Resignierte
Gast
Kennengelernt hatte man sich online letztes Jahr im Dezember. Ich habe damals kommuniziert, dass ich es aufgrund schlechter Erfahrungen langsam angehen und ihn zuerst richtig kennenlernen möchte. Ich war aber durchaus interessiert an diesem Mann, was ich ihm auch mehrmals so sagte.
Es gab diesbezüglich aber leider sehr schnell immer wieder Reibereien, weil es ihm nicht schnell genug ging.
Ich fühlte mich dadurch unter Druck gesetzt, was ich ihm auch mitteilte aber gefühlt, hat dies sein Drängeln nur verschlimmert.
Ende Januar fragte er mich, ob ich nicht einfach seine Freundin auf Probe sein wolle und wenn es nicht klappen würde, dann könne man es ja immer noch lassen. Ich war damals aber einfach noch nicht bereit. Sagte ihm aber, dass das nicht heiße, dass ich grundsätzlich nicht möchte, ihn aber einfach noch um mehr Zeit bitte, aus den Gründen, die er ja bereits kannte.
Er reagierte leider oft genervt, eingeschnappt und trotzig und meldete sich dann nicht mehr, woraufhin ich immer die jenige war, die wieder auf ihn zu ging.
Nach einem erneuten Streit, weil es ihm nicht schnell genug ging und er irgendwie immer alles persönlich zu nehmen schien, er hatte oft den Eindruck, er mache alles falsch, was aber überhaupt nicht so war, und warf mir dies vor, fuhr er zu sich und wie ich 2 Wochen später, mehr durch Zufall heraus fand, hatte er an diesem Abend Kontakt zu seiner Ex aufgenommen und sich so richtig schön über mich ausgelassen.
Heraus gefunden habe ich es aufgrund einer Dummheit seinerseits. Wieder Mal war es Thema, dass ich Zeit benötige und er wollte mir wohl Sicherheit geben, in dem er sich mit seinem Handy zu mir setzte und sagte, "ich habe nichts zu verbergen. Ich will, dass du das weißt und mit mir in mein Handy schaust"
Aus einer Messenger App, die er nur gelegentlich nutzte, ging er dann ganz schnell wieder raus und lenkte spürbar auf etwas anderes ab.
Auf meine Nachfrage, wer denn die Frau gewesen sei, hieß es zuerst "eine Freundin", auf erneute Nachfrage dann "eine Ex".
Über diese Ex hatte er zuvor sehr schlecht gesprochen, wie eigentlich über Jede, weshalb ich mich total verarscht fühlte und sagte, dann sei das Kennenlernen hiermit erledigt.
Er bestand darauf, dass ich den Chat lese. Tatsächlich hatte sie wohl keinerlei Interesse an einer Neuauflage der Beziehung und pflichtete mir sogar in einigen Dingen, die mich störten (bockig sein und nicht melden) bei. Jedoch fand ich es ganz schlimm, wie er über mich sprach und dass er ihr ggü sagte, "naja, ist noch ganz frisch, mal sehen" wohingegen, er sich mir ggü so übertrieben bemüht zeigte.
Mein Vorsichtsmodus wurde dadurch leider sehr verstärkt. Ich war sehr misstrauisch und fragte mich, was ich ihm überhaupt glauben kann.
Er sagte nämlich, er würde es nicht wollen, das in einer Beziehung Kontakt zu einem Ex besteht, mit dem man nicht durch Kinder oä in irgendeiner Weise verbunden ist. Er tat es aber.
Mich störte der bloße Kontakt weniger, aber das Heimliche und das schlecht Reden.
Man fing sich dann doch noch einmal, er hatte sich entschuldigt und sich sehr bemüht und rücksichtsvoll verhalten, sodass ich meinerseits aus meinem Vorsichtsmodus langsam heraus kommen konnte und ich mich mehr auf ihn einlassen konnte.
Im März wurde es dann offiziell mit uns, obwohl ich rückblickend sagen muss, es gab leider immer wieder unnötige Streitereien.
Er hatte sich quasi bei mir einquartiert und plante ein Zusammenziehen, ich fühlte mich jedoch oft mit den alltäglichen Aufgaben alleine gelassen. Er würde eben nicht sehen, was zu tun sei und ich müsse ihm das schon sagen.
Sagte ich ihm etwas oder wies ich ihn darauf hin, fühlte er sich herumkommandiert und "er würde ja eh alles falsch machen".
Dann war er wieder bemüht. Dann war ich wieder zu blöd zu kommunizieren, dann würde ich angeblich wieder an allem herum meckern, dann war er wieder bemüht,.
Irgendwann kamen Beschwerden über den Secks, es würde zu wenig von mir kommen, sei zu unspontan, etc.
