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Warum meldet sich niemand mehr?

St_Jappi

St_Jappi
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Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter, ob sich etwas verändert hat. Und damit meine ich gar nicht unbedingt die großen Dinge, über die ständig diskutiert wird. Politik, Corona, Krisen und all das, was die Menschen offenbar in immer kleinere Lager teilt.

Ich meine etwas viel Alltäglicheres.
Warum ruft eigentlich kaum noch jemand einfach so an?
Ich selbst greife durchaus zum Telefon. Ich rufe verschiedene Menschen an, frage, wie es ihnen geht, unterhalte mich mit ihnen. Manche Gespräche sind nett, manche sogar richtig schön. Aber wenn ich dann einmal abwarte, passiert oft erstaunlich wenig.

Kein Anruf.

Kein: „Mensch, lange nichts gehört, wie geht es dir eigentlich?“ Und irgendwann kommt dann automatisch diese Frage:Wenn ich mich nicht melde – würde sich überhaupt jemand melden?
Das soll jetzt kein Vorwurf sein. Vielleicht geht es den anderen genauso. Vielleicht sitzen auch sie zu Hause und denken: „Warum ruft mich eigentlich niemand an?“ Aber irgendwo ist auf dem Weg etwas verloren gegangen.
Früher war es selbstverständlich, mal bei jemandem anzurufen, einfach weil man gerade an ihn gedacht hat. Man brauchte keinen besonderen Anlass. Kein Geburtstag. Kein Problem. Keine wichtige Nachricht.
Einfach: „Hallo, ich wollte mal hören, wie es dir geht.“

Heute haben wir WhatsApp, Facebook, Messenger und weiß Gott wie viele Möglichkeiten, miteinander verbunden zu sein. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass wir uns weniger nahe sind als früher.

Ich habe kürzlich mit einem Kollegen darüber gesprochen. Auch er sagte, dass sich bei ihm kaum jemand von allein meldet. Er hat nur das Glück, nicht allein zu sein. Zu Hause ist jemand. Da ist Gespräch, Nähe, Alltag.
Vielleicht macht genau das den Unterschied. Denn wenn man allein lebt und sich das Telefon nicht meldet, dann ist diese Stille manchmal schon ziemlich laut.

Und nein – ich glaube nicht, dass die Menschen alle plötzlich herzlos geworden sind.
Vielleicht sind wir einfach bequemer geworden. Vielleicht denken wir: „Der wird sich schon melden.“
Vielleicht sind wir alle so beschäftigt mit unserem eigenen Leben, dass wir vergessen, dass auf der anderen Seite jemand sitzen könnte, der sich über einen einzigen Anruf freuen würde. Aber vielleicht ist das auch genau das Verrückte:

Viele Menschen fühlen sich einsam und warten darauf, dass sich jemand meldet – während gleichzeitig niemand den ersten Schritt macht. Ich weiß es nicht.
Aber ich frage mich wirklich, ob wir seit Corona noch ein Stück weiter auseinandergerückt sind. Nicht unbedingt räumlich.

Sondern menschlich.

x 10 #1


ElGatoRojo
Naja - seitdem ein Festnetzanruf offenbar bereits als belästigend empfunden wird - weil man da ja sogleich im Dialog antworten muss Wütendes Gesicht

x 3 #2


A


Warum meldet sich niemand mehr?

x 3


E
Hm. Ja Festnetz nutze ich auch nicht mehr. Im Freundeskreis ist es bei uns so das die meisten nicht gern telefonieren. Da läuft alles über WhatsApp.

Vielleicht liegt es daran das viele mit sich selbst und dem Alltagsstress beschäftigt sind. Oder durch viel Arbeit. Aber ja Traurig irgendwie....

#3


HerzundKerbe
Zitat von St_Jappi:
Heute haben wir WhatsApp, Facebook, Messenger und weiß Gott wie viele Möglichkeiten, miteinander verbunden zu sein. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass wir uns weniger nahe sind als früher.

Dein Gefühl täuscht dich nicht. Es ist paradox, aber das nutzen von sozialen Netzwerken macht asozial. Dieses Phänomen ist recht gut erforscht.

x 1 #4


Clumsy
Moin @St_Jappi

Ich finde, dass viel Wahres an Deinem Text ist.

