Ich teile meine Eindrücke mal hier, wer mag lesen und ansonsten gerne überlesen 🙂
Im Rückblick, aber auch schon während der Reise selbst, kann ich über meine Italienreise ausschließlich Positives berichten. Von Anfang bis Ende war sie geprägt von besonderen Erlebnissen, vor allem von Natur, Genuss und Menschlichkeit.
Da war zunächst diese unglaubliche Atmosphäre: Wir saßen im Dezember am Strand, die Sonne schien, es war warm, ruhig und so idyllisch, dass man am liebsten einfach dort geblieben wäre. Kaum zu glauben, dass es Winter war. Alles fühlte sich leicht, friedlich und selbstverständlich an.
Ein weiterer großer Punkt war, wenig überraschend und doch überwältigend, das Essen. Die italienische Küche war für mich eine echte Erkenntnis. Ich habe dort verstanden, wie Nudeln und Pizza wirklich schmecken können. Wie intensiv Tomaten sind, wie großartig eingelegte Auberginen, Chili oder getrocknete Tomaten sein können. Olivenöl! Alles schmeckte nach Liebe, Sonne und Wärme. Einfach grandios. Und natürlich der Kaffee, ein täglicher Genussmoment für sich.
Am tiefsten berührt hat mich jedoch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. Die Art, wie uns die Italienerinnen und Italiener begegnet sind, war offen, herzlich und sehr menschlich. Ein Erlebnis bleibt mir besonders im Gedächtnis: Ein Busfahrer nahm uns mit, obwohl wir die falschen Tickets hatten und es bereits dunkel war. Statt zu diskutieren, fuhr er uns rund 20 Kilometer bis zu unserem Ziel. Der Bus war leer, es ging einzig um Menschlichkeit. Wir waren voller Dankbarkeit und er sichtlich überrascht über unser Trinkgeld. Solche Momente haben sich immer wieder gezeigt, sei es im Service, im Alltag oder in kurzen Begegnungen.
Man wird gesehen. Man wird angesprochen. Es entsteht echtes Interesse: Woher kommt ihr? Wie gefällt es euch? Und dann wird oft noch mehr gegeben, als man erwartet. Dieser Umgang miteinander hat mich tief beeindruckt. Mehr als einmal dachte ich: Davon könnten wir uns, gerade im Service, aber auch im alltäglichen Miteinander, in Deutschland sehr viel abschauen.
Was ich ebenfalls als sehr angenehm empfunden habe, war die Art der Begegnungen mit den Männern. Sie waren offen, aufmerksam und respektvoll zugewandt, nie aufdringlich, nie grenzüberschreitend. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass sie das Schöne in einer Frau wahrnehmen und wertschätzen, ganz selbstverständlich und mit einer gewissen Leichtigkeit. Kein Anmachen, sondern ein warmes, ehrliches Anerkennen, das ein Gefühl von Wohlwollen und Sicherheit vermittelt hat.
Ein besonders schönes Beispiel dafür war die Begegnung mit einem Bauern, bei dem wir verschiedene eingelegte Köstlichkeiten gekauft haben. Neben dem Probieren, das allein schon ein Genuss war, entwickelte sich ein sehr herzliches Gespräch. Er war charmant, präsent und voller Freude an diesem Austausch. Zum Abschied schenkte er jeder von uns einen respektvollen Handkuss, eine Geste voller Würde, Höflichkeit und alter Schule. Gentleman-like, herzlich und getragen von einer Ruhe und Lebenserfahrung, die diesen Moment für mich sehr berührend gemacht hat.
Auch kulturell habe ich Italien als offen und klar erlebt. An vielen öffentlichen Orten zeigen sich deutliche menschliche Haltungen zu weltpolitischen Themen. Gleichzeitig spielte es kaum eine Rolle, ob man die Sprache perfekt beherrscht oder nicht. Mit ein paar Basics, Gesten und Offenheit hat die Verständigung wunderbar funktioniert, weil die Menschen wohlwollend und geduldig waren.
Besonders beeindruckt hat mich das alltägliche Miteinander: Ein freundliches Buongiorno überall, Gelassenheit im Straßenverkehr, gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Fußgängern, Fahrrädern, Mopeds und Autos. Ein echtes Auskommen miteinander. Auch das friedliche Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen in einem katholisch geprägten Umfeld wirkte selbstverständlich und angenehm.
Sehr berührt hat mich zudem die Entschleunigung des Alltags. Familien saßen morgens im Café, tranken in Ruhe ihren Espresso, Kinder aßen noch ein Gebäck, bevor es mit dem Schulranzen weiterging. Zeit für Smalltalk, Zeit füreinander. Ich habe mich oft gefragt: Wie kann ich mir davon etwas in mein eigenes Leben holen?
Diese Reise war für mich ein tief menschliches Erlebnis. Sie hat mich sehr beseelt. Was ich mitnehme, sind vor allem Ruhe, Geduld, Freundlichkeit und Lässigkeit. Die Erkenntnis, dass Freundlichkeit eine Selbstverständlichkeit sein sollte, so selbstverständlich, dass sie nicht mehr überrascht. Entschleunigung und Menschlichkeit sind Ziele, die ich aus Italien mit in mein Leben nehmen möchte.