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Was denkst du gerade?

B
@Scheol
Das klingt alles ganz schecklich...
Was machen nur alte Menschen die niemand haben, der sich kümmert...
Ein grosses Lob an alle, die sich kümmern um ihre alten Eltern und ganz besonders an dich und deine Schwester! Viel Kraft für diesen Weg!

x 3 #23866


Heloise
Zitat von Plague:
Ich feiere lieber den 10. Jahrestag des Entschlusses, keinen Kontakt mehr zu der Person zu haben, die die Bezeichnung Mutter nicht wirklich verdient ...

Meine Mutter war auch alles andere als dass ich auf sie stolz bin. Trotzdem muss ich ihre „Fehler“ auch aufgrund der Umstände, die sie zum Muttersein vorfand, verzeihen. Verzeihen heißt nicht vergessen. Aber da sie tot ist und sie auch „vergessen“ hat, in den 11 Tagen ihres Sterbens mich um Verzeihung zu bitten, obwohl Gelegenheiten es genug gab und sie auch geistig nicht beeinträchtigt war, bleibt mir nur, ihr trotzdem zu vergeben. Allein um meinetwillen.

x 3 #23867


A


Was denkst du gerade?

x 3


Worrior
@Scheol
Beste Genesungswünsche für Deine Mutter und Deinen Vater.
Dir viel Kraft, Respekt für die Unterstützung die Du Deinen Eltern zukommen lässt.
Ich hoffe dass Du heute, an diesem sonnigen Sonntag, ein kleines Zeitfenster für Dich findest um Sonne und Kraft zu tanken.

x 3 #23868


Inexplicitus
@Scheol
Ach Du Elend! Da hast Du aber eine heftige Woche hinter Dir! Das klingt furchtbar und entsetzlich zugleich. Ich hoffe das alles soweit ok bei Deinem Vater ist und das Du zumindest heute etwas Ruhe reinbekommst. Das ist eine krasse Woche die Du da hinter Dir hast. Ich wünsche Dir viel Kraft und Ausdauer, das Du diesem Druck weiter aufrecht standhalten kannst. Haben Deine Eltern Ansprüche auf ambulante Lebenshilfe oder dergleichen, die Dich und den Rest Deiner Familie entlasten könnten? Hört sich ziemlich krass an, so wie Du die Med. Versogung in Berlin schilderst.

Ich wünsche Dir auf jedenfall Zeit, in der Du Dich von all dem Chaos erholen kannst. Echt starke Leistung, all das zu bewerkstelligen! Respekt und Anerkennung dafür! Ich wünsche Deinem Vater gute Genesung, und hoffe für Euch alle, das es ihm schnell wieder besser geht.

x 1 #23869


S
Zitat von Bergfichte:
Was machen nur alte Menschen die niemand haben, der sich kümmert...

Das war die Frage die wir uns hier die ganze Zeit gestellt haben ,…. Ich denke da passiert viel hinter der Tür …. Wo man sich dann fragt , warum ist das den passiert….

x 3 #23870


Plague
Zitat von Heloise:
Trotzdem muss ich ihre „Fehler“ auch aufgrund der Umstände, die sie zum Muttersein vorfand, verzeihen. Verzeihen heißt nicht vergessen.

No way.

#23871


S
Zitat von Worrior:
Beste Genesungswünsche für Deine Mutter und Deinen Vater. Dir viel Kraft, Respekt für die Unterstützung die Du Deinen Eltern zukommen lässt. Ich hoffe dass Du heute, an diesem sonnigen Sonntag, ein kleines Zeitfenster für Dich findest um Sonne und Kraft zu tanken.

Danke dir….
habe noch zwei Schwestern die sich auch kümmern…. Wir versuchen das irgendwie aufzuteilen…..und eben auch unsere Freizeit zu haben und uns mal rauszunehmen….

wie sagen meine Freunde die das hinter sich haben ….“ das wird nicht besser werden“…

das war hier nur ein kleiner Teil und Auszug…. Die ganzen Fahrwege , umsonst Wege , Wartezeiten sind hier nicht aufgelistet….

Früher dachte ich auch immer , wenn eine Kollegin sagte „ ich muss noch zu Eltern und einkaufen“….. ja dann mach doch….. das das so komplex ist , sieht man erst wenn man es selbst mit macht.

x 3 #23872


Waris07
@Scheol

Dein Beitrag hat mich sehr berührt und man spürt einfach, wie sehr du deine Eltern liebst.
Diese ganzen Wege, das Organisieren, das Kümmern, dieses ständige Funktionieren und gleichzeitig zu sehen, wie der eigene Vater abbaut und Angst bekommt, das geht wirklich nah.