Zitat von St_Jappi:
Heute haben wir WhatsApp, Facebook, Messenger und weiß Gott wie viele Möglichkeiten, miteinander verbunden zu sein. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass wir uns weniger nahe sind als früher.


Ich glaube, die Kommunikation hat sich einfach der technischen Innovation angepasst.

Früher, als es noch Ferngespräche gab, durfte ich nicht lange telefonieren. Ich war damals Kind, später Jugendliche. Mein Vater kam nach 5 Minuten in mein Zimmer und zeigte demonstrativ auf seine Uhr. Das war immer echt bescheiden.

Später gab es Flatrates, irgendwann Handys, jetzt eben Messenger. Und ich habe schon vor meinem ersten Smartphone festgestellt, dass ich Telefonieren nicht mag. Ich hab es trotzdem gemacht, aber es ist echt einfach nicht meines. Und als meine inzwischen verstorbene Schwester massiv Druck aufgebaut hat und meinte, ich müsste mit ihr ebenfalls telefonieren, wenn ich mit meiner anderen Schwester telefoniere, hab ich mein Festnetztelefon komplett abgeschafft.

In meiner letzten Beziehung, die eine Fernbeziehung war, habe ich telefoniert, damit es überhaupt eine Form von Nähe geben kann.

Aber wenn ich es mir aussuchen kann, telefoniere ich nicht, weil ich es keine schöne Kommunikationsform finde. Teilweise haben diese Telefonate aus meiner Ex-Beziehung 6 Stunden gedauert. Ich finde das in erster Linie anstrengend. Sechs Stunden mit jemandem face to face zu reden, finde ich deutlich angenehmer als ausschließlich am Telefon.

Ich gehöre also, wie Du Dir denken kannst, zu denen, die Whatsapp nutzen. Allerdings halte ich damit Kontakt zu meinen weit entfernt lebenden Freunden, meiner Familie oder nutze es, um mich zu verabreden. Das ist mir immer noch am liebsten: persönlicher Kontakt. Da geht für mich nichts drüber.

Zitat von St_Jappi:
Viele Menschen fühlen sich einsam und warten darauf, dass sich jemand meldet – während gleichzeitig niemand den ersten Schritt macht.


Ja, das glaube ich auch. Aber ich denke nicht, dass sich das rein aufs Telefonieren runterbrechen lässt. Eher habe ich das Gefühl, dass Telefonieren eher in der beruflichen Welt noch richtig verankert und wichtig ist, ansonsten ist es irgendwie keine gängige Kommunikationsform mehr, es ist irgendwie out. Zumindest nahezu.

Die von Dir angesprochen ersten Schritte, die nicht gemacht werden, kenne ich allerdings ganz unabhängig vom Telefonieren, was Kontaktaufnahme im Allgemeinen angeht. Eher eine Anspruchshaltung, der andere möge sich zuerst melden. Eine Art Antriebslosigkeit? Ich weiß es nicht. Aber beobachtbar in der Gesellschaft, durchaus.

#5


St_Jappi
@Clumsy
Da hast Du wahrscheinlich recht. Ich habe das mit dem Telefonieren vielleicht etwas zu sehr in den Vordergrund gestellt, weil es für mich persönlich einfach die Form ist, bei der ich am stärksten merke, ob jemand von sich aus an mich denkt.
Aber eigentlich geht es mir gar nicht nur ums Telefonieren. Eine WhatsApp, eine Nachricht oder auch ein Vorschlag, sich mal zu treffen – all das wäre ja genauso ein Zeichen: „Ich habe an dich gedacht.“
Und genau diesen Punkt mit der Anspruchshaltung finde ich interessant. Dieses „Der andere kann sich ja melden“ scheint tatsächlich ziemlich verbreitet zu sein. Vielleicht ist es auch Bequemlichkeit oder, wie Du schreibst, eine gewisse Antriebslosigkeit.
Was ich nur erstaunlich finde: Viele Menschen fühlen sich einsam und wünschen sich mehr Kontakt. Gleichzeitig warten sie darauf, dass immer der andere den ersten Schritt macht.
Und dann sitzen am Ende vielleicht zwei Menschen da, die sich eigentlich beide über Kontakt freuen würden – aber keiner meldet sich. Irgendwie schon verrückt.
Persönlichen Kontakt finde ich übrigens auch am schönsten. Da bin ich ganz bei Dir. 🙂

x 2 #6


Clumsy
Zitat von St_Jappi:
Und dann sitzen am Ende vielleicht zwei Menschen da, die sich eigentlich beide über Kontakt freuen würden – aber keiner meldet sich.


