Zitat von Odette: Es klingt sehr nach einem immer wieder kräftezehrenden Prozedere.
Ja, das ist es auch. Andersrum, also es so hinzunehmen, nicht weniger.
Ich muss in den letzten Tagen immer wieder an die Worte meines Ex denken, die er mir nach der Trennung an den Kopf geknallt hat: Dass es nichts Liebevolles zwischen uns gab und ich permanent in Hab-Acht-Stellung war.
Und er hat ja recht. Ich lasse niemanden zu nah an mich heran und bin auch nicht "klassisch" liebevoll. Nettigkeiten, Komplimente oder Zärtlichkeiten kann ich nur schwer erwidern und blocke ich schnell ab.
Ich war immer der Meinung, ich würde das gut durch meine Taten kompensieren können, um zu vermitteln, was ich empfinde. Und dass das reicht. Und rückblickend stelle ich fest, dass es auf Dauer eben nicht reicht, dem Partner Arbeit abzunehmen, ihm sein Lieblingsessen aus dem Supermarkt mitzubringen, kleine oder auch größere Geschenke zu machen oder Post-Its mit "ich hab dich lieb" an den Spiegel zu kleben. Niemand möchte einen Eisklotz an seiner Seite haben.
Und so sehr ich mich auch bemühe, ich kriege das nicht raus.
Sobald mir jemand gefühlt zu nahe kommt, fahren die Schutzschilde hoch. Das wird auch mit der Zeit nur unwesentlich besser. Wenn ich versuche, das eine Schutzschild zu deaktivieren, fährt automatisch ein anderes hoch, bis sich das eine aktiviert, das keinen Aus-Schalter zu haben scheint. Ich kann dann nur abwarten, bis die "Gefahr" vorüber ist.
Das zieht mich gerade total runter.
Ich habe immer nur die Wahl zwischen einer verpassten Chance nachzutrauern oder abzuwarten, bis der andere erkennt, was für ein Zirkus-Freak ich bin und die Biege macht.