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Was denkst du gerade?

ZwillingsIch
Zitat von Aiyla:
Wie kommst Du darauf, dass Du eine Last sein könntest?

Zitat von Blindfisch:
Meine Frau hat schon genug Sorgen.

Gute Nacht.

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Blindfisch
Ich bin auf Wartelisten ....seit März...Ich habe die Aussicht im nächsten Frühjahr zum Gespräch beim Psychologen zu bekommen. Ich bin ein harter Hund. Schlucke vieles, bin da und stelle mich vor meiner Familie. Aber ich muss feststellen, daß auch ich nur ein Mensch bin. Die dunklen Gedanken habe ich schon sehr lange. Seit vielen Jahren. Erst schleichend, aber seit 2 Jahren intensiver. Mit guten Phasen zwischen durch. Ich reiß mich zusammen.

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A


Was denkst du gerade?

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Harry_50
Zitat von Blindfisch:
Die Gedanken sind da. Schon sehr lang. Mal mehr oder weniger präsent. Aber immer da. Aber das geht nicht. Ich habe Familie, ich habe Verantwortung. Und dennoch sind die Gedanken da. So wie jetzt. Aber hey....alles gut. Ich pack das schon. So wie immer.

Hallo Blindfisch,

diesen Gedanken habe ich seit dem letzten Jahr. Genau seit 19.07.2025, 3:58 Uhr. Da ist meine Frau gestorben 😢 .

Ich hatte darüber mit meiner Tochter gesprochen und ihr gesagt, dass sie keine Angst haben müsse. Ich hatte ihr gesagt, wenn müsse es ein unverschuldeter Verkehrsunfall sein. Am Besten wäre es, wenn mir ein Geisterfahrer entgegen kommt. Die Lebens - und Sterbeversicherung würden zahlen, und die Unfallversicherung bei Tod das Doppelte.

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Liv225
@Blindfisch

Das ist Mist mit diesen elend langen Wartezeiten:/

Natürlich bist Du auch „nur“ ein Mensch… jeder von uns… jeder kann schwach sein, darf auch mal schwach sein.

Schlucken ist halt an sich echt nicht gut.
Ich kenne es. War auch allein mit vielen Sorgen.

Du kannst ja wirklich zumindest hier schreiben, wenn Du merkst, Du brauchst ein paar Worte oder „Nähe“ …

x 4 #33454


FloraVita
Zitat von Blindfisch:
Ich bin auf Wartelisten ....seit März...Ich habe die Aussicht im nächsten Frühjahr zum Gespräch beim Psychologen zu bekommen. Ich bin ein harter Hund. Schlucke vieles, bin da und stelle mich vor meiner Familie. Aber ich muss feststellen, daß auch ich nur ein Mensch bin. Die dunklen Gedanken habe ich schon sehr ...


Natürlich bist du nur ein Mensch, der auch mal schwächeln darf und aufgefangen gehört.
Hast du mit deinem Hausarzt gesprochen? In akuten Fällen ist es möglich, schneller einen Termin beim Psychologen zu bekommen. Auch wenn man dafür vielleicht etwas weitere Strecke in Kauf nehmen muss.

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Aiyla
@Blindfisch
auch als Mann ist man ein Mensch Zwinkerndes Gesicht und es ist normal, dass man als Mensch auch schwache Phasen hat.
Ich finde es schlimm, wenn ich meinem Partner nicht helfen darf, zu spät mitbekomme, dass es ihm schlecht geht.

Die Wartezeiten auf einen ambulanten Psychotherapieplatz sind leider oft gruselig. Manchmal lohnt es sich es in den Nachbarlandkreisen zu versuchen, da es kleine Unterschiede in der Verfügbarkeit gibt. Alternativ kann man auch zunächst überbrückend Termine in einer Psychiatrischen Institutsambulanz (über den Hausarzt) vereinbaren lassen oder einen Facharzttermin (Psychiatrie und Psychotherapie) vereinbaren (was oft zusätzlich eh gut ist). Auch eine psychologische Beratungsstelle kann eine Übergangslösung sein bis man einen Psychotherapieplatz findet.

Es gibt viele Menschen, die depressiv sind. Es gibt keinen Grund sich dafür schämen zu müssen. Inzwischen hat unsere Gesellschaft das glücklicherweise größtenteils begriffen (auch wenn es noch immer einzelne Menschen gibt, die das anders sehen).

x 3 #33456


Aiyla
Zitat von Harry_50:
Hallo Blindfisch, diesen Gedanken habe ich seit dem letzten Jahr. Genau seit 19.07.2025, 3:58 Uhr. Da ist meine Frau gestorben 😢 . ...