Aber woran liegt es, dass beide, obgleich sie es sich vermeintlich wünschen, nicht auf die Idee kommen, proaktiv zu werden?

Doch eine Frage des psychischen Antriebs?

Vielleicht ist das auch reine Spekulation und es gibt keine zwei Leute, die darauf warten, dass der jeweils andere den ersten Schritt unternimmt. Eigentlich könnte man sich da doch wirklich immer an die eigene Nase fassen und müsste gar nicht hinterfragen, warum der andere das eigentlich nicht tut: Wenn man Kontakt möchte, nimmt man ihn auf. Entscheidend ist doch nur, dass der Kontakt positiv beantwortet wird und das Zwischenmenschliche, das sich daraus ergibt, tiefgründig und verbindlich ist.

Oder?

x 1 #7


FoolishHeart
Im Vor-I-Net-Zeitalter gab es es drei Möglichkeiten der Kommunikation: Direkt, Auge-in-Auge; Telefon und Brief. Etwa 90% der täglichen Kommunikation, sowohl privat als auch beruflich oder mit Behörden, waren direkt. Ab und zu wurde etwas schriftlich per Post erledigt, auch wenn die Distanz zwischen Sender und Empfänger nicht übermäßig weit war. Und - zumindest privat - wurde telefoniert, wenn die Familie etwas weiter verstreut war. Ging schneller als über die Post.

Mit der Verbreitung des I-Nets wurde unsere Kommunikation zum Konsumprodukt. Und selbst bei großen Distanzen kann man jeden jederzeit erreichen. Nur: Wir haben uns nichts mehr zu sagen, weil wir "ständig in Kontakt" sind. Mit irgend jemandem, egal wem...

Wer hat denn heute noch Brieffreundschaften? Wer schreibt überhaupt noch Briefe oder Postkarten? Und für die meisten ist doch das Telefonieren bei ihrem Mobil"telefon" nur noch eine selten genutzte Nebenfunktion... Statt dessen wird da auf Apps herum gedaddelt, tagein tagaus und egal wo. Wenn ich mal in einem Cafe sitze, sind die meisten am "aufs Handy glotzen", sowohl von den Gästen als auch von den Leuten, die draussen vorbei gehen.

Wer sollte also noch wozu telefonieren?

x 1 #8


St_Jappi
@Clumsy
Ich glaube, du hast recht: Es hat wahrscheinlich viel mit dem psychischen Antrieb zu tun. Aber vielleicht nicht nur damit.
Denn ich erlebe es ja bei mir anders. Ich wünsche mir Kontakt, und deshalb rufe ich Menschen an. Mein Kollege wünscht sich offenbar ebenfalls, dass sich jemand meldet – und trotzdem meldet er sich selbst kaum.
Vielleicht gibt es also Menschen, bei denen der Wunsch nach Kontakt nicht automatisch zur Handlung führt. Man denkt: „Eigentlich müsste ich mal anrufen“, und dann kommt der Alltag, die Bequemlichkeit, vielleicht auch eine gewisse Trägheit dazwischen.
Aber genau das finde ich so spannend: Wenn beide denken, dass sich niemand bei ihnen meldet, und beide darunter leiden – warum greift dann nicht einer zum Telefon?
Vielleicht ist Einsamkeit manchmal tatsächlich auch ein Stück weit ein Teufelskreis aus Wunsch, Passivität und Enttäuschung. Man wartet darauf, dass jemand anderes den ersten Schritt macht, und merkt gar nicht, dass der andere vielleicht genau dasselbe tut.
Bei mir ist es allerdings so, dass ich diesen ersten Schritt oft mache. Und genau deshalb frage ich mich manchmal, warum so selten etwas zurückkommt.

