Belltier
Mitglied
- Beiträge:
- 327
- Themen:
- 4
- Danke erhalten:
- 514
- Mitglied seit:
Ich muss mir meine Gedanken von der Seele schreiben. vielleicht hat auch jemand die ein oder andere Meinung dazu.
Ich habe mich 2016 hier angemeldet, als ich sitzen gelassen wurde. Später in diesem Jahr habe ich meinen jetztigen Ex-Freund (ich 23, er 25) kennengelernt und es hat geknallt. Wer meine Beiträge hier mal gelesen hat, der weiß, dass ich schon mein halbes Leben unter Depressionen leide und Borderliner bin. M. und ich waren sofort auf einer Wellenlänge, er verstand meine Probleme und hatte selbst viele, die ähnlich sind/waren. Wir gaben uns in dieser Zeit irgendwie einen Grund durchzuhalten und wollten gemeinsam an unserer Psyche arbeiten und endlich glücklich werden.
Das hat jetzt beinahe 4 Jahre "funktioniert". bis mir aufgefallen ist, was wir uns da eigentlich vorlügen. Während ich dachte, dass wir auf einem guten Weg seien, sind wir eigentlich zusammen nur noch weiter gefallen. Wir haben den Absprung verpasst. Wir haben trotz der guten Vorsätze nicht intensiv genug an uns gearbeitet. Wir haben den anderen über uns selbst gestellt. den Partner immer wieder aus dem Loch gezogen und so Stück für Stück uns selbst verloren. Wir sind abhängig geworden voneinander, immer mit dem Grundgedanke: "Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich lieber nicht am leben."
Wäre unsere Beziehung so weiter gelaufen, dann wäre einer von uns irgendwann auf der Strecke geblieben. Wir haben uns still und heimlich ruiniert, um den anderen am Leben zu erhalten. Aber das geht nicht mehr, ich habe es leider zu erst begriffen und gesehen, wie ich eigentlich lebe und wie wenig Kraft ich noch habe. Wir sind wie zwei Süchtige, von denen einer versucht clean zu werden, während der andere es nicht packt. Der Teufelskreis war perfekt. und er kam so schleichend.
Wir haben geredet, immer wieder, absolut transparent. Aber wir haben den Kampf verloren. So ist keine Beziehung möglich. Wir schaden uns, obwohl wir uns so sehr lieben. Ich will mich selbst aber endlich auch lieben. Ich will meine Priorität sein. Ich will nicht jeden Tag aufwachen und enttäuscht sein, weil ich nicht einfach im Schlaf gestorben bin. Ich muss mein Leben jetzt in den Griff kriegen. Weiter meine Therapie machen. und er auch.
Ich will wieder eine eigene Person werden. Ein eigener Mensch und kein Schatten, der sich selbst absolut nichts wert ist. Das geht nur, wenn jeder sein eigenes Päckchen tragen kann.
Gestern ist er ausgezogen. Es war liebevoll. Herzzerreißend. Ich habe noch nie etwas so Schlimmes und gleichzeitig so Richtiges getan. Die erste Entscheidung überhaupt, die ich nur für mich alleine getroffen habe. Trennung trotz Liebe, f*ck, vor 2 Monate wäre mir dieser Gedanke nicht im Traum gekommen. Niemals. Ich wollte mit diesem Mensch untergehen, wenn es sein muss. Ich liebe ihn, leider. Sonst wäre das alles anders und einfacher. aber das Leben ist eben nicht einfach.
Jetzt gerade kommt die große Reue. Ich vermisse ihn fürchterlich. Mein Herz brennt. Aber ich weiß, wenn ich jetzt zurückrudere, dann sind wir spätestens in einem halben Jahr wieder genau am selben Punkt. und dann hat unsere Beziehung gar keine Chance mehr. Ich weiß, es ist vielleicht naiv, aber ich denke im Leben kann man keine falschen Entscheidungen treffen. Alles kommt, wie es kommen muss. Und wenn dieser Mensch mein Gegenstück ist, dann finden wir auch wieder zusammen und können eine gesunde Beziehung führen. Eine Familie gründen. Was auch immer. Vielleicht nicht morgen, vielleicht auch nicht in 3 Jahren. Oder vielleicht schon in einem halben Jahr? Aber woher soll ich das schon wissen? Ich möchte einfach daran festhalten, dass alles gut werden kann. Auf die ein oder andere Weise, die ich jetzt vielleicht noch nicht sehen kann.
Ich weiß jetzt, ich habe mein Leben in der Hand. Ich habe alle Werkzeuge dazu, meine Traumata aufzuarbeiten und glücklich zu werden. Aber es ist so verdammt schwer. Die Sorge um ihn ist riesig. Er ist noch nicht soweit wie ich, aber ich konnte ihn einfach nicht "über den Tellerrand" mitziehen, ich hatte keine Kraft dazu. es ist mies. Ich fühle mich mies. Ich will schreien und weinen. Das mache ich später sicherlich auch wieder.
Ich fühle mich leer. Mit ihm ist ein riesen Teil von mir gegangen. Zurück bleibt ein kleines Häufchen, mit dem ich mich nie beschäftigen wollte - der Rest von mir. Also, du kleines Häufchen, was machen wir jetzt? Was können wir tun, damit du wächst?
Ich weiß, er kann es schaffen. Ich glaube an ihn. Ich weiß, was für ein Kern in ihm schlummert und ich wünsche mir so sehr, dass er dieses Feuer in sich selbst erkennen kann - aber ich kann ihn nicht dazu bringen und je mehr ich es versuche, desto mehr gehe ich selbst daran zugrunde.
Hey "Clyde", ich liebe dich. Das weißt du. Aber ich muss auch "Bonnie" lieben. Alles wird gut, ich weiß es.
Wir schaffen das. Wir kriegen unser Happy End. Vielleicht nicht so, wie wir uns es erträumt haben, aber alles wird gut.
Der Text ist wirr. Danke, an jeden, der ihn bis hier gelesen hat.
Ich denke, das wird eine art Tagebuch werden...die Gedanken müssen aus meinem dummen Hirn raus.