Falscher Smilie. Wollte den weinenden. Ach Harry, Du hast es auch sehr schwer und bringst doch so viel Sonne ins Forum.

x 1 #33457


Clumsy
Ich bringe an dieser Stelle noch die Ergotherapie ins Spiel. Wissen viele nicht, ist aber in jeder psychiatrischen und psychosomatischen Klinik vertreten.

Ergotherapie kann bei psychischen Erkrankungen viel bewirken. Und es gibt einige Patienten, die aufgrund von Wartezeiten zunächst zur Ergotherapie (auch als Videotherapie möglich) gehen und dort wirklich gute Hilfe bekommen, so dass die Psychotherapie später ergänzend hinzukommt. Oder auch gar nicht (weil nicht verfügbar oder Patienten schon vor der Verfügbarkeit der Psychotherapie wieder stabilisiert und handlungsfähig sind und die Ergotherapie beendet werden kann).

Das will ich hier mal generell abstellen. Vielleicht liest es jemand, der diesen Tipp brauchen kann.

x 4 #33458


Stella31
Zitat von Blindfisch:
Ich reiß mich zusammen.

Ich weiß, dass das vermutlich für dich zunächst nicht in Frage kommt, aber du musst dich nicht zusammen reißen!

Leider sind Generationen von Männern mit sehr ungesunden Sprüchen a la "Indianer kennt keinen Schmerz", "stell dich nicht so an" und deinem Satz "reiß dich mal zusammen" aufgewachsen.
Bloß keine Gefühle zeigen.
Ist ja nicht so wichtig, ich bin nicht wichtig!

Und dass das irgendwann kaum noch erträglich ist, merkt der Mann dann ziemlich spät.

Ich war in einer psychosomatischen Klinik und habe mit einigen Männern gute Gespräche geführt.
Viele dieser Männer haben genauso getickt!

Jahre - Jahrzehnte lang!

Bis dann irgendwann nichts mehr ging.
Keine Tränen, nur noch Leere!

Wir hatten eine Therapiestunde, die wirklich viele bewegte.
Einige Frauen weinten.
In der Abschlussrunde war ein Mann, der die ganze Zeit mit versteinertem Gesicht dastand.

Er sagte, er würde sich wünschen, auch mal weinen zu können.
Eine Frau meinte: hier ist alles okay!
Du darfst einfach sein, wie du möchtest.
Und wenn du gerade nicht weinen kannst, ist das total in Ordnung.
Genau wie wenn du das vielleicht irgendwann kannst.

Plötzlich standen ihm die Tränen in den Augen und er weinte.

Das war sehr berührend für mich und ich wurde sehr traurig darüber, wie viele Männer alles mit sich alleine ausmachen und nicht mal weinen können.
So ein riesiger Kloß, der da innen sitzt.

Erst langsam ändert sich da was.
Männer trauen sich,sich zu öffnen.

Daher, wenn du jetzt noch keine Therapie bekommst, gibt es über deinen Hausarzt die Möglichkeit 116117 anzurufen und zumindest 5 Sitzungen zu erhalten.
Oder eine ambulante oder stationäre Aufnahme in eine Klinik.

Denn was ist wichtiger?

Jetzt eine Auszeit, die dir vermutlich tiefgreifend hilft oder dauerhafter Ausfall, wenn irgendwann gar nichts mehr geht?

x 2 #33459


Harry_50
Zitat von Aiyla:
Falscher Smilie. Wollte den weinenden. Ach Harry, Du hast es auch sehr schwer und bringst doch so viel Sonne ins Forum.

Aiyla 🌺 ,

halb so wild. Das passiert mir auch öfter. 😂

x 1 #33460


Aiyla
@Blindfisch
Gibt es etwas, was Du tun kannst um etwas Schlaf zu finden?

x 1 #33461


Blindfisch
Zitat von Aiyla:
Ich finde es schlimm, wenn ich meinem Partner nicht helfen darf, zu spät mitbekomme, dass es ihm schlecht geht.