Tatsächlich war aber ich fast ausschließlich der aktive Part.
Dann hieß es wieder, er hätte einfach an irgendwas herummeckern müssen, weil er das Gefühl hat, er mache alles falsch und es tue ihm leid.
Im April krachte es erneut. Es war eine Lapalie, die sich hochschaukelte und es folgten viele verletzende Aussagen beiderseits. Er war in einer, eigentlich nicht wirklich bedeutenden Angelegenheit, nicht ehrlich und ich war deshalb wütend und habe überreagiert.
Man trennte sich darauf hin für zwei Wochen, hielt aber Kontakt. Damals konnten wir Beide es wohl nicht gut sein lassen. Nach zwei Wochen schmollen und Versuche meinerseits auf ihn zuzugehen traf man sich erneut und setzte sich zusammen und überlegte, was die Ursachen für unsere Streitigkeiten sind und wie man es in Zukunft besser machen könnte.
Ich war der Meinung, wir hätten alles so weit geklärt. Das Wochenende darauf zog er es aber vor Trinken zu gehen, anstatt sich nach zweiwöchiger Trennung und Streiterei zu sehen. Dies machte mich doch sehr traurig.
Ich hatte an diesem Abend ein sehr ungutes Gefühl und es folgte eine Woche mit vielen kurzfristigen Absagen unter komischen Vorwänden seinerseits. Mal sah man sich, dann kurzfristig wieder nicht, dann wieder und Ende der Woche erhielt ich eine Nachricht "Es wäre ihm, glaube er, egal wenn ich jemanden kennenlernen würde. Er sei sich seiner Gefühle auch nicht mehr sicher und er denke, es wäre besser, wenn man es lässt"
Ich war ziemlich Baff, aber man trennte sich, so gut es ging, im Guten.
Ich fragte noch, ob eine andere Frau im Spiel sei, da ich die ganze Woche schon ein komisches Gefühl gehabt habe.
Er verneinte dies.
3 Tage später schrieb er mir, dass er mich vermisse und ihm bewusst geworden wäre, dass er einen Fehler macht. Er im Moment mit sich selbst nicht klar kommt und auf Arbeit massiv Stress hätte.
Es folgte ein Treffen und ich sprach ihn noch einmal auf mein ungutes Gefühl an. Er gestand, dass er an dem Abend, an dem er trinken gegangen war, eine Frau kennengelernt habe, er sich noch einmal mit ihr getroffen hätte, nachdem er die Trennung ausgesprochen habe, es ihm unheimlich leid täte, er einen riesen Fehler gemacht hätte und mich wieder haben wolle.
Es folgten 3 Monate in denen ich irgendwie versuchte das Vertrauen zurück zu bekommen aber in meinem Kopf spukten viele Fragen auf Ungereimtheiten umher und immer wieder kam eine neue Lüge bzgl des Treffens mit dieser Frau heraus.
Plötzlich war es nicht nur ein Treffen, sondern vier, er hatte mir abgesagt um sich mit ihr zu treffen. Etc etc.
Er war nicht von Anfang an ehrlich zu mir gewesen und das hat mir einen ordentlichen Dämpfer versetzt.
So bröckelte das Vertrauen nur noch mehr und ich zweifelte letztlich alles an, was gesagt wurde. Er reagierte zunehmend genervt und abfällig auf meine wiederholten Fragen. Gleichzeitig wurde ich unausstehlich, weil ich permanent unter Strom stand und gereizt war.
Es folgten gute Tage und Schlechtere. Wir waren beide bemüht irgendwie zu einer Normalität zu kommen aber es wollte einfach nicht so recht auf Dauer klappen.
Gestern entfachte wieder ein Gespräch über sein Fremdgehen. Er sagte nämlich ua in Streits, ich sei ja selber schuld daran und sie wäre eben nicht so zögerlich etc gewesen, wie ich es am Anfang gewesen sein. Diese Aussagen taten ihm im Nachhinein wieder leid.
Ich weiß nicht was mich gestern geritten hat, aber ich wollte sehen, wer diese Frau war und suchte sie auf Social Media. Damit habe ich mir keine Gefallen getan. Ich habe darauf hin den totalen Spinner bekommen, und gesagt, ich glaube ich kriege diese Bilder nie aus meinem Kopf und werde das nie verzeihen können. Wir lassen das.
Ich habe einfach überreagiert. Seine Reaktion war "ok, daran kann ich nichts ändern. Ich hole heute meine Sachen. Das wars"
Ich habe noch eingeräumt, dass ich einen Spinner hatte aber er meinte nur, "du hast es leichtsinnig weggeworfen. So ist es jetzt."
Ich bin mir nicht sicher, wie ich das alles einschätzen soll.