#9


St_Jappi
@FoolishHeart
Da ist sicherlich viel Wahres dran. Vielleicht liegt genau darin sogar ein Teil des Problems: Wir sind heute technisch ständig miteinander verbunden und gleichzeitig persönlich immer weniger miteinander in Kontakt.
Früher musste man anrufen, wenn man wissen wollte, wie es jemandem geht. Heute sieht man vielleicht ein Bild bei WhatsApp oder Facebook, liest einen Status und denkt unbewusst: „Ach, dem geht es ja gut.“ Damit ist der Kontakt irgendwie schon erledigt, ohne dass überhaupt ein Wort miteinander gesprochen wurde.
Aber genau das ersetzt für mich keine echte Verbindung. Ein WhatsApp-Status sagt mir nicht, wie es einem Menschen wirklich geht. Ein „Gefällt mir“ ist kein Gespräch. Und hundert Kontakte im Handy sind keine Freundschaften.
Vielleicht haben wir tatsächlich durch die ständige digitale Erreichbarkeit verlernt, aktiv aufeinander zuzugehen. Und das Merkwürdige ist: Viele wünschen sich vermutlich mehr echten Kontakt – aber greifen trotzdem nicht zum Telefon.
Ich jedenfalls telefoniere noch. Vielleicht bin ich da tatsächlich ein bisschen altmodisch. 😄 Aber ich finde, ein Anruf mit den Worten „Ich wollte einfach mal hören, wie es dir geht“ kann mehr bedeuten als hundert Nachrichten.

x 3 #10


Clumsy
Zitat von St_Jappi:
Aber vielleicht nicht nur damit.

Mit Sicherheit nicht nur damit! Zwinkerndes Gesicht

Zitat von St_Jappi:
Denn ich erlebe es ja bei mir anders.

Genau!
Ich ja auch. Daumen hoch (Wenn ich auch nicht anrufe. Aber wenn wir es "Kontaktaufnahme" nennen können, bin ich d'accord und setze mich ins Boot.)

Zitat von St_Jappi:
Aber genau das finde ich so spannend: Wenn beide denken, dass sich niemand bei ihnen meldet, und beide darunter leiden – warum greift dann nicht einer zum Telefon?

Das ist ja genau die Frage: Ist das so? Oder muss derjenige, der sich nicht bewegt, sich nicht bewegen, weil der jeweils andere Beteiligte zieht?

So wie es bei Dir ist: Du wünschst Dir Kontakt (z. B. mit dem erwähnten Freund). Du rufst an. Der Freund muss also nicht anrufen. Wenn alle wissen, dass er sich freut, wenn sie anrufen, aber nicht selbst aktiv wird, muss er das auch nicht, solange die anderen das also für ihn tun.

In welchem Fall ist es so, dass zwei sich nicht beieinander melden?

Grinsendes grünes Gesicht


Tatsächlich kann ich hier eine Antwort liefern:
In meinem eigenen Fall. Ich denke oft an eine alte Kollegin, bei der ich mich gern mal wieder melden würde und auch mal wieder melden sollte. Ich tue es aber nicht. Aus verschiedenen Gründen: Mal hab ich nicht genügend Zeit, ich will mich dann ja auch richtig widmen. Mal bin ich einfach erschöpft und kann deshalb nicht einen solchen Kontakt leisten. Mal denke ich: "Jetzt hast Du Dich 180 Monate nicht gemeldet, das kommt jetzt auch echt doof." Weißte?

Letztlich melde ich mich dann nach 181 Monaten doch. Und es kommt immer eine Resonanz. Manchmal muss das vielleicht auch so sein, und Freundschaften fürs Leben scheitern ohnehin nicht daran, dass sich nie einer meldet. Zwinkerndes Gesicht

x 1 #11


St_Jappi
@Clumsy
Ja, genau das ist für mich der interessante Punkt an Deiner Frage. Ich glaube nämlich, dass „sich nicht melden“ nicht automatisch bedeutet, dass einem der andere egal ist oder dass man keinen Kontakt möchte.
Manchmal ist es tatsächlich genau so, wie Du es bei Deiner alten Kollegin beschreibst. Man denkt an jemanden, würde sich eigentlich gerne melden – und trotzdem passiert es nicht. Weil gerade keine Zeit ist, weil die Energie fehlt, weil man den Kontakt dann nicht nur mit einem schnellen „Na, wie geht’s?“ abspeisen möchte. Und irgendwann kommt noch dieser merkwürdige Gedanke dazu: „Jetzt habe ich mich schon so lange nicht gemeldet, jetzt ist es doch irgendwie peinlich.“
Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen „ich will keinen Kontakt“ und „ich schaffe es gerade nicht, Kontakt herzustellen“.
Bei mir ist es allerdings manchmal noch etwas komplizierter. Wenn ich immer derjenige bin, der anruft, irgendwann aber merkt, dass vom anderen nie etwas zurückkommt, entsteht bei mir irgendwann das Gefühl: Ich ziehe diese Beziehung allein. Dann frage ich mich natürlich auch, ob der andere wirklich Kontakt möchte oder ob ich ihn nur am Leben halte.
Vielleicht müssen sich also manchmal tatsächlich zwei Menschen nicht melden, obwohl beide aneinander denken. Der eine wartet auf den anderen, der andere hat seine Gründe – und keiner weiß vom anderen, was eigentlich dahintersteckt.
Und vielleicht hast Du mit Deinem letzten Satz recht: Echte Verbundenheit hält es aus, wenn mal 180 Monate lang keiner anruft. 😉

