Zitat von Blindfisch: Ich reiß mich zusammen.
Ich weiß, dass das vermutlich für dich zunächst nicht in Frage kommt, aber du musst dich nicht zusammen reißen!
Leider sind Generationen von Männern mit sehr ungesunden Sprüchen a la "Indianer kennt keinen Schmerz", "stell dich nicht so an" und deinem Satz "reiß dich mal zusammen" aufgewachsen.
Bloß keine Gefühle zeigen.
Ist ja nicht so wichtig, ich bin nicht wichtig!
Und dass das irgendwann kaum noch erträglich ist, merkt der Mann dann ziemlich spät.
Ich war in einer psychosomatischen Klinik und habe mit einigen Männern gute Gespräche geführt.
Viele dieser Männer haben genauso getickt!
Jahre - Jahrzehnte lang!
Bis dann irgendwann nichts mehr ging.
Keine Tränen, nur noch Leere!
Wir hatten eine Therapiestunde, die wirklich viele bewegte.
Einige Frauen weinten.
In der Abschlussrunde war ein Mann, der die ganze Zeit mit versteinertem Gesicht dastand.
Er sagte, er würde sich wünschen, auch mal weinen zu können.
Eine Frau meinte: hier ist alles okay!
Du darfst einfach sein, wie du möchtest.
Und wenn du gerade nicht weinen kannst, ist das total in Ordnung.
Genau wie wenn du das vielleicht irgendwann kannst.
Plötzlich standen ihm die Tränen in den Augen und er weinte.
Das war sehr berührend für mich und ich wurde sehr traurig darüber, wie viele Männer alles mit sich alleine ausmachen und nicht mal weinen können.
So ein riesiger Kloß, der da innen sitzt.
Erst langsam ändert sich da was.
Männer trauen sich,sich zu öffnen.
Daher, wenn du jetzt noch keine Therapie bekommst, gibt es über deinen Hausarzt die Möglichkeit 116117 anzurufen und zumindest 5 Sitzungen zu erhalten.
Oder eine ambulante oder stationäre Aufnahme in eine Klinik.
Denn was ist wichtiger?
Jetzt eine Auszeit, die dir vermutlich tiefgreifend hilft oder dauerhafter Ausfall, wenn irgendwann gar nichts mehr geht?