Zitat von Nur-ein-Mensch: Und dennoch kann ich nicht loslassen?
Eher deswegen
🙂 . Du hälst noch daran fest. Verstehe ich sehr gut.
Für mich gibt es zwei Wege loszulassen. Den aktiven und den passiven.
Passiv passiert einfach. Zeit, Ablenkung etc. pp. kennen wir ja alle. Diese Verbindungen verblassen.
Aber manche Verbindungen sind so stark und intensiv, denen kommt man so nicht bei. Die bleiben auch oft, aber sie müssen sich wandeln.
Und dann hilft mir nicht, diese in Liebe gehen zu lassen. Sondern meine Ängste dahinter zu akzeptieren.
Für mich hat loslassen etwas so schwieriges, weil ich mir in dem Moment soviele Dinge eingestehen muss. Ich muss meine Erwartungen/Voraussetzungen/Wünsche an mich in der Beziehung mit diesem Menschen aufgeben und meinen Ängsten ins Auge sehen, wenn ich diese Verbindung wirklich nicht mehr habe.
statt Ewigkeit -> vergessen
statt Liebe -> Gleichgültigkeit
statt Geborgenheit -> Einsamkeit
statt Perfektion mit allen Ecken -> nicht gut genug
statt Priorität -> Unbedeutsam
...
Das ist vermutlich bei jedem anders und erweiterbar.
Eine meiner stärksten Ängste konntest du gestern in meiner Affirmation lesen: ich werde vergessen und gleichgültig sein. Wie jeder andere. Unter ferner liefen. Obwohl es so besonders war.
Wenn ich also aktiv loslasse, blicke ich dem ins Auge und akzeptiere diese Angst. Gut. Ich werde vergessen sein und ich darf vergessen. Das ist die Konsequenz, das macht mir Angst, aber diese Möglichkeit muss ich erst akzeptieren.
Ich lasse also alle so besonderen Erwartungen in diese Beziehung los. Alles was es aber auch so schön gemacht hat, sonst könnte ich ja eine Beziehung mit irgendwem führen wollen. Es sind immer Menschen die irgendwo vielleicht unsere Ängste leise werden lassen und sie damit gleichzeitig so deutlich machen.
Und dann erst, wenn ich diese Ängste zulasse, erst dann wandelt es sich. Es ändert sich von 'unerträglich' zu einem 'es ist ok'. Dann erkenne ich, dass ich jede Angst ertrage und damit auch den Verlust dieses Menschen, der sie im besten Fall verstummen lies (zumindest in der rosarot gefärbten Erinnerung).
Das lässt den Menschen besonders sein, ohne festhalten zu wollen. Das lässt mich ruhig werden. Das lässt mich das vermissen aufgeben. Dann bleibt es die besondere Glitzer-Blase in meiner Erinnerung ohne, dass ich etwas daran festhalten muss.
Zum loslassen muss ich also irgendwo mutig sein. Zumindest ich. Natürlich ist das am Anfang noch sehr fragil, ein Trigger und ich beginne von vorne. Aber zumindest ist das ein Anfang.
Vielleicht helfen dir ja diese Gedanken. Vielleicht schaust du dir an, was dir so Angst macht, wenn du loslassen willst.
Zitat von Clarinetta: Genug gelernt und reflektiert. Jetzt beweg dich.
Und ja auch das. Selbstzerfleischung Ende.