Emma48
Gast
Ich habe ihn im Netz kennengelernt; auf einem Chatportal, auf dem ich aus Neugier war, aber nicht, um jemanden real kennzulernen. Nun denn, er schrieb mich an, er sagte sofort, dass er verhereitet ist und auf meine Frage, warum er dann chattet, kam die Antwort, das seine Ehe nicht mehr laufe. Ich dacht mir, ok, der Spruch, den man erwartet, ist aber nicht mein Problem, sondern seins, ich will ja eh nichts. Denn gebundene Männer waren immer tabu für mich.
Wir chatteten regelmäßig und viel, wir hatten viele Gemeinsamkeiten, identische Einstellungen etc. Dabei fing er an auf's Gas zu drücken und ich bremste, denn wie gesagt: Gebundene never... und aus dem Netz sowieso nicht. Da war ich doch sehr skeptisch. Beim Chatten fing er dann schon an, dass er meinte, er hätte sich in mich verliebt, obwohl er bis dato glaubte, das könne nie über das Netz geschehen. (Ich war mir sicher, er wollte das, was er in seiner Ehe nicht mehr kriegte, das wollte ich aber nicht, ich wolte auf keine Fall eine Geliebte werden).
Wir trafen uns zweimal, danach war dann von ihm erstmal Funkstille, weil er in etwas hineingeraten war, dass eine Entscheidung von ihm forderte und er diese nicht treffen wollte oder konnte. Nach ein paar Wochen nahm er den Kontakt wieder auf, es kamen Liebesschwüre ohne Ende, für mich war es irgendwie schmeichelhaft, aber auch gleichzeitig manchmal zu aufgedreht. Denn sein Verhalten war durchaus als widersprüchlich zu bezeichnen. Mal konnte er sich nicht von seiner Famile trennen, dann plante er für uns die Zukunft etc. Dann flog auf, dass er mich angelogen hatte (zu einem total lächerlichen Thema, die Lüge war also völlig überflüssig gewesen. Was mich aber störte war, dass er sie zunächst nicht zugab und versuchte den Spieß umzudrehen).
Er gab dann zu, Angst zu haben, mich zu verlieren, er wisse ja nicht, wie lange ich sein rumgeeiere noch mitmache. Kurz danach buchte er (ohne mich zu fragen) ein gemeinsames Wochenende und ein Treffen bei mir war ausgemacht. Kurz vor dem Trefffen bei mir beendet er es dann, ob wohl ich ja "die Frau an seiner Seite" werden sollte (die Gründe, wie so oft: Kinder, Finanzen, er sagte aber auch, dass er alles so gemeint hatte, wie er es gesagt habe.). Nun denn dachte ich mir, damit war wohl bei einem verheirateten Mann zu rechnen. Selbst Schuld, wenn ich mich auf sowas überhaupt eingelassen habe.
Aber dann kam der Knaller: einige Wochen später wohnte er nicht mehr zu Hause, hatte das, was er (nach seiner Aussage) nie wollen würde: eine deutlich jüngere Freundin und eine Fernbeziehung. Die Ehe ist mittlerweile geschieden.
Für mich sieht es jetzt so aus, als sei ich nur ein Sprungbrett aus der Ehe gewesen. Dass er seine Famile dann doch nicht verlässt - ok. Aber mir monatelang Liebesbekundungen zu machen, Urlaub mit mir zu planen, mich in an seinem Leben fast in Echtzeit teilhaben zu lassen und dann eine andere - das ist für mich so unglaublich. Vor allem, weil er wusste, wie sensibel in in dieser Beziehung bin. Ich habe ihn nie darum gebeten, mir Liebesbekundungen abzugeben, ich habe immer versucht, es langsam angehen zu lassen, weil eben bei ihm eine Ehe dranhing.
Kann mir dieses Verhalten irgendjemand erklären? Vor allem, wenn er angebllich alles so gemeint hatte, wie er es gesagt hatte - wie kommt es dann zu der anderen Frau? Wie kann man sich so verhalten?
Er hat es halt gut hinbekommen, dass es aussah, als wären wir "für einander bestimmt" und Streicheleinheiten für die Seele gab es auch genug.
