleitung für die Feier hat und weil er allein kommt, soll ich jetzt auch alleine kommen, weil sonst die Stimmung verdorben ist. Und natürlich müssen wir maximal entfernt sitzen und ich soll wieder mal Verständnis haben, „er hat doch niemanden“.
Wenn man das liest, merke ich selber, was das für ein Kindergarten ist.
Wie geht ihr mit sowas um? Kennt das wer?
Und: Ich denke, ich lasse die Feier aus.