Besonders die kleinen Momente bleiben hängen. Wie dein Vater weint. Wie deine Mutter sich trotz allem ihren Humor bewahrt. Wie du mitten in der Nacht wieder losfährst, alles sauber machst und einfach weitermachst, weil du willst, dass es für beide wieder schön ist.
Da steckt unglaublich viel Herz drin.

Ich bewundere aufrichtig, wie du das alles stemmst. Nicht nur dieses Organisieren und Funktionieren, sondern vor allem die Art, wie viel Liebe, Geduld und Würde du deinen Eltern gibst. Du behandelst sie nicht einfach wie "Pflegefälle", sondern wie Menschen mit Geschichte, Gefühlen und Stolz. Das finde ich zutiefst beeindruckend.

Und genau das ist für mich auch eine Form von Heldentum. Nicht das laute, sichtbare Heldentum. Sondern dieses leise, oft ungesehene, das tagtäglich irgendwo passiert. Menschen, die müde sind, überfordert, manchmal verzweifelt und trotzdem wieder aufstehen, losfahren, kümmern, tragen und einfach da sind.

Deine Eltern können sich sehr glücklich schätzen, so einen Sohn an ihrer Seite zu haben.

Ich wünsche deinem Papa sehr, dass er jetzt erstmal gut versorgt wird. Und dir, dass du zwischendurch auch ein bisschen aufgefangen wirst. Denn das, was du gerade trägst, ist emotional enorm viel. Tröstender Smiley

x 2 #23873


S
Zitat von Inexplicitus:
@Scheol Ach Du Elend! Da hast Du aber eine heftige Woche hinter Dir! Das klingt furchtbar und entsetzlich zugleich. Ich hoffe das alles soweit ok bei Deinem Vater ist und das Du zumindest heute etwas Ruhe reinbekommst. Das ist eine krasse Woche die Du da hinter Dir hast. Ich wünsche Dir viel Kraft und Ausdauer, das ...

Danke Dir….
wir versuchen trotzdem immer noch zu schmunzeln , Eltern zu helfen soweit es geht und Anträge zu stellen wo es Möglichkeiten ist und eben gut zuzureden soweit es geht,

nur wenn die Vergesslichkeit kommt , warum das so schnell geht , kommt man selbst an seine Grenzen und an seine Tränen….

x 3 #23874


Inexplicitus
Zitat von Scheol:
Danke Dir…. wir versuchen trotzdem immer noch zu schmunzeln , Eltern zu helfen soweit es geht und Anträge zu stellen wo es Möglichkeiten ist und eben gut zuzureden soweit es geht, nur wenn die Vergesslichkeit kommt , warum das so schnell geht , kommt man selbst an seine Grenzen und an seine Tränen….

Ich fühle mit Dir, ich kenne es aus meinem beruflichen Umfeld. Die aktuelle Lage ist ziemlich angespannt, und man muss leider sagen, ja wir haben ein Fachkräftemangel im Bereich med. Versorgung. Ich verstehe absolut Deine Gefühlslage, so würde es jedem gehen, der das selbe durchgemacht hat wie Du. In solchen Zeiten, dennoch soviel Kraft zu haben, und seine Nächsten, vor allem Vater und Mutter zu umsorgen, trotz eigener Verantwortung, zeugt von einer gewaltigen inneren Stärke. Ich wünsche Dir das durch Deine Taten und die dadurch erzielten Leistungen, Deine Stärke sich regeneriert. Du bist ein großartiger Mensch, auf den man sich blind verlassen kann. Lob und Anerkennung für Deine Opferbreitschaft!

Halte durch Großer, es wird bestimmt alles gut, und Deinem Vater wird es sicher auch bald besser gehen.

x 2 #23875


S
Zitat von Waris07:
@Scheol Dein Beitrag hat mich sehr berührt und man spürt einfach, wie sehr du deine Eltern liebst. Diese ganzen Wege, das Organisieren, das Kümmern, dieses ständige Funktionieren und gleichzeitig zu sehen, wie der eigene Vater abbaut und Angst bekommt, das geht wirklich nah. Besonders die kleinen Momente bleiben ...