Das verstehe ich. Meine Frau weiß um meine Depression und nimmt sehr viel Rücksicht auf mich. Zu viel, wie ich finde. Dabei weiß sie nicht wirklich, wie schlimm es phasenweise ist. Und da ist mein Dilemma. Wie lange macht sie das mit? Wie bekomme ich das mental verarbeitet, das sie noch mehr Verantwortung übernehmen muss, weil ich versage? Wann ist der Punkt erreicht, wann auch Sie nicht mehr kann? Meine Frau ist eine starke Frau, aber auch nur ein Mensch. Ich weiß nicht ob man es nachvollziehen kann....wenn der Partner viele Aufgaben übernehmen muss weil man selbst versagt. Ich fühle mich teilweise wie ein Störfaktor.
Zitat von Aiyla:
Manchmal lohnt es sich es in den Nachbarlandkreisen zu versuchen, da es kleine Unterschiede in der Verfügbarkeit gibt

Ich habe eine Liste vom Gesundheitsamt des Landkreises bekommen mit über 60 Therapeuten in der Umgebung von knapp 100 km. Ich habe alle abtelefoniert...bei 3 bin ich auf der Warteliste. Alle 3 außerhalb "meines" Landkreises.
Zitat von Aiyla:
Psychiatrischen Institutsambulanz (über den Hausarzt) vereinbaren lassen oder einen Facharzttermin (Psychiatrie und Psychotherapie) vereinbaren (was oft zusätzlich eh gut ist). Auch eine psychologische Beratungsstelle kann eine Übergangslösung sein bis man einen Psychotherapieplatz findet.

Da war ich...zur Institutionsambulanz...schnell einen Termin zur Diagnose bekommen und anschließend einen Platz zur "Tagesklinik". Möchte ich nicht....habe gesehen was das bei meiner Mutter bewirkt hat. Die Dame vom Gesundheitsamt hat mir auch empfohlen, einen "richtigen" Termin wahrzunehmen.

x 3 #33462


ElGatoRojo
Zitat von Blindfisch:
Mit guten Phasen zwischen durch. Ich reiß mich zusammen.

O.k - das ist nicht tröstlich - Miese gewalttätige Gedanken, von denen man garnicht glauben mag, dass es die eigenen sind, können schon verstörend wirken. Stärke und Intensität ist nicht immer gleich - aber Stress verstärkt den Hang ins Düstere. Sie abwehren wollen verstärken sie angeblich eher - aber wie sonst? Hilft dir Musik dabei, dem Strudel zu entkommen? Licht und ein interessantes Buch - geht natürlich nur, wenn du deine Frau nicht störst damit.

x 2 #33463


Stella31
Zitat von Blindfisch:
Ich weiß nicht ob man es nachvollziehen kann....wenn der Partner viele Aufgaben übernehmen muss weil man selbst versagt. Ich fühle mich teilweise wie ein Störfaktor.

Es ist kein Versagen, wenn man nicht kann!
Depression ist eine Erkrankung, die nur eben nicht so sichtbar ist, wie ein kaputtes Bein.

Ich verstehe, dass du deine Frau nicht stärker belasten möchtest.
Es hört sich allerdings danach an, als dass sie Verständnis für dich hat.
Und wenn sie wüsste, welche Gedanken du dir machst, hätte sie mit Sicherheit unfassbare Angst um dich!

Ich glaube, ihr wäre es bestimmt lieber, eine Zeit lang noch mehr Verantwortung zu übernehmen als dich für immer zu verlieren.
Denn dann hätte sie eine viel größere, dauerhafte Verantwortung alleine mit zu tragen.

Geh besser zum Arzt und schildere wenigstens ihm, was du für Gedanken hast.
Damit er die notwendigen Schritte einleiten kann!

x 3 #33464


Aiyla
@Blindfisch
ja, das ist verständlich, dass Du Deine Frau nicht überfordern willst. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du als Störfaktor erlebt wirst. Klingt nach viel Liebe ... von Euch beiden. Ist sicher wichtig, dass bald etwas passiert/Du Unterstützung von Außen erhältst, damit es für Dich leichter wird.
Leider ist ein Teil der Depression, die negative Sicht auf sich selbst ...

Kann mir vorstellen wie frustrierend es ist, so viele Therapeuten ab telefoniert zu haben und immer noch warten zu müssen.

Den Tipp von @Clumsy fand ich ergänzend noch sehr gut. Ergotherapeuten gibt es ja nicht nur in Kliniken, sondern auch ambulant.

Wurde Dir in der Institutsambulanz auch eine medikamentöse Behandlung empfohlen? Vielen helfen (vorallem ergänzend zu einer Psychotherapie) auch Antidepressiva.

Jemand gab auch den Tipp mit 116117, kann zumindest die Tür für den ersten ambulanten Psychotherapietermin öffnen (Psychotherapeutische Sprechstunde), manche haben Glück und können direkt bei dem Therapeuten die richtige Therapie fortsetzen.

Ja, es ist eine Qual bis man adäquate Unterstützung findet und das ausgerechnet dann, wenn man eh wenig Kraft hat Trauriges Gesicht

#33465


A


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