Toni91
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Vor ungefähr drei Wochen habe ich mich von meiner Lebensgefährtin getrennt - nach 6,5 Jahren Beziehung. Ich weiß es war richtig, nur tut es mir doch irgendwie weh.
Vor rund 1,5 Jahren zogen wir in eine größere Wohnung, da begann ich an der Verbindung zu zweifeln. Probleme hatte wir zuvor schon - richtiger Streit kam nie auf, man lebte nebeneinander her, der Austausch von Zärtlichkeiten, beschränkte sich auf ein Wangenküsschen zur Begrüßung, Verabschiedung und beim Gute-Nacht-Sagen - Sex gab es entweder am Geburtstag, Weihnachten, Ostern oder er fiel komplett aus. Gemeinsame Freizeitgestaltung war immer wieder ein Krampf - am Ende gammelten wir auf der Couch. Die Urlaube, die wir verbrachten waren entweder Städtetrips durch West- u. Südeuropa oder wir flogen nach Mallorca (dort konnte ich wenigstens in Ruhe Autofahren).
Ich bin wahrlich nicht der emotionalste Mensch, ich bin Pragmatiker. Teilweise wirke ich auf andere schroff und arrogant.
Bereits vor drei Jahren, Anfang 2018, standen wir an der Schwelle zur Trennung - durchgezogen hatte es damals niemand von uns (zu meinem Glück) - man existierte weiter nebeneinander. Ich hatte ein klares Motiv an der Beziehung festzuhalten - Geld. Meine jetzige Ex investierte in mein Unternehmen, deshalb hatte ich das Bestreben die Beziehung fortzusetzen. Sie hat ihr Investment fürstlich entlohnt bekommen - ich habe sie nicht ausgenutzt, es gab Verträge.
Ende 2020, zwei Wochen nach unserem 6-Jährigem-Jubiläum begann ich mit einer anderen Frau zu schreiben, es harmonierte sofort, wir hatten unzählige Videocalls über 3-5 Stunden, bis tief in die Nacht. Ich vertraute dieser Frau, die mir schon mit ihrem Foto auf ihrem Profil den Kopf verdrehte, mehr von mir an als ich es meiner Ex nach 6 Jahren und ich entwickelte Gefühle diese Frau.
Am gemeinsamen Silvesterabend fasste ich den Entschluss: ich verlasse meine Lebensgefährtin. Ich entwickelte gemeinsam mit meinem Vater im Hintergrund einen Fahrplan und eine Exitstrategie für die kommenden Monaten. Deadline-Day war der Tag des Vertragsendes ihres Investments.
Zum Zeitpunkt der Trennung, hatte ich alles organisiert: Job, neue Wohnung, neue Stadt und ihr Investment stand bereit zur Auszahlung.
Das Trennungsgespräch dauerte, nach dem meine Ex meinen neuen Arbeitsvertrag mit der Post öffnete, 3 Minuten und hatte höchstens 10 Sätze. Danach zog sie sich weinend zurück ich verzog mich in meine Heimatstadt ca. 200 km entfernt. Einen Tag holte ich den Großteil meiner Sachen und fuhr wieder in meine Heimat.
Wir wohnen immer noch zusammen in der gemeinsamen Wohnung. Sie versucht Spitzen abzulassen, doch es lässt mich kalt.
Was mir nur weh tut, ist sie weinen zu sehen.