x 1 #12


Liv225
Gerade vorhin am Esstisch mit Tochter, ihrem Freund und Sohn ging es ums Kontaktaufnehmen.
Und dann steht hier was dazu. 🙂

Ich hab ihnen erzählt wie das früher war zwischen ihrem Vater und mir.
Telefon am Kabel, mein Vater vor der Tür: „telefoniere nicht so lang!“
Oder in Telefonzellen und das Geld rasselte nur so durch und man konnte nichts richtig bereden (damals Fernbeziehung)
Und dass wir uns auch geschrieben haben, Briefe und auch in eine Art Tagebuch. Das wurde beim nächsten Treffen ausgetauscht und wir hatten vom anderen ganz viel zu lesen.

Fanden die drei toll.
Und kennen das natürlich gar nicht. Alles läuft über WA und Insta.

Ich telefoniere immer noch gern, mit meiner besten Freundin, Vater sehr oft.
Ab und an mit Schulfreunden, alten Kollegen.

Manchmal muss ich mich auch „aufraffen“, obwohl es dann sehr schöne Gespräche sind.
Ich weiß nicht, ob der Alltag uns so viel mehr vereinnahmt als früher.

Jedenfalls ist es schön, wenn wieder ein Gespräch stattfand.
Oder auch mal eine handgeschriebene Postkarte im Briefkasten ist.

Und ja… bei manchen kann der Kontakt auch richtig lange her sein, man kann sofort anknüpfen und ist sich vertraut.

x 2 #13


E
Zitat von St_Jappi:
@Clumsy Ja, genau das ist für mich der interessante Punkt an Deiner Frage. Ich glaube nämlich, dass „sich nicht melden“ nicht automatisch ...

Das ist bei mir auch so. Ich denke ständig an Menschen und ach ich möchte mich heute umbedingt bei xyz melden. Und dann geht es unter.
Viele Menschen, zu denen ich auch leider zähle, sind nicht immer so initiativ. Aber freuen sich trotzdem wenn der andere sich meldet.

x 1 #14


St_Jappi
@Liv225
Das mit den Briefen trifft bei mir übrigens einen ganz besonderen Punkt. Ich bin Ossi und hatte damals nicht einmal ein eigenes Telefon. 😄
Ich habe heute noch einen ganzen Karton voller alter Briefe – Liebesbriefe. Und die waren nicht mal eben drei Zeilen lang. Mindestens eine Seite musste da schon zusammenkommen. Da konnte man nicht einfach schnell ein „Hey, wie geht’s?“ hinschicken. Man musste sich tatsächlich überlegen, was man dem anderen sagen wollte.
Und vielleicht ist genau das der interessante Punkt bei der Kontaktaufnahme: Früher war sie oft mit einer gewissen Hürde verbunden. Man musste sich Zeit nehmen, sich überwinden, sich Gedanken machen. Heute ist es technisch so einfach wie nie zuvor – und trotzdem melden sich Menschen manchmal nicht.
Vielleicht liegt es also gar nicht daran, dass Kontakt früher wichtiger war. Vielleicht war die Schwelle einfach eine andere. Und heute ist die Schwelle zwar niedriger, aber dafür gibt es tausend andere Dinge, die dazwischenkommen.
Und trotzdem kenne ich dieses Gefühl: Man denkt an jemanden, möchte sich eigentlich melden, schiebt es aber vor sich her. Und wenn man es dann endlich tut, fragt man sich hinterher: Warum habe ich das eigentlich so lange vor mir hergeschoben? 😄

#15


A


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