Dankeschön…


Für mich war der Beitrag eher dazu ….um das man mal sieht was andere ( nicht ich ) so leisten wo man nicht hinsieht …. Das tat ich früher auch nicht so.

mir ist wichtig das mein Herr Albrecht der hier im vierten Stock wohnt mit 93 Jahren noch angesprochen wird. „ Man Herr Albrecht wieder mit dem flotten Reifen unterwegs“. Dann lacht er.

dann redet er und ich höre 3-5 Minuten zu ….. Ich will mir die Zeit nehmen.

eine andere alte Dame die hier irgendwo wohnt , mit 94 noch ihre runde läuft , da gehe ich dann auch so das sie mich sieht und ich rede dann kurz mit ihre, „ na wieder ihre Runde unterwegs“
sie „ na das habe ich ihnen doch letzens schon erzählt das in zwei Runden gehe“ ( gut ihr Gedächtnis funktioniert noch 😉 )


Wie hetzen alle so oft nach links und rechts ohne wirklich andere zu sehen….

x 7 #23876


Waldfee47
Zitat von Scheol:
mein Herr Albrecht der hier im vierten Stock wohnt mit 93 Jahren noch angesprochen wird

x 3 #23877


Heloise
Zitat von Plague:
No way.

Du kannst natürlich deine Verbitterung deshalb und den Hass auf sie bis zu deinem Lebensende mit dir rumtragen. Das steht dir frei. Ich würde mich da aber fragen, wo da der Vorteil für mich liegt..

x 1 #23878


Plague
Zitat von Heloise:
Ich würde mich da aber fragen, wo da der Vorteil für mich liegt.

Ich helfe Menschen, denen es ähnlich gegangen ist.
Wenn ich denen was von verzeihen und vergeben erzähle, geht ein gutes Stück Authentizität verloren.

x 1 #23879


S
Ich hatte das 2020 hier mal geschrieben und mir ist das letzen wieder eingefallen…..

Die Pandemie ging los und alle haben sich irgendwas übergezogen…..

Eine alte Frau saß hier am Amtsgerichtplatz auf einen Stein um die Straße abzusperren….

Gummiputzhandschuhe an und Halstuch vor dem Gesicht.

Sie saß da , war irgendwie schockiert und weinte….

Ich kann und will da nicht vorbei gehen …..also sprach ich sie ruhig an

„Ist alles ok“?

Sie war verwundert das Überhaupt sie jemand anspricht und ich glaube auch sie in dieser Zeit sieht.

Sie nickte leicht.

Ich wechsle dann auf das Berliner….“ Na dit sieht aber ni‘sch so aus…… wat is‘sen los ? Wegen dem was gerade los ist“.

Sie war bestimmt 74 eher aufwärts…. Sie erzählte das sie in einem Kindergarten immer aushilft ehrenamtlich und das sie nicht mehr kommen darf weil sie sich sonst anstecken könnte und das die kleinen Kinder ihr fehlen würden.


Ich sagte „ da können se bald wieder hin“.

Sie schaute weinte und man merkte das es ihr Hoffnung gab …. „ meinen sie das wirklich“?

Ich „ Dit mein ick ni‘sch nur dit wees icke…. Passense mal uff , in 6 Monaten sieht das alle schon ganz anders aus“….

Ich hatte keine Ahnung was hier los war und um was es geht in der Pandemie nur ich dachte Menschen brauchen oft Angaben von Zeit, also gab ich ihr die irgendwie….

Sie sagte erstaunt „ meinen sie das wirklich“.

Ich weiß noch ganz genau wie ich sagte „… dit mein ick nicht nur , dit wees icke“…. Wie der Präsident der WHO in der Person.


Ich hatte mich inzwischen auf den anderen Stein gesetzt der über 1 Meter entfernt war…

Sie erzählte das sie selbst keine Kinder hat und das die Arbeit im Kindergarten ihr viel Spaß und Freude macht und die Kinder Spaß mit ihr haben und die Kinder sie auch vermissen würden…….

Ich weiß noch wie sie zum Schluss sagte „ am liebsten würde ich sie jetzt drücken“.

Ich „ na dit lassen wa mal lieber nicht das wir eine Anzeige bekommen“. ( mir ging es damals eher um Ansteckung weil man damals nicht wusste was los war.


Vor 2-3 Wochen dachte ich an diese Frau und Frage mich wie es ihr heute geht , wie heute das Gespräch aussehen würde …….und ob ich „damals“ recht behalten habe , das sich die Welt in 6 Monaten ganz anders dreht……

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A


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